Das Ende des fossilen Zeitalters wurde bereits beschworen. Doch im März 2026 ist die Welt eine andere. Der „Schwarze Schwan“ Iran hat das globale Energiegefüge zerrissen und die Kohle zurück ins Zentrum der Macht gerückt. Kohle ist nicht einfach nur „dreckig“, sie ist energetisch hochgradig effizient und krisenfest. In China und Indien etwa wird Kohle nicht als Problem, sondern als Lösung gesehen.
picture alliance/dpa | Michael Brandt
Noch vor wenigen Jahren galt die Kohle als das „Auslaufmodell“ der globalen Energiegeschichte. NGO-Vertreter hatten es geschafft, Kohle als „schmutzige“ Energieform zu diskreditieren, vielleicht, weil sie so schwarz ist und man sich beim Anfassen die Hände schmutzig macht.
Gipfeltreffen wie die COP26 in Glasgow beschworen gar das Ende des fossilen Zeitalters, und Industrienationen wie Großbritannien feierten 2024 den kompletten Ausstieg aus der Kohleverstromung. In Deutschland sprengen Grüne mit Genuss Kohlekraftwerke in die Luft.
Doch im März 2026 ist die Welt eine andere. Der „Schwarze Schwan“ Iran hat das globale Energiegefüge zerrissen und die Kohle, den vermeintlichen „Bogeyman“ der Klimaschützer, zurück ins Zentrum der Macht gerückt.
Der Auslöser für das massive Kohle-Revival ist die Eskalation im Nahen Osten. Der Krieg blockiert nicht nur die Straße von Hormus, das Nadelöhr für ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung, gezielte Angriffe haben auch die katarischen Gasförderanlagen schwer beschädigt. Da Experten davon ausgehen, dass der Wiederaufbau der Kapazitäten in Katar mindestens drei Jahre dauern wird, ist Erdgas als „saubere Brückentechnologie“ über Nacht unbezahlbar und unzuverlässig geworden.
In dieser Krise zeigt sich ein gnadenloser technologischer Darwinismus: Länder, die ihre Kohlekapazitäten behalten haben wie China, Indien oder noch Deutschland in der Reserve, können „umschalten“. Länder, die den Ausstieg ideologisch forciert und die Infrastruktur physisch rückgebaut haben wie Großbritannien, stehen vor dem energetischen Nichts.
Doch zuvor geht es nicht ohne ein paar energetische Hard Facts: Warum ist Kohle physikalisch so unschlagbar? Kohlehalden vor einem Kraftwerk sind gespeicherte Energie, und zwar in einem Maßstab, gegen den der Energievorrat einer auch noch so großen Batterie lächerlich wirkt.
Um zu verstehen, warum die Welt trotz „Klimazielen“ zur Kohle zurückkehrt, muss man die physikalischen und logistischen Fakten betrachten. Kohle ist nicht einfach nur „dreckig“, sie ist energetisch hochgradig effizient und krisenfest. Kohle ist gewissermaßen konzentrierte Power. Während trockenes Holz einen Heizwert von etwa 15 MJ/kg hat, liefert hochwertige Steinkohle zwischen 24 und 30 MJ/kg.
Das bedeutet: Ein Kilogramm Kohle enthält die Energie von etwa 7 bis 8 Kilowattstunden (kWh) und kann dies als thermische Energie freisetzen. In einem Kubikmeter Steinkohle stecken somit ca. 8.500 kWh thermische Energie. Um die gleiche Energiemenge in Batterien zu speichern, bräuchte man Hallen von der Größe ganzer Fußballfelder. Im Vergleich zu Holz oder Batterien, die eine verschwindend geringe Energiedichte im Vergleich zu chemischen Brennstoffen haben, ist also Kohle ein hocheffizienter Energiespeicher.
Als einer der kritischsten Faktoren im Jahr 2026 stellt sich die Lagerung von Energievorräten heraus. Während Erdgas in unterirdischen Kavernen oder unter hohem Druck gelagert werden muss und Strom aus Erneuerbaren kaum in industriellem Maßstab speicherbar ist, lässt sich Kohle einfach stapeln. Ein Kraftwerk mit einer großen Kohlehalde verfügt über eine autarke Energiequelle für drei bis sechs Monate. In einer Welt, in der Lieferketten durch Kriege und Blockaden instabil sind, ist diese „physische Batterie“ vor Ort eine Lebensversicherung für die nationale Wirtschaft. Das Kraftwerk kann ungeachtet von Schwierigkeiten in einer Welt unterbrochener Lieferketten weiterhin Strom produzieren.
Wind- und Solaranlagen liefern Strom über Wechselrichter, die keine inhärente mechanische Trägheit besitzen. Kohlekraftwerke hingegen nutzen riesige Dampfturbinen und Generatoren mit massiven rotierenden Wellen. Diese rotierende Masse wirkt als physikalischer Puffer im Stromnetz. Bei plötzlichen Lastschwankungen liefert sie die nötige Momentanreserve, um die Netzfrequenz stabil bei 50 Hz zu halten.
Asien: Der Motor der Kohle-Nachfrage
Die Realität 2026 zeigt: China verfolgt eine aggressive „Alles-ausbauen“-Strategie. Um den gigantischen Hunger des Landes mit seiner wachsenden KI-Infrastruktur, der Elektromobilität und der Schwerindustrie zu decken, baut China alles aus, was Energie liefert:
- Weltmarktführer bei „Erneuerbaren“: Kein Land baut mehr Solar und Windanlagen als China.
- Massiver Kohle-Ausbau: Gleichzeitig werden hunderte Gigawatt an neuen, hocheffizienten Kohlekraftwerken ans Netz gebracht, um die Grundlast zu sichern.
- Nukleare Offensive: Auch der Bau von Kernkraftwerken läuft auf Hochtouren.
In China und Indien wird Kohle nicht als Problem, sondern als Lösung gesehen. Da beide Länder etwa 85 bis 90 Prozent ihres Bedarfs aus heimischen Minen decken können, bietet Kohle eine Immunität gegen Wahnsinn auf Weltmärkten. Indonesien hat seine Kohleproduktion 2026 massiv hochgefahren, um die explodierende Nachfrage in Japan, Südkorea und Taiwan zu bedienen.
USA: Die Markt-Realität selbst unter Biden
Trotz der Rhetorik der Dekarbonisierung verzeichneten die USA unter der Biden-Administration einen Anstieg des Kohleverbrauchs um über 20 Prozent. Der Grund ist rein ökonomisch: Wenn der Gaspreis durch die globale Krise steigt, schaltet der Markt automatisch auf Kohle um (Gas-to-Coal-Switching). Die „Essential Nature“ der Kohle ist zurück, da die Erneuerbaren allein die steigende Last der KI-Rechenzentren und der Industrie nicht decken können.
Europa: Der Kampf zwischen Ideologie und Wirklichkeit
In Europa ist die Lage gespannt. Polen hält an der Kohle fest und sieht sich durch die Krise bestätigt. In Deutschland ist nur die Diskussion um den Kohleausstieg 2030 oder 2038 in vollem Gange. Die Bundesregierung musste 2026 ein Gesetz verabschieden, das es erlaubt, 6,5 Gigawatt Kohlekapazität aus der Reserve dauerhaft am Netz zu halten. Die Sorge: Ohne russisches Gas und mit beschädigten LNG-Terminals in Katar ist Kohle der einzige Brennstoff, der die Grundlast im Winter sichern kann.
Die „Clean Coal“-Debatte: Der neue Kohle-Realismus
Organisationen wie FutureCoal betonen 2026, dass das Comeback der Kohle nicht das Ende des Klimaschutzes bedeuten muss. Die technologische Entwicklung bei High-Efficiency-Low-Emissions (HELE) Kraftwerken und die Fortschritte bei der CO2-Abscheidung (CCS) ermöglichen es theoretisch, die energetischen Vorteile der Kohle zu nutzen, ohne die Atmosphäre im gleichen Maße zu belasten.
Das Jahr 2026 markiert das Ende einer Ära der energetischen Sorglosigkeit. In einer instabilen Welt schlägt Versorgungssicherheit kurzfristig den Klimaschutz. Kohle bietet aufgrund ihres Energiegehalts, ihrer leichten Lagerfähigkeit und ihrer globalen Verfügbarkeit eine Resilienz, die keine andere Energieform derzeit in diesem Maßstab leisten kann. Das Comeback der Kohle ist keine Abkehr von der Zukunft, sondern ein notwendiger Anker in einer stürmischen Gegenwart. Ein kompletter Verzicht auf Kohle ist für die meisten Industrienationen derzeit ein existentielles Risiko.
Nur in Nordrhein-Westfalen nicht. Dort macht die CDU, was die Grünen befehlen. Die wollen Kaiser Nero spielen und die Kohlevorräte endgültig unbenutzbar machen, indem die Tagebaue geflutet werden.
Dort sitzt nämlich derzeit Mona Neubaur von den Grünen auf dem Chefsessel im Wirtschaftsministerium und behauptet: „Wir stehen in einem globalen Wettbewerb um Energie, Sicherheit und wirtschaftliche Stärke. Die Antwort darauf ist eine beschleunigte Energiewende, mehr Unabhängigkeit und Resilienz – nicht der Rückfall in alte fossile Abhängigkeiten!“
Dabei war Kohle der erste große „Naturschützer“ der Industriegeschichte. Ohne den Umstieg auf fossile Brennstoffe wären die Wälder Europas heute vermutlich fast vollständig verschwunden. Vor der industriellen Nutzung der Kohle war Holz der einzige relevante Energieträger. Ganze Landstriche in England, Deutschland und Frankreich wurden kahlgeschlagen, um Brennstoff für die Glasbläserei, die Eisenverhüttung und zum Heizen zu gewinnen.
Erst als Kohle als extrem konzentrierte Energieform das Holz ersetzte, konnten sich die Wälder regenerieren. Hätten wir die industrielle Revolution weiterhin auf Basis von Biomasse in Form von Holz betrieben, wäre Europa heute eine baumlose Steppe. Wer sagt’s ihr?




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Hätte ja alles nicht sein müssen, wenn die unverhohlene Freude
gewisser Kreise am Krieg spielen der Kohle wegen (umgangs-
sprachlich auch Zaster, Kies, Mäuse, Knete, Pulver, usw. genannt)
nicht wäre. Trump hat sein Vermögen in den letzten zwei Jahren
verdoppelt und Mister Witkoff hält da locker mit.
> Der „Schwarze Schwan“ Iran hat das globale Energiegefüge zerrissen und die Kohle zurück ins Zentrum der Macht gerückt. Streng genommen, USrael tat es – man hätte auf iranische Warnungen hören sollen. >>>Es sei denn, die Zerstörung der Alternativen zum US-LNG war gleich geplant<<<: > „… Und während im Nahen Osten die Bomben fallen, explodiert in den USA die LNG-Exportkapazität. Nordamerika plant, die Kapazität von 300 auf bis zu 900 Millionen Kubikmeter pro Tag bis 2029 fast zu verdreifachen – mehr als die Hälfte aller globalen Neubauten. Der vorübergehende LNG-Export-Stopp unter Biden war nur eine regulatorische Bremse; unter Trump wurde… Mehr
Nur mal so nebenbei zur Info: Der Heizwert von angereichertem Uran ist pro kg in der kerntechnischen Praxis etwa 1 Million mal höher als von Steinkohle.
Kommen Sie den Linken doch nicht mit Fakten. Atom ist böse und Punkt.
Allein dieser Artikel von Herrn Douglas, müsste bei der CDU/CSU sämtliche Alarmglocken klingeln lassen. Sie macht aber das genaue Gegenteil und unterwirft sich der perversen Klimapolitik der Grünen und der SPD und will jetzt sogar Gaskraftwerke bauen, um die abgeschalteten Grundlastkraftwerke auf Basis von Kohle und Uran zu ersetzen. Der tumbe Wähler scheint dies nicht zu erkennen und wählt weiterhin froh und munter die Altparteien. Was für ein Irrsinn, dem auch viele junge Menschen folgen. Heutzutage kann sich doch jeder im Internet über alle relevanten Fakten informieren.
Egal warum sich der Autor auf die Steinkohle kapriziert (um dann doch unvermittelt zur Tagebauflutung abzuschewnken) … die Steinkohleförderung in Dummschland ist seit 2018 over, das ist Weilchen her, der Rückbau ist weit fortgeschritten. Da wird nichts sonderlich zeitnah wieder in Betrieb zu setzen sein.
Wenn man schnelle Stützung des Energiemarkts aus eigenen Mitteln braucht, muss man wohl eher auf Leistungsreserven der noch aktiven Braunkohlewirtschaft setzen, die zuletzt ca. 90 Mio. Tonnen im Jahr förderte, was fast 50% der EU-Förderleistung ausmacht.
Wenn der Arsch im Winter friert und die Glühbirne flackert, dann wird CO2 ganz fix nachrangig, wetten?