Britische Grünen siegen in Labour-Hochburg

Labour verliert eine einst sichere Bastion in Manchester an die Grünen. Nicht mit Klimathemen, sondern mit dem Versprechen illegale Migranten rundum zu versorgen. Keine Politik für Briten, die den ganzen Summs bezahlen sollen - die Grünen haben sich ein anderes Volk gewählt. Michel Houellebecq würde die "Unterwerfung" wohl als erfolgreich abgeschlossen bezeichnen.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Gary Roberts

In Manchester hat eine Parlamentsnachwahl die britische Parteienlandschaft einmal mehr durcheinandergewirbelt. Im Wahlkreis Gorton and Denton gewann die Green Party den Sitz im Unterhaus. Gewinnerin ist Hannah Spencer, die Grünen erreichten 14.980 Stimmen. Bemerkenswert ist nicht nur der Sieger, sondern die Reihenfolge dahinter: Reform UK kam mit 10.578 Stimmen auf Platz zwei, Labour mit 9.364 Stimmen nur auf Platz drei. Für Labour ist das in einem Gebiet, das lange als verlässlich „rot“ galt, ein politischer Rückschlag mit Signalwirkung.

Die Nachwahl wurde durch den Rücktritt des bisherigen Abgeordneten Andrew Gwynne ausgelöst. Britische Medien berichten, er habe wegen erheblicher gesundheitlicher Probleme aufgegeben. In der Analyse wird der Wahlkampf als Dreikampf beschrieben, in dem Labour von zwei Seiten unter Druck geriet: links durch die Grünen, rechts durch Reform. Als ein Faktor wird auch die starke Mobilisierung rund um den Gaza-Konflikt genannt, die in diesem Wahlkreis besonders wirksam gewesen sei.

Die Grünen traten dabei nicht nur als Protestadresse auf, sondern mit einem Paket, das Migration und Sozialleistungen eng miteinander verknüpft. Im Zentrum steht dabei das Versprechen, Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus nicht nur zu dulden, sondern unmittelbar materiell abzusichern. Dazu zählen Zusagen wie kostenloser Wohnraum und ein monatliches Einkommen auch ohne Erwerbsarbeit. Ergänzt wird das durch die Ansage, den Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem ab dem Moment der Ankunft zu öffnen.

Flankiert wird das Ganze durch Forderungen, die den Vollzug des Migrationsrechts deutlich schwächen würden: Einwanderungshaft soll enden, Arbeiten ohne Einschränkungen ermöglicht werden, und selbst nach einer Ablehnung im Asylverfahren soll eine Amnestie greifen.

Im Wahlkreis Gorton and Denton spielt auch die Demografie eine politische Rolle. Dort stellen Muslime nach Angaben zur Bevölkerungsstruktur rund 29,6 Prozent. Entsprechend stark war der Wettbewerb um diese Wählergruppe, zumal die Nachwahl in kurzer Zeit und mit hoher Mobilisierung einzelner Milieus entschieden wurde. Die Grünen haben diesen Hebel im Wahlkampf erkennbar genutzt. In der Ansprache wurden gezielt Themen gesetzt, die in muslimischen Communities besonders präsent sind, vor allem der Gaza-Konflikt und die Kritik an Labours Linie dazu. Dazu kam eine Kommunikation, die ausdrücklich auf diese Zielgruppe zugeschnitten war, statt auf klassische lokale Alltagsthemen.

Der Effekt war am Ende messbar: Labour verlor nicht nur Stimmen, sondern fiel in einem früher sicheren Sitz sogar hinter Reform zurück. Gleichzeitig konnte Reform zulegen, während die Konservativen weitgehend abstürzten. Das Ergebnis zeigt damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern eine Verschiebung, in der die Fragmentierung des Parteiensystems und die gezielte Milieuansprache immer öfter über Sieg und Niederlage entscheiden.

Es ist nicht mehr Politik für Briten, die arbeiten, Steuern zahlen und den ganzen Laden finanzieren sollen. Es ist Politik für Milieus, die man mit Sonderansprache und Maximalversprechen mobilisiert und die mit der einheimischen Bevölkerung ansonsten auch nichts mehr zu tun hat. Michel Houellebecq würde die „Unterwerfung“ als erfolgreich abgeschlossen bezeichnen.

Manchester zeigt, wie das Spiel inzwischen läuft: Wer die Rechnung zahlt, ist nur noch Hintergrundrauschen. Die Grünen haben sich erfolgreich ein anderes Volk gewählt.

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Kommentare ( 13 )

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Bernhardino
1 Monat her

Die Wahlbeteiligung lag bei 48%. Während Islam-Gläubige geschlossen zur Wahl gehen (praktizieren „Familienwahl“, da geht die Familie gemeinsam in die Wahlkabine und wacht über die richtige Wahl aller), bleibt der Engländer zuhause. „Die machen ja eh, was sie wollen“, „bringt nichts“ oder der dümmste Spruch „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten“. Wie in der BRD. Da sind halt die Islam-Gläubigen schlauer und werden deshalb auch gewinnen.
https://sciencefiles.org/2026/02/27/sectarian-vote-muslime-machen-wahlsieger/

Mr.Bolp
1 Monat her

Vor 4 Jahren noch Klempnerin, jetzt Abgeordnete und Groß-Lobbyistin für die milliardenschwere Asylindustrie und islamistische Staaten. Alles unter dem Deckmantel der Menschenfreundlichkeit. Und das Wahlvieh klopft sich dafür selbst auf die Schulter, während es zeitgleich das Geld aus der Tasche gezogen bekommt. Und da Hannah Spencer, wie alle anderen auch, keine Argumente hervorbringen kann für ihre Wohlstandsvernichtungspolitik (wie auch, gibt ja keine), werden alle die argumentieren können mal schnell zu Nazis und Staatsfeinden umdeklariert. Und so kann auch eine angebliche Klempnerin lange am Trog der macht kleben bleiben.

a.bayer
1 Monat her

Wir sollten nicht immer nur auf den „Michel“ schimpfen. Woanders sind sie noch bekloppter.

Last edited 1 Monat her by a.bayer
Biskaborn
1 Monat her

Eine Blaupause auch für Deutschland!

Sonny
1 Monat her

Und da habe ich in der jüngeren Vergangenheit die Briten noch gerühmt für ihren weisen Austritt aus der EU…
Nee.
Die Briten sind ja fast noch dämlicher als die Deutschen.

Astrid
1 Monat her

Ist doch alles super! Man hat sich an die Migration, sinkenden Lebensstandard, Gewalt im hohem Stil, an ein zutiefst gestörtes Königshaus, eine Politik, die Vergewaltigungen an jungen Mädchen durch muslimische Gangs sowie bis zur Halskrause im Epstein-Sumpf verstrickt ist, gewöhnt. Auf diesem Weg befindet sich DE auch, nur mit dem Unterschied, dass uns noch ein paar Zentimeter von diesen Verhältnissen trennen. Aber wir holen die Defizite schnell auf, darauf kann ich wetten!

zuerzavar
1 Monat her

Nach Manchester Kapitalismus kommt eben Manchester Wokismus.

Chrisamar
1 Monat her

Wir werden in Ba-Wü Cem Özdemir als Ministerpräsidenten präsentiert bekommen. Cem Özdemir verdankt seine politische Karriere der Gnade von Klaus Schwab. Cem Özdemir wurde über 6 Jahre vom WEF zum Young Global Leader ausgebildet. Zur Erinnerung: Klaus Schwab verdankt seinen persönlichen Wohlstand der Gnade Chinas. Cem Özdemir wird die Agenda 2030 / „The Great Reset“, das Diktat des WEF, fortsetzen und damit Ba-Wü auf den Stand von 1945 verbringen. Wohlstand wird erst in der übernächsten Generation wieder möglich sein. Dank neuer Technologien, die aber noch keiner kennt; Und Dank der gut ausgebildeten, syrischen Flüchtlinge. Das ist sein Auftrag. Dafür wurde… Mehr

Bernhardino
1 Monat her
Antworten an  Chrisamar

Özdemir wird nicht präsentiert, sondern von schlauen „Nie wieder“-Wählern und allen Nichtwählern gewählt. Diese beiden Gruppen sind dafür verantwortlich. Herr Schwab hat den lediglich aufgestellt. Ins Amt wird er von Wählern und allen Nichtwählern gebracht.

kb
1 Monat her

Dann können wir ja in Manchester jetzt in unsere Zukunft schauen 😁

thinkSelf
1 Monat her

„Die Grünen haben sich erfolgreich ein anderes Volk gewählt.“
Nö. Die Volltrottel (hier als „arbeitende und steuerzahlende Briten“ bezeichnet) haben sich in jahrzehntelanger harter Arbeit selbst abgeschafft. Insofern ist das Ergebnis nicht nur stringent, sondern auch zu tiefst verdient. Gilt auf dem Deppenkontinent „Europa“ aber nicht nur für GB.
Houellebecq hat das schlicht erkannt. Wobei dazu allerdings auch kein besonders hoher IQ notwendig gewesen ist.

Bernhardino
1 Monat her
Antworten an  thinkSelf

Genau richtig! Den der „„arbeitende und steuerzahlende Briten“ blieb schlicht zuhause. Wahlbeteiligung 48%.