Jetzt reden wieder alle von „Einzelfällen“. Die Straßenschlachten von Frankfurt und Berlin zeigen aber: Unsere Art zu Leben soll zerstört werden. Die Polizei gerät zwischen die Fronten - und soll dafür die Knochen hinhalten?
picture alliance/dpa | Thomas Banneyer
Ferndiagnosen sind die Spezialität von Politikern wie Rupert Polenz, neugebackener Bundesverdientkreuzträger und Sudel-Twitterer. Auch Norbert Röttgen ist dabei, Typ Merkels liebster Schwiegersohn. Er diagnostiziert aus der Ferne: „Es sind Einzeltäter, immer Einzeltäter“.
Straßenschlachten mit Einzeltätern
Bei den Straßenschlachten soll es sich nur um Einzelfälle handeln. Und natürlich folgt der Chor der grünen Minnesänger in Medien und Politik. Wer die Herkunft der Täter benennt, ist mindestens Rassist.
SPD-Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Natalie Pawlik, Säulenheilige linker NGOs: „Solche Gewaltausschreitungen immer gleich migrantischen Milieus zuzuschreiben, ist zu einfach“. Sollten die Ermittlungen eine besondere Beteiligung bestimmter Gruppen ergeben, müsse man über die Ursachen sprechen, so Pawlik und setzt einen anderen – für die SPD wohl typischen – Schwerpunkt: „Dabei dürfen auch schwierige Fragen nach fehlenden Perspektiven, Ausgrenzungserfahrungen oder möglichen Integrationsproblemen nicht ausgeklammert werden“, sagte sie. Es gehe hier aber um die Frage nach dem Warum, nicht nach der Herkunft. Täter seien zunächst Täter.
Wie niedlich. Ich bin dabei gewesen. Zunächst bei der Demonstration, dann bei den Krawallen, die in der Demonstration ihren Anfang gefunden haben.
Dann halten wir mal fest: Der Demonstrationszug wurde von einem Lieferwagen der Gen-Z angeführt, in dem verschleierte arabische junge Frauen und ein arabischer Junge mit Palästinenser-Feudel die Menge anheizten. „Glaubt den Juden nicht mehr!“, brüllt ein schwarzer Rapper. Vom Führungswagen der Demonstration aus. Alles Einzelfälle? Die Herren Röttgen und Pistorius waren nicht dabei.
„Streik in der Schule, Streik in der Fabrik, wir machen eure Politik nicht mehr mit“. Es läßt sich eben leichter in Frankfurt leben und dagegen sein; Syrien ist unzumutbar. Für die neue Migranten-Generationen ist Deutschland ein Spielplatz, der kein Eintrittsgeld verlangt – aber via Grundsicherung ein leistungsloses Einkommen garantiert. Sie wollen Spaß. Den haben sie. Der Staat soll mehr für Bildung unternehmen, das ist nur die nach außen getragene Rechtfertigung, abgeschaut von der Tagesschau, die dergleichen aus Paris berichtet, um von der brutalen Realität der Krawalle abzulenken.
Brav humpeln die Omas gegen Rechts mit der Antifa
Die meist älteren Demonstranten waren brav, Omas gegen Rechts humpelten mit. Die Forderungen der Demonstranten waren, nun ja: divers: Der eine wollte mehr EU, der nächste keine Chatkontrolle der EU. Keine Wehrpflicht für Niemand! Keine Einberufung! Groß fällt die Kriegsbegeisterung auch unter Nicht-Demonstranten nicht aus. „Merz muß weg“ und „Neuwahlen sofort“ waren gängige Parolen. Ja, irgendwie mehr für Bildung. Wer kann da schon dagegen sein. Nun beinhaltet Bildung auch eine Holschuld: Bildung erfordert Mithilfe der Eltern, Disziplin und Lerneifer der Schüler. Respekt ist im Klassenzimmer keine SPD-Floskel, sondern Leerstelle, Bildungsferne ist Alltag. Mehr Lehrer gegen Lernunwillige? Aber um pädagogische Rezepte geht es nicht wirklich.
Inszenierter und orchestrierter Krawall
So geht das hin und her – Böller, Flaschen, Steine knallen auf Polizisten und zunehmend die wenigen, nicht verbarrikadierten Schaufenster. Vor anderen Geschäften stehen ein halbes dutzend Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen. Aber bei Snipers haben sie das gerundete Eckschaufenster nicht mit Sperrholz gesichert. Immer mehr schwarz gekleidetes, nur teils vermummtes Volk strömt hin. Es knallt gegen das Glas an der Rundung. Die Polizei riegelt die Zeil ab, aber von den Nebenstraßen und Gassen strömen neue Jugendliche dazu. Jetzt tauchen wie schwarzgekleideten Einpeitscher wieder auf. Der Krawall ist inszeniert und wird orchestriert. Die Antifa-Schläger geben die Richtung vor: Snipers ist das Ziel, ein Shop für bei Jugendlichen begehrte Sneaker. Schnell zeigt sich die Wertigkeit von Marken. Galeria Kaufhof sowie Peek & Cloppenburg bleiben weitgehend unangetastet. Apple widersteht den Massen-Angriffen mit robustem Sicherheitsglas, ein Waffengeschäft ohne passive Schutzeinrichtung wird gecrashed. Die Lage gerät zunehmend außer Kontrolle. Die Polizei traut sich nur in großen Einheiten nach vorne. Der Polizeipräsident wird erklären, dass es zu wenig Einsatzkräfte gibt und deren eigene Sicherheit Vorrang hat. Eine vorsichtig taktierende Polizei ist notwendigerweise unterlegen gegen die Sprinter mit Gesichtsmaske.
Es beginnt das häßliche Spiel: Polizisten in ihren modernen, trotzdem schweren gesicherten Monturen stürzen sich auf zurückweichende Menschenketten. Aus der zweiten Reihe hagelt es Flaschen. Die Polizei versucht per Video zu dokumentieren. Es ist dieses Hin- und Hergeschiebe von Menschenkörpern, ein archaischer Kampf, der eher an urzeitliche Kriege erinnert, noch ohne Speere und Schwerter, aber Mann gegen Mann. Wobei viele Frauen unter den Polizisten sind, aber nicht unter den Extremisten.
Die Knochen hinhalten als Dienstpflicht
Sind Polizisten wirklich die Prügelknaben, die ihre Knochen hinhalten müssen, dass erlebnisorientierte Bürschchen ihre Rauflust austoben können? Dahinter die schwarzen Organisatoren in Antifa-Kluft, die weitere Jugendliche herbeirufen. Die Greifer-Kommandos der Polizei haben kaum eine Chance, einen Gegner zu packen: Zu schnell, zu beweglich ist die Masse, und zu schnell verlagern sich die Schwerpunkte. Jetzt ist das Schaufenster von Snipers zu Bruch gegangen. Es beginnt die Plünderung sämtlicher linker Schuhe aus den Auslagen und Präsentationen. Waren diese Jugendliche noch nie in einem Schuhgeschäft? Was macht man mit drei linken Schuhe Größe 43? Die Polizei wird jetzt gröber, Stöcke kommen zum Einsatz, aber in dieser Form von Straßenkampf sind sie den Massen von gemeinsam agierenden Einzeltätern unterlegen. Politisch aufgeladen sind nur die Drahtzieher im Hintergrund. Um’s Klauen geht es, um Spaß und Randale an einem langweiligen Samstagabend in der Einkaufsstraße.
Polizisten als Prügelknaben
Es sind die Bilder, wie man sie auch aus anderen Städten kennte: Polizisten werden als Prügelknaben verheizt, als Watschenmänner, wie man in Bayern sagt. Die Zahlen bestätigen es.
Etwa die Hälfte der 55 Verdächtigen keine deutsche Staatsangehörigkeit; von der anderen Hälfte habe wiederum etwa die Hälfte eine weitere Staatsangehörigkeit. Damit haben rechnerisch rund drei Viertel auch eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Polizei nannte die konkreten weiteren Staatsangehörigkeiten nicht.
In Untersuchungshaft sitzt ein 18-jähriger Syrer, dem vorgeworfen wird, bei einem Einbruch in das Waffengeschäft an der Berliner Straße eine Waffe gestohlen zu haben. Für die übrigen 53 Festgenommenen ist keine Untersuchungshaft bekannt; sie dürften nach den polizeilichen Maßnahmen freigelassen worden sein. Mehrere Jugendlich mit „Diebesgut“ aus Geschäften der Zeil wurden am S-Bahnhof in Hanau aufgegriffen und zu ihren Eltern gebracht. Die Polizei ist ein Taxi-Dienst für Vorort-Kinder.
Jetzt ist sie in der Defensive. Der Schlachtruf der Linken wie Grünen „All Cops are Bastards“ – ACAB, wird in der Berlin zur Koalitionsleitlinie. Die Benennung der Herkunft der Täter wird dem neuen hessischen Innenminister Roman Poseck als Rassismus ausgelegt. Neu: Der läßt sich nicht einschüchtern.
Poseck hat allerdings genügend zu tun, die Polizei wieder einsatzbereit zu machen und ihr gebrochenes Selbstbewusstsein aufzurichten. In Frankfurt wurden nach drastischen Chats dutzende Polizisten vom Dienst suspendiert.
Das Sondereinsatzkommando, das auch indessen nicht mit seinen Sturmgewehren gerufen werden mußte, wurde faktisch aufgelöst. Es war von Poseck-Vorgänger Beuth im Zusammenspiel mit Mainstream-Medien in unfaßbarer Weise als Nazi-Einheit verleumdet worden. Gerichtliche Überprüfungen konnten die Vorwürfe nicht bestätigen. Das verunsichert Polizisten.
Gegen die von Antifa angeführten Banden jugendlicher Migranten sind sie jetzt: Hilflos. In Berlin: Die Trottel vom Dienst. Ein Staat zerfällt.







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