Zweiwöchiger Waffenstillstand bei offener Hormus-Straße

Vermittelt wurde die Feuerpause vor allem durch Pakistan, offenbar unterstützt durch China. Trump berief sich auf Gespräche mit Premier Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir. Irans Außenminister Abbas Araghchi, gab im Namen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats eine entsprechende Erklärung ab.

Screenshot X / Your Favorite President

Einen zweiwöchigen Waffenstillstand hat US-Präsident Donald Trump heute Nacht  angekündigt. Voraussetzung sei die „vollständige, sofortige und sichere“ Öffnung der Straße von Hormus. Damit zog Trump wenige Stunden vor Ablauf seines eigenen Ultimatums zunächst zurück, nachdem er Iran noch mit der Auslöschung einer „ganzen Zivilisation“ gedroht hatte. Vermittelt wurde die Feuerpause nach übereinstimmenden Berichten vor allem durch Pakistan, offenbar unterstützt durch China. Trump berief sich dabei auch ausdrücklich auf Gespräche mit Premier Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir.

Trump wörtlich: „Dies wird ein beidseitiger WAFFENSTILLSTAND sein! Der Grund dafür ist, dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen haben und bei einer endgültigen Vereinbarung über langfristigen FRIEDEN mit dem Iran und FRIEDEN im Nahen Osten sehr weit fortgeschritten sind. Wir haben einen 10-Punkte-Vorschlag vom Iran erhalten und glauben, dass dies eine tragfähige Verhandlungsgrundlage ist.“

Nach Angaben der New York Times von heute Nacht soll Iran dem Vorschlag grundsätzlich zugestimmt haben. Drei iranische Funktionäre erklärten dem Blatt, der neue oberste Führer Mojtaba Khamenei habe den Plan gebilligt. Dennoch blieb noch unklar, ob und wie weit Teheran Trumps Bedingungen tatsächlich akzeptiert. Denn Trump selbst formulierte, die Vereinbarung gelte nur, sofern Iran der sofortigen Öffnung von Hormus zustimme. Gerade daran hatte Teheran bisher einen vollständigen Friedensschluss geknüpft, nicht bloß eine Waffenruhe.

Der zweiwöchige Waffenstillstand solle nach Worten des pakistanischen Premierministers, der als wichtiger Vermittler zwischen den USA und dem Iran fungiert, trotz anhaltender iranischer Angriffe mit ballistischen Raketen auf Israel sofort wirksam sein. Premierminister Shehbaz Sharif sagt, dass ihre Verbündeten „neben Teheran und Washington auch einem sofortigen Waffenstillstand überall, einschließlich Libanon und anderswo, zugestimmt hätten.“

Er lädt außerdem sowohl die USA als auch den Iran am Freitag „nach Pakistan ein, um weiter über ein abschließendes Abkommen zur Beilegung aller Streitigkeiten zu verhandeln.“ Er hoffe, dass die Gespräche „zu einem nachhaltigen Frieden führen.“
Auch die amerikanische Nachrichtenseite Axios berichtet, dass die erste Runde der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Freitag in Pakistan stattfinden könnte. Pakistan habe bereits Botschaften übermittelt und Donald Trump gebeten, sein Ultimatum an den Iran zu verlängern, die Straße von Hormus zu öffnen oder mit weiteren Angriffen auf zivile Infrastruktur zu rechnen.

In der Nacht gab es dann auch eine Erklärung des iranischen Außenministers Abbas Araghchi, die er im Namen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats abgab. Danach soll eine sichere Durchfahrt durch den Hormuz für zwei Wochen möglich sein. Wenn die Angriffe eingestellt werden, werden wir unsere Verteidigungsoperationen einstellen, so Aragchi.

Die Feuerpause verschafft beiden Seiten vor allem Zeit. An den Märkten sorgte die Aussicht auf eine Pause sofort für Bewegung: Nachdem US-Öl zuvor auf rund 113 Dollar gestiegen war, fiel der Preis im späten Handel wieder deutlich auf etwa 102 Dollar je Barrel. Militärisch blieb die Lage bis zuletzt brandgefährlich. Israel griff Brücken und Verkehrswege an, in Teheran flohen viele Einwohner Richtung Norden.
In der Nacht heulten in Israel die Sirenen auf, nachdem der Iran erneute ballistische Raketen auf Israel abfeuerte.

Zuvor hatte Trump den Ton noch einmal drastisch verschärft und Iran ultimativ gedroht. Sollte Teheran seine Forderungen bis Dienstagabend, 20 Uhr, nicht erfüllen, könnten massive Angriffe auf Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken folgen. Diese Rhetorik löste selbst bei Verbündeten scharfe Kritik aus. Die republikanischen Senatoren Lisa Murkowski und Don Bacon nannten Trumps Worte unangemessen und leichtsinnig. Aus dem demokratischen Lager kamen Forderungen, den Kongress sofort einzuberufen. Auch Tucker Carlson, Papst Leo XIV. und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni warnten vor Angriffen, bei denen iranische Zivilisten den Preis für das Regime zahlen müssten.

Als eher unbedeutende Randnotiz sei noch angemerkt, dass sich heute wohl Donald Trump mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Washington trifft. Der frühere Ministerpräsident der Niederlande kann gut als Grüßaugust aus dem vertrockneten Europa für TV-Bilder bewundernd zu Trump aufblicken.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 0 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen