Der propagandistische Dauerbeschuss seit dem Atomausstieg der grünen Kanzlerin Merkel 2011 wirkt. Begonnen hatte es mit dem „Grünen Punkt“, der von FDP-Lambsdorff begonnenen Recycling-Planwirtschaft. Mit Grünen-Habeck erreichte der Klimaglaube seinen Zenit.
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Eine breite Mehrheit stehe laut Forsa hinter dem Politziel „Klimaneutralität“ bis 2045: nach Auswertung der „Erhebung“ des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Bericht FAZ). Wie üblich werden die Frageformulierungen und die verschiedenen Fragen in ihrem Kontext verschwiegen, damit eine eigene Einordnung und Beurteilung nicht möglich ist.
Trotzdem oder gerade deshalb ist interessant, wie das Propaganda-Narrativ der „Klimaneutralität“ einfach weiter gepredigt wird, völlig unbeeindruckt von wöchentlich neuen Belegen aus der ganzen Welt für die wissenschaftliche Unhaltbarkeit der „Klimamodelle“, die auf ideologische statt empirische Annahmen gegründet sind.
Ein Drittel der Befragten, sagt Forsa, halte „Klimaneutralität“, diesen „zentralen Baustein der Klima- und Wirtschaftspolitik“ für „uneingeschränkt richtig“, weitere 38 Prozent die Zeitmarke 2045 mit „kleinen Einschränkungen“ für richtig. „Nicht richtig“ finden die „bis dahin angestrebte Klimaneutralität“ lediglich 13 Prozent derjenigen, die Forsa im vergangenen Oktober und November befragt hat.
Aus diesen Formulierungen muss man schließen, die entscheidenden Fragen wurden gar nicht gestellt. Warum glaubt wer, dass es „Klimaneutralität“ geben kann? Warum glaubt wer, dass man Klima „schützen“ kann? Wer glaubt, der Mensch könne den natürlichen Teil der Erde, den Klimawandel steuern?
In den Schweizer Hochalpen hat der zurückgehende Gletscher eine 6.000 Jahre alte Zirbelkiefer freigegeben. Diese Baumart kann in dieser Höhe heute nicht wachsen, weil es für sie zu kalt ist.
In der „Erhebung“ wurde nach all dem nicht gefragt, sonderen der unumstößliche Glaubenssatz von der „Klimaneutralität“ vorausgesetzt. Kein Wunder, hat der es doch mithilfe des Klimaglaubensnetzes aus dem Propagandapapier eines grünen Ehepaares über die verfassungsrichternde Ehefrau mit copy paste einfach in einen Beschluss des Gerichtes mit quasi Verfassungsrang geschafft.
Nur vier Prozent der Befragten gingen davon aus, dass „Klimaneutralität“ bis 2045 tatsächlich erreicht wird. 32 Prozent der Befragten nähmen an, dass Deutschland das Ziel „knapp verfehlen“ werde, 64 Prozent der Befragten meinten hingegen, das Ziel werde „deutlich verfehlt“.
Getestet wurde auch, ob sich an der Zustimmung zum Ziel etwas ändert, wenn den Befragten gegenüber behauptet wurde, dass Deutschland unabhängig vom Rest der Welt klimaneutral werden wolle. Unter denjenigen Befragten, die vor ihrer Antwort diesen Hinweis vorgelegt bekommen hätten, sprächen sich sogar noch mehr dafür aus, dass das deutsche nationale Ziel „uneingeschränkt richtig“ sei (38 Prozent, also fünf Prozentpunkte mehr als in der Vergleichsgruppe ohne Behauptung). Es fanden allerdings auch etwas mehr Befragte daraufhin das Ziel „nicht richtig“ (16 statt 13 Prozent).
Eines zeigt diese „Erhebung“ klar. Der propagandistische Dauerbeschuss seit dem Atomausstieg der grünen Kanzlerin Merkel 2011 wirkt. Begonnen hatte es mit dem „Grünen Punkt“, der von FDP-Lambsdorff begonnenen Recycling-Planwirtschaft. Diese setzte eine Regierung nach der anderen fort in einer völligen Verirrung von Natur- und Umweltschutz. Eine große Mehrheit bejaht ein politisches Großziel, an dessen Verwirklichung sie selbst fast geschlossen nicht glaubt. Das ist keine gefestigte Überzeugung. Das ist das Ergebnis einer jahrelangen moralischen Aufladung, bei der ein freundlich klingendes Schlagwort Zustimmung erzeugt, während die realen Folgen für Wohlstand, Energiepreise, Mobilität, Wohnen und industrielle Substanz aus dem Zentrum der Debatte gedrängt werden.
„Klimaneutralität“ klingt in der öffentlichen Sprache sauber, vernünftig und beinahe folgenlos. Das Wort verschleiert, worum es tatsächlich geht: um einen tiefen Eingriff in Energieversorgung, Produktion, Verkehr, Bauen, Heizen und Konsum. Es geht also um die materielle Grundlage des Lebensstandards in einem Industrieland. Wer dazu Ja sagt, ohne diese Härte mitzudenken, stimmt keinem durchgerechneten politischen Programm zu, sondern einem moralisch gereinigten Etikett.
Das Ziel wurde nie als Zumutungsprogramm mit harten Kosten, Verlusten und Einschränkungen verkauft, sondern als moralische Selbstverständlichkeit. Wer dafür ist, gilt als anständig. Wer nach Preis, Nutzen, technischer Machbarkeit und globalem Effekt fragt, steht sofort unter Rechtfertigungsdruck. So wird aus einer hochriskanten politischen Strategie ein Bekenntnis, das viele offenbar abgeben, ohne seinen realen Gehalt überhaupt bis ans Ende gedacht zu haben.
Noch aufschlussreicher wird es bei dem Zusatztest der Befragung. Dort wurde geprüft, ob sich die Zustimmung verändert, wenn den Befragten gesagt wird, Deutschland wolle unabhängig vom Rest der Welt klimaneutral werden. In dieser Gruppe stieg der Anteil derer, die das Ziel „uneingeschränkt richtig“ finden, sogar auf 38 Prozent. Zugleich stieg aber auch der Anteil derer, die es „nicht richtig“ finden, von 13 auf 16 Prozent. Auch dieser Befund ist entlarvend. Selbst der Hinweis auf einen nationalen Sonderweg schreckt viele nicht ab, sondern aktiviert bei einem erheblichen Teil nur noch stärker den moralischen Reflex.
Damit ist man beim zweiten Punkt, der mindestens so wichtig ist wie die offenkundige Ahnungslosigkeit über die materiellen Folgen. Solche Umfragen beschreiben öffentliche Meinung weniger, als an ihrer Formung zu arbeiten. Sie werden in den Nachrichtenbetrieb eingespeist, damit zweifelnde Bürger lesen, die Mehrheit stehe längst dahinter. Wer die Kosten sieht, soll sich wie ein Außenseiter fühlen. Wer merkt, dass dieser Kurs wirtschaftlich und sozial Sprengkraft hat, soll glauben, gegen einen festen gesellschaftlichen Konsens anzudenken. Genau so funktionieren solche Zahlen im politischen Betrieb. Sie dienen der Disziplinierung mehr als der Beschreibung.
Die Methode ist immer dieselbe. Zuerst wird ein Ziel sprachlich weichgespült und moralisch überhöht. Dann verschwinden seine materiellen Folgen hinter großen Worten und guten Absichten. Danach fragt man die Zustimmung zum gereinigten Begriff ab. Anschließend werden die Ergebnisse als Ausdruck gesellschaftlicher Vernunft propagiert. Mit der künstlich stabilisierten Mehrheitskulisse wird dann der nächste Eingriff legitimiert. Aus offener Debatte wird so psychologische Führung.
Man muss diese Zahlen deshalb gegen den Strich lesen. Die Nachricht lautet nicht, die Deutschen stehen mit fester Überzeugung hinter Klimaneutralität bis 2045. Die Nachricht ist, viele bejahen ein moralisch besetztes Schlagwort, die Verwirklichung halten sie selbst nicht für realistisch. Die Folgen für ihren eigenen Lebensstandard haben sie offenkundig nicht bedacht. Solche „Erhebungen“ machen aus diffuser, oberflächlicher Zustimmung eine anscheinende Mehrheitsmeinung.
Ein Kurs mit massiven Folgen für Wohlstand und Freiheit wird moralisch so verpackt, dass viele ihm zustimmen, ohne an seine Verwirklichung zu glauben. Mit diffusen Zustimmungswerten werden Zweifel isoliert und Widerstand kleingehalten. Das ist kein demokratischer Diskurs. Das ist die Herstellung von Gefolgschaft für einen Kurs, dessen Rechnung am Ende die Befragten und ihre Nachfahren bezahlen sollen.




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