Junta beendet die Islamische Republik des Ayatollah Khomeini

America und Israel schwächen die militärische Infrastruktur des Iran als Machtbasis der Revolutionsgarden, bis im Iran selbst mithilfe der Kräfte der iranischen Diaspora ein säkularer Machtwechsel stattfinden kann. 

IMAGO / UPI Photo

Hochrangige Geistliche haben mit den Revolutionsgarden (IRGC) gebrochen, sagt der Iran-Analytiker Dror Balazada. Die Verfassung der Islamischen Republik des Gründers Ayatollah Ruhollah Khomeini sei, von den Revolutionsgarden an den Rand gedrängt, zusammengebrochen.

Die Revolutionsgarden übten nun die totale Kontrolle über die Machtzentren, die Wirtschaft des Landes und zu Mudschtaba Khamenei aus, von dem hochrangige Geistliche mittlerweile zweifeln, ob er noch lebt oder in welchem ​​Zustand er sich befindet. Die Schlussfolgerung aus Teheran ist eindeutig: Dies ist keine Islamische Republik mehr – es ist nun eine „Republik der Revolutionsgarden“.

Khomeini schuf einst einen dezentralen politischen und militärischen Machtapparat neben und hinter dem offiziellen Staatsapparat. Der Machtapparat sollte auch dann funktionieren und weiterwirken, wenn Khomeini selbst nicht mehr wäre. Nun haben die IRGC als militärischer Arm des Obersten (geistlichen) Führers, von ihm bewusst neben dem Militär, das damals noch Schah-treu war, geschaffen, in einem lautlosen Putsch die Macht ergriffen. Die IRGC hatten auch Mudschtaba Khamenei, von dem unsicher ist, wo er ist und wie es ihm geht, als neuen Obersten Führer gegen den Islamischen Wächterrat durchgedrückt.

Kommt es während des anhaltenden Golfkrieges nicht zu einem System-Wechsel in Teheran, werden die inneren Machtkämpfe in den alten Strukturen zunehmen und mit mal leisen, mal lauten Protesten auf der Straße und im Schutz von Beerdigungs-Zeremonien in den Zustand von Dauerunruhen und noch brutalerer Unterdrückung übergehen. Einen Zustand, der jede wirtschaftliche Erholung verhindert, und der von dem im Iran allgegenwärtigen Mossad jederzeit angefacht werden kann, wenn die US-Armada längst abgezogen ist.

Die Weichen für die Neuordnung der Großregion zwischen Pakistan und Israel sind unumkehrbar gestellt. Wie eindeutig Qatar teilnehmen wird, spielt in dem Stadium der Erweiterung der Abraham Accords keine Rolle mehr, nachdem sich die VAE und Saudi-Arabien klar positioniert haben und Ägypten mehrfach signalisiert hat, vom Iran-Hamas-Hizbollah-Houthi-Geflecht die Nase voll zu haben. Wie stark das bereits auf die Muslimbrüderschaft durchgeschlagen hat, ist schwer zu beurteilen, mehr als große Unruhe haben die Golfereignisse jedenfalls ausgelöst.

47 Jahre war das Mullah-Regime Zentrum des Terrorismus. Von der Bombardierung der US-Botschaft in Beirut 1983 bis zur Finanzierung der Hisbollah, der Hamas und Al-Qaida hat Teheran seine „Revolution“ in den Nahen Osten, nach Afrika südlich der Sahara und nach Lateinamerika exportiert. Der Gottesstaat setzt die Expansions-Koran-Ideologie des siebten Jahrhundertsfprt, den Dschihad (heiliger Krieg) mit der Vernichtung von Juden, Christen und allen anderen „Ungläubigen“.

Von Ayatollah Ruhollah Khomeinis Fatwas im Jahr 1979, die „Kurden als Ungläubige bezeichnet“, bis hin zu öffentlichen Hinrichtungen im Jahr 2025 für „Feindschaft gegen Gott“ oder „Korruption auf der Erde“ verkörpert der Iran diesen Terrorismus. Nach der Islamischen Revolution im Iran 1979 gab Khomeini mehrere Fatwas und Anweisungen heraus, die gewalttätige, oft tödliche Aktionen legitimierten und die Macht der Islamischen Republik durch systematisches Blutvergießen festigten. Diese Dekrete zielten auf politische Gruppen, ethnische Minderheiten und Einzelpersonen, die als „Verbreitung von Korruption auf der Erde“ oder „Allahfeinde“ gelten.

In diesen Tagen vollzieht sich – beispielhaft bei der Errichtung der Mautstelle in der Hormuz-Straße – der Übergang vom Gottesstaat mit dem Auftrag des Weltfeldzuges für den Islam zu einem ganz „normalen“ Schurkenstaat der IGRC-Junta. Das macht es den arabischen Nachbarn noch leichter, die alten Bande nach Teheran zu lösen. Einen echten Regime-Wechsel konnten America und Israel militärisch nie im Sinn haben, dazu wissen die Kundigen in beiden Ländern über den Charakter des Iran zu genau Bescheid. Was sie können, ist, mit der militärischen Infrastruktur des Iran die Machtbasis der Revolutionsgarden so zu schwächen, bis innerhalb des Iran mithilfe der Kräfte der iranischen Diaspora ein säkularer Machtwechsel stattfinden kann.

Dieser Zeitpunkt ist auch kein Tagesdatum, sondern ein Prozess, der auch bereits begonnen hat, der aber von außen nur ganz teilweise zu sehen ist. Je mehr Löcher die Internetsperre mit chinesischer Technik kriegt, desto mehr wird zu sehen sein. Es gab schon viele Ostern mit schlechterer Perspektive.

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Kommentare ( 166 )

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Deutscher
10 Tage her

Nun, man muß den Krieg nicht gut finden. Ich will ihn auch nicht. Aber wo er nun mal stattfindet, muß man sich eben entscheiden, wessen Kultur man lieber im eigenen Land hat: Die des Westens oder die des Islam?

Mir fällt die Entscheidung nicht schwer.

Last edited 10 Tage her by Deutscher
Deutscher
10 Tage her

Ich traue auch der „Diaspora“ nicht.

Rosalinde
10 Tage her

Was bedeutet das für die Juden im Iran? Ist deren Vertretung im iranischen Parlament nun obsolet?

Deutscher
10 Tage her
Antworten an  Rosalinde

Nein. Sie ist, was sie schon immer war: Fake.

Evero
11 Tage her

Diese Einschätzungen teile ich nicht. Das scheint mir sehr israelgefärbt und wunschdenkend.
Ich empfehle Glenn Diesens und Danny Haiphongs Interviews mit Prof. Marandi.
Ich glaube nicht, dass die jüdische Gemeinde im Iran nach diesem Angriffskrieg von Israel und USA noch gut gelitten ist im Iran. Man wird ihnen Kollaboration mit dem Feind vorwerfen.
Sanktionen und Krieg sind sicher kein geeignetes Mittel, um ein Regime religiöser Hardliner zur Mäßigung zu veranlassen.

giesemann
11 Tage her

TE lässt viele Wirrköpfe hier zu Wort kommen. Zu viele? So entsteht eben das Renommé „rechtsextrem“, „nationalistisch“. Aber vllt, ist das auch gut so, um so zu sehen, was für Hohlköppe es doch gibt. Wer sich angesprochen fühlt, der darf das.

Haba Orwell
12 Tage her

Böses Medium zitiert Tucker Carlson: „Die unipolare Welt war großartig, aber sie ist vorbei“

> „… Der US-amerikanische Journalist Tucker Carlson sieht in den aktuellen Entwicklungen in Iran weit mehr als nur einen regionalen Konflikt. Für ihn markieren die Ereignisse einen historischen Wendepunkt und das endgültige Ende des globalen US-Imperiums. …“

Ich erlebte bereits den Fall des Sowjetimperiums und jetzt ist das andere dran.

Turnvater
11 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Der Fall der UdSSR und des Ostblocks ging insgesamt gesehen glimpflich aus.

Der Zusammenbruch der Transenatlantiker und ihres Kolonialherren ist bereits blutig, und es wird noch schlimmer.

Deutscher
10 Tage her
Antworten an  Turnvater

Nun, Sie vergessen da was: Der Kommunismussozialismusbolschewismus war von vorneweg zum Scheitern verurteilt. Ein System, das die eigen Leute einsperren muß, damit sie nicht davonlaufen. Das sagt doch alles.

Turnvater
12 Tage her

TE sollte das Thema Außenpolitik streichen und stattdessen Kochrezepte oder Schminktips veröffentlichen.

Dabei kommt vermutlich sinnvolleres heraus.

Schwabenwilli
12 Tage her

Jetzt wird es spannend, der Iran fühlt sich fester im Sattel, lehnt Verhandlungen zur Waffenruhe ab.
Wenn es dumm läuft zerbomben die USA/Israel weite Teile der Infrastruktur des Iran der schießt auf die Golfstaaten die sich bisher nur mit Raketen und Drohnen Abwehr beschäftigt haben. Evtl werden die mit in den Krieg gezogen.
Am Ende haben die Iraner noch Raketen aber nix mehr zum beißen. Das kann jetzt eskalieren.
Ich bin guter Dinge.

Zum alten Fritz
12 Tage her

Nun ist das Mullah-Regime beendet und es ist auch wieder nicht recht. Nein die Machtverhältnisse sind im wesentlichen geblieben, die Gardisten sind der militärische Arm der Ajatollahs. Die sind genauso gläubige Schiiten und der religiöse Führer hat das letzte Wort. Ehemalige Gardisten verdingen sich in den verschiedensten gehobenen Jobs. Die lassen da wenig Luft an ihre Macht, nichts neues. In dem kleinen Land am Mittelmeer ist es ähnlich, dort halt aus der regulären Armee und Geheimdiensten. Übrigens in Tehran soll eine der ältesten jüdischen Gemeinden bestehen. Die sollen sogar alkoholische Getränke zum Eigenbedarf herstellen dürfen.

giesemann
12 Tage her

Man bedenke: Die Russen haben 1945 ff, paradoxerweise, die Deutschen vor Morgenthau gerettet und ihnen Marshal beschert. Rosinenbomber! Weißt du noch? So blöd kann man eigentlich nicht sein, aber … . Derzeit machen die Amis und die IDF nicht nur den Mullahs, sondern auch den Golfanrainern klar, wer ihr schlimmster Feind ist: Der Islam. Inshallah. Die Russen werfen sicher demnächst den Lenin ins Grab zum Verfaulen, endlich. Dann wäre der Westimport von 1917, also Marx&Engels, verschärft und russifiziert von diesem Lenin, endlich Geschichte. Noch grinst der denen balsamisch mitten in die Fresse. Aus seiner Gruft an der Kremlmauer. Mustafa Kemal,… Mehr