Der Kampf ums Feuer

Holzöfen, Gaszentralheizung, Verbrennungsmotor, Rauchen, Feuerwerk, Schusswaffen. Nach Ansicht einiger im Westen ist Feuer die Quelle allen Übels. Wenn wir nicht aufhören, Feuer zu machen, ist das Ende der Zeit nahe.

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Auf der anderen Seite gibt es Feuerenthusiasten. Grillen, Holzöfen, Feuerstellen, Feuerwaffen und Autos mit großen Verbrennungsmotoren sind beliebter denn je. Sie wollen das Feuer brennen lassen. Bis in die höchsten politischen Kreise findet ein Kampf zwischen den Anti-Feuer-Leuten und den Feuer-Leuten statt.

Was unterscheidet Menschen von Tieren? Unser Gehirn hat es uns als einzige Spezies auf der Erde ermöglicht, das Feuer zu kontrollieren. Infolgedessen haben wir vor mehr als 400.000 Jahren eine Energiequelle außerhalb unserer Muskelkraft erschlossen. Die Energie, die uns zur Verfügung stand, gab uns die Gelegenheit, unser Roaming-Dasein aufzugeben und an einem festen Ort Landwirtschaft zu betreiben. Von dort wuchsen Dörfer, Städte und Reiche. Feuer brachte die Möglichkeit, zusätzlich zur Erfüllung unserer Grundbedürfnisse, Zeit für Erkundungen, Philosophie und Fußball zu sparen.

Prometheus

Die griechische mythologische Figur Prometheus kannte die Bedeutung des Feuers bereits. Er stahl es den olympischen Göttern zum Wohle des Mannes in seinen Augen. Dank des Feuers konnte der Fortschritt der Menschheit beginnen. Im Prometheus-Logo der Technischen Universität Delft brennt die Flamme weiter.

Das alte Rom liebte Feuer. Es gab ein Kollegium von Vestalinnen aus sechs (später sieben) Priesterinnen, die für das ewige Feuer im Tempel der Vesta sorgten. Der christliche Kaiser Theodosius I. setzte dieser heidnischen Praxis 381 n. Chr. ein Ende. Aber auch Christen nahmen das Feuer an, obwohl sie ambivalenter waren. Feuer wurde nicht nur ein geschätzter Begleiter, sondern auch ein Synonym für die Hölle, in der Sünder für immer brennen, ein Konzept, das Christen von griechischen Philosophen kopierten.

Im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen, wollen die Nachgriechen, Römer und Christen der EU, Greenpeace und viele Politiker auch an etwas glauben. Aber wo? Sie haben ihre Religion gefunden: das Feuer löschen.

Feuer ist falsch, weil es nicht gut für Menschen ist, sondern eher schlecht, so lässt sich der Glaube der Anti-Feuer-Leute zusammenfassen. Holzöfen beeinträchtigen die Luftqualität, Tabakrauch führt zu Krebs, Autos mit Verbrennungsmotoren und Häuser mit Gasheizung erwärmen die Erde und Feuerwerkskörper sowie öffentliche Feuer und Schusswaffen führen zu Verletzungen oder zum Tod. Die Nutzung des Feuers muss beendet werden.

Anti-Feuer-Leute

Die Anti-Feuer-Leute glauben, dass Menschen erst heilig werden, wenn das Feuer gelöscht ist. Schließlich bedeutet das Löschen des Feuers den endgültigen Sieg des Menschen über das Feuer. Vom unkontrollierbaren Flammenmeer über die Kontrolle des Feuers bis zum Löschen des Feuers. Laut Anti-Feuer-Leuten ist das der unausweichliche Weg der Zivilisation. Sie sind so fanatisch in ihrem Glauben, dass sie versuchen, alle in ihre Anti-Feuer-Kampagne zu zwingen. Und wer gegen sie ist, ist ein Sünder, ein Klimaleugner, ein Brandstifter.

Mindestens 400.000 Jahre Feuerbekämpfung, -förderung und -verehrung können jedoch nicht am Klimatisch durch staatliche Maßnahmen ausgelöscht werden.

Die Menschen haben ein Vertrauensverhältnis zum Feuer. Es ist ein Begleiter, der Komfort, Komfort und Wärme garantiert. Ohne Kontrolle über das Feuer hatten wir es zu kalt und waren zu hungrig in einer Höhle. Dank des Feuers arbeiten wir in gas- und kohlebeheizten Büros und Fabriken, in denen wir bequem mit einem benzinbetriebenen Auto nach Hause fahren, um nach einem Arbeitstag, an dem der Gasherd oder der Grill kocht, zurückzukehren. Uns ans Feuer setzen, nachdem man gute Dinge wie ein Glas Whiskey und eine Zigarre genossen hat.

Wer dies für ein unweigerlich verschwindendes Zeitbild hält und wem die technisch mögliche Feuerlosigkeit der Zukunft vorschwebt, unterschätzt vielleicht, wie sehr wir dem Feuer verpflichtet sind. Wir sehen das überall um uns herum. Autos mit großen Verbrennungsmotoren bleiben beliebt. Kamine, Feuerstellen und Grills gibt es in immer mehr Familien. Eine kleine Cateringfirma hat eine Terrasse mit Gas- oder Holzfeuern, signalisiert den Leuten: Hier ist die Hitze, hier muss man sein.

Das Buch „Der Mann und der Wald“ (2011) des norwegischen Autors Lars Mytting wurde in der westlichen Welt mehr als eine halbe Million mal verkauft. Das bestgesehene Fernsehprogramm im norwegischen Fernsehen wurde 2013 sogar von dem Buch inspiriert. Während des zwölfstündigen Programms war nur ein brennendes Holzfeuer acht Stunden lang sichtbar, während fast jedes norwegische Haus einen Holzofen hat und Holz der Hauptbrennstoff ist.

Gut Holz

In vielen Teilen Europas ist Holz in vielen Haushalten der primäre Heizstoff. Kohle und Braunkohle sind auch in niederländischen Haushalten auf dem Rückzug – vor allem, weil die Anti-Feuer-Leute die Steuern auf Gas ständig erhöhen. Und eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von heute, der Sport, ist immer von Feuer umgeben. Wo nur der Gewinner mit einem Feuerwerk belohnt wird, weil der Mächtigste, der Stärkste das Feuer kontrolliert.

Sogar das Rauchen scheint auf einer vorsichtigen Rückkehr zu sein. Pfeifenrauchen erfreut sich im gesamten Westen wachsender Beliebtheit. Österreich hatte sogar eine Pro-Fire-Regierung, die das Rauchen in Restaurants und Cafés weiterhin erlaubt. Dieses Rauchen braucht etwas mehr Aufmerksamkeit. Raucher werden manchmal von Anti-Feuer-Leuten bekriegt, weil Rauchen nikotinsüchtig macht. Das ist falsch. In ungefähr vier Tagen kann man sich von Nikotin befreien. Was Raucher lieben ist Rauch und das vorhergehende Feuer. Raucher und ehemalige Raucher sind zutiefst Feuerwehrleute, sie kontrollieren das Feuer. Rauchen ist nicht umsonst gleichbedeutend mit Frieden. Auch wenn Anti-Fire-Leute anders denken. Sie möchten dem friedlichen Raucher beibiegen, dass Rauchen ungesund ist. Da droht der Blutdruck des Rauchers tatsächlich in gefährliche Höhen zu steigen.

Der Kampf zwischen den Anti-Feuer-Leuten und den Feuer-Leuten führt immer zu großer Emotion. Es kontrolliert sogar die Politik im Westen. Donald Trumps Wähler lieben Feuer. Sie sind mit Kohleminen, Stahlwerken und Kleintransportern verbunden. Die Nicht-Feuer-Leute umgeben sich mit Elektrizität: Tesla, Apple und Sonnenkollektoren. Die Gelben Westen in Frankreich und anderswo sind ebenfalls Feuerwehrleute und rauchen Diesel, die ihre Beschwerden verstärken, indem sie Feuer in Eisenfässern brennen, um ihre Botschaft mit Rauchsignalen zu übermitteln.

Es ist ein atemberaubender Kampf zwischen den Feuerleuten und den Anti-Feuerleuten. Man kann nicht sagen, wer gewinnen wird. Die Bindung an das Feuer ist so groß, dass der Kampf ewig dauern kann.

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Kommentare ( 24 )

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Es ist ein atemberaubender Kampf zwischen den Feuerleuten und den Anti-Feuerleuten. Man kann nicht sagen, wer gewinnen wird. Die Bindung an das Feuer ist so groß, dass der Kampf ewig dauern kann.
Es werden die Feuerleute gewinnen. Nehmen sie den Anti- Feuerleuten das Feuer weg, dann werden diese nach Feuer winseln.

haha da fallen die Klimahysteriker von der Stange: habe 7 offene Kamine im Haus, plus Grillanlage plus Holzpizzaofen und ein 5 Liter Auto, nein nicht Verbrauch, sondern Hubraum! Jetzt platzt der Neid wieder aus allen Nähten. Zum Glück gibt es hier in dem Land keinen Kaminkehrer der einen dabei auch noch abkassiert. Das Beserl lasse ich selbst durch die Kamine durchrauschen. Feddich…und jetzt im Winter auf der Südhalbkugel rauchts halt schon ganz nett, das weht bis in die grüne DDR 2.0. Da wird Claaaudiiiaaah wieder entsetzt sein…

Man müsste die Sache eigentlich anders betrachten: Die steinzeitliche Tradition sich um das Feuer zu versammeln und seine Kraft zu nutzen, hat sich in die Zeiten der Überbevölkerung hinein erhalten.
Dewegen gibt es jetzt einfach gewisse Probleme mit der Menge. (die wir natürlich auch, pro Person, überaus erfolgreich massiv gesteigert haben)
Aber steinzeitliches Denken ist ja ohnehin in vielen Bereichen der treibende Faktor, genau so wie gewisse psychologische Zusammenhänge die man auch in der Affenwelt beobachten kann.

Die Beherrschung von Feuer hat den Mensch erst Mensch werden lassen. Ohne Feuer keine Metalle. Schneidwerkzeuge wie Schwerter, Beile, Messer, Scheren, alles wäre nicht zu gebrauchen. Denn ohne Feuer hätte man diese Metalle nicht härten können. Die wären unbrauchbar. Ohne Feuer würde es auch keine Motoren, Getriebe etc. geben. Das Härten der Teile erfolgt dass die Teile durch einen Ofen fahren, hinten glühend in ein Ölbad fallen. Nicht mal Kugellager hätten wir. Mit Feuer konnte man auch Fleisch haltbar machen durch räuchern. Sowas ist aber für Veganer nicht wichtig. Wer etwas von Co2 freier Produktion redet, wie bitte soll da… Mehr

demnächst baue ich mir noch eine Räucherkammer damit ich endlich meinen Schwarzwälder Schinken in weiter Ferne selber räuchern kann. So etwas Feines gibt es hier nämlich nicht. Veganer, rote Socken oder Grüne fliegen bei mir hochkant raus, falls sich mal einer bei mir verirren sollte. Aber die machen einen weiten Bogen um mich und das ist auch so gewünscht!

Die Christen haben das Konzept Hölle von den Griechen kopiert? Im Ernst? Haben Sie da Quellen? Schauen Sie, der einzige, der in der Bibel das Wort Hölle, gr. gehenna, benutzt, ist Jesus. Und einmal sein Bruder Jakobus in seinem Brief. Eine recht genaue Schilderung des Hades, (von dem die Gehenna nur ein Teil ist), liefert Jesus in Lukas 16. Durchaus lesenswert.

Tja, und das wo „Feuer“ erst für die Bekömmlichkeit der Nahrung sorgte. Kann ja der Grüne hier im Forum sofern sich einer verirrt seine Kartoffeln und seine grünen Bohnen gerne roh verzehren und schauen wir es ihm dabei so geht. Das Stück Fleisch oder von mir aus auch die proteinreichen Erbsen und weißen Bohnen, die rohe Milch und das rohe Ei. Naja, es spart CO2, und wenn es strikt eingehalten wird spart es in Zukunft noch viel mehr CO2. Denn das Atmen generiert ebenso diesen ach so schädlichen Stoff ohne Den Pflanzen einfach so eingehen. Die Bohnen und die Erbsen… Mehr
Es scheint insbesondere beim Buntesdeutschen ein tiefe Sehnsucht nach der guten, alten Zeit zu geben. Zurück in die Zeit als wir noch alle gemeinsam auf den Bäumen im Hambacher Forst saßen und uns gegenseitig die Läuse aus dem langen Haar pulten. Zurück in die Zeit als wir noch nichts vom Feuer wußten, noch nicht verschiedene Gase auseinander halten konnten, noch nicht in eine Baumschule gehen mußten, nicht einmal wussten ob wir Männlein oder Weiblein wären, geschweige denn irgendeiner Rasse mit nennenswerten Unterschieden, wie sie sogar bei Hunden und Katzen Anerkennung finden, angehören täten. Ein Teil von uns sehnt sich zurück… Mehr

Hinter dem grünen Duschvorhang herrscht Endzeitstimmung. Klima einfrieren bis in alle Ewigkeit. Die Menschen gleich noch dazu. Regungslos. Eingesperrt. Sogar das Sprechen wird in Bahnen gezwungen. Die Natur braucht uns nicht. „Wir“ stören nur und haben eigentlich auch nichts Kreatives mehr vor. Am besten abtreten! Die Grünen geben nichts.

„Rauchen ist nicht umsonst gleichbedeutend mit Frieden.“

Oder hat schon jemand eine Klopperei mit Zigarette im Mund, oder in der Hand, gesehen?
Ich noch nicht.

Doch, na klar: Bud Spencer z.B…..

Mir dünkt das eine fast vergessene Berufsgruppe bald in den heiligen Olymp der dt. Bewegung entsteigen wird. Diese Gruppe wird bald mit Befugnissen ausgestattet sein wie Agenten der CIA. Die Feuerwehrmänner stehen bereit! Sie sind die modernen Kreuzritter. Gegen die Flammen der Verdammnis.