Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht das Amt der Thüringer Ministerpräsidentin an – und zwingt das BSW damit aus seinem bequemen Dazwischen. Vor der Sachsen-Anhalt-Wahl muss Wagenknecht zeigen, ob ihre Kritik an der Brandmauer Politik werden soll oder nur folgenloses Gerede bleibt.
IMAGO / Christian Schroedter
In einer Videobotschaft auf X hat Björn Höcke Sahra Wagenknecht angeboten: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“. Höcke bezieht sich auf Wagenknechts Aussage, dass die Brandmauerpolitik gescheitert ist. Damit spielt der Thüringer AfD-Chef auf die Wunde des BSW an, auf den Verrat von Katja Wolfs BSW in Thüringen, die mit der CDU und der SPD unter wohlwollender Duldung von Ramelows SED-Linken eine Regierung gebildet hat. Sieht man auf Wolfs Agieren, dann ist das BSW eigentlich eine verdeckte Filiale der SED-Linken. Wolfs Posten- und Machtwillen hat die Zukunft des BSW empfindlich gestört, so jedenfalls sieht es die Parteiführung, richtiger ist wohl, dass Wolf die Partei durch ihre Thüringer Haupt- und Staatsaktion letztlich zerstört hat.
Das BSW kommt seitdem nicht mehr in die Offensive und verheddert sich heillos im Taktieren. Björn Höcke hat recht, wenn er das Thüringer BSW, die Katja-Wolf-Partei als „jüngste Kartell-Partei“ bezeichnet. Er wirft dem BSW in Thüringen vor, den Ministerpräsidenten Mario Voigt zu stützen, einen Mann, „der wirklich jede Glaubwürdigkeit verloren hat und der sich trotzdem an sein Amt klammert.“ Höcke ist sich sicher: „Die Mehrheit der Menschen will diesen Ministerpräsidenten nicht, die Mehrheit der Menschen will kein weiter so, die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung, genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Jetzt ist Höcke beim Thema, worum es eigentlich geht, nämlich um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026.
Gegen die AfD und Ulrich Siegmund stehen einheitsparteilich vereint die CDU, die SED-Linke und die Anhängsel-SPD. Das BSW kämpft um den Einzug in den Landtag – und will die Stimmen der Wähler für sich gewinnen, die im Grunde eine AfD-Politik wollen, ohne dafür die AfD wählen zu müssen. Objektiv kämpfen AfD und BSW um dieselben Wähler, Arbeiter, Handwerker, aber inzwischen auch um kleine und mittlere Unternehmer, auch um Angehörige der technischen Intelligenz, um wirklich Sozialbenachteiligte, um die Wähler, die die SPD und die CDU in Scharen verlassen. Deshalb gibt es ausreichende Schnittmengen zwischen beiden Parteien. Doch wer kann dem BSW trauen? Und warum sollte die AfD sich darauf einlassen, wo sie doch auf dem Sprung zur absoluten Mehrheit steht. Und noch eins gehört zur Wahrheit: In Sachsen-Anhalt kann nach heutigem Stand nur das BSW die absolute Mehrheit der AfD verhindern.
Nach den aktuellen Zahlen und eine korrekte Auszählung der Stimmen vorausgesetzt, würde die AfD die absolute Mehrheit erreichen, wenn das BSW nicht in den Landtag kommt, andernfalls wäre es möglich, dass das BSW zum Zünglein an der Waage wird. Insofern ist Siegmunds Wahlkampfstrategie, alles oder nichts, entweder eine AfD-Regierung oder Opposition richtig. Der Wähler wird tatsächlich vor die Wahl gestellt, entweder oder, hic rhodus, hic salta. Siegmund durchkreuzt damit, die Möglichkeit, sich einer bequemen Illusion hinzugeben.
Höcke bietet Sahra Wagenknecht an, wenn sie die Stimmen des BSW oder wenigstens eines Großteils des BSW mitbrächte, sie zur Ministerpräsidentin einer AFD-BSW-Regierung zu wählen. Damit wäre die Brandmauer insofern Geschichte, weil sie den Machtverlust der Brandmauereinheitspartei aus SED-Linke, Grüne, SPD und Union nicht mehr verhindert. Die demokratiefeindliche Erstarrung des deutschen Parteiensystems wäre überwunden – und Sahra Wagenknecht würde mit einem mutigen Schritt in die Geschichte eingehen.
Die AfD kann nur gewinnen, mit ihrer Mehrheit bestimmt sie die Politik, das BSW wäre gefangen. Würde die Koalition scheitern, würde man dem BSW die Schuld geben, es würde aufhören zu existieren, doch das würde es ganz sicher auch, wenn es weiter an der Brandmauer-Koalition festhielte. Unterm Strich ist die einzige, wenn auch sehr schmale Chance für das BSW in der Tat, eine Koalition mit der AfD in Thüringen zu bilden.
Was Höcke hier unternimmt, ist der Lackmustest des BSW für Sachsen-Anhalt. Zeige hier, ob Du in Sachsen-Anhalt Wort halten wirst. Denn so Björn Höcke zu Sahra Wagenknecht: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Demokratie in Deutschland wieder lebendig wird. Und lassen Sie uns das tun vor dem 6. September 2026. Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.“ Hic rhodus, hic salta.
Doch die Entscheidung hängt nicht von Sahra Wagenknecht allein ab, in Frage steht, gesetzt den Fall, dass Wagenknecht Höckes Angebot wahrnimmt, und das ist sehr unwahrscheinlich, ob genügend Abgeordnete der BSW-Fraktion Wagenknecht und nicht Wolf folgen würden. Sahra Wagenknecht hat im Jahr 2024 schon einem das Duell gegen Katja Wolf verloren.




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Eigentlich ist das ganz einfach:
Wenn die Deutschen AfD-Politik haben wollen, müssen sie AfD wählen.
Tun sie aber nicht.
Na dann eben nicht!
Höcke macht genau das Richtige,er zerstört eine „Schein-alternative“,eben jene,die ihm bei der letzten Wahl den Sieg gestohlen hat durch ein getürktes Angebot an die Wähler,die hinterher sehen mussten,wie sich das BSW um Posten drängelte,statt die versprochene Politik zu machen.
Höcke hilft auch Siegmund und das ist wahre Solidarität,genau SO wird das Kartell gebrochen 🙂
Mal sehen,ob Lafontaine das seiner alten Kommunistischen Kaderdame erlaubt,endlich mal Chefin von höckes Gnaden zu sein 🙂
Nicht schlecht, Herr Höcke. Nicht schlecht. Wie oft er den roten politischen Mopp schon gescultert hat. Respekt, ihn und die Seinen.
Ist doch ein cooler Move von Höcke, um die Eierei des BSW bloßzustellen.
Irgendwann ist auch die CDU dran – wenn es sie dann noch gibt.
Moin, die Antwort von Wagenknecht halte ich für realistisch und nahe zur Wahrheit. Das BSW ist ja eine Abspaltung von Menschen, die von der Unterwanderung der Linken durch die „Transwoken“ die Schnauze voll hatten. Dennoch sind es Linke. Was immer das heutzutage bedeuten mag. Insofern sind große Schnittmengen mit der „rechtsradikalen“ AFD für mich nun nicht sonderlich überraschend. Dazu kommt der menschliche Faktor. Die Suppentöpfe sind auch in Thüringen sehr schmackhaft. Deren Koalitionsvertrag beinhaltet schon mehr AFD als der CDU lieb sein kann. Andererseits hat die CDU ja per se keine eigenen Ideen. Insofern, ist es eine loyale Aussage von… Mehr
…und Höcke hat dieses Angebot sehr moderat, sehr gefasst und beinahe sympathisch an die BSW-Chefin überbracht, kann man nicht anders sagen.
Überhaupt scheint in Höcke viel Empathie – auch für die Wähler – zu stecken. Das wird immer wieder klar, wenn er Zeit hat auszureden. Der viel misstrauischere Osten hat da – nach sovielen Jahrzehnte Erfahrungen mit Linken – ganz andere Sensoren als der durch die ÖRR-Linksgrünsender aufgepeitschte Westen.
Lustig, wie viele annehmen, dass es unter einer Wagenknecht-Regierung besser werden würde. Die Kollektivisten aller Parteien einigen sich dann einfach nur auf eine weitere Kollektivistin, die überhaupt kein Interesse daran hat den Staat in seine Schranken zu weisen und den Raub zu beenden, eben genau die Dinge, die es für eine Genesung braucht. Stattdessen würden neue Sozialprogramme aufgelegt, noch mehr Transferleistungen erdacht. So lange keine Regierung eine vollständige Deregulierung der meisten Märkte, massive Kürzungen in den Staatshaushalten, mit gleichzeitiger Senkung aller leistungsfeindlichen Steuern beschließt, wird sich nichts retten lassen. Wie das geraubte Geld verbrannt wird, kann uns egal sein. Dass… Mehr
An Stelle der AfD würde ich auch eine Alleinherrschaft anstreben. Die CDU und das BSW sind nicht koalitionsfähig für die AfD. Es würde ihr Schaden. Es gibt die Wahl zwischen zwei Lagern. Linker Einheitsbrei der Altparteien, die je nach Wahlausgang innerhalb des „Unsere Demokratie“-Kartell beliebig koalieren können, und die AfD. Sollte es nicht reichen, ist das insofern schlimm, dass dieses Land wertvolle Zeit für die Veränderung verliert. Aber eins ist sicher, mit der Politik der „Unsere Demokratie“- Parteien werden Sie die Wähler aufgrund des Wohlstands- und Sicherheitsverlustes und die Arme der AfD treiben. Je schlechter es dem Land geht desto… Mehr
Wer wohl diese geniale Idee dem Höcke gesteckt hat?😉
Das kann der schon selber,einfach mal zuhören,dem Mann,die Verteufelung funktioniert nur,weil keiner den O-Ton hört
Was für eine Show von Höcke. Anstatt reale Politik zu machen zündet er solche Nebelkerzen und spielt seine Parteipolitische Theaterstücke. Was für ein plumper Mensch.
Apfelbutzen! Reale Politik kann nur von Politikern gemacht werden, die man machen lässt.
Ihre Scheinprovokationen waren auch schon mal besser……..
Unsinn. Die Situation ist total festgefahren. Da wird auf Teufel komm raus in unmöglichen Koalitionen gekungelt und nichts geht voran. Wenn Hocke Politik machen will, sind alle anderen grundsätzlich dagegen. Das muss dringend aufgeknackt werden. Der gordische Knoten wurde auch recht unkonventionell entwirrt….
Gegenmeinung:
„Bernd“ zwingt das BSW sich zu bekennen und den Worten Taten folgen zu lassen. Voigt (CDU) in Thüringen muß weg (jeder müßte weg).
In ST könnte das BSW schon jetzt das Anliegen ihrer Wähler durchsetzen.
Hätte sehr viel mehr Macht als es ihren höchstens 5% entspräche,
Nachteil: Das BSW würde es sich mit dem Altparteienkartell verscherzen.
Keine Sorge, Frau WK, / BSW spitzt die Lippen, pfeift aber nicht.
Wk. wird die Anfrage dünn – gar nicht beantworten.
Aber: Das BSW ist „entlarvt“. So eine Vorlage MUSS jeder Politiker
nutzen.