Blackbox KW 9 – Politik & Justiz „am unteren Rand“

Habeck stellte vorübergehend das Denken ein, Baerbock erklärt feministische WC-Planung. Und aus dem Berliner SPD-Milieu hören wir, den Grünen ist nicht zu trauen, und die eigenen Leute sind „ein Totalausfall“. Selbsterkenntnisse als erster Schritt zur Besserung?

Ist unser Energiegenie Robert Habeck ein Vollidiot? Diese Frage wird nun gerichtlich geklärt. Bekanntlich meinte Robert Habeck, Wirtschaftsminister von Zufalls Gnaden, dass etwa Bäckereien aufhören können zu produzieren, wenn das Gas zu teuer wird, deshalb aber nicht insolvent seien. Auf Twitter forderte daraufhin ein erzürnter Bürger (Bäcker?), „den Vollidioten aus dem Amt“ zu entfernen.

Selbst Bild fand Habecks Worte seinerzeit einen „ziemlichen Unfug“, aber Robert ließ die Justizia los. Ein Fall für die berühmte Hamburger Staatsanwaltschaft („Pimmel-Gate“). Natürlich wird der Übeltäter mit der vollen Härte des Rechtsstaats bestraft, denn ein Vollidiot ist unser Vize-Kanzler nicht, er hört nur manchmal auf zu denken.

♦ Wie bei seiner Ankündigung, den Einbau neuer Öl- oder Gasheizungen ab 2024 zu verbieten. Dummerweise gibt es für die 8 Mio. Gas-Etagenheizungen bisher keine brauchbaren Alternativen (Eigentümer-Verband). Wärmepumpen lassen sich in vielen Altbauten nicht einbauen (Städte- und Gemeindebund). Ganz abgesehen davon, dass im Land der importierten Fachkräfte weiterhin 250.000 Monteure, Estrichleger und Dachdecker für den Solarausbau fehlen (Branchenverband).

♦ Kaum aber ist die Energie wieder da, können Bäckereien Brot backen und Habeck konnte nochmal nachdenken, und schon dürfen alte Gasheizungen, die noch funktionieren, „drinbleiben“, so der Minister.

♦ Ein paar Häuser weiter, im Außenministerium, hat Annalena Baerbock unterdessen aufmerksamen Journos erklärt, was unter feministischer Außenpolitik zu verstehen ist. Also: Wenn in Nigeria ein zerstörtes Dorf wieder aufgebaut wird, planen Männer die Platzierung der Latrinen an den Rand des Ortes. Wegen des Geruchs. Feministische Außenpolitiker aber bedenken, dass Frauen dann nachts im Dunkeln … nicht auszudenken! Die anwesenden Reporter nahmen den Unfug auf, ohne Kopfschütteln, und das erscheint uns als das Hauptproblem.

♦ Aufatmen bei liberal-konservativen Beobachtern, weil Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey (Doktorin der Herzchen und Sternchen) in Koalitionsverhandlungen mit der CDU tritt. SPD-Analytiker hatten nämlich laut des parteinahen Redaktionsnetzwerk Deutschland festgestellt: „den Grünen ist nicht zu trauen“, und die SED sei „willens, aber nicht fähig“.

♦ Besseres kriegt die Berliner Union auch mit den Spezialdemokraten nicht. In einem „internen Thesenpapier“ findet sich die realistische Selbsteinschätzung, die (Berliner-) SPD sei „intellektuell ausgebrannt“, ihre Verkehrspolitik „orientierungslos“, die Bildungssenatorin „ein Totalausfall“. Die Wähler hätten „die Schnauze voll von SPD-Versprechungen. Es reichte einfach allen“. Gestatten Sie eine Anmerkung, Genosse Verfasser? Wie wäre es mit einem internen Thesenpapier zur Bundes-SPD. Sie können die Formulierungen beibehalten.

♦ Obwohl … halt! Unser SPD-Verteidigungsminister, den Annalena nicht mal vom Namen her kennt – sie nennt ihn „Boris Botories“ – soll nun, laut Infratest Dimap, Deutschlands beliebtester Politiker sein.

♦ Volker Wissing, FDP, bekommt Zuspruch, weil die endgültige Abstimmung über das Verbrenner-Aus in der EU verschoben wird. Ihm fehlen alternative Vorschläge. Wir empfehlen die Vertagung des Verbrenner-Aus bis ins Jahr 2070. Bis dahin soll auch der „Deutschland-Takt“ der Bundesbahn (ganz viele neue Züge, all pünktlich) stehen. Um dieses Jahrhundertprojekt zu verwirklichen, wurden bereits jetzt die Grundgehälter der Bahnmanager, zackig OFK („oberster Führungskreis“) genannt, um vierzehn Prozent erhöht.

♦ Nie ging es den roten Bonzen so gut wie als heute. Sie finden sogar Zeit, mit den Klimakindern gemeinsam für höhere Löhne und anderes Wetter durch Abschaffung des Autoverkehrs zu demonstrieren. Aber so langsam wird einigen der Gewerkschaftsführer, die sich prächtig an den Zitzen der Industrie nährten – allerdings nichts gegen deren Zerstörung durch ihre Gesinnungsgenossen in der Politik unternahmen – angst und bang. Der Betriebsrat von Bosch hat an zehn deutschen Standorten zu Betriebsversammlungen geladen, wo er dann das Fußvolk mit Pappschildern antreten lässt, auf denen der kindische Slogan „Bosch bleibt“ steht. Denn „die Arbeitnehmervertreter befürchten“, so der bayerische Staatsfunk, „einen massiven Stellenabbau durch das Aus des Verbrenners und (wegen) der Subventionspolitik in anderen Staaten“. Weisheit aus alten Tagen: Wer zu spät aufwacht, kriegt kein Frühstück mehr.

♦ Zwei evangelische Stiftungen haben erkannt, dass sich mit „mehrfach traumatisierten Geflüchteten“ deutlich mehr Geld machen lässt als mit Alten und Pflegebedürftigen. Also werden hundert, teils schwer malade Bewohner eines Heims im Berliner Wedding umgesiedelt, damit der Euro fließen kann durch die rotgrünen Pipelines bis in die frommen Kassen. Der evangelische Johannesstift, Betreiber der Pflegeeinrichtung „Pflege & Wohnen Schillerpark“, begründet den Schritt übrigens nicht mit Fernstenliebe geht vor Nächstenliebe, sondern mit „geplanten Pachtzinserhöhungen“. Nein, nein, widerspricht da der Vermieter, das Paul-Gerhardt-Stift, ebenfalls ein evangelischer Verein, „die Umnutzung … rührt aus den bestehenden Strukturen sowie den Bedarfen des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten“.
Das heißt in leichter deutscher Sprache wohl genau das: Nehmen ist seliger denn geben. Johannes 17;5 (anscheinend neuere Bedford-Strohm-Fassung)

♦ Berliner Clans haben bekanntlich viel Spaß mit der Justiz: Polizeischutz für Clanbrüder, schräge Beute-Deals, Stuhlkreise statt Knast, wer soll da nicht fröhlich sein? Auch ein dreißigjähriger Syrer, dank Merkel seit 2015 im Land, wird einen deutschen Richter jederzeit einem Scharia-Gericht vorziehen. Gerade erst ließ ein Dr. Hune vom Amtsgericht Osnabrück den Vergewaltiger einer 15-Jährigen nicht nur laufen (Bewährung!), sondern fand auch warme Worte für den Angeklagten. Für den spreche, dass er eine Wohnung und demnächst auch einen Job habe, und damit „auf einem guten Weg, hier ein ganz normaler Mitbürger zu werden.“ Außerdem, so der Doktor der Rechte, sei „die Intensität der Vergewaltigung“ aus „rein rechtlicher Sicht am unteren Rand“ gewesen. Rein menschlich am unteren Rand erscheint uns eher das Urteil zu sein, aber was verstehen wir schon? Über die Beratungen, die zum Urteil führten, kann Hune leider nichts sagen, aber „wir haben uns schwer getan“. Ach so, außerdem fand Richter Hune 3.000 Euro als Bezahlung des Mädchens angemessen. Weil der Vergewaltiger ja demnächst einen Job haben könnte.

♦ Wir haben auch gute Nachrichten für Frauen. So will unser Genosse Präsident Frank-Walter endlich auch modisch ein Zeichen setzen. Bislang waren die Verdienstkreuze, die er unters „Volk“ bringt, für Frauen viel zu klein – acht Millimeter kleiner als die der Männer – obwohl der Trend, siehe Madonna, eindeutig zu Großkreuzen geht. Nun sollen beide gleich groß sein.

Auch eine weitere Hemmschwelle wurde beseitigt. Die Anerkennung aus dem Hause Steinhauer & Lück in Lüdenscheid gilt nicht länger den „um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“. Es reicht, dass die Damen der Republik und ihren Parteien zu Diensten sind. Ein richtiger Schritt, handelt es sich ja auch jetzt schon eher um ein schickeres Parteiabzeichen, da hat das Volk nichts zu suchen. Kann man die alten, viel zu kleinen Volks-Kreuze umtauschen, Genosse? Wir fragen für eine Parteigenossin.

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 50 )

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Kassandra
11 Monate her

Hier noch der Nachfolger zum Heiko der Woche: Emily Vontz, spd. Die „Nachrückerin“ von der Saar in ihrem Element. Erinnert an Fester. Hört man den Clip ohne Ton ist es schon schlimm – aber mit Ton… https://twitter.com/mz_storymakers/status/1632130506367070209 Der Glottisschlag hat sie voll getroffen. Ist halt noch jung – da bestehen gegen solches und ähnliches noch wenig Abwehrkräfte. Ein Dr. Luetke kommentiert das mit der Debütantin so: „Emily #Vontz ist 22 Jahre alt und ohne abgeschlossene Ausbildung für #MINIster #Maas in der #SPD Seilschaft in den #Bundestag nachgerückt. Das Leben ist ein riesen #Spaß mit 10.323,29€ #Diät + 4.725,48€ steuerfreie #Kostenpauschale.… Mehr

Manfred_Hbg
11 Monate her

Zitat: „Natürlich wird der Übeltäter mit der vollen Härte des Rechtsstaats bestraft, denn ein Vollidiot ist unser Vize-Kanzler nicht, er hört nur manchmal auf zu denken.“ > Mhh, nachdem was unserer politische „Intelligenzbolzen“ Habeck (Grüne) so alles an „Weisheiten“ herausposaunt hat, da sollte dann aber zumindest Halbidiot passend und juristisch erlaubt sein. Hinzu wenn man hier dann auch mal bedenkt, was Bömerclown alles so in die Welt posaunen und wen alles wie betiteln darf. Nun ja, mit Blick auf Habeck’s „klugen“ Weisheiten bin ich nun ja wirklich mal gespannt wie das Gericht hier dann bezüglich des „Vollidiot’s“ urteilen wird UND… Mehr

CIVIS
11 Monate her

Zu Annalenas feministischer Latrinen-Politik in Nigeria:

Ein eher unscheinbarer, aber in meinen Augen wichtiger weil aktuell systemimmanenter Satz: […] „Die anwesenden Reporter nahmen den Unfug auf, ohne Kopfschütteln, und das erscheint uns als das Hauptproblem.“

Ein besseres Beispiel für weltbesten System- und Haltungsjournalismus lässt sich wohl kaum finden !

AnSi
11 Monate her

Diese Weisheit aus alten Tagen: „Wer zu spät aufwacht, kriegt kein Frühstück mehr.“ Werde ich mir als Spruch der Woche an die Pinnwand nageln! Danke dafür!!! <3
Der Dr. des Rechtes würde bei mir als Mutter/Vater des Mädchens ab jetzt gefährlich leben. Wie kann der sich morgens im Spiegel noch ansehen? Eine Vergewaltigung am „unteren Rand des Rechtes“? Was für ein menschliches ***!
Der wöchentliche Wahnsinn ist nur noch schwer zu ertragen. Gut, dass ich aus der Ferne zuschauen kann, was in Gagaland gerade alles NICHT funktioniert!

RHU
11 Monate her

Oh nein, die grünen und so mancher justiziabler Beamter in diesem unserem Land sind nicht inkompetent, sie haben einfach keinen Verstand. Ich vermute, der gröwaz (der größte Wirtschaftsmini aller Zeiten) und Konsorten haben noch nie selbstständig gedacht. Ich weiß nicht genau, bei wem und von wem sie denken lassen aber diese „Vordenker“ sind ganz bestimmt keine Leuchten.

Otis.P. Driftwood
11 Monate her

Wäre es möglich, daß der oben erwähnte Bäcker nicht wegen Beleidigung, sondern wegen Verrat eines Staatsgeheimnisses belangt wurde?

GeWe
11 Monate her

Man tut Robert Habeck unrecht, ihn als Dekonstruktionsminister zu bezeichnen, nur weil er die Verbrennerautos und Öl- und Gasheizungen verbieten will.
Wahrscheinlich auf Anraten von Uncle Sam tritt er jetzt als Förderer der Waffenindustrie auf und will zusammnen mit Pistorius 34 von Rheinmetall an die Schweiz gelieferte Leopard2 zurückkaufen lassen (Reuters 3.März). Der Schweizer Bestand beläuft sich auf 230 Exemplare (134 in Dienst, 96 eingemottet).
Die Jubelschreiber von T-online machten daraus gleich 320 rückzukaufende Exemplare. Nach Berichtigungshinweis verschwand die Meldung Stunden später, was aber die ARD-Hofberichterstatter nicht davon abhielt, den selben Blödsinn in der Tagesschau zu vermelden.

Schlagsahne
11 Monate her

Diese Klo – Nummer von Baerbock ist schon ziemlich verstörend: letztendlich unterstellt sie, dass die Nigerianer zu blöd zum Klobau sind- das ist Diskrimierung und Schwarzen- Bashing vom Feinsten!!!…
Dahinter ist kolonialistisches Denken und weiße Überlegenheit, also ein menschenverachtendes Weltbild, zu vermuten.

Gerhard S.
11 Monate her
Antworten an  Schlagsahne

Nicht nur das! Sie unterstellt den männlichen Nigerianern auch niedere Instinkte und Absichten, wo sie doch aus der gängigen Praxis in ihrem eigenen Land wissen müsste, dass es absolute Einzelfälle sind.

Bernd W.
11 Monate her

Fernstenliebe geht vor Nächstenliebe“ – eigentlich ein Bonmot des Humoristen, doch leider inzwischen auch allgegenwärtige Realität im Lande.

Dieter Blume
11 Monate her

Gut dass der arme 30-jährige jugendliche Syrer nicht illegal Schlitten gefahren ist oder verbotenerweise gegen die Regierung demonstriert hat. Das hätte ihn bis zu 25.000 EUR kosten können.