Labour greift nach den Pensionsfonds der Briten

Auch im UK der ganz große Raubzug auf das Geld der Bürger: Die britische Labour-Regierung treibt ein Gesetz voran, das ihr den Zugriff auf private Pensionsfonds geben soll. Ein Teil der Gelder soll künftig für Regierungspläne eingesetzt werden, so für „grüne“ Investitionen.

picture alliance / empics | House of Commons

Keir Starmer beantwortet die Prime Minister’s Questions (PMQ) zu oft mit Gegenfragen statt mit klaren Aussagen. Darauf hat den Premier nun auch der Speaker des Unterhauses, Sir Lindsay Hoyle, hingewiesen, was Starmer nicht gefiel. Allgemein wird festgestellt, dass Starmer weniger Antworten als Fragen zu Großbritannien hat, egal ob es um das Sozialsystem, die Migration, die Verteidigung oder das Gesundheitssystem geht.

Nur eine Antwort kennt man in der Labour-Partei ganz genau: Das Geld reicht nicht. Genauer: Das öffentlich abgeführte Geld der Bürger reicht UNS nicht. Es kann niemals genug sein, niemals zu viel. Zu wenig, das geht allerdings, und deshalb wollen auch die britischen Sozialdemokraten nicht von der bestehenden Steuerlast lassen.

Das reicht aber nicht. Infrastruktur – gerade auch die grünfarbige – will finanziert sein, wenn nicht aus Steuern, dann aus anderen Töpfen. Und so will sich Schatzkanzlerin Rachel Reeves nun Prokura für die privaten Pensionsfonds der Briten geben lassen. Eigentlich hatte das Oberhaus die Maßnahme vor einem Monat abgelehnt. Aber jetzt gab es eine Mehrheit für einen leicht abgeschwächten Vorschlag, den Pension Schemes Bill, im Unterhaus. Kein Wunder, Labour erfreut sich dort ja noch einer übergroßen Mehrheit.

Nach dem nun beschlossenen Text hätte die Regierung die Macht, über die Rentenfonds zu bestimmen. Das würde bedeuten, dass nicht mehr Experten und eingesetzte Treuhänder über anstehende Investitionen bestimmen, sondern Politiker. So könnten Regierungsminister die Fonds ganz bequem dazu nutzen, um eigene Politikentscheidungen – und Politik-Fehler – finanziell zu unterfüttern. Das Geld der Rentensparer könnte nach Regierungsgusto angelegt und damit zweckentfremdet werden. Es geht um 400 Milliarden Pfund. Die konservative Abgeordnete Katie Lam sprach von einem „schockierenden Griff nach Macht“, der „vollkommen unvertretbar“ sei. Schatten-Schatzkanzlerin Mel Stride (auch Tories) sagte, Reeves wolle die Pensionsfonds als „Rettungspaket“ nutzen – sozusagen eine britische Version des Sondervermögens.

Etliche Steuererhöhungen haben Reeves nicht gereicht

Und dabei hat Reeves bisher schon Steuererhöhungen in zweistelliger Milliardenhöhe durchgeführt. Das ging von einer kräftigen Erhöhung der Kapitalgewinnsteuer bis zur Erbsteuer auf Bauernhöfe, nicht zu vergessen die Erhöhung der Fluggaststeuer um 50 Prozent, höhere Mehrwertsteuer auf Privatschulgebühren, erweiterte Immobiliensteuer, Tabaksteuer, Online-Wettsteuer usw. usf. Es ist, als wollte Reeves wohlhabende Bürger mit Gewalt aus dem Land treiben, während sie den kleinen „Mann auf der Straße“ bei seinen kleinen Lastern und täglichen Bedürfnissen melkt.

Insgesamt sind solche Versuche, an Geld zu kommen, nicht neu. Seit Jahren haben verschiedene Regierungen versucht, sich die Pensionsfonds unter den Nagel zu reißen. Damit sollen, so wird vermutet, vor allem Regierungspläne wie die Förderung grüner Energien finanziert werden. Aber das kann sehr schnell im Widerspruch zu den Interessen der Rentensparer stehen, etwa wenn die Renditen dort geringer sind als anderswo oder ganz ausfallen. Das bleibt nur der tugendhafte Rest der Investition in „Net Zero“. Die Rentensparer interessiert aber eigentlich nicht, ob ihre Ersparnisse in besonders „moralischen“ Bereichen angelegt werden. Sie sind darauf angewiesen, Rendite zu erzielen. Und nichts ist schlecht daran. Es geht um ein Alter in Würde.

Der Telegraph spricht von „gefährlichen neuen Befugnissen“, zu denen sich Reeves durch den Parlamentsbeschluss ermächtigt hat. Der Pension Schemes Bill geht nächste Woche zurück ans Oberhaus, das wohl nur noch einige Details ändern kann.

Neuer Druck auf Starmer durch Mandelson-Affäre

Derweil kommt Keir Starmer erneut unter Druck wegen der Affäre Mandelson, jenes hohen Regierungsbeamten und zuletzt britischen Botschafters in Washington, der über seine enge Beziehung zu Jeffrey Epstein zu Fall kam. Nun verdichtet sich der Eindruck, dass Starmer sogar das Parlament in der Sache belogen hat, als er sagte, der Berufungsprozess sei korrekt gelaufen. Laut Nigel Farage (Reform UK) hat Starmer „offensichtlich gelogen“ und „sollte zurücktreten“. Für Kemi Badenoch von den Konservativen hat er das Parlament immerhin „in die Irre geführt“. Der Premier müsse dafür „die Verantwortung übernehmen“.

Kern der neuen Enthüllungen: Es wurden Dokumente vor dem Parlament verheimlicht, aus denen hervorgeht, dass Mandelson die Prüfung durch die Labour-Regierung eigentlich nicht bestanden hatte. Also das Gegenteil von Starmers älterer Aussage. Laut Starmer ist allein das Außenministerium schuld an dem Versagen. Er selbst habe nichts gewusst. So wird man ganz langsam Olaf Scholz. Man wird sehen, wie lange diese Fassade hält. Sicher ist, dass die britische Politik der „klassischen“ Parteien immer mehr einer abschüssigen Bahn ähnelt, die am Ende in einen Abgrund stürzen wird.

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Kommentare ( 23 )

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Orlando M.
27 Minuten her

Wenn der eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten wagt, um sich um die Antwort zu drücken, dann sollte jemand oder mehrere im Parlament jedes mal kräftig in eine Luftrüsseltröte blasen. Das wird der nicht lange aushalten.

Helfen.heilen.80
1 Stunde her

Als die Tories dran waren, regte sich die Öffentlichkeit über die Ruanda-Lösung der Cameron-Regierung auf, obwohl es innenpolitisch schon unruhig wurde. Pro-EU-Kampagnen eroberten das Land, die den Bürgern einredeten, der Austritt aus der Eurozone sei falsch gewesen. Es bleibt mir ein Rätsel warum die Engländer dachten, durch die Wahl von Labour würde irgendetwas „besser“ werden, oder sie würden etwas bekommen, was ihnen die Tories vorenthalten hätten. Oder gar, die Einführung des Euros wäre eine gute Idee (!!) War doch klar, dass die Rückkehr zur roten Agenda Sinne von Tony Blair folgen würde „noch schneller – noch mehr vom dem was… Mehr

Axel Fachtan
1 Stunde her

Je früher die Wahlen, desto besser.
Je früher Reform UK und andere an die Macht kommen,
je eher wird sich etwas bessern.

bfwied
1 Stunde her

Es sind Linke! Erwartet wirklich jemand eine sinnvolle und respektvolle Politik?
So etwas gab es noch nie in der Geschichte der Sozialisten, und trotzdem kommt immer wieder in unschöner Regelmäßigkeit die linke neidvolle und naive Unvernunft ans Ruder!

Haba Orwell
2 Stunden her

> nicht zu vergessen die Erhöhung der Fluggaststeuer um 50 Prozent

Danach habe ich gegoogelt und bei Gelegenheit gefunden: >>>Neue 32-Pfund-Gebühr an britischen Airports: Preissteigerung für beliebte Flüge nach Spanien und Griechenland – CHIP<<<

> „… In Deutschland geht es aktuell in die andere Richtung. Die Abgabe auf Flugtickets von deutschen Flughäfen wird ab Juli gesenkt. Ob Flüge dadurch günstiger werden, bleibt ungewiss. Die Regierung hat nämlich keine Möglichkeit, die Fluggesellschaften dazu zu zwingen, die geringere Steuer an die Kunden weiterzureichen. …“

Steigender Kerosin-Preis macht leider Flüge teurer.

hoho
2 Stunden her

Ich denke der Krieg, die in GB auch fortgeschrittene Energiewende und die Massenmigration kommen zusammen und das kann das Land nicht aushalten. Dazu hat GB seit Zeiten des Imperiums ihre Industrie fast komplett verloren, einzige Erfolg ist Finanzsektor in London was aber keine große Vorteile für den Rest des Landes bringt. Bei der Zerstörung der Industrie sind wir auch gerade dabei. Für die Leute die das alles neutral diskutieren können, wäre vlt eine Frage interessant: ist das ein geplanter Abbruch oder ein Ergebnis des Todeskultes? Alles andere würde ja die Leute dazu führen, dass sie ihre gescheiterte Programme stoppen und… Mehr

Chrisamar
1 Stunde her
Antworten an  hoho

Die Gemeinsamkeit ist der WEF. Auch Keir Stamer ist ein Young Global Leader.

maik litoris
59 Minuten her
Antworten an  Chrisamar

Was dieser Typus gemein hat ist, dass er evtl global ist, aber nicht sehr jung und überhaupt kein Anführer. Keiner von denen. Bärbock, Trudeau, der Franzose der immer Prügel von seiner Omi bekommt und alle Anderen…

Helfen.heilen.80
58 Minuten her
Antworten an  hoho

Manch zynischer Geist könnte schon einen Nutzen sehen, in Menschenmassen, die arbeitslos geworden sind und um ihr Haus bangen müssen. Menschen in einem derartigen Zustand sollen ja psychologisch gesehen „für vieles zu haben sein, grade für das Konstrukt eines Sündenbocks“. Das wäre aber schon eine sehr finstere Phantasterei, denn es würde entsprechend abgrundtief veranlagte „Puppenspieler“ voraussetzen, deshalb halte ich eine solche These zwar für beliebt eher für eine Kopfgeburt aus kruden Gruselmärchen. Die plausibelste Erklärung liegt m.E. darin, dass die bisherige US-Administration „bis Biden“ die gleiche Wellenlänge hatte wie die aktuellen Administrationen in Europa. Die Trump-Administration hat m.E. eine davon… Mehr

WGreuer
2 Stunden her

Es dürfte auch interessant werden, wie die Engländer selber auf dieses Gesetz reagieren. Ich kenne die UK-Gesetze da nicht, aber ich persönlich würde einen Teufel tun und meine Sauer verdiente Rente in die Hände von Politikern legen, es sei denn ich würde per Gesetz gezwungen.

thinkSelf
2 Stunden her

Gähn. Nullmeldung. Auch hier wird lediglich geliefert wie über Jahrzehnte herbeigebettelt.

MartinKienzle
2 Stunden her

Auch in Großbritannien ist die sogenannte „Elite“ dahingehend aktiv, dass sie danach strebt, die ethnischen Briten, die weiße Rasse zu vernichten (https://archive.org/stream/Rabbi-Rabinovich-Rede-zur-Ausrottung-der-Weissen/Rabbi-Rabinovich-Rede-zur-Ausrottung-der-Wei%C3%9Fen_djvu.txt), indem sie unter anderem mit deren betrügerischen Geldsystem (Geld per Knopfdruck ohne Gegenwert) das britische Volksvermögen okkupiert, das inzwischen dermaßen dilettantisch umgesetzt wird, sodass man sich vor jenem Hintergrund über den Langmut der weißen Rasse gegenüber der sogenannten „Elite“ verwundert die Augen reibt!

Teiresias
2 Stunden her

Letzten Endes wird es um Kriegsfinanzierung gehen.
Der Gutmenschenkram wird m.E. nur vorgeschoben, um Zugriff zu erhalten, und dann wird das Geld für den Krieg umgewidmet.

Wir hatten ja auch mal einen Regierungschef, der die Rentenkassen geplündert hat für die Rüstung.
Ging nicht gut aus.
Danach bekamen wir das umlagefinanzierte Rentensystem, so daß in Deutschland kein Batzen Geld herumlliegen kann, mit dem man aufrüsten könnte.
Deshalb haben wir auch einen Staatsfond wie Norwegen.