Wer den Frieden auf der Erde sucht, der hat in Geschichte geschlafen. Wer den Frieden bei den Christen sucht, der hat in Theologie bei der Sündenlehre geschlafen. Wer den Frieden in sich selber sucht, der könnte untergehen im Strudel seines Unbewussten.
Angesichts des Kriegs im Iran gibt es Tausende von unterschiedlichen Standpunkten mit einer kaum noch überschaubaren Fülle an Wahrnehmungen, Argumenten und Kausalketten. Täglich kommen noch weitere bedenkenswerte Sichtweisen hinzu.
Für alle diese vielfältigen Meinungen gibt es immer auch christliche Nachdenker, die mit Ernsthaftigkeit genau die gleiche Meinung vertreten, lediglich mit etwas theologischem Dekor verziert.
Die einen Christen betonen, dass es alternativlos christlich sei, aus Schwertern Pflugscharen zu machen (vgl. Jesaja 2,4).
Die anderen Christen begründen, dass bei dem gegenwärtigen Konflikt kein Weg daran vorbeiführe, aus Pflugscharen Schwerter zu machen (vgl. Joel 4,10).
Die einen Christen betonen, dass Jesus Christus in der Bergpredigt den Menschen befohlen habe, die Feinde zu lieben, was kriegerische Mittel ausschließt (vgl. Matthäus 5,44).
Die anderen Christen betonen, dass Jesus Christus sogar innerhalb der Bergpredigt ausdrücklich betont hat, dass solange Himmel und Erde bestehen, die alttestamentliche Bergpredigt vom Sinai mit ihrer Gerechtigkeitsforderung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ weiter bestehen bleibt (vgl. Matthäus 5,17-20).
„Gott, gib uns ein Schwert, aber keine Gelegenheit, es zu gebrauchen“ (aus Polen).
Können die Christen in der politischen Friedensethik ein einziges Argument beisteuern, dass sich nicht bereits hundertfach außerhalb des christlichen Glaubens findet? Wer in der Fülle der Meinungen vom Glauben die Entwirrung des Gordischen Knotens erwartet, der ist bei den autoritären Mullahs in Teheran besser aufgehoben als im christlichen Glauben. Der christliche Glaube kennt in politischen Fragen keine theokratisch-eindeutigen Antworten. Viele Menschen sind enttäuscht von mir als Pastor, wenn ich ihnen nicht ihre eigene Meinung, von der sie felsenfest überzeugt sind, als die einzig wahre und einzig christliche Meinung heiligspreche.
Die christliche Vielstimmigkeit in politischen Friedensfragen ist keine Schwäche, sondern im Gegenteil die Stärke des christlichen Glaubens. Sie zwingt die Christen, sich argumentativ schlau zu machen und sich dialogisch dem Streit der Meinungen zu stellen, ohne aus himmlischen Sphären bereits die Lösung zu kennen. Ein offener liberaler Diskurs ist für Christen nicht nur möglich, sondern geboten, weil sie in der Politik nicht von Gott her die Lösung bereits in der Tasche haben.
„Er ist unser Friede“
Aber in einer Stelle wissen Christen eine feste friedensdienliche Antwort. „Er ist unser Friede“ (Epheser 2,14), sagt das Neue Testament über Jesus Christus. Es gibt in all dem Chaos und den Turbulenzen dieser Welt einen festen Hafen außerhalb dieser Welt, in dem wir unser Lebensschiff sicher verankern können. Das ist für mich von unschätzbarem Wert in einer Welt, die im Augenblick an vielen Punkten aus den Fugen gerät.
Dieser Frieden im Glauben befreit mich dazu, aus der Geborgenheit in Gott die vielen kontroversen politischen Meinungen aufzunehmen, abzuwägen, mir eine eigene Meinung zu bilden und diese dann je nach Überzeugungsgrad mehr oder weniger offensiv zu vertreten. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich an der Seite des demokratischen Israels gegen den Islamismus stehe. Doch andere Christen positionieren sich anders. Darauf bin ich neugierig und versuche, deren Argumente zu verstehen und in meiner Meinungsbildung zu berücksichtigen.
Sicherlich besteht das Risiko, dass ich menschlich-allzumenschlich in Teilbereichen oder sogar gänzlich falsch liege. Irren ist menschlich. Alleine das zwingt mich, im Dialog zu bleiben. Aber ich darf in meiner Friedensbeziehung zu Gott wissen: Irren ist menschlich; aber Vergeben ist göttlich, dank Jesus Christus und seiner teuren Erlösung am Kreuz, die jeder billigen Gnade entgegensteht.
Echten, gerechten und ewigen Frieden gibt es nicht auf dieser Welt. Mit dem Blick auf Gott darf ich mitten im Unfrieden dieser Welt im Gebet, in christlicher Musik und in seinen Zusagen auftanken. „Er ist unser Friede“ ist ein ermutigender, lebensförderlicher und transzendenter Goldschatz in den Turbulenzen einer friedlosen Zeit.
PS. Am 25.3.2026, 19.00 Uhr, bin ich in München eingeladen zu einem multiperspektivischen Abend zum Thema „Dürfen wir uns wehren?“ Der Eintritt ist frei. Sie können sich über www.erasmus-stiftung.de anmelden. Über eine persönliche Begegnung mit Ihnen an diesem Abend würde ich mich freuen.


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Die Lützelpredigt war ein abermaliges, geadezu sich phänotypisch selbst widersprechendes Beispiel für (nicht-präsente) Bedeutung von theoretisch Gesagtem versus weltlich-praktischem Anliegen.
In der kurzen politischen Einleitung mit ihrem praktischen Bezug (Bildung und Rohstoffe) zuerst passend zum materialistischen Baal rechts abgebogen, und dann im wissenschaftlich vorgetragenen Vergleich von Jahwe mit Baal zu Gunsten des immaterialistischen Jahwe links geblinkt.
Und das merkt er nicht !!
Jene die in der heutigen Zeit in christlichen Ländern aufgewachsen sind, scheinen komplett vergessen zu haben, dass ihre Vorfahren die christliche Welt über 1’000 Jahre mit Schwert und Schild gegen den Islam verteidigt haben, ansonsten wären Frauenrechte, die freie Wahl des Geschlechtes, oder die Gleichberechtigung, keine Themen die man im Mainstream behandeln würde, sondern wie oft sollte man seiner Frau die Fresse polieren, wenn sie nicht tut, was man von ihr verlangt. Ich denke sozialistisch angehauchte Frauen wünschen sich ganz unbewusst jenen Mann, der ihnen zwischendurch mal richtig zeigt wo der Hammer hängt zurück, nach dem sie die eigenen Männer… Mehr
Richtig, Frauen können nichts für ihre hormonellen Schübe, die häufig ein destruktives Sozialverhalten auslösen. Ein paar Klatscher zur rechten Zeit bringen den Hormonhaushalt auch ohne Prügelorgien wieder in Ordnung.
Sehr geehrter Herr Zorn.
Mein Glaube ist nicht paradox.
Denn Gott hat mir „gesagt“, daß ich mich um mich zu kümmern habe!
Und absolut alles, was ich bis dahin anstelle, habe ich vor ihm zu verantworten.
Zumindest ist das die Essenz, die ich aus der Bibel gewonnen habe.
Natürlich gibt es immer wieder neunmalkluge Schwätzer, die die Bibel von vorne bis hinten durch deklinieren. Aber sie ist bestenfalls wie ein Kreuzworträtsel. Es gibt aber nur ein Lösungswort…!
Meine These, man kann seinem Gott auch ohne Bibel huldigen.
Ich bin zwar Autodidakt, aber die Bibel ist für eine gewisse Grundahnung schon nicht verkehrt.
Es soll übrigens Leute geben, die sie auswendig kennen und trotzdem bis heute nur Bahnhof verstanden haben.
Mein Urgroßvater konnte sie tatsächlich auswendig, starb aber ziemlich bitter, weil er glaubte, die Parusie sei beendet. War sie aber nicht. Jesus hatte gelogen. Warum soll man Jesus irgendwas glauben. Wer 1x lügt, Sie wissen schon…
Ohne die Selbstoffenbarung Gottes wüssten Sie gar nicht, wer und wie Gott ist, weil die Vernunft des Menschen nicht für Gott reicht.
Nur weil es Ihnen so geht, Herr Zorn, brauchen Sie nicht auf andere schließen. Der Fehler der Lüge liegt bei Ihrem Gott. Am Anfang war das Wort gehört zu Ihrem Glauben. Da aber Gott in der Regel weder schreibt, noch spricht (außer in den Erzählungen Giovannino Guareschis) haben nur Menschen die Interpretation ihrer spirituellen Wahrnehmung, wie persönlich menschliche Sichtweisen in Gott hineingelegt, um Macht auszuüben, zwecks höherer Instanz im Hintergrund. Ihre Glaube impliziert also ursächlich die Sünde des Hochmuts, der Anmaßung & der Lüge von Natur aus. Meine Weltanschauung können Sie in der EDDA wahrnehmen, schildert nur die spirituelle Seite… Mehr
In meiner Jugend gehörte ich zur „Jungen Gemeinde“ der lutherischen Kirche meines Wohnorts: junge Leute, suchend nach dem Lebenssinn und dem des christlichen Glaubens.
Aber der Pastor nichts anzubieten als die Diskussion ethisch-politischer Fragen: Atomkraft ja/nein? Kapitalismus/Kommunismus? Was ist christliche Sozialarbeit? Die Fundierung der Seele in so etwas wie „Glaubenserfahrung“ waren ihm und in der Gemeinde unbekannt. Diese Unkenntnis ist inzwischen Grundlage des deutschen Protestantismus.
Ebenso viele Kommentatoren hier: Sie verlangen „christlichen Meinungen“, sonst bräuchte es das Christentum nicht. Richtig ist: Christentum ist etwas ganz anderes. Ich sage das nicht als Evangelikaler, sondern als Buddhist.
Wieder ein Beweis, diesmal erfreulicherweise von einem geistlichen Vertreter, dass Religionen überflüssig sind.
Sie scheinen einen anderen Artikel gelesen zu haben oder Ihnen ist der Friede in Gott unwichtig, was ich verstehen kann, solange Sie den Frieden Gottes noch nicht selber erfahren haben.
Alles ist also schlecht und der Mensch am Schlechtesten? Dann sollten wir uns auf das nahe Armageddon freuen, bei dem 90% der Weltbevölkerung umkommt- wenn man der Bibel glauben möchte.
Ein bisschen überheblich zu glauben, daß man zu den 10% gehört, oder? 🥴
Häh? Wo steht bei mir dass ich zu den 10 % gehören werde?
Das trifft aber voll auf Sie zu. Denn Sie hatten an anderer Stelle hier bekundet auf Gott hören zu wollen und sogar den Schlüssel zu diesem zu haben. Und genau diese, falls Sie jemals die Bibel (AT) gelesen haben, werden von den himmlischen Reitern errettet. Also diese 10 %.
Wer an dieser Stelle des Krieges gegen ein iranisches Verbrecherregime noch argumentiert, „man müsse abwägen“ hat in seinem Leben nichts verstanden. Sicherlich ist ein Kirchenvertreter schon damit belastet, daß er gutgläubige Menschen mit einer Jesusgeschichte belügen muß, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen so, wie sie von der Kirche erzählt wird, unwahr ist. Da fehlt inzwischen jeder Sensor für eine reale Welt.
Während die Muselmanen ständig von Kämpfe und Krieg schwätzen, reden die Christen von Frieden.
Wie hat sich den das Christentum vor der Aufklärung verbreitet, durch Ringelpitz mit anfassen?
Wenn die Christen diese Herausforderung nicht annehmen und kämpfen wird diese Religion genau so unterdrückt und unbedeutend wie viele andere Religionen die mit dem Islam un Kontakt kamen.
Falls Sie mal im Rhein-Main-Gebiet auftreten, würde ich die Gelegenheit sofort beim Schopfe ergreifen, aus Ihnen einen ordentlichen Heiden zu machen, Herr Zorn. Um Sympathie brauchen Sie ja nicht zu kämpfen, so ganz anders als manche Politiker. Beim selbst ernannten Apostel Paulus wäre ich vorsichtiger, als Sie. Der glaubte im Suff Jesus gesehen zu haben. Das wäre so ähnlich, als wolle ich mich auf meine persönliche Bekanntschaft mit Adolf Hitler oder Josef Stalin berufen, weil beide mir in meinem Delirium die Welt erklärt hätten. Damals waren Party-Drogen üblich. Auch der Autor der Apokalypse des Jesus Christus, Johannes von Patmos, ein… Mehr
Die nur in haram-halal denken lernen dürfen sind in all ihren Entscheidungen schneller als wir?