Freibad-Verbot für Nicht-Schweizer aufgehoben: Jetzt wird doppelt gezahlt

Sexuelle Übergriffe, Polizeieinsätze, Hausverbote: Pruntrut zog Konsequenzen. Ausländer zahlen jetzt doppelt. Warum ist Schweizer Pragmatismus für Deutschland undenkbar?

picture alliance/KEYSTONE | P. Klaunzer

Im Schweizer Freibad von Pruntrut dürfen inzwischen wieder alle baden. Im vergangenen Jahr sperrte die Gemeinde ihr Freibad für Ausländer. Wer jetzt als Nicht-Schweizer hinein will, muss allerdings doppelt zahlen.

Andere Länder, anderer Durchgriff
Schweizer Gemeinde schränkt nach Übergriffen durch Ausländer den Zutritt für Badegäste ein
Pruntrut liegt nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Nachdem Freibäder in benachbarten französischen Regionen zeitweise geschlossen waren, strömten vermehrt junge Franzosen in die 6.000-Einwohner-Gemeinde. Es kam wiederholt zu sexuellen Belästigungen gegenüber jungen Frauen, zu aggressivem Auftreten und Verstößen gegen die Badeordnung. Wiederholt musste die Polzei anrücken, 20 Hausverbote wurden ausgesprochen.

Daraufhin zog die Gemeinde Konsequenzen: Menschen ohne Wohnsitz oder Arbeitsbewilligung in der Schweiz durften zeitweise nicht mehr hinein. In der aktuellen Saison hat sich das Freibad zu einem anderen Vorgehen entschlossen: Gäste ohne Wohnsitz in der Schweiz oder ohne Schweizer Staatsbürgerschaft sollen fortan doppelt so viel Eintritt zahlen wie Einheimische.

Erwachsene zahlen damit 15 statt 7,50 Franken, Jugendliche zehn Franken statt fünf Franken. Tickets gibt es nur online zu kaufen und am Eingang muss der Ausweis vorgezeigt werden.

Trotz Kritik der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, die ein pauschales Vorgehen gegen Ausländer als problematisch bezeichnete und stattdessen individuelle Maßnahmen gegen Störer forderte, ziehen die Betreiber eine positive Bilanz: Die Zahl der verkauften Saisonkarten habe sich nach den Maßnahmen mehr als verdoppelt.

Die schlafenden Deutschen

Die Schweizer reagierten lösungsorientiert auf die Situation. In Deutschland hingegen wäre ein vergleichbares Vorgehen undenkbar. Derartige Maßnahmen würden hierzulande wochenlange Diskussionen über Diskriminierung und Rassismus nach sich ziehen.

Dabei sind ähnliche Zustände auch in Deutschland längst Realität – auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen.

Im Sommer 2025 machten zum Beispiel Vorfälle im Barbarossabad im hessischen Gelnhausen Schlagzeilen. Dort wurden mehrere Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren sexuell belästigt. Tatverdächtig waren mehrere syrische Männer im Alter zwischen 18 und 28 Jahren. Zwei von ihnen wurden später angeklagt. Den Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, einer 13-Jährigen ans Gesäß, einer 14-Jährigen an Brust und Gesäß gefasst zu haben, sowie eine 15-Jährige im Wasser gegen ihren Willen festgehalten und an ihrem Bikinioberteil gezogen zu haben.

Der Prozess hätte eigentlich längst beginnen sollen, verzögert sich inzwischen jedoch seit Monaten. Angeblich wegen Erkrankung des Richters.

Kein Einzelfall. Bundesweit registrierte das Bundeskriminalamt allein im Jahr 2024 insgesamt 423 Straftaten in Hallen- und Freibädern sowie an allgemeinen Badestellen. Von den 367 ermittelten Tatverdächtigen waren 365 männlich und rund 65 Prozent besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Auch regional zeigt der Trend nach oben. In Bayern wurden 2022 noch 171 Sexualdelikte in Schwimmbädern und an Badestellen registriert, 2023 bereits 193 und 2024 schließlich 227 Fälle.

Anderes Land, die gleichen Sitten

Auf den ersten Blick wirkt es ungerecht, Menschen im Alltag nur aufgrund ihres Passes unterschiedlich zu behandeln. Dennoch ist es verständlich, dass die Schweizer Gemeinde so gehandelt hat, um der Probleme Herr zu werden.

Das Prinzip, dass Einheimische weniger zahlen als Ausländer, ist international keineswegs ungewöhnlich. In vielen Ländern zahlen Ausländer für den Eintritt in Museen, Sehenswürdigkeiten oder öffentliche Einrichtungen deutlich mehr als einheimische Besucher. Beispielsweise gelten im Ägyptischen Museum in Kairo günstigere Eintrittspreise für ägyptische Staatsbürger.

In solchen Fällen ist zwar häufig der Lebensstandard der Einheimischen durchschnittlich signifikant niedriger als jener der Touristen – anders als in der Schweiz. Doch auch vor dem Hintergrund, dass Bürger bereits durch Steuern und Abgaben öffentliche Einrichtungen mitfinanzieren, erscheint es auf den zweiten Blick deutlich weniger unfair, jene, die das System nicht mittragen, für ihre Teilhabe einen höheren Beitrag entrichten zu lassen.

Ein gutes Gewissen statt Sicherheit

In Deutschland geht man den umgekehrten Weg: Hier zahlen Millionen Bürger immer mehr Steuern und Abgaben, während inzwischen fast jeder zweite Bürgergeldempfänger keinen deutschen Pass besitzt. Bürger finanzieren das System, dessen Nutznießer zu einem signifikanten Teil nichts dazu beitragen, um es zu stabilisieren.

Vor diesem Hintergrund scheint der Pragmatismus der Schweizer durchaus nachahmenswert.

Doch den Deutschen ist ihr gutes Gewissen mehr wert als Sicherheit und Freiheit: Der geringste Anschein, zu diskriminieren, würde das eigene moralische Überlegenheitsgefühl schließlich deutlich einschränken. Darum diskutiert man hier lieber über Rassismus, anstatt Probleme, die vorrangig durch Migration entstehen, offen zu benennen und pragmatische Lösungen durchzusetzen.

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Kommentare ( 2 )

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mediainfo
1 Stunde her

Dabei sind ähnliche Zustände auch in Deutschland längst Realität – auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen.

Vor drei Jahren schon hat mir ein Einheimischer; ich war nur zu Besuch; hinter vorgehaltener Hand gesagt, welche Bäder im saarländischen Grenzgebiet im eigenen Interesse zu meiden sind, und wo man eine Chance hat, in Ruhe zu baden.

Last edited 1 Stunde her by mediainfo
joly
1 Stunde her

Wo in Deutschland kommen Ausländer über die Grenzen um in Schwimmbädern Frauen zu belästigen?
Wer hier als Belästiger auftritt sind vorwiegend Migranten muslimischen Glaubens und deren Nachwuchs