Wohnungsmangel: Wie der Sozialismus Probleme, die er erschaffen hat, durch Scheinlösungen verschärft

Millionen Zugewanderter brauchen eine Wohnung. Doch statt auf Marktwirtschaft setzt die Politik auf Regulierungen, Bürokratie und Subventionen. Das Resultat: Mangel an Wohnraum. Das neue sozialistische Heilsversprechen lautet: noch mehr modulare und serielle Bauten – sprich: die Rückkehr des Plattenbaus.

picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

In den letzten Jahren wanderten Millionen von Menschen nach Deutschland ein. Ob das gerechtfertigt, legal oder sonst wie nachvollziehbar ist, ist hier zunächst unerheblich. Denn wie eine deutsche Politikerin so unverschämt bemerkte: Jetzt sind sie halt da.

Millionen Menschen müssen, zusätzlich zu denen, die schon da waren, und abzüglich derer, die jetzt aus bestimmten Gründen nicht mehr hier sein wollen, irgendwo wohnen. Das bedeutet: Für sie müssen Wohnungen gebaut werden. In einem freien Land mit einer freien Wirtschaft würden Unternehmer hier eine Nachfrage erkennen, investieren, also Häuser mit Wohnungen bauen, diese vermieten oder verkaufen, den Gewinn in neue Projekte investieren, Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen. Dieser Mechanismus heißt Markt, und er funktioniert, wenn man ihn in Ruhe lässt, und ist für alle Beteiligten von Vorteil.

Aber seit einigen Jahrzehnten ist das in Deutschland nicht mehr so. Im Sozialismus will die Politik bestimmen. Und die sozialistische Politik folgt Ideologien, die in der Regel die Welt in ein Paradies verwandeln wollen. Da muss das Klima gerettet werden, dann darf niemand wegen der Gerechtigkeit Gewinne machen, dann müssen die Folgen des unkontrollierten Gelddruckens versteckt werden, und es wird ein Mietdeckel eingeführt. Und wenn es dabei bleibt, hat man noch Glück gehabt, denn vor dem letzten Gefecht vor dem Paradies liegen manchmal auch noch ein paar Massengräber.

Den vielen Eingewanderten, die merkwürdigerweise weder arbeiten noch – wie von richtigen Wissenschaftlern behauptet – Renten finanzieren, muss das Leben – also Wohnung plus Einrichtung, Krankenkasse und und und – bezahlt werden. Sozialisten sagen dann gerne: Das zahlt der Staat. Das ist nicht falsch, aber eben auch nicht richtig. Denn er bezahlt es aus dem, was anderen genommen wird, bzw. mit künstlich geschaffenem Geld, was dann zur Folge hat, dass ein in Zahlen höherer Betrag für das Wohnen gezahlt werden müsste, was Sozialisten aber nicht wollen und ihn deshalb – wegen der Gerechtigkeit – deckeln. Ein sozialistischer Teufelskreis.

Dass zwischen vollmundigen Ankündigungen von Überplanerfüllung und der etwas unschönen Wirklichkeit die Lücke jedes Jahr größer wird, scheint jetzt auch die für das Bauen zuständige sozialistische Ministerin Hubertz erkannt zu haben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ist der niedrigste Wert seit 2012. Nötig ist ein Vielfaches.

Die Frage, warum denn so wenig gebaut wird, wird aber mit den Standardausreden falsch beantwortet: Irankrieg, Ukrainekrieg, Trump und Putin. Also nichts, wofür die Sozialisten aller Brandmauerparteien verantwortlich wären. Tatsächlich war es aber die Politik der letzten Jahrzehnte, die das Bauen immer weiter verteuert hat. Immer neue Vorschriften und Regulierungen wegen Klima, Umweltschutz und der Verpflichtung zum Mitbau von Sozialwohnungen haben das Bauen so verteuert, dass diese Kosten über Mieten nicht mehr refinanzierbar sind. Ganz besonders nicht über gedeckelte Mieten. Auch die Enteignungsvisionen der besonders extremen Sozialisten helfen da nicht weiter. Es ist immer das Gleiche: Der Sozialismus reguliert Märkte zu Tode und spricht dann von Marktversagen, das anschließend von ihm zentralplanerisch geheilt werden soll.

Das will jetzt also Frau Hubertz erledigen und präsentiert deshalb einen neuen Aktionsplan zur Senkung der Baukosten. Aber immer, wenn Sozialisten die Folgen ihrer eigenen Politik kurieren wollen, ist absehbar, dass sie eigentlich ausschließlich weitere, oft noch schwerwiegendere Probleme schaffen werden. Frau Hubertz will Plattenbauten. Nun klingt Plattenbau nicht ganz so hübsch, weshalb sich die Marketingfachleute in ihrem Ministerium die viel hübscheren Begriffe „seriell“ und „modular“ ausgedacht haben. Und daran haben ihre Experten auch gedacht: Das Wort digital muss in dem neuen Plan ebenfalls vorkommen.

Der Kern ihres ebenso pfiffigen Plans ist neben dem Begriff digital ein neues Bonussystem innerhalb der Neubauförderung. Verkürzte Bauzeiten und geringere Kosten sollen finanziell belohnt werden. Dadurch sollen Anreize entstehen, verstärkt auf serielle und modulare Bauweisen mit vorgefertigten Bauteilen zu setzen. Ob für die Überwachung der neuen Vorschriften eine eigene Behörde eingerichtet werden wird, ist dem Plan nicht zu entnehmen. Ausgeschlossen wurde es aber auch nicht.

Hubertz kritisiert ausdrücklich die in Deutschland verbreitete traditionelle Bauweise „Stein auf Stein“ als teuer und konventionell. Stattdessen verweist sie auf die zunehmende Verbreitung serieller Bauverfahren. Ganze Wohnviertel, so die Ministerin, würden inzwischen „vom Fließband rollen“.

Die Probleme dieser vom Fließband gerollten Plattenbau-Wohnviertel können überall in Deutschland und in Europa, ganz besonders noch in den ehemaligen sozialistischen Staaten, besichtigt und studiert werden. Sozialer Verfall, Kriminalität, Rauschgift, Verwahrlosung und Absturz. Aber auch hier haben die Marketingfachleute des Ministeriums schon vorgesorgt. Statt Plattenbauhochhäuser werden diese Menschenverwahrfabriken „Weißer Riese“ genannt, und schon sind zwar weder die alten noch die neu geschaffenen Probleme verschwunden, aber sie klingen gleich deutlich weniger problematisch.

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