Selenskyj droht Orbán mit Militär

Gestern geschah das bisher Undenkbare, der Präsident eines Staates, der Mitglied der EU werden möchte und seit vier Jahre von der EU und vor allem von Deutschland unterstützt wird, droht einem EU-Mitglied mit dem Einsatz von Militär.

IMAGO / Avalon.red

Das sind die Fakten: Gestern berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax: „Die Ukraine hofft, dass „eine Person“ in der Europäischen Union die Auszahlung von 90 Milliarden Euro an EU-Reparationskrediten nicht blockiert, andernfalls werde die Nummer dieser Person den ukrainischen Streitkräften mitgeteilt, „sollen sie ihn anrufen und in ihrer eigenen Sprache kommunizieren“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Wir hoffen, dass niemand in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro blockiert, oder zumindest nicht die erste Tranche, damit die ukrainischen Soldaten bewaffnet werden können. Andernfalls geben wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte weiter – an unsere Leute, damit sie ihn anrufen und in ihrer Muttersprache mit ihm kommunizieren können“, sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen. Der Präsident merkte außerdem an, dass die Ukraine etwa 1,5 Monate benötige, um technisch in der Lage zu sein, mit den Reparaturen an der Druschba-Ölpipeline zu beginnen, aber er sei sich nicht sicher, ob „dies für diese Person ausreiche“.

Der ukrainische Präsident droht dem EU-Mitglied Ungarn nicht nur mit militärischer Gewalt, sondern mischt sich massiv in den Wahlkampf des EU-Mitgliedes Ungarn ein, denn die Zeit, die Selenskyj angeblich benötigt, um mit Reparatur der Drushba zu beginnen, entspricht exakt der Zeitspanne bis zu den ungarischen Wahlen. Nur ein Zufall? Dagegen spricht, dass Selenskyj den Zugang von Inspektoren zur Stelle, an dem die Pipeline nach Selenskyj Angaben zerstört worden sei, bisher verweigert.

Die Meldung von Interfax wurde von der Evropeiska und der Ukrainska Prawda verbreitet und auch von deutschen Medien übernommen. Das sind die Fakten.

Regierung und Opposition in Ungarn haben die Drohung mit militärischer Gewalt verurteilt. Orbáns Sprecher Zoltan Kovacs schrieb auf X: „Diese Drohungen und Erpressungen von Selenskyj gehen weit über jedes akzeptable Limit hinaus“ und Viktor Orbán kommentierte: Die Drohungen von Präsident @ZelenskyyUa richten sich nicht gegen mich. Er bedroht Ungarn. Zu seinem Unglück kann er mich nicht daran hindern, ungarische Familien zu schützen.“

Auch der Gegenkandidat Peter Magyar von Tisza verurteilte Selenskyjs Drohung: „Die Energieversorgung Ungarns ist eine nationale Frage, die über Parteipolitik und Wahlkämpfen steht. Ich erwarte von der Führung der Europäischen Union, dass sie alle Beziehungen zur Ukraine abbricht, solange Präsident Selenskyj seine Worte nicht klarstellt und sich bei allen ungarischen Staatsbürgern für seine Äußerungen entschuldigt.“

Das sind die Fakten.

Bisher war kein Statement der EU oder des deutschen Außenministeriums zu finden. TE fragte deshalb in Berlin und Brüssel nach, wie die Europäische Union und Deutschland diese Drohung einschätzt.

TE berichtete: Laut Selenskyj erwartet die Ukraine ein Treffen des Europäischen Rates am 19. März und rechnet mit einer positiven Entscheidung in Bezug auf die 90 Milliarden Euro. m„Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden oder die erste Tranche von 90 Milliarden nicht blockieren wird und die ukrainische Soldaten Waffen erhalten werden. Andernfalls geben wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte, unsere Jungs weiter. Sollen sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer eigenen Sprache reden“, sagte Selenskyj nach einem Bericht der „Ukrainska Prawda“ im Anschluss an eine Regierungssitzung in Kiew.

Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte die Hoffnung, dass die Blockade des EU-Kredits in Höhe von 90 Milliarden Pfund durch eine einzelne Person – gemeint war der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán – beendet werde. Andernfalls drohte er, die Adresse dieser Person den ukrainischen Streitkräften zu übermitteln.

Quelle: Selenskyj während einer Pressekonferenz am Donnerstag, berichtet „European Prawda“ unter Berufung auf „Interfax Ukraine“.

Details: Der Präsident sprach über die Notwendigkeit einer Anzahlung der Ukraine für die in Schweden und Frankreich bestellten Gripen- und Rafale-Kampfjets.

Selenskyjs wörtliche Aussage: „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Pfund nicht blockiert, oder zumindest nicht die erste Tranche, damit die ukrainischen Soldaten ihre Waffen erhalten. Andernfalls – wir übermitteln die Adresse dieser Person unseren Streitkräften, unseren Jungs – nein.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er hoffe, dass „eine bestimmte Person“ in der EU (eine Anspielung auf den ungarischen Ministerpräsidenten Wiktor Orbán) die Blockade eines EU-Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine beenden werde, andernfalls werde er möglicherweise die Kontaktdaten dieser Person an die ukrainischen Streitkräfte weitergeben.

Quelle: Interfax-Ukraine , eine ukrainische Nachrichtenagentur, zitiert Selenskyj auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 5. März, wie von der europäischen Zeitung Prawda berichtet.
Details: Selenskyj hatte darüber gesprochen, dass die Ukraine Vorauszahlungen für die bei Schweden und Frankreich bestellten Gripen- und Rafale-Kampfflugzeuge leisten müsse.

Zitat: „Wir hoffen, dass eine bestimmte Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro, oder die erste Tranche der 90 Milliarden Euro, nicht blockiert und unsere Verteidiger nicht bewaffnet werden. Andernfalls werden wir die Adresse dieser Person unseren Streitkräften, unseren Jungs, geben, damit sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Muttersprache sprechen können.“

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Kommentare ( 101 )

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Teiresias
6 Stunden her

Und wenn er in Absprache mit UvdL handelte?
Was würde uns das über die Natur des EU-Projekts sagen?

Last edited 6 Stunden her by Teiresias
what be must must be
7 Stunden her

So – jetzt ist das Maß voll. Was glaubt der eigentlich, wer er ist? . . .

Haba Orwell
6 Stunden her
Antworten an  what be must must be

Bald hoffentlich vorbei, zumal am Golf der Epsteinische Westen noch schneller entwaffnet wird: „Ukraine als großer Verlierer im Golfkrieg?“ > „… Irans Gegenreaktion auf die US-israelischen Angriffe setzt die Golfstaaten massiv unter Druck. Laut Selenskyj sind in nur drei Tagen im Iran-Konflikt mehr als 800 Patriot-Raketen verbraucht worden – mehr, als die Ukraine seit 2022 insgesamt erhalten hat. … Die Produktion von PAC-3-Raketen (ca. 550–600 pro Jahr bei Lockheed Martin) reicht schon lange nicht aus, um den Bedarf zu decken – geschweige denn Ukraine, die Golfstaaten und die USA gleichzeitig zu versorgen. … Vor dem Iran-Krieg dürften US-Vorräte bei etwa… Mehr

Last edited 6 Stunden her by Haba Orwell
Ornhorst
2 Stunden her

Die Verteidigung der Ukraine ist eine Investition in unsere eigene Sicherheit.
Geht die Ukraine unter, d.h. gerät unter die Gewaltherrschaft der Russen, können wir uns ziemlich sicher auf Krieg mit den Russen einstellen, haben dann aber auch noch die Ukrainer gegen uns, die mitmachen müssten. Die Ukraine hat aktuell die größte Streitmacht unter Waffen in Europa ohne Russland, was aber sowieso nie richtig Europa war.

bfwied
2 Stunden her

Ungeschminkte militärische Drohung, Sprengung der Ostseepipelines, dreiste Forderungen nach vielen Milliarden an Militärhilfe, eine Millionenzahl an in D. meist vollversorgten ukrainischen Bürgern, der Mann traut sich was. Klar, der Westen, allen voran D., folgen jedem Pfiff. Welcher Prophet sagt denn überhaupt, dass die Ukraine Europa verteidige? Ein korruptes Land, kein Mitglied der Nato oder der EU, aber rohstoffreich und groß im Agrarsektor, warum setzt man nicht alles dran, dass Russland die eroberten und zerstörten Gebiete erhält und die Ukraine ein Puffer darstellen kann? Russland kann den Krieg nicht verlieren, es ist zu groß, hat zu viele Reserven. Jetzt wäre es… Mehr

Lesterkwelle
3 Stunden her

Mit dieser forderndern, ueberheblichen Haltung wuerde Herr S. vorzueglich in den Zirkel der willigen EU-Ratsmitglieder passen. Die EU-Praesidentin wurde ihn mit offenen Armen (und Geldsaecken) empfangen.

ceterum censeo
3 Stunden her

Das Verhalten vom ehemaligen Botschafter Melnyk hätte diejenigen, die zugehört haben, schon wachrütteln sollen. Aber „man“ ist ja soo solidarisch mit der Ukraine! By the Way: auf welchem Rang in der Korruptionsliste steht die Ukraine?

Thomas
4 Stunden her

Für Selensky beginnt jetzt der Überlebenskampf. Nicht nur politisch. Politisch ist er schon erledigt.

Ben Clirsek
4 Stunden her

Das wäre „lustig“, sollte das Nicht-NATO-Mitglied Ukraine das NATO Mitglied Ungarn angreifen. Dann können wir mal schauen, was der Beistandspakt wert wäre.

Der Person
5 Stunden her

Die Großmannssucht der Franzosen, die Verschlagenheit der Engländer, die Methoden der Italiener, die Geldgier der Griechen, das Auftreten der Deutschen, die Korruptheit der Russen … Selenskyj hat alles. Er ist wirklich ein wahrer Europäer.

Diogenes
6 Stunden her

S. hat nun jahrelang Übermenschliches geleistet. Man kann es ihm nicht verdenken, daß er unter dieser Belastung offensichtlich wahnsinnig geworden ist. „Gold haben wir gegeben gegen Eisen“ und werden dafür verflucht, weil die phantasierte Lösung tausende Nummern zu groß ist. Vielleicht wird es eines Tages eine geben, aber der jetzige Status ist furchtbar und JETZT noch unlösbar. Es ist wie wenn einer noch beim Bestehen der Deutschen Mauer jahrelang mit dem Kopf gegen dieselbe 3x tägl. dagegen angerannt wäre. Vielleicht gibt es eines Tages eine Lösung, die ohne Selbstvernichtung möglich wird und vielleicht auf ganz andere Weise und Möglichkeit als… Mehr

Teiresias
6 Stunden her

Selenskij entscheidet gar nichts.
Er ist eine Marionette wie Merz, Macron, Starmer, vdL….
Er kann sich das alles herausnehmen, weil er volle Rückendeckung hat.
Keiner wird ihn zurückpfeifen.

Budgie
6 Stunden her

Meine Fragen an das Europäische Parlament:
Warum wurde Selenskyi für seine Kriegsdrohungen gegen ein EU-Land noch nicht dem internationalen Gerichtshof in Den Haag zugeführt?
Warum unterstützen v.d. Leyen, Merz & die Politiker der Kartellparteien diesen Kriegstreiber und Saboteur?
Sind diese Herrschaften vielleicht die „Paten“ eines Syndikats und Selenskyi nur ihr Werkzeug bei der Terrorisierung „Andersdenkender“ wie bei Corona?
In einer Firma würden sie nach so einem Aussetzer hochkantig wegen Geschäftsschädigung rausgeworfen. Dazu kommt, dass Merz dem Souverän des Staates, dem Bürger, drohte in dem er ankündigte, dass alles teurer, immer teurer und noch teurer werden müsse

Last edited 6 Stunden her by Budgie
Ornhorst
2 Stunden her
Antworten an  Budgie

Weil die Drohung eine rein politische und keine faktische Angelegenheit ist. Wohin käme man, wenn man Drohungen von Politikern zum Anlass für Verhaftungen nähme? Seid ihr fast alle gaga geworden?