Eine linke Volkspartei gibt es nur im Stalinismus

Vom Linken-Parteitag bekommt man den Eindruck, dass es sich um eine Veranstaltung für Universitätsbesucher vor allem aus dem Westen handelt, denen endlich mal jemand zuhört. Der neue Co-Vorsitzende Pantisano will nicht nur Antifaschist sein, er will auch die arbeitende Klasse von der AfD zurückholen. Direkt an den Werkstoren in Salzgitter.

Bundesparteitag der Linkspartei, Potsdam, 20.06.2026

Jetzt will die Linke Volkspartei werden. Die Frage lautet nur, von welchem Volk? Über die Linke schreiben zu müssen, ist im Grunde ein Dekadenzphänomen. Die neue Stärke der Linkspartei rührt im Grunde daher, dass sie soziologisch inzwischen eine Westpartei ist. Finanziell abgesicherte Kinder aus dem Westen, die Ideologiefächer an den Universitäten belegen, dort die fünf Schlagworte lernen, mit denen man schnell und ganz doll aufgeregt inhaltsleere Reden wie Heidi Reichinnek halten kann, haben die Linke als Abenteuerspielplatz entdeckt, auf dem sie ganz doll wichtig sein können. Schaut man ins Plenum oder hört man sich die Reden zur 1. Tagung des 10. Parteitages der Linken an, bekommt man schnell den Eindruck, in die Veranstaltung einer Sekte oder von TikTok geraten zu sein.

Natürlich beginnt der Parteitag einer Partei neuen Typs mit dem Absingen der Internationale, wozu Parteivorsitzende Ines Schwerdtner keck das geballte Fäustchen reckt. So viel Lifestyle-Stalinismus muss schon sein.

Aber ganz ehrlich, die 1. Tagung des 10. Parteitages der Partei der Linken leistete in therapeutischer Hinsicht Großartiges für die vielen jungen Universitätsbesucher vornehmlich aus dem Westen. Ihnen hörte endlich mal jemand zu. Sie sagten zwar nichts Neues, neu war nur, dass sie es waren, die es sagten. Als Ostdeutscher allerdings kann man diese Westpartei nicht wählen, in der sich die Kinder von Studienräten, Gewerkschaftsfunktionären und Ärzten die Hörner abstoßen.

Werfen wir einen Blick ins Plenum. Ein Delegierter beantragte in der Emphase des Klassenkampfes, das geplante Public Viewing des Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinkünste abzusagen. Seine Begründung war wohlbegründet, geradezu von marxistischer Gesellschaftsanalyse durchdrungen: „Ich hasse die Fifa und Infantino ist ein Faschist.“ Wow, so viel Aufwertung der Bezeichnung „Faschist“ hat man den Linken gar nicht zugetraut. Als der Versammlungsleiter händeringend darum bat, sich nicht in Nebensächlichkeiten zu verzetteln, musste er sich eine harte Kritik einer sehr wichtigen Genossin, die beim Reden ständig auf ihr Handy schaute, als lese sie ihre kleine Rede ab, anhören: „Wie sagt man so schön, gib ihnen Brot und Spiele und sie werden nie revoltieren.“

Was die Genossin sicher nicht als panem et circenses des römischen Satirikers Juvenal kennt, sondern lediglich aus den „Tributen von Panem“ – populäre Kultur für Couchpotatoes erfüllt eben auch eine volksbildnerische Funktion. Energisch fuhr sie fort: „Das, was wir in den Antrag fordern ist ein Sperrminimum. Es geht nicht darum, Fußball zu verbieten oder die Fääähns zu bäschen, oder die Partei zu bäschen, es geht einfach dadrum, dass es ein politischer Ort ist unser Bundesparteitag. Und es ist wichtig, was für Signale von hier ausgehen. Und das ist für mich kein Kleinkram. Da finden … antifaschistische, antirassistische Sachen statt und es ist wichtig, dass wir das kritisch einordnen. Es geht nur um eine kritische Einordnung und dafür sollten wir uns die 5 Minuten Zeit nehmen.“

Wir raten dem neuen Parteivorsitzenden Luigi-die-CDU-macht-faschistische-Politik-Pantisano, wenn er an die Werkstore gehen und mit Arbeitern sprechen will, diese junge Genossin mitzunehmen, die den Arbeitern den Fußball richtig einordnet. Darauf warten sie schon in den Werkshallen.

Eine andere Delegierte rief ebenfalls zum Kampf gegen den Faschismus auf, denn sie hatte einmal ein Buch gelesen, sogar schon als Kind, das Tagebuch der Anne Frank. Beeindruckend der Mut, mit dem die Genossin verkündete, dass sie sich nach der Lektüre geschworen hat, niemals zu schweigen, wenn Unrecht geschieht. Hat sie eigentlich ihre Stimme erhoben, als junge Frauen von Migranten niedergemetzelt oder vor den Zug gestoßen worden sind? Wohl kaum, denn der „Flüchtling“ ist auch als Täter ein Opfer. Die Selbstgerechtigkeit, die Art und Weise, wie man sich gratismutig auf Kosten des Leides von Menschen erhabene Gefühle verschafft, ist eigentlich nur eine Neuauflage von Molières Tartuffe. Wenn die Genossin schon über Antisemitismus doziert, warum spricht sie dann nicht über den Antisemitismus in der Geschichte ihrer Partei, über den Antisemitismus in der Geschichte der SED? Bewegte die Genossin das Massaker vom 7. Oktober 2023 auch nur annähernd so sehr wie die Lektüre des Tagebuchs der Anne Frank? Hat sie sich da auch etwas geschworen? Hat sie den Genozid-Beschluss ihrer Partei abgelehnt oder ihn mitbeschlossen?

Eine Mersedeh Ghazaei, Kandidatin für den Parteivorstand der Linken, verkündet mit hochgeschobener stylisher Rote-Herzen-Sonnenbrille natürlich auch mit aufgeregter Stimme: „Die größten Verbrecher sitzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und kriminalisieren uns dafür, dass wir Widerstand gegen Genozid, Wehrdienst und den Abbau des Sozialstaates leisten.“

Eine andere Delegierte, auch im Schnellsprech- und Erregtsein-Modus-Wettbewerb mit Heidi Reichinnek, ereiferte sich so maßlos, dass man schon den Arzt rufen wollte: „Die AfD und ihre Politik sind der Feind, aber sie sind es nicht alleine. Die AfD ist das zwangsläufige Produkt von einem System, das inhärent faschistisch ist, ein System, was in der Krise ist. Es ist nicht unsere Aufgabe, dieses System zu erhalten oder zu schützen. Es ist unsere Aufgabe für ein besseres und ein gerechteres System zu kämpfen und das möchte ich mit euch gemeinsam tun.“ Die Bundesrepublik ist also ein inhärent faschistisches System, das zu beseitigen ist? So sprechen wohl nach Ansicht der Union Demokraten.

In ihrer großen Selbsterfahrungsgruppe in der Halle in Potsdam-Babelsberg, wo man bisweilen glauben könnte, Monty Python drehe einen Film, „Das Leben des Luigi“ beispielsweise, dürften sie langsam den Punkt der Hysterie erreicht haben, als patrouilliere auf den Straßen die SA. Pantisano halluzinierte voller Hass: „Die AfD, diese Faschisten, die immer mehr werden, müssen Angst haben vor einer Linken, die den Widerstand organisiert auf der Straße, in den Betrieben und in den Parlamenten.“

Pantisano bedankte sich auf seinen italienischen Migrationshintergrund anspielend: „Vielen Dank, dass Ihr diejenigen seid, die uns schützt und auf die ich mich verlassen kann, sollte die AfD jemals an die Macht geraten, weil wer abgeholt wird, bin ich, sind unsere Migras … und viele, viele andere, die leiden werden unter der AfD.“

Es wird Luigi Pantisano ganz sicher härter treffen, als er es sich in seinen schlimmsten Alpträumen vorzustellen vermag, denn niemand wird ihn abholen. Niemand! Warum auch? Er wird auch nicht vor einem Schläger oder einem Richter stehen, sondern nur vor seinem Spiegel und wenn er dann seinem Gegenüber in die Augen schaut, werden es seine Augen sein, in die er blickt.

Nichts wird ihm widerfahren, außer die Linke kommt an die Macht. Was die Kommunisten mit ihren Genossen in den „Säuberungen“ anstellten, das konnte man in den Moskauer Prozessen, den Schauprozessen in Sofia, Budapest und Prag sehen oder in den Prozessen in Ostberlin gegen Paulk Merker, Walter Janka, Gustav Just.

Doch für den Genossen Pantisano in dieser Halle ist vollkommen klar: „Die Politik dieser Bundesregierung ist das Aufbauprogramm dieser Faschisten.“ Der Arme leidet wohl unter Verfolgungswahn, überall sieht er Faschisten. Oben Faschisten, unten Faschisten, auf der Straße, im Bäckerladen, ja selbst im Brot haben sie sich versteckt, diese verfluchten Faschisten.

Und dann erzählt er den jungen Genossinnen und Genossen, dass ihm ein Kumpel aus Salzgitter sagte: „Salzgitter ist eine migrantische Arbeiterstadt und aktuell gewinnt hier immer nur die AfD.“
Doch keine Sorge, denn Luigi Pantisano hat beschlossen: „Ich will mit Euch gemeinsam die arbeitende Klasse für die Linke zurückgewinnen.“

Und dafür werden sie alle Luigi Pantisano ans Werkstor begleiten, der Genosse, der die Fifa hasst und Infantino für einen Faschisten hält, und deshalb Public Viewing ablehnt, die junge Genossin, die den Fußball eingeordnet wissen will in dem großen antifaschistischen und antirassistischen Kampf, die andere junge Genossin, die einmal ein Buch gelesen hat, oder die Genossin, die findet, dass die größten Verbrecher im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sitzen, weil sie es wagen, die Linke zu kritisieren. War schließlich unter der Regierung der SED auch nicht erlaubt, dass die Medien die Partei kritisieren.

Kaum können die Arbeiter es noch erwarten, in ihrer Mittagspause an das Werkstor zu eilen, um mit der jungen Genossin über die Inhärenz des Faschismus im System der Bundesrepublik zu diskutieren. Was wird doch aus dieser Linken durch den Faschistenschreck Luigi Pantisano für eine fabelhafte neue Arbeiter- oder Volks- oder was auch immer Partei.

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Kommentare ( 6 )

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Siggi
36 Minuten her

In jeder Gesellschaft, gibt es einen üblen Bodensatz. Das Problem, das wir haben, ist die Unterstützung, die Ausstattung und die Kumpanei der Politik und der Justiz mit diesen linksextremen Antisemiten.

Es reicht, deshalb AfD, für ein Leben in Würde.

RiverHH
42 Minuten her

Diese kommunistischen KPD-SED-Verbrechernachfolger widern mich an! 40 Jahre im Mitteldeutschland gewütet, Verbrechen begangen, das Land ruiniert und es gibt tatsächlich noch Landsleute, die solche unerträglichen Gestalten wählen!

Laurenz
44 Minuten her

Linke wollen uns knechten, aber nichts mit uns & unserem Land zu tun haben.

Jens Frisch
45 Minuten her

„Die Politik dieser Bundesregierung ist das Aufbauprogramm dieser Faschisten.“
Da der Jungstalinist zur Machtergreifung wahrscheinlich die 8-9 Prozent der „Spezialdemokraten“ brauchen wird, ein kurzes update:
Bei denen heißt das „Verschissmus“ – denn das haben sie bei allen Arbeitern, auch in Salzgitter.

Jens Frisch
49 Minuten her

„Sie sagten zwar nichts Neues, neu war nur, dass sie es waren, die es sagten.“
Ach, Karl Valentin kannte das alles schon vor 100 Jahren:
„Es ist zwar schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“
In diesem Sinne: Afuera!

Bernd Bueter
1 Stunde her

Es gibt keine für Menschen positive Entwicklungsmöglichkeit des Sozialismus Der Sozialismus greift stets drei grundlegende gesellschaftliche Institutionen an: Religion, Familie und Privateigentum. Die Religion, weil sie eine konkurrierende Autorität zum Staat bietet; die Familie, weil sie eine konkurrierende Loyalität zum Staat bedeutet; und das Eigentum, weil es materielle Unabhängigkeit vom Staat bedeutet.“ Linke Ideologie hat keinerlei konkrete und positive Definitionen der eigenen Nützlichkeit zu bieten. Linke Ideologie bietet wolkige Utopien, die in der Zukunft erreicht werden sollen und die zumeist aus einer Ansammlung von positiv bewerteten Versatzstücken bestehen, die keinerlei Verbindung zu Fragen von Machbarkeit und Sinn haben. “Der Sozialismus… Mehr