Nun ermittelt auch Österreichs Verfassungsschutz in der "Negerbrot"-Causa in Klagenfurt: Weil Peter Nimmervoll, der Betreiber der Konditorei Zehrer, die Erdnuss-Schoko nicht aus den Auslagen nehmen will, wurde ihm mit einem Brandanschlag gedroht.
picture alliance/KEYSTONE | Christian Beutler
Seit mehr als 260 Jahren backt die Konditorei Zehrer in der Kärntner Landeshauptstadt ihre Spezialitäten – darunter ist auch eine Schokoladenkreation, die seit einiger Zeit für emotionale Debatten sorgt. Es geht konkret um das sogenannte „Negerbrot“, eine Erdnuss-Schokolade.
Die Bäckerei am Alten Platz in Klagenfurt gilt als Institution: Seit der Gründung im Jahr 1763 hat sie Generationen von Kunden mit regionalen Backwaren versorgt. Doch der Name einer ihrer Bestseller – im Onlineshop prominent als „Bestseller“ beworben – sorgt bei Aktivisten für Empörung.
Kritiker sehen in der Bezeichnung mit dem „N-Wort“ eine rassistische Diskriminierung, die in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar sei. In Österreich kann die Verwendung solcher Begriffe unter Umständen als Beleidigung oder sogar Volksverhetzung gewertet werden.
Vor einigen Tagen eskalierten nun die Auseinandersetzungen: Unbekannte, die sich als „Widerstandskollektiv Klagenfurt/Celovec“ bezeichnen, beschmierten die Schaufenster mit pinker Kreidefarbe und brachten Protestplakate an. „Rassismus hat keinen Platz in Klagenfurt – weder im Regal noch im Diskurs“, hieß es dazu in einer Aussendung. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.
Wenige Tage nach der Schmieraktion erreichte Konditorei-Inhaber Peter Nimmervoll auch noch eine Drohung mit einem Brandanschlag, die angeblich von einer Antifa-Adresse stammt. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) hat die Ermittlungen übernommen.
Konditor bot auch „linksextreme Sonderedition“ an
Nimmervoll lässt sich aber nicht einschüchtern – in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ sagte er: „Unser Negerbrot hat immer schon so geheißen und wird auch weiterhin so heißen.“ Als Reaktion auf den Farbanschlag bot die Konditorei sogar eine limitierte „linksextreme Sonderedition“ der Schokolade an – ein bewusst provokanter Schritt, der die Debatte weiter anheizte. Im Laden selbst werde die Ware als Erdnussbrot verkauft, betont das Unternehmen.
Der Fall wurde nun auch zu einem Thema für Kärntens Politik: Klagenfurts Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP) stellte sich hinter den Traditionsbetrieb und sprach von einem „gezielten Angriff auf das friedliche Zusammenleben“. Eine geplante Aktion des Konditors mit einem „Solidaritätskauf“ wurde aber auf Anraten der Polizei abgesagt.

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