Die eigene Größe des Sports

Deutschland ist sang- und klanglos aus der Fußball-WM ausgeschieden, und niemand hat ihm eine Träne nachgeweint. Das WM-Turnier in Katar ist einfach weitergegangen – mit Kampfgeist und Fairness.

IMAGO / MB Media Solutions
Szene aus dem WM-FInale Argentinien-Frankreich, 18.12.2022

Es ist noch gar nicht so lange her, da begeisterte eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft in einem internationalen Turnier und schaffte es bis ins Finale. Ja, das geschah im Juli 2022 in England bei der Europameisterschaft der Frauen. Was war es eigentlich, das bei dieser Mannschaft so begeisterte? War es nur das Resultat, also das Erringen der Vize-Europameisterschaft? War es eine Überlegenheit, die clever ausgespielt wurde? Mitnichten. Diese Frauen-Nationalmannschaft war keine Übermannschaft. Sie hatte gleichwertige Gegner. Sie musste in den Spielen Phasen überstehen, in denen die Gegner ihr hart zusetzten und Niederlagen drohten. Aber diese Mannschaft hielt dagegen. Sie warf ihre Kräfte wirklich in den Kampf. Und sie war auch torgefährlich, denn sie hatte den Mut, vor dem Tor direkt draufzuhalten, ohne lange zu fackeln und den Ball nur hin- und herzuschieben – man denke nur an die Kopfball-Tore von Alexandra „Poppy“ Popp.

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Und es waren nicht nur einzelne Spielerinnen, die mit ihrem Einsatz erstaunten und die Zuschauer mitrissen. Es war die ganze Mannschaft – im Sturm, in der Abwehr und im Mittelfeld. So eine National-Mannschaft hatten wir im deutschen Fußball – ob bei Männern oder Frauen – in den letzten Jahren bitter vermisst. Doch in diesem Sommer war sie da.

Und noch ein Merkmal soll hier nicht unerwähnt bleiben: Die Auftritte dieser Nationalmannschaft kamen ganz ohne politische Mission aus. Ohne Armbinden-Protest. Ohne Distanzierung vom Gastland. Keine sportfremde Agenda wurde den Spielerinnen aufgedrückt. Sie haben sich ihr Ansehen in einer strikt sportlichen Arena erworben.

Wie peinlich fällt dagegen die sportliche Bilanz des deutschen Auftritts bei der Fußball-WM in Katar aus. Das Turnier begann mit einer Niederlage gegen Japan. „Ich glaube, es ist noch nie ein einfacheres Tor bei einer Weltmeisterschaft erzielt worden“, sagte der Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan nach dem Spiel. Er meinte das Tor, das zum 2:1 für Japan führte und die deutsche Niederlage besiegelte. Man muss sich die Situation vorstellen: Die deutsche Mannschaft führte lange Zeit mit 1:0 und wähnte sich überlegen. Dann hatten die Japaner plötzlich den 1:1-Ausgleich erzielt. Eine Niederlage drohte und wäre zur Hypothek für das ganze Turnier geworden. In einer solchen Situation kann eine intakte Mannschaft den Hebel umlegen. Sie versucht, mit hoher Konzentration und robustem Einsatz das Ruder herumzureißen.

Aber die deutsche Nationalelf hatte diese sportliche Qualität nicht. Sie ergab sich beinahe kampflos. Man hatte den Eindruck, dass sie sich gar nicht zusammen auf das Geschehen auf dem Platz fokussieren konnte. Es gab kein „Hier und jetzt“. Sie ließ die Dinge weiter treiben. Gündogans Kritik trifft diesen Punkt. Auch Bastian Schweinsteiger, der das Spiel mit kommentierte, unterstrich die völlig fehlende Gegenwehr, als die Japaner ihren Druck auf das deutsche Tor erhöhten. „Es ist enttäuschend, dass wir so ein Spiel verlieren. Aber es zeigt auch, wo wir stehen. Die Fehler, die wir heute gesehen haben, sind kein Zufall. Die hatten wir auch in den anderen Spielen.“ Auch im Sturm fehlte die Entschlossenheit, bei kleineren Öffnungen den Weg zum Tor zu suchen und draufzuhalten. Stattdessen wurde der Ball immer wieder hin- und hergeschoben, wohl in der Erwartung, durch solches Kalkulieren eine noch bessere – sprich widerstandsfreie – Situation zu bekommen.

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Das ist eine falsche – im Grunde arrogante – Erwartung in einem Weltmeisterschafts-Turnier. Eigentlich passt sie überhaupt nicht zum Charakter des Fußballs: Das Spiel wird nicht im Kopf entschieden, sondern auf dem Platz – in jenen umkämpften Situationen, im Nahbereich auf Meter und Zentimeter, wo Widerstände überwunden werden müssen und ein unübersichtliches, überraschendes Geschehen zur Normalität gehört. Es sind diese offenen, antagonistischen Situationen, die den Reiz des Fußballs – und überhaupt des Sports – ausmachen. Die weitere Entwicklung des deutschen WM-Auftritts in Katar ist bekannt. Unser Land schied ohne größere Gegenwehr schon in der Vorrunde aus. Die Nationalelf war nicht in der Lage, das Ruder herumzureißen. Eine andere Mannschaft, die auch ihr Auftaktspiel verlor (gegen Saudi-Arabien), gelang das – auch in mancher Drucksituation in den folgenden Spielen. Sie wurde Weltmeister: Argentinien.

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Eine sportliche Krise – Das Problem ist nicht neu. Es ist in den vergangenen Jahren im deutschen Fußball immer wieder aufgetreten – bei der Nationalmannschaft und bei prominenten Vereinsmannschaften. Es geht nicht einfach um „Fehler“, sondern um eine Entfremdung von wesentlichen Eigenschaften des Fußballs, vielleicht des Sports überhaupt. Es ist ja unübersehbar, dass der deutsche Sport in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen Rangverlust in der Welt erfahren hat. Daran hat ein erhöhter Aufwand an Beratern, Psychologen, Teammanagern etc. nichts ändern können. Die verbale Betreuung wurde ausgebaut, aber die Erwartung, dass daraus stärkere Sportler mit größerer Einsatzbereitschaft erwachsen würden, erwies sich als trügerisch. So ist das Umfeld des Sports über die Jahre ständig gewachsen, aber der innere Kern der Sportkrise wurde gar nicht berührt. Das Umfeld war nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

Ein Disput zwischen Bastian Schweinsteiger und Hansi Flick kann das verdeutlichen. „Wo bleibt das Brennen? Wo ist das Feuer, die Gier?“, hatte Schweinsteiger nach dem Japan-Spiel gefragt und diesen Zustand der Mannschaft bitter vermisst. „Das ist absoluter Quatsch“, hat Flick darauf geantwortet. Die Mannschaft habe Fehler gemacht, aber er sehe nicht, dass die Mannschaft nicht brenne: „Sie hat gewollt.“ Der Bundestrainer merkt offenbar gar nicht, dass er auf Schweinsteigers Frage gar nicht geantwortet hat. Denn das „Brennen“, von dem der frühere Kapitän der Nationalmannschaft spricht, ist keine Frage des Wollens oder Wissens. Es geht hier nicht um eine „Einstellung“, die die Spieler sich im Kopf zusammenschrauben, um sie dann auf dem Platz „umzusetzen“. Brennen ist ein Zustand, den man mitbringt. Dieser Zustand geht durch einen ganzen Spieler und eine ganze Mannschaft hindurch. Die geistige Aufgabe besteht dabei darin, allzu komplizierte Erwägungen, die von der Fokussierung auf das Spielgeschehen und die Auseinandersetzung mit dem Gegner ablenken, wegzuräumen. Das Nächstliegende muss freigelegt werden: das nächste Spiel, der nächste Spielzug, die nächsten Meter und Zentimeter auf dem Platz. Athleten sprechen hier oft vom „Tunnelblick“, der erforderlich ist, um in ihrer Disziplin etwas zu erreichen.

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Eine politische Krise – Beim kurzen Auftritt in Katar hatte man den Eindruck, dass die Nationalmannschaft gar nicht wirklich auf dem Platz stand. Das ganze Turnier schien ihr von Anfang an fremd zu sein, und das blieb es auch. Und hier ist nicht nur eine sportliche Krise im Spiel, sondern auch eine politische Krise. Denn die Nationalelf wurde in eine schändliche Rolle getrieben: in eine Feindschaft zum Weltfußballverband FIFA und in eine Feindschaft zum Gastgeberland Katar. Der Sport wurde für politische Zwecke instrumentalisiert. In einem Artikel von Michael Horeni in der FAZ (5. Dezember 2022) finden sich dazu überraschend kritische Aussagen:

„Das begann mit der irrigen und vom neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf befeuerten Vorstellung, die Nationalelf in Qatar als gesellschaftspolitische Speerspitze positionieren zu können. Dass das vorrangige Interesse des DFB-Präsidenten der Politik und der Sportpolitik gilt, und nicht dem Fußball, ist für den größten Fußballverband der Welt schon keine Auszeichnung. Als schwerwiegender erweist sich aber die Tatsache, dass auch der ehemalige Kapitän der Nationalelf (gemeint ist Oliver Bierhoff, GH) in den Querelen um die ‚One Love‘-Binde nicht erkannte, wann der Sport bei einer WM an erster Stelle zu stehen hat. Zumal wenn sich, wie die ARD berichtet, nur zwei Spieler (Neuer, Goretzka) für die ‚Mund halten‘-Geste vor dem Spiel gegen Japan ausgesprochen haben sollen. Der Rest der Mannschaft wollte demnach die Dinge auf sich beruhen lassen, wie die anderen Nationalteams. Und sich auf Fußball konzentrierten.“

Solche Sätze hätte man gerne schon im Vorfeld des Turniers gelesen, aber der Sportteil der FAZ – wie der Mainstream des Sportjournalismus in Deutschland – sah Wochen und Monate lang seine Aufgabe darin, die FIFA und das Gastgeberland auf die Anklagebank zu setzen.

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Der Moral-Weltmeister – Wer wird das Bild vergessen, wie sich die deutsche Innenministerin beim Japan-Spiel auf der Ehrentribüne mit demonstrativem Desinteresse auf ihrem Sessel herumflegelte? Sie stellte – ebenso taktlos wie risikolos – die ‚One Love‘-Binde zur Schau. Die Regierungsvertreter des Katar und sehr viele Zuschauer im Stadion oder am Bildschirm haben das als Affront empfunden. Zu Recht, denn das Tragen der Binde auf der Eröffnungsfeier sollte eine Anprangerung von angeblich schlimmen Zuständen im Gastgeber-Land sein. Zustände, die man bei wirtschaftlichen Beziehungen stillschweigend hinnimmt oder sogar benutzt, wie die gebaute Infrastruktur. Dann ist oft das (richtige) Argument zu hören, dass Veränderungen nur allmählich erfolgen könnten und würden. Warum sollte dies „allmählich“ nicht auch gelten, wenn eine internationale Sportveranstaltung an ein Land wie Katar vergeben wird? In diesem Sinn hat die FIFA die WM-Vergabe begründet und in diesem Sinn ist das Turnier dann auch wirklich von einer Mehrheit der nationalen Fußballverbände unterstützt worden. Auch nach dem Ende der WM wird diese Entscheidung in weiten Teilen der Welt als positiv angesehen.

Der FIFA-Präsident hat sehr richtig unterstrichen, dass der Weltfußballverband etwas Universales sei: „Wir müssen Themen finden, mit denen sich jeder einverstanden zeigt.“ Damit denkt er weiter als die deutsche Innenministerin. Auch weiter als der FAZ-Sportjournalist Christian Kamp, der scheinheilig fragt: „Das symbolträchtige Farbspektrum der LGBTQ-Gemeinschaft ist also nicht universal?“ (FAZ, 21. November 2022). Natürlich ist das „Farbspektrum“ nicht universal. Es ist das Markenzeichen einer bestimmten „Community“, die für ihre besonderen sexuellen Präferenzen wirbt. Damit ist sie keineswegs Repräsentant „der“ Menschenrechte in ihrer Allgemeinheit.

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Wenn sich diese Community als eine Art „Prüfstein“ für die Menschenrechts-Lage in jedem Land darstellt, ist das eine Anmaßung. Eine törichte Anmaßung, denn ein solcher „Prüfstein“ erhöht die Eintrittsschwelle. Viele weltweite Veranstaltungen verdanken ihre Offenheit ihren jeweiligen, einzelnen Berührungspunkten, ob es nun um Musik, Malerei, Theater, Mode, Literatur, um eine wissenschaftliche Disziplin oder um eine technische Branche geht. Durch diese Berührungspunkte leisten die Veranstaltungen schon sehr viel für einen freiheitlichen Zusammenhalt unterschiedlicher Menschen und Völker. Würde die Teilnahme an solchen Weltveranstaltungen zusätzlich von Erfüllung bestimmter „Werte“ abhängig gemacht, würden sie schnell zum exklusiven „Klub“. Viele kostbare Begegnungen und Erfahrungen kämen gar nicht erst zustande.

Die deutsche Regierung und der DFB haben sich in dieser Frage, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, besonders verbohrt verhalten. Dadurch haben sie unser Land in eine unselige Position gebracht. Die Folgen wird der deutsche Sport nicht so leicht wieder loswerden. Das gilt auch für den Ruf Deutschlands als Gastgeberland. Denken wir zurück an die wunderbare Stimmung im Jahr 2006, als Deutschland Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft war. Ein wahres „Sommermärchen“, mit viel Großzügigkeit und mit viel Schwarz-Rot-Gold. Und auch mit einer begeisternd kämpfenden Nationalelf. Wie bitter schmeckt heute diese Erinnerung. Wie fern von alledem sind die deutschen Zustände im Jahr 2022.

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Der Weltfußball rollt weiter – Katar hat gezeigt, dass die Fundamental-Kritik an der FIFA im Grunde ins Abseits führt. Also heraus aus dem Schmollwinkel und noch einmal genauer auf die sportliche Seite der Katar-WM geschaut. Hier hat sich ein interessantes Turnier entwickelt – mit vielen faszinierenden Momenten, mit aufsteigenden Fußballnationen und mit schon etablierten Nationalmannschaften, die sich zu behaupten wussten. Man konnte Veränderungen in der Spielweise beobachten: weniger Ballbesitz-Fußball und mehr schnelles Umschalten zwischen Abwehr und Angriff. Mehr Zweikampf-Situationen als Ball-Geschiebe. Mehr Mut vor dem Tor, auch wenn mancher Versuch natürlich schiefging. Mehr Dagegenhalten in der Abwehr.

Dabei war das Turnier ein relativ faires Turnier. Die Verlegung der WM in einen anderen Kulturkreis hat nicht dazu geführt, dass es mehr Gehässigkeiten (oder mehr Gleichgültigkeit) gegeben hat. Der ungewohnte Austragungsort hat weder zu größeren Gesundheitsproblemen geführt, noch tat er der Begeisterung für den Fußball Abbruch. Was war in dieser Hinsicht nicht alles prophezeit worden! Aber in Katar traten die sportlichen Dinge in den Vordergrund, und auch deutsche Kommentatoren ließen sich davon inspirieren. Bastian Schweinsteiger konnte als Experte für die ARD sehr detailliert die Besonderheiten einer Spielszene und die Veränderungen in der Spielanlage einer Mannschaft darstellen. „Ich empfinde es als Geschenk, als Reporter hier dabei sein zu dürfen“, sagte er schon beim spannenden Achtelfinale zwischen Argentinien gegen Australien. Das war auch eine Antwort auf den peinlichen Auftritt und Abgang des deutschen Fußballs.

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Der Sport braucht eine stärkere Präsenz – Die Frage bleibt, wie der Sport aus seiner Krise herauskommen kann. Regierungsschelte reicht nicht, es bedarf einer Vertiefung in der Sache. Der deutsche Sport muss wieder viel stärker in der Alltagserfahrung der Gesellschaft präsent sein. Es reicht nicht, den Fußball zum „Thema“ zu machen. Über Fußball wird unendlich viel geredet und auch ein „Expertenrat“ wird dem nur noch mehr Text hinzufügen. Das wird nicht dazu führen, dass eine Konzentration auf die „Wahrheit auf dem Platz“ stattfindet. Es wird auch nicht dazu führen, dass mehr junge Leute Fußball spielen und das Reservoir an Talenten im Inland größer wird. Fußball gehört ja nicht zu den Dingen, die in der Mitte unserer Gesellschaft besonders hoch angesehen sind. In einem Land, das von höheren Bildungswerten dominiert wird, hat der Sport keine große kulturelle Prägekraft. Das konnte man sehr praktisch erfahren, als während der Corona-Epidemie alle möglichen Aktivitäten als „kritische Infrastruktur“ unterstützt wurden, aber der Sport mit dem großen Unterbau der Sportvereine übergangen wurde.

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Man kann die tiefe Sportferne des heutigen Deutschland auch an den Bildwelten erkennen, die das öffentliche Leben prägen. Wir leben in einem Land, in dem man ohne Ende mit Bildern gefüttert wird, auf denen man irgendetwas in Mikrofone labert, auf denen man sich mit wichtigen Gesichtern Mahnreden anhört, auf denen man an einem Tisch zur Arbeitsbesprechung palavert, und auf denen man dann noch abends in Talkshows herumredet. Und bei einer Fußball-Übertragung wird man erst eine Dreiviertel-Stunde lang zugetextet, bevor das Spiel angepfiffen wird. In so einer Welt kann der Sport nur als etwas Sekundäres erscheinen, und mit ihm überhaupt die Bedeutung physischer Präsenz. Um die Intensität der sportlichen Situation zu erfahren und ihren Wert ermessen zu können, braucht es Nähe und Teilnahme. Auch das Bild – als vergrößerte Nah- und Momentaufnahme, als Zeitlupe – kann hier oft mehr vermitteln als ein Text. In den 1950er und 1960er Jahren war die „Sportillustrierte“ ein Blatt, das viele junge Leute in Deutschland begeistert hat.

Wem also wirklich der Sport am Herzen liegt, der wird der verbreiteten Kritik an der FIFA oder an Gastgeberländern von großen Sportereignissen misstrauen. Wollen die Kritiker wirklich besseren Sport? Aber warum lehnen dann die gleichen Leute Olympische Spiele in Hamburg, München oder Berlin ab? Sie sagen auffällig wenig zum Wert der physischen Erfahrung, die der Sport bietet. Von der Aufgabe, dem Sport wieder eine größere Präsenz im Land zu verschaffen, wollen sie nichts wissen. Dabei sind viele Nationen dieser Welt gerade dabei, den Sport für sich zu entdecken.

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Kommentare ( 38 )

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imapact
1 Monat her

Auch der Fußball kann sich den gesamtgesellschaftlichen Gegebenheiten nicht entziehen. Für das eigene Land brennen, das findet man hierzulande nur toll, wenn von anderen Völkern die Rede ist. Nicht so in Deutschland, daß ja als „Volk“ nicht mehr in den Parteiprogrammen vorkommt, höchstens eine „Bevölkerung“. „Brennen für das eigene Land“? Ist sowieso rechtsextrem. Und da die grüne Ideologie sämtliche Gesellschaftsbereiche wie ein Krebs durchwuchert, läßt Deutschland auf allen Gebieten „krankheitsbedingt“ nach. „In einem Land, das von höheren Bildungswerten dominiert wird…“ . Wie bitte? Was hier dominiert sind die immer aggressiveren Spinnereien des linksgrünen Wokismus, Zuwanderungs-, Klima-, Gender- und Transenwahn. Höhere,… Mehr

November Man
1 Monat her

Mittlerweile ist bekannt geworden, dass nur 2 Spieler der gesamten Mannschaft hinter der Mund-zu-Geste standen. Da hätten die organisatorischen Verantwortlichen durchgreifen müssen und diesen Blödsinn verbieten und die ganze dämlich Diskussion verhindern müssen. Unkonzentriert, mit allerhand Unsinn im Kopf kann man nicht gewinnen. Die Argentinier haben uns es vorgemacht und gezeigt wie es geht. Und sie sind zu Recht Weltmeister geworden.
Nach „One Love“-Debatte
Nur zwei Spieler wollten die Mund-zu-Geste
jub
Aktualisiert am 05.12.2022

Tesla
1 Monat her

Ich wüsste auch nicht, warum ich dieser „Mannschaft“ nach ihrem Ausscheiden auch nur eine Träne nachweinen sollte. Ich habe mit auch die Freiheit genommen, mir diese Spiele nicht anzusehen. Es gab mal eine Zeit, da hat man sich über die „Rumpelfüßer“ geärgert, die es ebenfalls schon mit mittelmäßigen Gegnern ihre Müh‘ und Not hatten – dann eine Zeit, in der es sogar Spaß machte, den Deutschen zuzuschauen, die dann auch entsprechend erfolgreich waren – aber was soll ich heute diesen Hampelmännern abgewinnen, die für die Kameras pol. korrekt und brav „Männchen machen“, und wieder verlieren und sang- und klanglos ausscheiden… Mehr

Iso
1 Monat her

Die Nationalmannschäft hätte in der Vorrunde alle Gegner mit 2 Toren Unterschied vom Platz geschickt. Aber das ist Vergangenheit und die Nationalmannschaft Geschichte. Denen fehlt die Einstellung, denn bei den Gehältern gibt es nichts zu gewinnen. Wer im Ausland nichts wird, kommt zurück zu einem deutschen Verein und ist sowieso frustriert. Selbst als nicht Fußballexperte konnte man doch sehen, dass da niemand den Ball haben wollte. Als Trainer einer englischen Mannschaft wird man von denen niemand haben wollen.

Wilhelm Roepke
1 Monat her

Natürlich lehnen die Berliner, Hamburger und Münchner Olympische Spiele bei sich ab. Dann würde ja jahrelang in Infrastruktur investiert werden und die geheiligte eigene Friedhofsruhe gestört werden, wonach sich möglichst nichts ändern darf. Straßensperrungen, Baulärm, Dreck, Erschütterungen, umgewidmete Gelder von Gewohntem weg zum Sport. Die Beständigkeit ihrer Umgebung ist den meisten Bürgern inzwischen aber am allerwichtigsten. Bitte keine neue Umgehungsstraße, Bahntrasse, Startbahn, Hochspannungsleitung, Stromspeicher, Arbeitgeber, Parteien, Erfindungen, ec. Liegt auch, aber nicht nur an der Überalterung unserer Gesellschaft.

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  Wilhelm Roepke

Ganz so einfach ist das nicht. Die meisten Leute stört meiner Meinung nach, dass die Gewinne privatisiert (zumeist in eher dubiosen Kanälen noch dazu) und die Verluste sozialisiert werden. Dazu kommt dann noch, dass auf Grund von Sponsoren-Verträgen über Wochen in den Austragungsorten nur mehr bestimmte (Bier)Marken/Produkte (das geht scheinbar sogar bis in den Bankbereich bei Geldautomaten, die nur mehr bestimmte Karten akzeptieren dürfen) verkauft werden dürfen und die Bevölkerung eine Vielzahl von weiteren Einschränkungen (hinsichtlich Sicherheitsmaßnahmen, Verkehrsführung etc.) zu erdulden hat. Was das mit dem Alter der Bevölkerung zu tun haben soll erschließt sich mir gar nicht, insbesondere die… Mehr

November Man
1 Monat her

Jetzt jammern viele Leute die Deutschen würden seit Jahren nicht mehr hinter der „Mannschaft“ stehen. Die sollten sich besser mal fragen warum.

Holsteiner Jung
1 Monat her

Wenn es mit der Mundgeste wirklich so war, nur 2 dafür, dann spiegelt das
genau die Situation in Deutschland wieder. Kleine Minderheiten geben die
Richtung vor. Der Rest folgt ohne Widerstand.

max mutzke
1 Monat her
Antworten an  Holsteiner Jung

früher wurde der Bundetrainer noch als Suppenkasper betitelt und der Spieler wurde dann umgehend nach Hause geschickt, das macht aktuell kein Spieler mehr, weil allen Spielern das denken abgewöhnt worden ist und daraus entsteht dann dieses Ergebnis von den letzten zwei Teilnahmen bei einer WM

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  Holsteiner Jung

Genau das ist es doch. Was für Clowns sind die restlichen 20 Balltreter eigentlich, wenn die sich von 2 Wichtigtuern eines Vereins, der u.a. von Katar Airways gesponsert wird (Pharisäertum at it’s best), in so einen Mist hineinziehen lassen.

Laird Granjero
1 Monat her
Antworten an  Michael M.

Interessant wäre tatsächlich gewesen, was passiert wäre, wenn einer oder zwei Spieler die Geste auf dem Mannschaftsfoto NICHT gemacht hätten.

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  Laird Granjero

Oh ja, das wäre wirklich interessant gewesen. Vermutlich hätte dann die „Vereinigte Empörungsjournalie“ tagelang die Gestenabweichler medial durch den Dreck gezogen (so wie H. Kimmich mit dem Impf-Irrsinn) und für die Auftaktniederlage verantwortlich gemacht.

Peter Klaus
1 Monat her

Na ja – die Geste von Argentiniens Torwart Martinez war ja auch ein Statement. – Stimmt! Andere Länder, andere Zeichen. „So sehen Sieger aus“….könnte man auch sagen. „Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos gehen so! Wie gehen die Deutschen? Die Deutschen gehen so!“ ….schon vergessen?!

RMPetersen
1 Monat her

Deutschland hat sich in vielen Bereichen durch eigenes Verschulden zur Witznummer degradiert.
Die Verwantwortlichen merken das nicht einmal.

max mutzke
1 Monat her
Antworten an  RMPetersen

die Verantwortlichen sehen keinen Fehler darin und die Verantwortlichen erklären den Mist, den Sie jeden Tag so anstellen auch noch und bekommen die Unterstützung von den Medien

Janhaeretikus
1 Monat her

Bemüht und gebrannt haben diese Fußballer schon. Nur die Flamme war zu kalt; vermutlich ein ungeeigneter Brennstoff. Man sieht das schon beim Singen der Nationalhymne. Bei den meisten deutschen Fußballern hat man den Eindruck, sie singen nicht, sie kauen verschämt amerikanischen Kaugummi.

max mutzke
1 Monat her
Antworten an  Janhaeretikus

in dieser Mannschaft war kein Spirit