Nicht nur in Deutschland und Europa zerfallen traditionelle gesellschaftliche Strukturen, auch in den USA sind die Metropolen vom Verfall betroffen. Schuld daran ist nicht Donald Trump, wie linke Medien behaupten, sondern eine um sich greifende sozialistische Kommunal- und Regionalpolitik der Demokraten.
Foto: Olaf Opitz
Wer den Norden Amerikas vor gut zehn Jahren besucht hat, wird sich selbst in großen Metropolen an der Ost- oder Westküste weitgehend sicher und wohl gefühlt haben. Wir lassen hier mal berüchtigte Ausnahmen wie Los Angeles, Chicago oder lange Zeit New York außen vor.
Straßen und öffentliche Verkehrsmittel waren meist sauber. Sprayer und Schmierer gab es so gut wie keine. Selbst im gefährlichen Chicago kannten die L-Trains der Hoch- und Untergrundbahn (Chicago Elevated) kein Grafitti.
In Bostons U-Bahn sah man nicht mal Kratzer, sondern nur saubere Wände, Sitze und Bahnhöfe. San Francisco verbreitete noch den verwehenden Hauch von Flower-Power mit florierenden Geschäften, Restaurants und Straßen. Heute ist die demokratisch regierte Metropole im demokratischen Kalifornien, wie viele andere, dem Verfall freigegeben und höchst kriminell.
Das Bild des gesellschaftlichen Zerfalls von Städten setzt sich im Nordwesten der USA fort. Erlebten wir die prosperierende und schöne Metropole Seattle vor Jahrzehnten noch als besuchens- und lebenswerte City, bietet sie heute – trotz aufpolierter Kaianlagen und Promenaden am Stadthafen als Spielort der Fußball-WM 2026 Downtown – ein erschreckendes Bild.
Um gleich eines vorwegzustellen, dies ist kein Reisebericht von kurzen City-Hoppern. Wir fuhren in dreißig Tagen durch sechs Bundesstaaten im Nordwesten der USA (Washington, Idaho, Montana, Wyoming, Utah, Oregon) mit ihren Städten und Dörfern und legten rund 5.000 Meilen oder 8.000 Kilometer auf den Highways und Landstraßen zurück. Wir unterhielten uns mit vielen Einheimischen über die Lage im Land. Doch über Politik sprach kaum einer von sich aus, als ob man sich in die eigene private Nische zurückzieht.
Washington ist weit, my home is my castle. Seit Juni sind Ferien meist bis in den August hinein. Ganz Amerika scheint ein Freizeitpark zu sein, mit Wohnmobilen, Anhängern, Zelten und Cabins in den State-Parks mit Booten, beim Wandern und Fischen.
Hauptsache, die Pride-Flag der LGBTQ-Bewegung weht im Wind
Die Wirklichkeit in Städten wie Seattle bleibt derweil eine völlig andere. Weit über 18.000 Obdachlose (Homeless), oft drogensüchtig und auch kriminell, belagern rund um die Mainstreet den Stadtkern auf Bänken, an Straßenecken, in aufgebauten Zelten und in Parks.
Besonders auf ihre Parks ist die woke Innenstadtszene stolz, rundum wehen hier besonders viele Regenbogenfahnen (Pride-Flags) der linksgrünen LGBTQ-Bewegung. Dabei stehen Geschäfte und Restaurants leer, Straßenbeläge verrotten wie in Deutschland und Drogenkriminelle beherrschen die Innenstadt und ihre Grünflächen. Daran konnte nicht mal das kleine Aufputzprogramm für den World Cup 2026 etwas ändern, für den sich US-Amerikaner im Grunde erst mit dem 4:1-Sieg ihrer Boys im Auftaktspiel gegen Paraguay interessieren.
Ende Mai wusste mancher Barkeeper noch nicht mal, das Seattle mit seinem Lumen Field der Seahawks (NFL) ein Spielort ist. Werbetafeln und Fahnen baute die Stadt erst kurz vor dem 1. Juni auf. Auf dem SeaTac International Airport war Ende Mai kein Hinweis auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu sehen. In den Sportbars flimmerten da noch die Finals des NBA-Basketball und Eishockey Stanley-Cup oder der MLB im Baseball.
Wir hatten uns trotzdem auf eine schöne Stadtatmosphäre gefreut. Sicher sind die Einschienenbahn, vom deutschen ALLWEG-Konzern 1961 für die Weltausstellung von 1962 gebaut, zur 184 Meter hohen Space-Needle, dem berühmten Wahrzeichen Seattles immer noch ein Erlebnis. Genauso wie eine Hafenrundfahrt oder das Aquarium.
Aber der Besucher kann über den Schmutz auf den Straßen, verfallene Geschäfte und Gebäude kaum hinwegsehen. Und das fängt schon gleich hinter dem Touristenmekka am Pike Place Market an. Hier jagen mitten in der City die vielen drogenabhängigen und psychisch auffälligen Obdachlosen nicht nur abends, sondern auch am Tag Gästen wie Geschäftsleuten Angst ein. Beschaffungskriminalität mit Diebstahl, Überfällen und Autoaufbrüchen sind die Folge.

So fährt ihr Auto nach einer Nacht in Seattle. ©Foto: Olaf Opitz
Doch Seattles neue Bürgermeisterin Katie Wilson ist eine bekennende sozialistische Demokratin. Die 43-Jährige vertritt die linke Generation der Millennials ohne Auto. Sie war Mitgründerin der Transit Riders Union, einer linken Interessenvertretung, die sich für besseren Zugang zum öffentlichen Nahverkehr, stärkeren Mieterschutz und zusätzliche Wohnungsbauprogramme einsetzt. Sie könnte glatt auch bei Berliner Linken oder Grünen Stadtpolitik betreiben. Seit Jahrzehnten regieren Bürgermeister der Demokraten die Emerald-City an einer Bucht des Pazifiks. 1969 musste der letzte Republikaner als Stadtoberhaupt abtreten.
Lange ging vieles noch gut. Doch jetzt geht nichts mehr. Das Ergebnis linksdemokratischer Stadtpolitik: Seattles Gesamtkriminalitätsrate steigt rasant auf 5.782 Straftaten je 100.000 Einwohner. Damit liegt Seattle im landesweiten Vergleich der großen Metropolen in den oberen Rängen. Tendenz steigend.
Auch wir wurden gleich zu Beginn unseres Besuchs Opfer der Stadtpolitik. In der Hotel-Garage am Convention Center brachen Drogenkriminelle unseren Mietwagen auf. Sie fanden nur einen leeren Wanderrucksack, an dem Erinnerungen hingen, Plastikbecher, Küchentücher und ein Schweizer Messer für eine Ferienhütte. Oft schlagen Drogenkriminelle, ohne hinein zu sehen, einfach nur die hinteren schwarzen Fenster ein und fühlen am Boden, ob da etwas liegt. Auch leere Autos versuchen sie selbst in Wohngebieten zu plündern, wie uns ein Verkäufer erzählte, der gleich am ersten Tag, als er nach Seattle zog, sein Auto aufgebrochen vorfand.
Amerikanische Touristen, Geschäftsleute und Konferenzgäste teilen solche Autoeinbrüche offensichtlich in Serie mit uns. Am Wochenende zuvor wären gleich sechs Wagen in der Garage am Convention Center aufgebrochen worden, informierte uns ein hilfsbereiter älterer Hotelmitarbeiter. Er schob gleich hinterher: Die kriminellen drogensüchtigen Obdachlosen würden nicht nur geduldet, sondern durch die Stadtpolitik der sozialistischen Bürgermeisterin regelrecht angezogen.
Tja, der alte Mann gehört als schlecht bezahlter Pensionär noch zur arbeitenden Bevölkerung, während die nichtarbeitende die Straßen unsicher macht. Selbst zur Fußball-WM sollten die Homeless bleiben, so die Botschaft der sozialistischen Bürgermeisterin. Im Grunde ist dieser schlimme Zustandsbeweis nur konsequent.

Trauriger Alltag an der Nordwestküste ©Foto: Olaf Opitz
Obendrein hat die Polizei wie überall in linken Städten nicht mehr viel zu sagen. Seattles Polizei sei nur noch zu 50 Prozent besetzt. Wegen des vermeintlich schlechten Images und der Vorschriften mag kaum einer noch Cop sein, teilen uns Einheimische mit. Insofern kommt die Polizei bei vielen Delikten wie Autoaufbrüchen oder Einbrüchen und Streits auf der Straße gar nicht mehr.
Doch Seattle am Puget Sound des Pazifiks ist auch die Großstadt der Gegensätze und Superreichen, in deren Hafen Mark Zuckerbergs 300 Millionen US-Dollar teure Superyacht „Launchpad“ Ende Mai einlief und für Schlagzeilen sorgte, genau an dem Tag als sein Meta-Konzern 1.400 regionale Stellen abbaute. That’s life made in USA.
Hier genießen auch Milliardäre wie Bill Gates, Steve Ballmer (beide Microsoft) oder Amazons Jeff Bezos bis Ende 2023 und seine Ex-Frau MacKenzie Scott in exklusiven Vororten ihr Leben. Die milliardenschweren Philanthropen bekommen in ihren gesicherten Anwesen von der hohen Kriminalität auf Seattles Straßen und Plätzen nichts mit.
Großkonzerne wie Boeing, Starbucks, Microsoft, Nordstrom, Costco Wholesale und Amazon sind hier zu Hause. Kein Wunder, in Seattle und dem gesamten Bundesstaat Washington fällt keine klassische Einkommensteuer auf das reguläre Gehalt an.

Aber Pride-Flags überall in den woken Städten ©Foto: Olaf Opitz
Da kann man schon eine sozialistische Bürgermeisterin der Demokraten protegieren und die unhaltbaren Zustände durch drogensüchtige und kriminelle Obdachlose, vor allem im Stadtzentrum, hinnehmen. Denn in den edlen und gesicherten Vororten lebt die Elite wie in Hamburg nach dem Motto: Schöner wohnen, links wählen.
Doch wie sieht es in konservativen US-Städten aus? Sind sie immun gegen den Verfall? Eher nicht. Vor zwölf Jahren erlebten wir Salt Lake City, die Hauptstadt des bienenfleißigen Mormonenvolkes, als super sauber und sicher wie einst in Deutschland vor Jahrzehnten.
Und heute? Abfall und Schmutz auf der Mainstreet hoch zum Tempel der Mormonen. Der große IPhone-Store wird nachts im City-Center innen durch Sicherheitsmitarbeiter sichtbar bewacht. Das gab’s früher nicht. Einbrüche und Aufbrüche sind auch hier Alltag, obwohl die Cops noch Streife fahren und auch drogensüchtige Obdachlose beaufsichtigen – viel mehr auch nicht.
Wohl deswegen liegen Homeless unbehelligt im Kiesbett zwischen Straßen und Gehweg im Drogenrausch herum oder belagern die eigentlich schön gestalteten Haltestellen der Straßenbahn. Man getraut sich gar nicht, eine Fahrkarte am Automaten zu ziehen. Die Parks sind auch hier ihr Treffpunkt. Doch der Ansturm ist viel geringer als in Seattle oder Portland. Die Zahl der Obdachlosen sank hier dieses Jahr sogar leicht auf 4.500.
Dennoch – warum ist der Verfall auch in SLC zu sehen – an dessen Portal zum State Capitol rechts und links ein Bienenkorb aus Guss symbolisch für die Industrie und Stärke des Bundesstaates Utah steht? Wir fragen die Einheimischen, die erst auf Nachfrage die neuen Zustände zugeben und irgendwie resigniert wirken. Das sei eben nicht mehr zu ändern, also müsse man es hinnehmen.
Die schlimme Entwicklung in den Innenstädten hänge vor allem mit der Liberalisierung des Drogenkonsums bei Cannabis zusammen, aber auch mit Coronafolgen und Arbeitslosigkeit, lautet ihre Begründung. Die Welle sei von den Bundesstaaten an der Westküste wie Washington, Oregon und Kalifornien herüber geschwappt.
Selbst der republikanische Gouverneur von Utah hat sich gegen die sogenannte Liberalisierung von Cannabis nicht mehr gewehrt. Also der Regierungschef eines Mormonen-Staates, wo früher nicht einmal Alkohol in Gaststätten erlaubt war. Der Zerfall einer Gesellschaft schreitet offensichtlich auch in konservativen Bundesstaaten voran.
Auch in der Hauptstadt des konservativen Montana, in Helena, sind linke Milieus durch Universitäten und Colleges immer mehr sichtbar, während auf dem Land bei Farmern oder Unternehmen die Welt noch traditionell stimmt. Die Infrastruktur des nördlichen Bundesstaates ist gut in Schuss, der Straßenzustand oft besser als in Deutschland, die Raststätten mit ihren Toiletten sauber wie in einem guten Hotel, obwohl Montana in der Fläche größer als Deutschland ist und nur 1,14 Millionen Einwohner hat. Hier gilt noch Weite und Tradition.
Hoffnung gibt es noch in kleinen, wunderschönen Städten etwa von Idaho wie Coeur d’Alene oder Boise. Hier glänzt alles blitzsauber, Gäste wie Einheimische fühlen sich sicher. Nette Restaurants, Cafés und Brauereien laden zum Verweilen ein. In schönen Parks lungern kaum Obdachlose herum. Am traumhaften und großen Stadtsee von Coeur d’Alene mit seinen Booten und Marinas kann ein wohlsituierter Amerikaner den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.
Wie jüngere Bewohner von Seattle uns berichten, ziehen immer mehr Eltern ins noch konservative Idaho hinüber, weil die Kommunen dort sicher und sauber sind. Sie lösen also die Probleme durch Wegzug.

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