42 Prozent verschweigen, welchen alternativen Medien sie trauen

17 Prozent nennen bei INSA alternative Medien als vertrauenswürdig, 41 Prozent als nicht vertrauenswürdig. Aber 42 Prozent geben keine Antwort. Die Schweigespirale umfasst alle Medien wie auch die Pflichtantworten.

KI-generiert

Die Mehrheit ist unzufrieden mit der Bundesregierung und sorgt sich um die aktuelle wirtschaftliche Lage Deutschlands. INSA fragte, ob die tatsächliche Lage alles in allem besser oder schlechter ist als die von ihnen wahrgenommene Stimmung in der Bevölkerung. Etwa jeder Sechste (16 Prozent) findet, die Lage sei besser als die Stimmung. Gut jeder Dritte (34 Prozent) findet, die Lage sei wie die Stimmung und 42 Prozent glauben, die Lage sei (noch) schlechter. Westdeutsche (17 Prozent) und Befragte, die sich selbst politisch links der Mitte verorten (28 Prozent), sagen häufiger als Ostdeutsche (11 Prozent) und Befragte, die sich selbst in der Mitte (15 Prozent) oder rechts der Mitte verorten (11 Prozent), die Lage sei besser als die Stimmung.

Bei Wählergruppen sind es – nicht überraschend – vor allem Wähler der Grünen (35 Prozent), die die Lage besser als die Stimmung einschätzen – nicht etwa Union und SPD(!). Bei den Wählern der AfD (7 Prozent) und des BSW (8 Prozent) wird die Lage fast nie besser als die Stimmung eingestuft. 54 Prozent der BSW-Wähler und 65 Prozent der AfD-Wähler glauben, dass die Lage noch schlechter als die Stimmung ist.

Die Stimmung wird häufig so wahrgenommen wie in den Medien dargestellt. Deshalb fragte INSA nach der Vertrauenswürdigkeit der unterschiedlichen Medienangebote. Die Mehrheit (52 Prozent) schätzt Lokalzeitungen als vertrauenswürdig ein. Nur jeder Vierte (26 Prozent) meint, Lokalzeitungen seien nicht vertrauenswürdig. Öffentlich-rechtliche Medien gelten für 47 Prozent als vertrauenswürdig und für 35 Prozent als nicht vertrauenswürdig. Leitmedien wie Spiegel, Zeit, FAZ, Süddeutsche etc. gelten für 44 Prozent als vertrauenswürdig und für 32 Prozent als nicht vertrauenswürdig. Private Radiosender gelten bei 37 Prozent der Befragten als vertrauenswürdig und bei 31 Prozent als nicht vertrauenswürdig.

Schweigespirale 

Am schlechtesten scheinen alternative oder neue Medien wie Tichys Einblick, Apollo, Nius etc. abzuschneiden. 17 Prozent nennen sie als vertrauenswürdig, 41 Prozent als nicht vertrauenswürdig. Aber weit mehr fällt auf: 42 Prozent geben keine Antwort. Zur Zeit gibt es kein Medium und keine Medienart, die alleine eine überragende Vertrauenswürdigkeit besäßen.

INSA sollte ein anderes Mal nicht die Einschätzung der Befragten erbitten, sondern ihre Einschätzung, wie das ihrer Wahrnehmung nach die Leute in ihrem sozialen Umfeld sehen. Dann näherte sich das Bild der Wirklichkeit. Denn was man über sich selbst nicht zu sagen wagt, kann man die anderen sagen lassen.

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Kommentare ( 22 )

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Sonny
25 Tage her

Die Umfrage an sich ist nicht relevant, weil das Ergebnis niemals die echte Wirklichkeit abbilden würde.
Niemand kann doch mit Gewißheit sagen, ob er aufgrund seiner Antwort dann nicht womöglich auf der „Blacklist“ landet? Wenn man angerufen wird, ist man als Person auch leicht „verifizierbar“.
Also lieber lügen oder garnichts sagen. So ist das heutzutage in Deutschland.

Last edited 25 Tage her by Sonny
ThomasP1965
27 Tage her

Bei Meinungsmagazinen geht es nicht um trauen. Meinungen sind Interpretationen der Realität. Hier geht es darum, ob man eine Meinung teilt, weil man sie für logisch / einsichtig hält oder nicht, oder darum in der eigenen Meinung bestätigt zu werden. Man kann natürlich der Auffassung sein, dass die Faktenauswahl von Medien einem nicht reicht. Hier muss man sich bewußt machen, dass es Informationen unendlich viele gibt. Eine der wichtigsten Aufgaben der Medien ist daher auswählen und priorisieren. Darin liegt Arbeit – Recherche. Natürlich spielt hier auch Meinung über die Wichtigkeit eine Rolle, bzw. die Kenntnis, was die eigenen Leser/Konsumenten interessiert.… Mehr

Dundee
27 Tage her

Da werden Prozente genannt zu wirklich komischen Fragen. Zum Schuss kommt dann die Wiederholung der Überschrift, dass 42% KEINE AUSSAGE machen. Also fast die Hälfte. Diese Prozentzahl führt jede andere genannte Prozentzahl zu den komischen Fragen vollends ad absurdum.

Ein Bericht ohne dass er etwas berichtet. Danke für nichts.

joly
27 Tage her
Antworten an  Fritz Goergen

Herr Görgen: Wir haben ein Problem.
Es ist viel einfacher ARD und ZDF zu konsumieren, als sich in alternativen Medien suchend durch ein riesiges Angebot zu quälen. Es fehlt so etwas wie ein Platzhirsch oder eine Art Triumvirat der Alternativen. Ein einzelner arbeitender Mensch hat schlicht nicht die Zeit sorgfältig und lange zu recherchieren. Ich selbst habe erst nach der Verrentung die Zeit mich umfangreich zu informieren.

Bronstein
27 Tage her

Bei einer Gruppenreise kaufte ein Mitreisender die „Alpenprawda“, die er auch so nannte. Gekauft wurde die Zeitung als einzige Informationsquelle in einem entfernten Land. Es gab keine positive Äußerung über das Blatt. Die meisten Deutschen lesen die SZ nicht, nicht ein Mal in Bayern. Die 20% Grünen in Süddeutschland mögen sie aber vermutlich. Mein Vertrauen in die Medien ist sehr gering. Ich informiere mich ausschließlich online. Bevorzugt aus Originalquellen.

fluffy_bird
27 Tage her

Ein großer Teil der Befragten schätzt also lokale Zeitungen als vertrauenswürdige Quellen ein. Nun weiß ich nicht, ob das eine tatsächlich so empfundene Meinung ist, die hier wiedergegeben ist, oder ob es einfach nur eine mechanische Antwort ohne jedes Wissen ist. Das müsste man die Befragten befragen. Die allermeisten Lokalzeitungen in Deutschland gehören irgendwelchen großen Verlagen. Viele davon letztlich der SPD. Über ihre Holding. Man hat es also in den meisten Fällen mitnichten mit unabhängigem lokalen Journalismus zu tun. Nichts könnte weiter entfernt von der Wahrheit sein. Was daran vertrauenswürdig sein soll oder auch nur kann, hätte ich einige der… Mehr

Karina Gleiss
27 Tage her

Doppeldenk: nie war es so wertvoll wie heute, im besten Deutschland aller Zeiten, eingebettet in den speziellen Wertekanon des Westens.
Darüberhinaus kann man wohl mit Fug und Recht annehmen: wer sich noch immer ausschließlich beim ÖRR und gewissen Druckerzeugnissen informiert, bei dem ist Hopfen und Malz verloren.

Last edited 27 Tage her by Karina Gleiss
Maja Schneider
27 Tage her

Ein eher deprimierendes Ergebnis!!

imapact
27 Tage her

Ohne mich nun allzu sehr in Statistik zu verlieren: ich denke, die einfachste Faustregel ist, daß AfD -affine Wähler sich vorwiegend über alternative Medien informieren, der Rest gar nicht oder selten. Allerdings hätte ich für die drei „Flaggschiffe“ „Tichys Einblick“, „Apollo-News“ und „Nius“ deutlich höhere Werte erwartet oder wollten die Hälfte von deren Publikum sich nicht zu ihrem Medienverhalten bekennen?
Die lokalen Käseblatter sind auf offizieller Linie; werde vermutlich hauptsächlich gelesen, um sich über das Lokalgeschehen zu informieren. Das Medienverhalten spiegelt m.E. ziemlich genau die politische Polarisierung wieder.

a.bayer
27 Tage her

Die eigentlich interessante Frage – die INSA in diesem Zusammenhang allerdings nur schwerlich erheben konnte- wäre, wie viele aus der Gruppe der besagten 41 % überhaupt schon mal einen Beitrag der alternativen Medien gelesen oder gesehen haben.

Kassandra
27 Tage her
Antworten an  a.bayer

Ja. Ich erlebe oftmals starke Ablehnung – ohne dass gewusst wird, was sie da nicht in ihr Bewusstsein bringen wollen.
AgitProp wirkt – so wie gegen die Alternative halt auch gegen alternative Medien.

Lotus
27 Tage her

Das ZDF setzt momentan gerade neue Maßstäbe für den Begriff „Vertrauenswürdigkeit“. Allerdings erfahren viele von denjenigen, die immer noch den „Qualitätsmedien“ glauben, nichts davon. Das schärfste Schwert der Mainstreammedien ist das konsequente Verschweigen unliebsamer Meldungen und Wahrheiten.

Last edited 27 Tage her by Lotus