Die Antwort von Sozialisten, wenn der Sozialismus wieder einmal gescheitert ist: noch mehr Sozialismus. Klingbeil will eine Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau gründen. Ein Déjà-vu aus der neueren deutschen Geschichte. Die Frage lautet: Wie lange wird es dauern, bis der Prenzlauer Berg wieder so aussieht wie nach dem Mauerfall?
IMAGO - Collage: TE
Als Walter Ulbricht auf der II. Parteikonferenz des Zusammenschlusses aus Sozialdemokraten und Kommunisten 1952 den „beschleunigten Aufbau des Sozialismus“ beschließen ließ, halfen die Blockfreunde von der CDU mit großem Elan. Handwerker, Gewerbetreibende, Bauern und Unternehmer suchte man durch brutale Besteuerung, in den Ruin oder in die von der Regierung der demokratischen Parteien kontrollierten Staats-Genossenschaften zu treiben. Der selbstverschuldeten Wirtschaftsmisere begegnete man durch Kontingentierung, durch Aufrufe und durch den Zwang zur Sparsamkeit, der miesen Stimmung und Kritik durch Zensur und Terror gegen Andersdenkende.
Der Volksaufstand 1953 kam trotzdem – und dass er die demokratische Regierung des demokratischen Teils Deutschland im demokratischen Sektor von Berlin nicht so ganz undemokratisch hinwegfegte, verdankten die demokratischen Parteien im demokratischen Block nur den demokratischen Panzern der Roten Armee. Stalin hatte Ulbricht empfohlen, nicht so viel Geschrei um den Sozialismus zu machen, sondern still und heimlich den Sozialismus durch die sukzessive Einführung sozialistischer Formen in der Wirtschaft durch die Hintertür herbeizuführen.
GEG, EEG, CO2-Bepreisung nebst Verbrenner-Aus, AKW-Abschaltung, sabotagegleicher Flutung von Tagebauen, Umverteilung durch Subventionierung gehören zu den Mitteln der Enteignung, Umverteilung, Wirtschafts- und Wohlstandszerstörung. Die neue Qualität der neuen Planwirtschaft ist, dass sie im Gegensatz zu Ulbricht und Co., die wirklich eine funktionierende Wirtschaft aufbauen wollten, dem Degrowth-Plan des wohlstandsverwahrlosten Westmarxismus grüner Prägung folgen.
Während die Ostmarxisten – und das ist das Einzige, was man ihnen zugutehalten kann – ein zerstörtes Land, eine teils zerstörte, teils nicht vorhandene Wirtschaft – freilich mit untauglichen Mitteln – aufbauen wollten, zerstören die Protagonisten des Westmarxismus nur eine fluktuierende und prosperierende Wirtschaft. Die Ostmarxisten hatten als Symbol Hammer und Sichel, die Westmarxisten wie Habeck, Baerbock, Dröge, Banaszak, Haßelmann, Klingbeil und Bas die Abrissbirne, während die Block-Union sich den Schreibtischstuhl, auf dem sie möglichst lange zu sitzen hofft, auserkoren hatte.
Bereits 2015 wurde gewarnt, dass Merkels Willkommenskultur die innere Sicherheit zerstören und zu heftigen Verteilungskämpfen auf dem Wohnungsmarkt führen wird. Wenn man dann noch eine falsche Wohnungspolitik macht, dem Klimplanwirtschaftstotalitarismus huldigt, wenn man es fertigbringt, die Zahl der Wohnungssuchenden durch Masseneinwanderung zu erhöhen und gleichzeitig Wohnungsbau und Vermietung unattraktiv zu machen, dann produziert man eine Krise auf dem Wohnungsmarkt, dann produziert man durch Markteingriffe und Wirtschaftsdirigismus immer höhere Mieten bei immer weniger Wohnraum. Es geschieht genau das, was immer geschieht, wenn der Sozialismus siegt: Dann wird in der Sahara der Sand knappt.
Und wie reagiert Klingbeil darauf? So wie Sozialisten immer reagieren, wenn der Sozialismus nicht funktioniert: mit noch mehr Sozialismus, bis man im Armenhaus sitzt. Es ist schon ein Stück aus dem Tollhaus, für das Friedrich Merz gern den Portier abgibt, nachdem Klingbeil und Genossen, einschließlich die parteilose Genossin Merkel alles dafür getan haben, dass der privatwirtschaftliche Wohnungsbaumarkt nicht mehr funktionierten, sie ihn im Grunde ge- bis zerstört haben, wenn der Genosse Klingbeil daraufhin feststellt, dass der private Wohnungsbaumarkt nicht mehr funktioniert: „Der privatwirtschaftliche Wohnungsbaumarkt allein kann den nötigen Neubau zu bezahlbaren Preisen nicht realisieren.“ Ach?
Doch Klingbeils „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ ist eine feine Sache, sie schafft hochdotierte Arbeitsplätze für verdiente Funktionäre, die immer brav der Parteiführung folgten. Die „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ wird ein neuer Apparat für einen Apparat, dem inzwischen die Partei verloren ging, ein neuer Apparat für Apparatschiks. Aber natürlich will Klingbeil nicht selbst bauen. Sollen sich doch andere mit den lästigen Details abplagen. Er will nur bauen lassen. Der Musterarchitekt von Gropius Gnaden möchte lediglich die Projekte entwickeln und die Wohnungen hinterher verteilen.
Und den Stein der Architekten hat der Genosse Klingbeil auch schon gefunden, den nennt er „serielles Bauen“, denn das senkt ganz kräftig die Kosten. „Serielles Bauen“ hat wirklich noch niemand gemacht und ist etwas ganz und gar Neues, so neu, dass die massenhaften Produkte des seriellen Bauens der ostdeutsche Dichter Heiner Müller vor Jahrzehnten einmal als „Fickzellen mit Fernheizung“ verspottet hatte. Klingbeil nennt das in etwas ranzigem SED-Stil eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Erinnert im Klingklang der Phrasen an: „Die Jugendweihe ist der Schützengraben der kulturpolitischen Praxis“ oder an „So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“, oder daran, dass die SED versprochen hatte, das Wohnungsproblem bis 1990 als soziales Problem zu lösen. Hat ja auch irgendwie geklappt.
Der Genosse Stalin jedenfalls wäre stolz auf den Genossen Klingbeil, denn man muss wirklich nicht so viel Geschrei um den Sozialismus machen, aber eine „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ das ist schon ein reales Stück Sozialismus.

Es gibt nur ein Problem mit dem Grundgesetz, denn das Wohnungswesen ist Ländersache. Ja, und darauf kann nun wirklich keine Rücksicht genommen werden, hat man ja schon nicht beim Klimatotalitarismus, auch beim Infektionsschutzgesetz nicht. Was ist schon Föderalismus, was Presse- und Meinungsfreiheit, was Eigentum, denn die Mitwirkung des Bundes dient doch „der Verbesserung der Lebensverhältnisse“ und sei „damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Und da hat jeder stramm im Glied zu stehen, denn das Ziel der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, wie es der VIII. Parteitag der SED verkündete, ist die Verbesserung der Arbeits- und Lebensverhältnisse der Werktätigen, oder wie es Klingbeil etwas moderner ausdrückt „der Verbesserung der Lebensverhältnisse“.
Es gäbe freilich noch einen anderen Weg, der sogar zum Erfolg führen würde: alle Hemmnisse des Marktes beseitigen, Interventionen und Subventionen abschaffen, entklimabürokratisieren und den Markt einfach stattfinden lassen, doch das wäre dann schon kein Sozialismus mehr – und hochdotierte Jobs für Apparatschiks brächte das auch nicht, nur Wohnungen. Doch, was sind schon Wohnungen. Sicher kein Sozialismus.





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….. der Volksaufstand 1953 kam trotzdem …..
Nur ein zweits 1953 kann diesen Irrsinn hier noch stoppen. Man darf gespannt sein welche Panzer „unsere Demokratie“ auffahren wird um den Aufstand niederzuschlagen. Sicher ist, dass die Linksfaschisten ihre Maske dann endgültig fallen lassen werden.
„Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau…“
Dazu vielleicht noch ein „Gutes-Mietfrei-Wohnen-Gesetz“.
„Ich mach mir die Welt, wide wide wie sie mir gefällt.“
Herrliche Zeiten fürs Proletariat. Dem Ostalgiker kommen sicherlich vertraute Gefühle auf.
Das einzige, was im Sozialismus zuverläßig wächst, sind Bürokratie, Regulierung, Unfreiheit und natürlich die Privilegien jener, die gleicher sind als gleich, also der sog. politischen Avantgarde. Dazu gehört seit Merkel, der früheren DDR-Fachkraft für Agitation und Propaganda, auch die Union. Merz setzt sozialistische Klingbeil-Politik um, Hauptsache, die Macht und Pfründe bedrohende Opposition kann irgendwie in Schach gehalten werden. Bekanntlich geht den Sozialisten immer früher oder später das Geld der anderen bzw. der Steuerzahler aus. Vorher kommt es noch zur Überschuldung, was aber nichts am Ergebnis ändert, ganz im Gegenteil. Dann folgt schließlich der unausweichliche Reset und die Sozialisten träumen nach… Mehr
Der Postkartenmaler dachte auch er wäre großer Architekt und danach lag alles in Trümmern. Der Klingel könnte nicht mal ne Garage mauern, nicht mal von ganz einfachen Dingen hat der einen Plan. Der glaubt auch nur er könnte das Rad neu erfinden. Keiner will den noch sehen.
Ja, wie könnte man denn diese absolut uneigennützige SPD Versorgungs- und Wohnungszuteilunganstalt nennen? Also ich hätte da noch eine Idee. Wie wär das mit: Neue Heimat? Vielleicht könnte man dann auch gleich SPD eigene „Aldis“ darin unterbringen, die könnte man dann zum Beispiel Konsum nennen. Das würde sicher funktionieren, da bin ich mir ganz sicher!
Mehr Kuba wagen!
„Die Ostmarxisten hatten als Symbol Hammer und Sichel, die Westmarxisten wie Habeck, Baerbock, Dröge, Banaszak, Haßelmann, Klingbeil und Bas die Abrissbirne, während die Block-Union sich den Schreibtischstuhl, auf dem sie möglichst lange zu sitzen hofft, auserkoren hatte.“
Das Symbol der „Westmarxisten“ ist längst der Halbmond.
Stalin, Mao, Pol Pot, Maduro, Trittin, Merkel, Scholz, Klingbeil, Merz, finde die Gemeinsamkeiten, alles große Lenker, oder?
Und wieder einmal hat man was zu mosern, aber keinerlei eigene Vorschläge, wie die Misere zu beenden ist, außer einem: Dem Allzweck-Argument der rechtsextremen, das da lautet: Würde man Migration begrenzen… das Schweizermesser der Ideenlosen.
Weder adressiert der Autor hier das Problem der Fehlbelegung, noch das des schlicht fehlenden Grundes. Noch adressiert er die Probleme der Nachverdichtung im Kontext der zunehmenden Erhitzung der Städte in unseren Zeiten.
Einfach keine Lösungen. Nur Schimpfen auf angeblichen Sozialismus – der nicht ansatzweise einer ist.
Lösungen wurden sehr wohl genannt! Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Eher ein aneinanderreihen von Tiraden und Schimpfen. Ohne sonderlichen Erkenntniswert. Was EEG mit Sozialismus zu tun hat, wäre schon sehr interessant zu wissen. So wirft der Autor scheinbar willenlos irgendwelche für sein Publikum aufreizende Begriffe, die mit den Wohnproblemen nichts zu tun hat, in den Raum…oder was hat hier das Verbrenner Aus, damit zu tun (das ohnehin kein wirkliches Verbot ist, aber als Kampfbegriff prima taugt), Afghanistan usw. Viel mehr als die bösen Ausländer bleibt von seiner „Argumentation“ (wenn man die Tirade denn so nennen will) nicht übrig. Der unsinnige libertäre Blödsinn, man müsse nur alles dem Markt überlassen den… Mehr
Übersicht mit KI „Die Bezeichnung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) als „Sozialismus“ ist eine politisch-wirtschaftliche Polemik, die vor allem in den Jahren 2013/2014 von Kritikern, darunter Politiker wie der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig und bestimmte Wirtschaftsvertreter, geäußert wurde. Hier sind die Hauptgründe für diesen Vergleich: Staatliche Planwirtschaft vs. Markt: Kritiker sahen in den garantierten Einspeisevergütungen und den festen Abnahmeregeln für Ökostrom eine staatliche Steuerung, die den freien Markt außer Kraft setzt. Es wurde argumentiert, dass der Staat bestimmt, welche Energieform (erneuerbar) gefördert wird, anstatt den Wettbewerb entscheiden zu lassen. Umverteilung durch die EEG-Umlage: Die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien wurden über die EEG-Umlage auf alle… Mehr
Guter Mann, nur weil Ihnen diese Lösungen nicht passen, wird wieder die Geschichte erzählt, das keine eigenen Vorschläge gemacht würden. Die Lösungen stehen übrigens auch im Text. Übrigens sind das keine neuen Ideen. Das selbe hat schon die ehemalige DDR gemacht. Die haben auch das serielle Bauen durchgeführt.
Auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 wurde beschlossen, die „Wohnungsfrage als soziales Problem“ bis 1990 zu lösen. Dies führte zu einem massiven Neubauprogramm, insbesondere von Plattenbauten.
Leider sind dadurch aber auch die Altbauten verfallen. Es war kein Geld da.
Marx wurde in der Tat oft falsch verstanden. Er hat schließlich nicht für das Volk geschrieben, sondern eher für Gebildete.
Aber ist natürlich für die Rechte und Rechtsextreme ein prima Vehikel zum Transport für ihre Inhalts- und Ideenlosigkeit.
Mehr Links wagen. Denn: Was verdient der Bürgermeister von Leipzig? „Als Oberbürgermeister der Stadt Leipzig erhielt ich gemäß der Kommunal- besoldungsverordnung des Freistaates Sachsen im Jahr 2022 eine Besoldung nach Besoldungsgruppe B10 mit einem Jahresbruttoeinkommen von EUR 193.207,16.25.04.2024″ B) Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt in Leipzig beträgt etwa € 40.770,00, womit die Stadt im Gehaltsvergleich eher am unteren Ende liegt. Die Gehaltszufriedenheit beträgt 58 %. C) Übersicht mit KI Bei der Bundestagswahl 2025 errang der Linke-Politiker Sören Pellmann erneut das Direktmandat im Wahlkreis Leipzig II (152) mit 36,8 % der Stimmen. Damit sicherte er sich einen der entscheidenden Sitze, um die Partei trotz verfehlter 5%-Hürde (4,9%… Mehr
Gut das Sie dem Autor diesen Hinweis gegen haben und er nachträglich noch Ideen in den Text eingearbeitet hat.
@Redaktion: Bitte darauf hinweisen, dass der Text nachträglich bearbeitet wurde!
Texte lesen und Verstehen lautet die Aufgabe, das hat bei ihnen offensichtlich mal wieder nicht geklappt, aber wir kennen hier ja inzwischen unsere „Pappenheimer“, gelle 😉 …
Selbstverständlich ist das astreiner Sozialismus und jeder der das nicht sieht, ist ein astreiner Ignorant/Blindfisch/Nullchecker/Ahnungsloser.
Sie müssen westgotisch sozialisiert sein, sonst wüssten Sie, dass der Autor exakt die Zustände in der DDR beschreibt. Und Leute wie Sie, die uns damals besuchen kamen, wollten auch immer irgendetwas Gutes und Erstrebenswertes an diesem verkommenen Schweinesystem finden. Was es bekanntermaßen nicht gab. Wissen Sie was? Wir teilen Deutschland erneut, den Osten bauen wir auf wie das Westdeutschland vor 89 und den anderen Teil wie die Ostzone. Ärgert Euch doch alleine mit diesen kommunistischen Idioten herum!
Ja, und hier das selbe System, dass die sozialistischen Populisten gerne anwenden. Laut krakeelen und mit dem Finger auf andere zeigen um davon abzulenken, dass man selbst nichts besser weiß.
Sozialismus ist scheiße und funktioniert nicht. UDSSR, das dritte Reich, DDR, Vietnam, Korea, Kuba sind die besten Beispiele, dass man das nur mit einer Diktatur länger am leben erhalten kann, bis der Laden eben pleite ist.
Der Autor, und vermutlich alle hier, müssen auch keine Lösungen anbieten, denn sie haben die Probleme nicht verursacht. Für die Lösungen sind die zuständig, die nach den Wahlen nichts mehr davon wissen wollen.