Im South-Pars-Feld wird Irans und Katars Erdgasvorkommen getroffen

"Dieser Angriff stellt den endgültigen Auslöser für eine massive Eskalation des Energiekonflikts im Nahen Osten dar", warnt Francesco Sassi, Energie-Experte der Universität Oslo, auf X. Ein Angriff hat das South-Pars-Feld getroffen, das größte Erdgasvorkommen der Welt, das sich Iran und Katar teilen.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited

Seit diesem Militärschlag in der Nacht auf heute sollten Europas Regierungschefs und ihre Wirtschaftsminister mit vollem Einsatz versuchen, gewaltige Mengen an Erdgas für ihre Nationen zu ordern – nur so könnte noch eine Energie-Katastrophe im kommenden Winter verhindert werden.

Das in Flammen stehende Gasfeld South Pars liefert etwa 70 Prozent des iranischen Erdgases. Eine Vernichtung der Produktionsanlagen hat langfristige Folgen, weil Reparaturen Jahre dauern und Erdgas-Lager nicht einfach nachgefüllt werden. Dazu der Energie-Experte Francesco Sassi auf X: „Die rote Linie wurde überschritten: US-israelischer Angriff auf South Pars entfacht den globalen und totalen Energie-Krieg.“ Und er schreibt auch: „Wir befinden uns jetzt in einem Energie-Krieg, der zu einer nachfolgenden Energiekrise von katastrophalen globalen Ausmaßen führen wird.“

Auch Andres Cala, geopolitischer Analyst beim Energie-Intelligence-Unternehmen Montel News, warnt auf ABS News: „Der Angriff ist eine ernste Eskalation, Vergeltungsschläge auf die Golf-Staaten und auch israelische Produktionsanlagen werden folgen.“

Trump droht auch mit Angriff auf das iranische Gasfeld

Eine derartige Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie der Iran es noch nie zuvor gesehen hat“. Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.

Israel habe das South Pars-Gasfeld am Mittwoch „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen, schrieb Trump weiter. Die Vereinigten Staaten hätten nichts von diesem Angriff gewusst, Katar sei in keiner Weise daran beteiligt gewesen. Leider habe der Iran „ungerechtfertigt und unfair“ Katars Flüssiggasanlagen angegriffen.

 Er betonte, er wolle ein solches Ausmaß der „Gewalt und Zerstörung“ wegen der langfristigen Konsequenzen für den Iran eigentlich nicht anordnen.

South Pars ist nicht irgendein Gasfeld: Es liefert 25 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases, ein Viertel des globalen Energiebedarfs. Ein einziger Luftangriff beschädigte nun die Produktionsanlagen schwer. Ohne diese Erdgas-Lieferungen werden auch die Türkei und der Irak gezwungen, bei anderen Lieferquellen zu ordern, der Preis wird deutlich steigen.

Handeln Europas Regierungen nicht schnell, könnten die fast leeren Gasspeicher über die Sommermonate nicht mit den nötigen Gasmengen aufgefüllt werden – jeder weiß, was dies für den kommenden Winter bedeutete.

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Kommentare ( 40 )

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Wilhelm Roepke
26 Tage her

Sie schreiben, „jeder weiß, was dies für den kommenden Winter bedeutete“.

Dazu sage ich laut und deutlich: Nein, die meisten wissen es nicht!

Karl Schmidt
27 Tage her

Es ist verblüffend auf welchen verschlungenen Pfaden die widerwertige, kurzsichtige und verbohrte Politik von Steinmeier, die dem Iran Geld für Terror und Atomwaffenprogramme geliefert hat und die U.S.A. provozieren sollte, nun nach Deutschland zurückkehrt: Wir werden – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr teuer für unsere Versagerelite, die sich als Unseredemokratie auch noch zusammengeschlossen hat, zahlen.

Teiresias
27 Tage her

Jetzt wird die Weltwirtschaft genordstreamed:
Nach Klima, Corona und Migration erwartet uns die nächte künstlich herbeigeführte Grosskrise.
Trump hat sich austricksen lassen, seine Zeit läuft ab.
Er wird mit der Niederlage entweder abgesetzt, oder er wird zur lame duck.
Das Irandesaster droht zum Sieg der Hochfinanz-Globalisten über die Souveränisten zu werden.
Dafür stehen CBDCs in den Startlöchern, deren Blockchain auf den Rechenzentren laufen wird, die gerade vorgeblich für AI aus dem Boden gestampft werden.
Die totale Überwachungsdiktatur steht vor der Tür.
Own nothing, be happy.
Die WEF-Eliten stehen kurz vor dem Sieg.

Lepanto
27 Tage her
Antworten an  Teiresias

Der globale Überwachungsstaat ist integraler Bestandteil der „Pax Judaica“ (siehe dazu konzis bei „Propaganda & Co“ sowie ausführlich bei „Predictive History“ (Professor Jiang) auf YT).

Nibelung
27 Tage her

Die können es einfach nicht lassen und treiben die Eskalationsstufe immer weiter nach oben und wiegen sich dabei in falscher Sicherheit, denn wenn es zur totalen Auseinandersetzung kommt ist jeder erreichbar und man sollte sich nur an das Gespräch von Golda Meir erinnern, wo sie auf die Frage eines Journalisten mit ja anwortete ,als er sie zum Thema Einsatz der Atombombe fragte, wenn es ums eigene Überleben geht. In dieser Tradition wird der radikale Bibi nicht anders handeln und sein Gönner muß verrückt sein, wenn er sich damit selbst der Gefahr eines atomaren Angriffs ausgesetzt sieht und sie sollten äußerst… Mehr

Alf
27 Tage her

„Ist nicht unser Krieg“
Andere machen die Drecksarbeit und wir wundern uns, warum wir nicht am Katzentisch sitzen..
„Wir hätten abgeraten“.

Nur hatte niemand „wir“ gefragt.

Und was macht die Koalition der Wahlverlierer gegen steigende Energiepreise?

Merz: „Wir müssen über steigende Energiepreise sprechen“
Wer ist „wir“?
Mit wem soll gesprochen werden?
Ist das alles?

Marcel Seiler
27 Tage her

Im antiken Griechenland war Krieg zwischen den Stadtstaaten normal. Geächtet aber war das Vernichten von Ölbäumen und das Vergiften von Brunnen. Die alten Griechen wollten zwar Kriege führen, aber die Zerstörung ihrer gemeinsamen Lebensgrundlagen wollten sie nicht.

Vielleicht sollte eine solche Norm auch für Ölfelder gelten. Nicht nur wegen der Umweltschäden, sondern weil die Menschheit noch lange von diesen Energiequellen abhängt.

Ich halte den Krieg gegen den Iran für absolut gerechtfertigt. Ich hoffe, dass er mit der Vernichtung des Mullah-Regimes endet – und ohne die Zerstörung von Energievorräten, die die Menschheit noch lange brauchen wird.

Last edited 27 Tage her by Marcel Seiler
Lepanto
27 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

„Vielleicht sollte eine solche Norm auch für Ölfelder gelten.“

Jetzt will man also wieder Normen? Dabei belehren uns doch täglich zahlreiche TE Autoren und Leser, dass die regelbasierte Ordung auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.

Marcel Seiler
27 Tage her
Antworten an  Lepanto

Eine Welt ohne Normen gibt es nicht. Die Frage ist, welche Normen gelten sollen. Richtig ist, diejenigen Normen abzulehnen, die nur den Verbrechern nützen. Richtig ist, die einseitige Heranziehung von Normen abzulehnen, etwa dass man Israel ein Verhalten vorwirft, das die Hamas jeden Tag 1000 mal begeht. Richtig ist: Wer Kriegsrecht ewig bricht, kann sich nicht aufs Kriegsrecht berufen. Richtig ist es auch, die fälschliche Heranziehung von Normen abzulehnen, wie etwa die irrige Behauptung, dass ein menschheitsbedrohendes Regime durch das Völkerrecht geschützt sei. Dieser Missbrauch von Normen gehört in der Tat auf den Misthaufen der Geschichte.

Last edited 27 Tage her by Marcel Seiler
Lepanto
27 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

Ah, ich verstehe.

Dann gehört die Ermordung des Gesprächspartners während vorgetäuschten Vertragsverhandlungen auch zu den Normen, die Sie gelten lassen wollen?

Solche Normen meinen Sie also.

Marcel Seiler
26 Tage her
Antworten an  Lepanto

Lieber Lepanto: Wir sollten vielleicht nicht diskutieren, ob ich ein guter Mensch bin oder ob Sie mir Bösartigkeit unterstellen können, sondern welche Politik richtig ist.

Sagen Sie einfach, welche Normen Sie für richtig halten, um mit dieser Welt umzugehen und in ihr zu überleben. Persönlichen Angriffe wie die Ihren auf die Integrität von jemandem, den Sie überhaupt nicht kennen, bringen gar nichts.

Last edited 26 Tage her by Marcel Seiler
Haba Orwell
27 Tage her
Antworten an  Marcel Seiler

> Ich halte den Krieg gegen den Iran für absolut gerechtfertigt.

Und damit auch die Zerstörung der Olivenbäume bzw. Ölfelder? Auch diese Eskalation kommt vom Angreifer. Ferner wird noch von Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser berichtet, hier verzichtet Iran auf symmetrische Reaktion. Wieso soll dann gerade die zurückhaltendere Seite vernichtet werden?

Marcel Seiler
26 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Wie Sie den Iran, dessen Terror seit Jahrzehnten die Welt überzieht, als „zurückhaltend“ bezeichnen können, ist völlig unverständlich.

verifizierer
27 Tage her

Eine persönliche Analyse: Die ledigliche Fokussierung auf die Benzinpreise und leere Gasspeicher im Winter halte ich für eine Gesamtanalyse zur aktuellen Lageeinschätzung zu einseitig. Die überflüssige Diskussion während des Untergangs der Titanic ob die Reederei, der Kapitän, der Maschinist oder die Passagiere an dem Unfall Schuld sind ebenfalls. Das Israel und die USA wie von zahlreichen Kommentaren kolportiert blind in diesen Krieg gegangen sind weil sie angeblich „dumm“ sind bezweifle ich sehr. Energie wird für alles um uns herum benötigt und ein Mangel betrifft alle Bereiche der Produktion und des menschlichen Lebens !!! Es ist nicht auszuschließen das bereits im… Mehr

Uferlos
27 Tage her

Die Vereinigten Staaten hätten nichts von diesem Angriff gewusst, Katar sei in keiner Weise daran beteiligt gewesen.

Mr.Trump als Zaungast in seinem eigenem Krieg.

Franz Schroeder
27 Tage her

Da wird sich bei der Reiche nicht reichlich viel ändern. Sie ist ja nicht betroffen.
Es ist ja nur das dumme Volk. …und das soll halt solange Kuchen essen bis wieder Gas da ist.
Und da habe ich auch kein Mitleid…. zumindestens bei ca 75% nicht. In Baden Württemberg sogar 81,1 % nicht.
Die brauchen kein Gas und kein Öl, denn die wählen linksgrünversüfft und haben alle ein LASTENFAHRRAD.

Last edited 27 Tage her by Franz Schroeder
Johny
27 Tage her

Energie-Experte Francesco Sassi auf X: „Die rote Linie wurde überschritten: US-israelischer Angriff auf South Pars entfacht den globalen und totalen Energie-Krieg.“ – laut TKP war der Angriff durch die israelische Luftwaffe erfolgreich, aber nicht mit den USA abgestimmt. Trump soll getobt haben, als die Nachricht bis zu ihm durchsickerte, denn der Iran wird absehbar spiegelbildlich antworten.