Terror gegen Taylor-Swift-Konzert: Haft für Islamisten – und dann?

Mit 15 Jahren Haft hat das Landesgericht Wiener Neustadt einen 21-jährigen Österreicher nordmazedonischer Herkunft für einen geplanten Massenanschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien verurteilt. Nach 7,5 Jahren könnte Beran A. wieder frei sein, eine Änderung seiner Ansichten wird wohl kaum stattfinden.

Screenshot via X / Mossad Commentray

Beran A. stand nun im Zentrum eines der aufsehenerregendsten Terrorprozesse der jüngeren österreichischen Geschichte, ein gleichaltriger Mitangeklagter, Arda K., erhielt zwölf Jahre Freiheitsstrafe. Das Urteil markiert nicht nur das vorläufige Ende eines Verfahrens, das weltweit Schlagzeilen machte, sondern dokumentierte auch die radikalen jungen Männer in Europa und die anhaltende Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS).

Der Hauptangeklagte hatte sich in weiten Teilen geständig gezeigt. Treibende Kraft hinter seinen Plänen sei, wie er vor Gericht aussagte, die „Sucht nach Ruhm“ gewesen: Er wollte als Held der Terrormiliz IS gelten. Konkret plante er für den 9. August 2024 einen Angriff auf die Fans der US-Sängerin vor dem ausverkauften Stadion in Wien. Messer, ein Fahrzeug-Ramming und eine selbst gebaute Schrapnell-Bombe – aus Alltagschemikalien wie Aceton, Wasserstoffperoxid und Schwefelsäure hergestellt – sollten zum Einsatz kommen. Die Bombe war laut Ermittlern weitgehend fertig; nur das Zusammenfügen fehlte noch. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizeispezialeinheiten Zündvorrichtungen, Chemikalien, Messer, Macheten und IS-Propaganda. Beran A. hatte sogar versucht, über das Darknet und Telegram Waffen zu beschaffen.

Die Festnahme erfolgte zwei Tage vor dem ersten Konzerttermin auf Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes, angeblich der CIA. Die drei geplanten Auftritte der „Eras Tour“ mit 200.000 erwarteten Besuchern mussten abgesagt werden. Für viele Fans, die teils von weit her angereist waren, war die Enttäuschung gewaltig. Dennoch feierten sie in der Wiener Innenstadt mit Freundschaftsarmbändern und spontanen Partys ihr Idol. Taylor Swift selbst schwieg zunächst zwei Wochen aus Sicherheitsgründen. In einem emotionalen Instagram-Post schrieb sie später: „Der Grund für die Absagen hat in mir ein neues Gefühl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Shows zu kommen. Aber ich bin auch den Behörden dankbar, denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben.“ In London gab sie anschließend fünf ausverkaufte Konzerte.

Terrorzelle auch in Mekka aktiv

Der Fall reicht weit über Wien hinaus: Die beiden Angeklagten und ein dritter Komplize, Hasan E., der derzeit in Saudi-Arabien inhaftiert ist, sollen eine Terrorzelle gebildet haben. Im März 2024 planten sie koordinierte Anschläge in Mekka, Dubai und Istanbul. Das Ziel: muslimische Aufstände auszulösen, weil diese Länder ihrer radikalen Sicht nach „nicht streng genug muslimisch“ seien. Hasan E. führte in Mekka einen Messerangriff aus und verletzte Sicherheitskräfte. Beran A. und Arda K. reisten nach Dubai bzw. Istanbul, gaben ihre Pläne aber in letzter Sekunde auf. Das Gericht wertete dies als Beihilfe zum versuchten Mord.

Beran A. stammte aus geordneten Verhältnissen in Ternitz, Niederösterreich. Er besuchte eine Handelsakademie, begann eine Lehre und arbeitete in einem Stahlwerk, wo er offenbar Chemikalien für seine Bombe stahl. Die Radikalisierung erfolgte über einen Mitschüler und vor allem online: TikTok, Telegram und IS-Propaganda. Ein alarmierender Trend: Der ISK (Islamischer Staat Khorasan) radikalisiert gezielt Jugendliche für Massenanschläge bei Konzerten und Großveranstaltungen – wie etwa in Manchester 2017 oder Moskau 2024.

Das Gericht folgte weitgehend der Anklage, auch wenn Beran A. die Beihilfe zum Mekka-Anschlag bestritt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Der Prozess bestätigte aber auch viel tiefer liegende Probleme: Die schnelle Radikalisierung junger Männer mit Migrationshintergrund über soziale Medien – und die Verwundbarkeit großer Events und unserer ganzen Gesellschaft.

Vermutlich nur siebeneinhalb Jahre in einer Zelle

Und schon jetzt zeigte sich eine dramatische Gefahr für die Zukunft: Dass Beran A. nach siebeneinhalb Jahren Haft im Jahr 2033 die Haftanstalt als geläuterter Mensch verlässt, der dann die christlichen Werte, die Demokratie in Europa und die christliche Kultur schätzt, ist kaum anzunehmen. Aber was passiert dann? Der noch gestoppte Taylor-Swift-Attentäter wird als potentieller „Terrorgefährder“ vom Verfassungsschutz beobachtet, so wie 400 andere Verdächtige allein in Österreich. Und eine Abschiebung nach Nordmazedonien ist nicht mehr möglich: Beran A. ist bereits österreichischer Staatsbürger.

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Kommentare ( 10 )

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Schwabenwilli
1 Stunde her

Ich weiß jetzt auch nicht wie lange es evolutionstechnisch braucht bis ein mitteleuropäischen Gehirn braucht um zu erkennen wo der Feind ist?

Moses
4 Stunden her

Weder Österreich noch Deutschland werden dem entgehen können, sobald Deutschland endlich eine handlungsfähige Regierung hat.
Neubürger sollen ihre Staatsbürgerschaft verlieren, wenn sie innerhalb von mindestens zehn Jahren nach der Einbürgerung wegen terroristischer oder krimineller Handlungen und nachgewiesener Absichten solcher Handlungen verurteilt werden.
Wird nachgewiesen, dass die Wurzeln im Elternhaus liegen, müssen auch andere Familienmitglieder ihre Staatsbürgerschaft verlieren und ausgewiesen werden.

Deutscher
9 Stunden her

„Der Grund für die Absagen hat in mir ein neues Gefühl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Shows zu kommen. Aber ich bin auch den Behörden dankbar, denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben.“

Was für ein pathetisches, oberflächliches Gesülze. Aber darin spiegelt sich auch das geistige Niveau der Fan-Szene.

verblichene Rose
8 Stunden her
Antworten an  Deutscher

Da ist was dran. Hier wird die bloße Absage eines Popkonzerts zu einem kollektiven Trauma hochstilisiert. Während Millionen Menschen in Deutschland und Österreich monatelang verzweifelt auf echte Hilfe bei vermeintlich realen Lebenskrisen warten, inszeniert man sich hier mithilfe von nicht vorhandenen Opfern im Luxus-Leid. Das geht an den offensichtlich vorhandenen, psychologischen Problemen vorbei, die ich bereits weiter unten (zugegeben etwas abstrakt) beschreiben wollte.

Werner Meier
9 Stunden her

Würde man beim Islam die Maßstäbe von Corona anlegen, wären die Grenzen seit 2015 für Muslime geschlossen.

Die Ansteckung erfolgt jedoch nicht nur durch direkten Kontakt, sondern vor allem auch online. Die Gefahr ist tödlich und die gesamte Gesellschaft wird bereits durch wenige infizierte Radikale bedroht.

Man kann sich nicht daran erinnern, dass Merkel meinte, Corona gehöre zu Deutschland.

Sonny
9 Stunden her

Europa wird nie mehr sicher sein.
Dafür haben wir schon viel zu viele trojanische Pferde in unsere naiven Gemeinschaften gelassen.
angela merkel war der Auslöser für sämtliche Verwerfungen der jetzigen Situationen. Mir persönlich fehlen oft die Worte, um das Ausmaß dieser verrrückten und boshaften Person angemessen zu beschreiben.

humerd
10 Stunden her

na immerhin Haft in Österreich – in Deutschland gäbe es verständnisvolle RichterInnen , der Täter wär schwer traumatisiert und psychisch krank. Käme in eine psychiatrische Anstalt in der sich einen Heerschar an Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen intensiv um ihn „kümmern“.

PaulKehl
9 Stunden her
Antworten an  humerd

Der Täter würde sich nur mit mazedonischem Pass auch in Österreich in der Psychiatrie vergnügen, unglücklicherweise ist er österreichischer Staatsbürger und unterliegt nicht dem UN-Migrationspakt. Danach soll bei Migranten die Freiheitsstrafe nur als allerletztes Mittel angewendet werden, wenn andere Mittel nicht greifen. Pech für Beran.

verblichene Rose
9 Stunden her
Antworten an  humerd

Und den Fans wird natürlich das gleiche Angebot gemacht… Ach nee, die Nachfrage nach Psychologischer Unterstützung hat ja auch so bereits zugenommen. Um die 3,5% bei einer Wartezeit auf einen Termin von etwa 25 Wochen. Und das ganz ohne Taylor-Konzert, oder Bombendrohungen. Oder ist das jetzt wegen solcher Konzerte und dem Terror? Zusammengerechnet sind das vom Kind bis zum Erwachsenen übrigens etwa 7,8 Millionen Menschen, die in Deutschland jedes Jahr aktiv psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen. Wobei die hoch gerechnete „Dunkelziffer“ nochmal etwa 10 Millionen Menschen dazu zählt. In Österreich sind die Zahlen denn auch nahezu identisch, lediglich wegen… Mehr

U.S.
6 Stunden her
Antworten an  humerd

In Deutschland ambulante Therapie auf freiwilliger Basis.