177 Millionen Euro für umstrittene Projekte in Nahost

Für Abfallrecycling, Förderung des ländlichen Raums, Unterstützung von belasteten Kommunen durch Flüchtlinge oder psychologische Hilfen für gewaltbetroffene Menschen vergibt die Bundesregierung sehr viel Geld deutscher Steuerzahler – in palästinensischen Gebieten, Libanon, Syrien und Jordanien.

picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Finanzminister Lars Klingbeil und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (beide SPD), 15.04.2026

In Deutschland explodieren die Sprit- und Energiepreise, brechen Brücken ein, Straßen und Schienen vergammeln, Kommunen gehen wegen anhaltender Flüchtlingsströme pleite, doch die schwarz-rote Bundesregierung verteilt wie die Ampel weiter freigiebig deutsche Steuermillionen in den Nahen Osten. Außenpolitisch gesehen fließen diese Gelder sogar in Regionen, die offen antisemitisch und antiisraelisch eingestellt sind.

„Die Merz-Regierung verschenkt 177 Millionen Euro Steuergeld an Jordanien, Libanon, Syrien und Gaza, obwohl Deutschland in Schulden ertrinkt!“, kritisiert Finanzexperte Hauke Finger von der größten Oppositionsfraktion im Bundestag im Gespräch mit Tichys Einblick die großzügigen Geldflüsse nach Nahost.

Der nordrhein-westfälische AfD-Bundestagsabgeordnete stellte daher eine schriftliche Frage (Nr. 04/0132 vom 14.04.2026) an die Regierenden, deren Antwort Tichys Einblick exklusiv vorliegt. Er wollte wissen: „Liegt der Bundesregierung eine Liste mit konkreten Projekten vor, in die die Mittel aus dem am 31. März 2026 in Jordanien angekündigten Hilfspaket von 177 Mio. Euro fließen sollen?“ Die Bundesregierung unter CDU-Kanzler Friedrich Merz hat auf die Anfrage des AfD-Finanzpolitikers Hauke Finger erschreckende Zahlen auf den Tisch gelegt.

„Als sogenanntes ‚Hilfspaket‘ fließen 177 Millionen Euro in eine lange Liste von absurden UN-, GIZ- und KfW-Projekten: ins Müllmanagement in Jordanien, in Bildungsprogramme für syrische Flüchtlinge, Unterstützungsmaßnahmen für Gemeinden in Syrien, um zusätzliche Belastungen durch Migration aus dem Libanon abzufedern, Beschäftigungsförderung in Gaza oder im Libanon, in Gewaltprävention und psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung für gewaltbetroffene Menschen auf der Flucht und strukturell diskriminierte Bevölkerungsgruppen“, zählt der studierte Bankbetriebswirt Finger gegenüber Tichys Einblick umstrittene Unterstützungen auf.

Doch all die Millionen Hilfsgelder halten Hunderttausende offensichtlich nicht davon ab, weiter nach Europa und vor allem ins freigiebigste Sozialsystem der Welt nach Deutschland einzuwandern.

Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fließen die hart erarbeiteten deutschen Steuermillionen konkret in folgende Projekte.

Jordanien:

  • 6 Mio. Euro Aufstockung für das GIZ-Vorhaben „Cash for Green Services“, ein Cash for Work-Programm im Abfall- und Recyclingmanagement
  • 7,5 Mio. Euro für das GIZ-Neuvorhaben „Perspektiven für Wiederaufbau und Resilienz für syrische Flüchtlinge, Rückkehrwillige und aufnehmende Gemeinden in Jordanien“
  • 36,5 Mio. Euro Aufstockung für das KfW-Vorhaben „Verbesserter Zugang syrischer Flüchtlingskinder zu formaler Bildung in Jordanien III“
  • 22 Mio. Euro Aufstockung für das KfW-Vorhaben „Wasserressourcen-Management-Programm VIII“

Libanon:

  • 10 Mio. Euro für das World Food Programme (WFP) zur Unterstützung des Shock Responsive Safety Nets der Regierung
  • 10 Mio. Euro Aufstockung für das KfW-Vorhaben „UNICEF Unterstützung des libanesischen Bildungsprogramms (TREF)“
  • 12 Mio. Euro Aufstockung für das KfW-Vorhaben „UNICEF WASH-Energy Nexus, Phase III“
  • 12 Mio. Euro für das KfW-Neuvorhaben „ACF Ländliche KMU- Förderung“
  • 15 Mio. Euro Aufstockung für das KfW-Vorhaben „UNRWA Beschäftigungsförderung palästinensischer Flüchtlinge, Phase VII“
  • Insgesamt 9 Mio. Euro Aufstockung für die GIZ-Vorhaben „Unterstützung benachteiligter, peripherer Nachbarschaften durch Cash-for-Work Maßnahmen im Libanon“ sowie „Stärkung sozialer Kohäsion und Ko-Existenz im Libanon“
  • 2 Mio. Euro Aufstockung für das GIZ-Vorhaben „Gewaltprävention und MHPSS für gewaltbetroffene Menschen auf der Flucht und strukturell diskriminierte Bevölkerungsgruppen“

Libanon / Syrien:

  • 5 Mio. Euro für Unterstützungsmaßnahmen von WFP für aufnehmende Gemeinden in Syrien, um zusätzliche Belastungen durch Migration aus dem Libanon abzufedern

Palästinensische Gebiete:

  • 10 Mio. Euro über die KfW für ein UNDP-Programm zur Beschäftigungsförderung und zur Verbesserung lokaler Dienstleistungen im Westjordanland
  • 10 Mio. Euro über die KfW für ein UNDP-Programm zu Early Recovery Programm in Gaza (für Übergangsunterkünfte und die Wiederherstellung dazugehörender Basisinfrastruktur)
  • 6,5 Mio. Euro für Maßnahmen des WFP, u.a. zum Training junger Menschen in der Lebensmittelproduktion (Gaza und Westjordanland)
  • 3,5 Mio. Euro für ein Vorhaben der GIZ zur Stärkung beruflicher und wirtschaftlicher Perspektiven junger Menschen in Ost-Jerusalem
Stattdessen schließen Krankenhäuser in Deutschland

Die freizügige Vergabe von 177 Millionen deutscher Steuergelder von hart arbeitenden Bürgern kann Hauke Finger angesichts völlig überschuldeter Kommunen hierzulande durch die anhaltende Flüchtlingswelle überhaupt nicht verstehen: „Während die Millionen im Nahen Osten versickern, kommen trotzdem weiter tausende Migranten illegal von dort hierher. Wo bitte ist da der Nutzen für die deutschen Steuerzahler?“

Der entwicklungspolitische Sprecher Rocco Kever der AfD-Bundestagsfraktion ergänzt gegenüber Tichys Einblick: „Die Merz-Regierung gibt weiterhin das Geld der deutschen Steuerzahler mit vollen Händen aus, während in Deutschland Krankenhäuser schließen, Schulen marode sind und Rentner auf Tafeln angewiesen sind.“

Mit diesem 177-Millionen-Paket werde erneut vor allem in Regionen investiert, die Deutschland massiv mit Migration belasten. „Die Bundesregierung verschleudert deutsche Steuergelder in hochproblematischen Krisengebieten, anstatt die Mittel priorisiert für die eigenen Bürger einzusetzen“, kritisiert Kever.

In seiner Antwort an den AfD-Bundestagsabgeordneten Hauke Finger versicherte der zuständige Parlamentarische Staatssekretär Johann Saathoff (SPD) zwar: „Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird die Mittelverwendung dieses Unterstützungspakets überprüfen.“

Doch wer will denn in dem Chaos von Palästina, Libanon und Syrien genau überprüfen, wohin die deutschen Millionen genau hingegangen oder gar verschwunden sind? Da kann man auch gleich eine Nadel im Heuhaufen suchen.

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Kommentare ( 23 )

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Sterling Heights
18 Minuten her

Wenn das Ziel ist, eine Verarmung der meisten Buerger herbeizuführen, damit sie zu treuen kriegstauglichen Deppen werden, macht der Hofstaat nach dem Vorbild des Sonnenkoenigs Louis 14. alles richtig. Ein Problem könnte nur die Islamisierung werden. Aber nicht fuer Merz, Klingbeil und Co. 🏝️ ✈️ 🛩️ 🌅

Chrisamar
51 Minuten her

Etwa 1157 Mitarbeiter beschäftigen sich im Bundesministerium für Entwicklungshilfe an 2 Standorten, Berlin und Bonn. Das verursacht so hohe Reisekosten, dass diesem Bundesministerium für 2026, ein Etat von:
€ 10,06 Milliarden
Zur Verfügung gestellt wurde.
KI_ „Das Gesamtvolumen der Entwicklungshilfe 2026:  Die Gesamtsumme der offiziellen Entwicklungshilfe (ODA) für 2026 dürfte unter den Werten der Vorjahre liegen, in denen teilweise über 30 Milliarden Euro erreicht wurden.“
Erinnern wir uns an 2023. Damals wurden € 62 Mrd „Entwicklungshilfe“ aus Deutschland ins Ausland transferiert.
Wie hoch das Gesamtvolumen 2026 sein wird, dürfen wir noch nicht erfahren. Warum eigentlich nicht?

humerd
1 Stunde her

Lars Klingbeil: alles Milchmädchenrechnung

GermanBloke
1 Stunde her

Es ist doch völlig egal, wo sie das Geld der deutschen verjubeln. Das Ergebnis wird immer Unheilig sein.

Lars Baecker
1 Stunde her

Wer kontrolliert eigentlich, ob die Mittel, die da nach Afrika oder sonstwohin fließen, überhaupt zweckgentsprechend eingesetzt werden und nicht in die Hände der Herrscherhäuser oder in Waffen investiert werden? „Müllmanagement in Jordanien“? Das hätte nicht mal meine Oma geglaubt, wenn der Pfarrer das von der Kanzel gepredigt hätte.

lavoyageuse
1 Stunde her
Antworten an  Lars Baecker

Niemand kontrolliert irgendetwas. Deutschland das Paradies der Betrüger, der Sozialgeld Abgreifer, der Geldwäscher, der Profi Museums Einbrecher, der brutalsten Vergewaltiger… usw. Seit 2015 weltweit bekannt, deshalb sitzen weitere Millionen auf ihren Rucksäcken, um in das gelobte Paradies zu kommen. Europa = der einzige „Kontinent“ auf diesem Planeten ohne jegliche Kontrolle für irgendetwas. Akzeptanz der Europäer: grenzenlos.

Ralph Martin
1 Stunde her

Der Herr Finanzminister sieht auf jedem Foto wie ein gerade aufgestandener und überforderter Grundschulen-Assistenzlehrer im Anzug aus.

Endlich Frei
2 Stunden her

…wir dürfen nicht vergessen: Der Tunnelbau in Gaza kostet schließlich auch jede Menge Geld. Und die Waffen kommen extra. Aber warum man auch noch Geld nach Syrien schickt, wo doch inzwischen 50% unseres Sozialstaats für Nichtbürger drauf geht, ist mir schleierhaft: Ich finde, sie werden in Deutschland schon gut genug versorgt. Es sei denn, man mindert die Bezüge in der Höhe der Entsendung von Entwicklungshilfe in diese Länder. Alles andere wäre ungerecht. Erst gestern beobachtete ich eine ca. 50 Jahre alte Deutsche, wie sie versuchte aus einem Altkleidercontainer alte Kleider zu ziehen. Als Personen sich dem Container näherten, zog sie… Mehr

Kassandra
2 Stunden her

Mediation tut dort dringend Not!
Aber u.a. Hochzeitsfeiern wie in GAZA gibt es jetzt auch bei uns – allerdings bislang unbebildert: https://x.com/visegrad24/status/2048704553508389250
Und ob die sich einsichtig zeigen können? Ich glaube eher nicht.

OJ
1 Stunde her
Antworten an  Kassandra

Mit all ihren Kommentaren hier bei TE haben sie sich die Antwort doch schon selber gegeben ❗

OJ
2 Stunden her

Unfassbare Summen für Ausländer im Inland.
Unfassbare Summen für Ausländer im Ausland.
Unfassbar erbärmlich ❗

Marcel Seiler
2 Stunden her

Mit vielem von dem Geld werden, so meine starke Vermutung, Waffen gekauft, die dann gegen Israel eingesetzt werden (sollen).

Die meisten vergessen dies: Wenn Hilfe notwendige Ausgaben des Empfängers ERSETZT, dann kann der Empfänger mit dem durch die Hilfe ersparten Geld Waffen kaufen. Beispiel: Deutschland bezahlt medizinische Leistungen im Gaza-Streifen. Ergebnis: Die Hamas braucht das nicht zu tun. Sie kauft mit dem gesparten Geld Raketen und beschießt Israel. Dann hat, im Endeffekt, Deutschland diesen Raketenbeschuss bezahlt, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht.