Acht CDU-Ministerpräsidenten wollen Geschlossenheit demonstrieren und legen dann ein Papier des politischen Bankrotts vor. Kein erkennbarer Kurs, keine Antwort auf den Absturz und kein Ausweg aus der Brandmauer-Falle. Was als Lebenszeichen gedacht war, liest sich wie der Nachruf einer Partei, die ihren eigenen Niedergang nicht begreift.
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„Neun kleine MPs haben ein Brief geschrieben/der eine hat nicht mitgemacht/ da warn es nur noch acht,/acht kleine MPs haben ein Brief geschrieben/der eine wurde abgewählt, da waren es nur noch sieben.“
Das Statement der Ministerpräsidenten, das sie veröffentlichten, liest sich wie ein Kondolenzschreiben über das eigene Ableben, es hat die Aktualität der Worte von Egon Krenz am 18. Oktober 1989: „Die Partei hat die Wende eingeleitet.“ Nichtssagende Sätze, Phrasen, ein verdrucktes Es-gibt-uns-doch-auch-noch. Das Statement wirft mehr Fragen auf, als es Antworten erteilt. Unklar ist, aus welchem Grund die Ministerpräsidenten, aus welchem Anlass sie sich äußern, vor allem, wer der Adressat des Statements ist, wen sie mit dem mehrfach gedroschenen Stroh erreichen wollen. Eine Solidaritätsadresse, wie im Statement politische Gala- oder Bunte-Journalisten, die sich gern Hauptstadtjournalisten nennen, an den Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz sehen wollen, ist das Statement nicht, denn Merz wird nicht mit Namen genannt. Zwar wollen sie gemeinsam mit dem Bundeskanzler ihren Beitrag leisten, doch wer der Bundeskanzler ist, sein wird, bleibt offen. Klar ist aber, dass es sich nicht um eine Diskussion innerhalb der Union, sondern nur innerhalb der CDU handelt. Markus Söder hat nicht unterschrieben.
Während Wüst nach einer Kommission ruft, die das Verbostverfahren gegen die AfD vorbereiten soll, schreibt Rhein über die AfD: „Die Mitte hat die Verantwortung, sie mit den Mitteln der Demokratie zu schlagen.“ Mit den Mitteln der Demokratie, nicht mit Gericht und Verfassungsschutz, sondern in Wahlen. Doch auch Rhein lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, denn auch er will „schlagen“, anstatt dort zusammenarbeiten, wo man zusammenarbeiten muss.
So beginnt das absurde Statement der Ministerpräsidenten mit der semantischen Null-Aussage, der Phrase: „Das politische Deutschland braucht jetzt mehr denn je Stabilität. In dieser Lage kommt es jetzt auf die Geschlossenheit, die Tatkraft und einen klaren Kurs der deutschen Christdemokratie an.“
Doch wie dieser klare Kurs der deutschen Christdemokratie aussehen soll, ist der deutschen Christdemokratie höchst unklar. Stattdessen spürt man, dass der Schreck von Magdeburg ihnen im Nacken sitzt und der Schreck von Schwerin vor ihnen steht. Mehr als drei Grundüberzeugungen jedoch vermögen die wackeren Ministerpräsidenten nicht zu formulieren – und die haben den geistigen Gehalt, um einen der Ministerpräsidenten, nämlich Mario Voigt, der lieber nicht mehr mit dem Doktor-Titel unterschreibt, zu zitieren, dass man den Kaffee nicht mit Salz trinkt.
Trotz Rheins Einwände bleiben die Ministerpräsidenten dabei, „mit allen demokratischen Kräften“ zusammenzuarbeiten, also sich weiter hinter der Brandmauer zu verbarrikadieren. Wie Lenin sagen würde: einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Der lustigste Satz der Ministerpräsidenten hat schon SED-Niveau, Oktober 1989: „Der Weg zu neuem Vertrauen der Menschen in die Christdemokratie führt über das Zuhören und politisches Handeln, nicht über Personaldiskussionen.“ Wer sollte denn handeln und wer zuhören in der Christdemokratie, wenn nicht das Personal? Der Heilige Geist oder der Heilige Hein?
Stimmt, die Christdemokraten gehen die Probleme nicht nur an, sie vergrößern sie sogar. Sie hätten besser geschwiegen, als Phrase an Phrase, Ratlosigkeit an Ratlosigkeit zu reihen.
Historische Entwicklungen haben die Eigentümlichkeit, dass sie an einem bestimmten Punkt eine eigene Dynamik wie einen Sog entfalten. Für die CDU ist der Punkt erreicht, in dem die CDU-Granden die Entwicklung beeinflussen können. Sie sitzen zwar in einem Auto, aber mit Sommerreifen mitten im Winter auf einer Straße mit Spiegeleis.
Merkels Werk und Merzens Beitrag nähert sich der finalen Phase. Je stärker die CDU versucht, aus der Krise zu kommen, umso tiefer verstrickt sie sich in ihr. Man fühlt sich an das Schicksal der Democrazia Cristiana erinnert. Der Zerfall der CDU resultiert zwar nicht aus der Verstrickung in Korruptionsaffären, aber aus der Verstrickung der CDU mit den Rotgrünen, aus der Preisgabe der Mitte und den Gang nach links als neue Mitte zwischen Grünen und SPD. Was in der Bibel unter dem Begriff der babylonischen Gefangenschaft zu verstehen ist, heißt für die CDU Brandmauer-Gefangenschaft.
Vor allem unter Merz, Wüst und Günther, aber auch unter dem wendigen Söder, der davon plötzlich nichts mehr wissen möchte, hatte die Union auf jegliche politische Kampagnefähigkeit, auf jede strategische wie taktische Beweglichkeit verzichtet und sich erpressbar gemacht. Man muss schon jede Verbindung zur Wirklichkeit verloren haben, abgeschottet in den Partei- und Regierungszentralen von Karrieristen und Claqueuren umgeben sein, wenn man nicht einmal mitbekommt, wie sehr Handeln und Reden auseinandergehen, wie sehr von Reformen von früh bis spät in immer größeren und hohleren Worten gesprochen, gleichzeitig aber jede auch noch so kleine Reform verhindert wird.
Dass die Grünen ihr Ziel von 1998, nämlich 5 DM pro Liter Benzin, dank der Union im Jahr 2026 erreicht haben, dass die Errichtung einer hochsubventionierten Energie-Schattenwirtschaft nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die Union zerlegt, ist Teil des Niedergangs.
Die Ministerpräsidenten kondolieren sich in ihrem Statement.





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Mit Nibelungentreue und Papa Merz an der Spitze geht es zügig abwärts für die Union.
Das zeigt doch erneut, wie unfähig der ganze Haufe ist. Wenn die nicht einmal das richtig hinbekommen, die Auswirkungen bedenken können, wie sollen diese Unfähigen dann ein Land regieren; das welches die an den Rand des Abgrunds geritten haben, um der Merkel den Ar.. zu retten.
Aha,Baas und Dobrint legen Papier gegen Sozialmissbrauch vor..
Ach – was jahrelang rechtsradikale Forderungen waren ist jetzt salonfähig?
Nee, nach den Wahlen legt Baas in gewohnter Weise einen Gegenplan vor, und die CDU ist mal wieder der Schwanz, der mit dem Hund wackelt.
Eine interessante und hochspannende Karte von INSA für Bild. Da verfällt jeder CDU‑Politiker in Nazi-Wahn-Gelaber.
https://www.bild.de/politik/politikchef-zur-schock-blauen-karte-die-karte-die-den-kanzlersturz-verhindert-6aa944a5f578300cd045c840
So stellt in Krisenzeiten also ein Merz die Vertrauensfrage…
Die gleiche mediale Durchschlagskraft hätten wohl eine Solidaritätserklärung seiner Familie incl. Oma gehabt.
Der feuchteste Traum der linksgrünen Spinneria wird wahr, alles rechts vom linken Spezialdemokratenflügel zerlegt sich selbst und alles noch weiter rechts von den Selbstzerlegten wird verboten.
Willkommen in der Buntvolksrepublik Kubazuela. Geh ich mal bedingungsloses Bürgergeld beantragen
Interessant. In der Solidaritätadresse der ChristMP´s an den Kanzler kommt der Name Friedrich Merz nicht vor. Es kann also auch der Nachfolger gemeint sein. Darauf hingewiesen hat der Bundesvize der SPD, Alexander Schweitzer.
Was soll der ganze Schwachsinn überhaupt? Wird der Kanzler neuerdings von den Ministerpräsidenten gewählt? Oder sollte es eine Renaissance der unseligen Bund-Länder-Runden der „Kanzlerin“ sein? Und wenn nicht, muss man befürchten, endgültig in vergangenen Zeiten angelangt zu sein, als die Fürsten ihrem König die Treue schworen? Sozusagen die Ritter der Tafelrunde mit dem Rittervon der traurigen Gestalt an der Spitze.
Das sieht mir doch sehr nach der Handschrift von Merz aus. Er läßt es sich vor dem Treffen mit dem MPs schriftlich geben, dass sie hinter ihm stehen. Geht es noch dümmer? Die Unterschriften sind doch das Papier nicht wert auf dem sie gekritzelt wurden. Was Merz hier vorführt ist nicht führen sondern erpressen. Es ist schon beeindruckend wie er sich jeden Tag selbst ein kleines Stückchen mehr demontiert.