Starmer tritt, wie von Trump angekündigt, zurück

Keir Starmer sagt, seine Partei hat entschieden, er soll gehen, damit seine Partei bleiben kann. Der scheidende Premier spricht nur über Labour, nicht über die Briten. Der Staat erscheint als Besitz einer Partei, die sich nicht mehr die kleinste Mühe gibt zu verbergen, dass der Wähler für sie keinerlei Bedeutung hat.

IMAGO / i Images
Keir Starmer erklärt seinen Rücktritt, London, UK, 22.06.2026

Keir Starmer hat in einer kurzen Ansprache vor dem Amtssitz des Premierministers die Entscheidung seiner Partei verkündet, die seinen Rücktritt entschieden hat. Gleichzeitig erklärte er, die Labour Party habe entschieden, er solle bis Herbst, bis die Partei einen Nachfolger gefunden habe, im Amt bleiben. Er behauptete, diesem ein Vereinigtes Königreich in einem weit besseren Zustand zu hinterlassen als das übernommene. Eine Aussage, die im deutlichen Widerspruch zur Entscheidung seiner Partei steht.

 

Und so ging es in Starmers Rede eigentlich nur um die Befindlichkeiten seiner Partei, der Labour Party. Die Partei bestimmt den Nachfolger, die Partei habe festgestellt, dass er nicht mehr der Richtige auf diesem Posten sei – und das, obwohl das Land sich unter seiner Führung so unglaublich positiv entwickelt habe. Die Partei solle in eine möglichst gute Ausgangssituation für die nächste Wahl gebracht werden. Die Partei, die Partei, die Partei. Das ist selbst vor dem Hintergrund des britischen Systems arg viel Partei.

Von Wahlen und den Bürgern im Vereinigten Königreich sprach Starmer nicht. Die sollen nur genügsam und untertänigst erdulden, was sich die Partei, die Partei Starmers, die Labour Party, für sie ausdenkt.

Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte mit mehreren schweren Affären und einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Mehrere Mitglieder seiner Regierung mussten im Verlauf seiner Amtszeit bereits zurücktreten. Als die Partei erkannte, dass er immer mehr zur Belastung werden würde, war offenbar selbst ihm klar, dass er nicht Premierminister bleiben könne.

Matthias Nikolaidis schrieb in TE:

„Er war die ständige Verkörperung eines Skandals, der das Land nun seit Jahrzehnten heimsucht: die Affäre um die ,grooming gangs‘, jene Vergewaltigungsbanden von meist pakistanischstämmigen Männern, die leider überhaupt nicht weit in der Vergangenheit liegen, sondern weiterhin zur Realität von ,New Britain‘ gehören. Als Generalstaatsanwalt hatte Starmer die strafrechtliche Verfolgung dieser Fälle zumindest vernachlässigt, wenn nicht hintertrieben. Als Premierminister weigerte er sich lange, eine nationale Untersuchung in dieser Sache einzuleiten. Angeblich war schon alles auf anderer Ebene geklärt – in den Kommunen und bei den Gerichten“.

„In Wahrheit ist nichts geklärt. Die Verbrechen gehen immer noch weiter, weil die Behörden einfach keine angemessene Antwort auf das letztlich unbritische Phänomen finden. Die Polizei ebenso wie die Politik schauen mutmaßlich noch immer aktiv weg, weil sie sich mehr um den Ruf ihrer Städte oder um ihren eigenen Ruf als Antirassisten sorgen als um das Wohl teils sehr junger Mädchen, die von den Gangs ausgebeutet, narkotisiert und vergewaltigt werden.“

Ändern wird sich mit einem anderen Premierminister wahrscheinlich nichts. Denn, wie Starmer in seiner Ansprache deutlich zum Ausdruck brachte, ist es die Partei, die bestimmt. Und das Einzige, das für die Partei wirklich wichtig ist, ist, an der Macht zu bleiben und zu verhindern, dass eine dritte, eine andere Partei an die Macht kommt.

Bemerkenswert ist, wie offen Parteien mittlerweile den Staat als ihr Eigentum reklamieren. Die Frage, wann geht Merz, drängt sich auf, wann Sànchez und so weiter.

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Kommentare ( 12 )

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Juergen P. Schneider
28 Minuten her

Die Briten tasten sich bei der Frequenz der Regierungswechsel in Richtung der Verhältnisse vor, die früher einmal in Italien geherrscht haben. Der erste Angehörige des Versagertrios Macron, Merz, Starmer hat, bzw. wurde abgedankt. Wer wird der Nächste sein? Hoffentlich wird es unser langer Fritz, jener Mann mit dem lockeren Verhältnis zur Wahrheit, den keiner mehr ernst nimmt. Aber wer soll ihm folgen?

karlotto
28 Minuten her

Starmer geht , die Politik bleibt.

Montesquieu
39 Minuten her

Keir Starmer ist ein linker Jurist, der sein Leben lang linksjuristische Sachen gemacht hat. Soweit, so schlecht.
Starmer ist vor allem aber als damaliger „Director of Public Prosecutions“ der Hauptverantwortliche für die schändliche Ignoranz der britischen Staatsanwaltschaften gegenüber dem Massenmißbrauch britischer Kinder durch migrantische Banden gewesen.
Hierfür gehört er vor Gericht. Übrigens auch für die unter ihm als Premier nicht nur geduldete, sondern propagierte two tier-Politik.
Dass jemand mit Starmers Reputation für Labour überhaupt britscher Premierminister werden konnte, sagt alles über das aus, was aus Großbritannien geworden ist.

Aboriginal
39 Minuten her

Es ist nicht einmal die Partei, die gesagt hat, er soll gehen, sondern die Schmarotzer auf den Regierungs und Parlamentsbänken, die Angst um ihre Wiederwahl in drei Jahren haben. Die Partei spricht erst im Sommer. Die Situation ist so verfahren, dass auch eine neue Regierung nichts ändern kann, solange sie nicht die Ausgaben für den Sozialstaat zurückfährt. Noch höhere Steuern werden kein dringend benötigtes Wachstum erzeugen, nur den Verfall in die Zukunft fortschreiben. Damit legen die Parlamentarier den Grundstein für ihre Abwahl.

Logiker
45 Minuten her

tzzzz – immer diese Verschwörungstheorien, die Realität werden…….

Die Koalition der Willigen schrumpft – auch so ’ne VT dieser Kategorie.

Dorn
47 Minuten her

In Zeiten wo sich Politiker noch halbwegs dem eigenen Volk verpflichtet gefühlt haben sind sie mit sofortiger Wirkung zurückgetreten um Schaden von Land und der eigenen Partei abzuwenden. So hieß doch mal die politische Floskel. Naja, sei es wie es ist. Ich erwarte ungeduldig die Nachricht von Trump das Friedrich „der 20 prozentige“ Merz zurücktritt.

Marcel Seiler
50 Minuten her

Eine Grundlehre der Sozialwissenschaften ist: Die Interessen der Akteure müssen in Übereinstimmung sein mit Zweck, den sie erfüllen sollen, sonst klappt nichts. In den westlichen Demokratien ist es im Laufe der Zeit so gekommen, dass die Interessen der Politiker und der Parteien nicht mehr mit denen des Landes übereinstimmen; manchmal sind sie entgegengesetzt.

Das wird in diesem Artikel für Großbritannien beklagt. Es gilt ebenso für Deutschland. Das politische System ist kaputt.

Last edited 49 Minuten her by Marcel Seiler
Biskaborn
51 Minuten her

Was nützt es, den Mann an der Spitze auszutauschen wenn das gesamte Gebälk darunter morsch ist. Das ist in Deutschland, Frankreich Spanien ganz genauso, von Linken an den Abgrund geführte Staaten!

ceterum censeo
53 Minuten her

Er behauptete, diesem ein Vereinigtes Königreich in einem weit besseren Zustand zu hinterlassen als das übernommene.“ Das wird Pinocchio nach seinem Rücktritt von D auch behaupten. So ist das halt bei kognitiver Dissonanz…

Axel Fachtan
53 Minuten her

Wann kündigt denn jetzt im Gegenzug die europäische Scheinelite den Rücktritt des amerikanischen Präsidenten an?