Der Arday-Skandal und die Rache des akademischen DEI-Systems

Wer Plagiate aufdeckt und am DEI-Dogma rüttelt, riskiert inzwischen selbst die akademische Existenz. US-Forscher Nathan Cofnas entlarvte Jason Ardays Betrug – nun hat die Universität Gent ihn suspendiert. An ihrer Spitze steht eine grüne Rektorin und Transperson Petra De Sutter, die selbst erst vor kurzem mit erfundenen Zitaten in einer Rede Kritik auf sich gezogen hatte.

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Der Skandal um Jason Arday, das wurde schon früh klar, ging nicht um einen einzelnen Hochstapler, Plagiator und Lügenbaron. Er handelte vom System Universität allgemein, denn Arday hatte sich keineswegs am eigenen Schopf auf einen Lehrstuhl an einer der traditionsreichsten Hochschulen Großbritanniens gesetzt. Es war ein ganzes Professorenkollegium gewesen, das ihm willfährig huldigte und aus einem akademisch unbegabten „kritischen“ Rassentheoretiker einen Soziologen zu machen suchte. So äußerte sich Hillary Cremin, Leiterin der Fakultät für Erziehungswissenschaften in Cambridge, an der Arday für kurze Zeit war, begeistert über ihr Fakultätsmitglied. Arday sei einfach „der Beste“.

Erfundene Siege und Anspruch auf Safe Space
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Es handelt sich offenbar um ein System, in dem alle grundsätzlichen meritokratischen Begriffe von akademischer Leistung verblasst sind zugunsten einer global gewordenen „affirmative action“, die Angehörige bestimmter Gruppen bevorzugt, um eine Art von Repräsentation herzustellen, einen allgemeinen Wohlfühlraum an den Universitäten, der zugleich der Gesellschaft vorgeben soll, wie sie zu denken und zu leben hat. Es geht dabei nicht mehr um intellektuelle Brillanz, wofür eine Universität eigentlich gegründet wurde. Diesen Kritikpunkt hat auch die Philosophin Kathleen Stock wiederholt, die einst als Ketzerin gegen das Gender-Dogma aus der Universität von Sussex vertrieben worden war und seitdem zur viel gehörten Publizistin wurde.

Eine Harvard-Studie vertrieb Cofnas aus Cambridge

Am Ursprung des öffentlichen Skandals um Arday stand eine Wortmeldung von Nathan Cofnas. Und der scheint nun ebenfalls seinen Job an der Universität Gent zu verlieren. Im Juli hatte Cofnas öffentlich darauf hingewiesen, dass Jason Arday, das schwarze Wunderkind der Soziologie, ein heftiger Plagiator war – einer, dessen pseudo-akademische Plagiate über das normale Maß hinausgingen und der sich deshalb für eine „Story“ eignete, wie Cofnas in einem Interview sagte. Viele Passagen von Ardays Doktorarbeit waren „mit minimalen Änderungen“ aus anderen Werken übernommen, manchmal samt Rechtschreib- oder Interpunktionsfehlern.

Rache an Enthüller Cofnas
Auch Cofnas war früher wissenschaftlicher Mitarbeiter am Emmanuel College in Cambridge gewesen, und so hatte er wohl auch von den Plagiatsvorwürfen gehört, die an der britischen Uni umgingen. 2024 wurde er von der Universität entlassen, weil sein Blog die heilige Lehre von „Diversity, Equity and Inclusion“ (DEI) verletze. Er hatte unter anderem geschrieben, dass die Top-Universitäten der USA in einem meritokratischen System natürlich nur die besten Studenten nehmen würden und dass in diesem Fall die Zahl der schwarzen Studenten bei 0,7 Prozent liegen würde. Diesen Prozentwert hatte er natürlich nicht erfunden. Er stammt aus einer internen Studie der Harvard University.

Nun kam Cofnas’ Rache an Cambridge. Doch der DEI-Krake ist noch nicht tot, er hat seine Tentakel schon bis nach Gent ausgestreckt. Und so wurde Cofnas von seiner belgischen Universität suspendiert. Er selbst geht von seiner baldigen Entlassung aus. Damit würde Cofnas’ Karriere erneut auf dem Altar der „Vielfalt“ geopfert. Cofnas gilt als „rechts“ und ist schon daher das ideale Opfer einer links-woken Vertreibungsstrategie, sobald sich ein passender Anlass bietet. Auf der DEI-Gedenkveranstaltung für Arday in London wurde Nathan Cofnas von zahlreichen Rednern, darunter Labour-MP Diane Abbott, angegriffen und deutlich ins Visier genommen.

Ja zur akademischen Freiheit, aber …

Doch wer hat Cofnas suspendiert und wird ihn eventuell entlassen? Die Universität Gent wird geleitet von Petra De Sutter, einem biologischen Mann, der seit 2004 als Transfrau firmiert. In der Folge startete De Sutter auch eine politische Karriere, war Mitglied im belgischen Senat, dann „EU-Abgeordnete“ und bis 2025 „Ministerin“ für öffentlichen Dienst in der Regierung De Croo. Angeblich kam De Sutter zur Gynäkologie, weil ihn die Beeinträchtigung der Fertilität von Frauen durch Umweltgifte erzürnte. Das ist ironisch. Denn wenn De Sutter eine Hormonbehandlung durchlaufen hat, wie sie für Transpersonen üblich ist, dann dürfte auch er/sie heute unfruchtbar sein.

In einer „Mitteilung über die Achtung der Menschenwürde und Widerspruch gegen Diskriminierung“ schreiben De Sutter und Vizerektor Herwig Reynaert doppelzüngig: „Wir legen größten Wert auf die akademische Freiheit und eine offene akademische Debatte, auch bei umstrittenen Ansichten. Diese Freiheit gilt jedoch nicht unbeschränkt. Sie geht mit Verantwortung einher und kann zum Schutz der Rechte anderer eingeschränkt werden.“

Über der akademischen Freiheit stehen damit Werte wie die anfangs genannte „Achtung vor der Menschenwürde“ und die Gegnerschaft zu „Diskriminierung, Hass und Rassismus“. Es ist unklar, wie Cofnas gegen eines der beiden Kriterien verstoßen hätte, indem er schlicht auf Tatsachen hingewiesen hat wie die Plagiate von Jason Arday oder die Harvard-Studie zur „affirmative action“. Im übrigen stellt sich auch die Frage, warum die Universität Gent den US-Amerikaner zuallererst eingestellt hat, denn seine wissenschaftlichen Ansichten waren lange bekannt. Cofnas’ sogenannter „race realism“ verbindet ihn unter anderem mit Thilo Sarrazin, der sich auch nie scheute, den Zusammenhang von Herkunft und IQ zu benennen.

— Benjamin Ryan (@benryanwriter) August 20, 2026

Die Personalie De Sutter besitzt dabei noch eine besondere Pointe. Michael Shellenberger erinnert daran, dass ausgerechnet jene Rektorin gegen den Mann vorgeht, der Ardays Plagiate öffentlich machte, die selbst erst vor wenigen Monaten mit einem bemerkenswerten Fall akademischer Schlamperei aufgefallen war. Für ihre Antrittsrede hatte De Sutter generative KI benutzt und dabei frei erfundene Zitate unter anderem Albert Einstein und dem Psychologen Paul Verhaeghe zugeschrieben. Die Fehler bemerkte sie nicht; zunächst wurde der veröffentlichte Text stillschweigend korrigiert, wobei wiederum erneut Fehler entstanden. Erst nach Nachfragen eines Mediums ergänzte die Universität einen Hinweis. Besonders hübsch: In derselben Rede hatte De Sutter davor gewarnt, KI „blind zu vertrauen“, und erklärt, der Nutzer bleibe für falsche oder irreführende Ergebnisse selbst verantwortlich. Riesenpointe: Für Studenten kann unerlaubter KI-Einsatz in Gent bis zum Ausschluss von Prüfungen und in schweren Fällen sogar von der Universität führen.

De Sutters Verständnis davon, welche Stimmen eine Universität auszeichnen und welche sie loswerden sollte, zeigte sich ebenfalls erst wenige Monate zuvor. Gemeinsam mit den Rektoren der Universitäten Antwerpen und Brüssel verlieh sie der judenhassenden und hochumstrittenen UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese am 2. April 2026 die Ehrendoktorwürde. De Sutter pries Albaneses Arbeit ausdrücklich als „gut dokumentiert“ und „juristisch fundiert“ und verteidigte die Ehrung auch gegen öffentliche Kritik. Während Gent also Albanese mit akademischen Ehren überschüttete, wird nun ausgerechnet Cofnas suspendiert. Beweisführung abgeschlossen.

Warten auf die Revolution

So wie Arday wurde übrigens auch Petra De Sutter dabei erwischt, künstliche Intelligenz (KI) für die eigene Antrittsrede genutzt zu haben, wie die Brussels Times erst im Januar diesen Jahres berichtete. In der Rede kamen Zitate von Albert Einstein und anderen vor, die schlicht nicht existieren. Man nennt das „KI-Halluzinationen“. Der von Umweltgiften bewegten „Gynäkologin“ war das nicht aufgefallen. De Sutter ließ ihr Redemanuskript nachträglich korrigieren, allerdings waren auch diese Korrekturen wiederum fehlerbehaftet.

Cofnas begegnet der gegen ihn entfachten Hexenjagd nicht ohne Ironie. Er werde im Fall seiner erneuten Entlassung vermutlich wieder irgendwo forschen und warte im übrigen auf „die Revolution“. Danach werde er dann „Leiter der Abteilung für Eugenik und Rassenforschung an der Harvard-Universität“.

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