Wenn Geimpfte wieder zu Ungeimpften werden, was dann?

Der Gesunde muss sich "impfen" lassen, um nicht das Schicksal der unfreien Ungeimpften zu teilen? Was ist das für eine Herrschaftsklasse, die Gesunde zur Gefahr erklärt?

IMAGO/phototek

Noch bis in diese Tage fragten Leser und Autoren bei TE und anderswo, wie angesichts der Berichte aus vielen Ländern die sogenannte Inzidenz überhaupt noch als Kriterium für „Maßnahmen“ genannt werden können. Manche plädierten dafür, statt dessen einen Mix unterschiedlicher Kriterien einzusetzen, darunter auch die Auslastung von Intensivplätzen in Krankenhäusern und die Zahl der Todesfälle. Das können nun alle zur Seite legen, denn die Herrschaftsklasse will von all dem völlig  unabhängig nur noch Geimpfte und Genesene zum öffentlichen Leben zulassen.

„Umgeimpfte sollen nirgendwo mehr reindürfen!“

„Es droht eine Überlastung unseres Gesundheitssystems!“ pic.twitter.com/4VoZWhAWP8

— Claudio Casula 🇮🇱🇮🇹🇬🇧🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 (@shlomosapiens) August 4, 2021

Aus diesem Vorhaben der Herrschaftsklasse schließe ich, dass der ganze Zirkus von Testen, Inzidenz und Überlastung des Gesundheitssystems für eben diese Herrschaftsklasse immer nur als Begründung für das herhalten sollte, was sie ganz unabhängig davon sowieso tun wollte. Herrschen. Immer leichter herrschen, je mehr die permanente Angst- und Panik-Kampagne verfing. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert ganz und gar.

Nur noch Geimpfte und Genesene teilfrei zum öffentlichen Leben zulassen, bedeutet automatisch, nach sechs Monaten müssen sich Geimpfte wieder impfen lassen und Genesene in die Impf-Dauerschleife einreihen. Geimpfte, weil dann die Wirkung als vorbei oder zu gering eingestuft wird. Genesene, weil sie jetzt schon nach sechs Monaten nicht mehr als Genesene gelten. Wer sich dann noch zeitweise teilfrei testen will, wird in der ersten Stufe lernen, das negativ getestet nicht gleich teilfrei macht wie geimpft und genesen. In Stufe zwei werden Geimpfte und Genesene erleben, dass der Test nicht einmal mehr teilfrei auf Zeit bedeutet. Und das jenseits der Wahrheit von Sahra Wagenknecht, dass sich den Test viele nicht leisten können werden:

Eine TE-Leserin kommentierte gestern: „Als Ärztin bin ich bereits seit Februar geimpft. Damals waren es etwa 5% Glaube an den medizinischen Nutzen, 10% wissenschaftliche Neugier (ich traue der mRNA-Technologie durchaus eine zukünftige Rolle z.B. bei der Behandlung schwerer Enzymdefekte zu) und 85% Opportunismus (Druck durch Kollegen, Sehnsucht nach mehr Freiheit). Mein Glaube an den medizinischen Nutzen für mich als gesunde Mitt-50erin mit einem BMI von knapp 22 tendiert mittlerweile in den Negativ-Bereich, die wissenschaftliche Neugier ist noch da, spielt aber keine Rolle mehr für die Impfentscheidung. Ich schließe eine Auffrischimpfung nicht aus, aber diesmal wären es 100% Opportunismus. Allerdings weiß ich inzwischen auch, dass ich selbst dadurch mein altes Leben in Freiheit und Selbstbestimmung nicht zurück bekomme. Ich bin in der DDR aufgewachsen und seit meiner Jugend die Gratwanderung zwischen notwendiger Anpassung und gerade so viel Individualismus, dass ich mein zukünftiges Leben damit nicht zerstöre, gewohnt. Was ich von den Leuten halte, die ihre Machtposition für derart willkürliche Zwangsmaßnahmen nutzen, und was dies für meine Motivation als Ärztin und Steuerzahlerin bedeutet, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern. In jedem Fall sehe ich die wahre Bedrohung für unsere Gesellschaft sicher nicht in den Ungeimpften.“

„Ich bin in der DDR aufgewachsen und seit meiner Jugend die Gratwanderung zwischen notwendiger Anpassung und gerade so viel Individualismus, dass ich mein zukünftiges Leben damit nicht zerstöre, gewohnt.“

In diesem Satz dieser Leserin steckt fast die ganze Erklärung dafür, warum sich sehr viele impfen lassen – ohne über den Unterschied zwischen herkömmlichen Impfstoffen wie in China und den neuen mRNA-Produkten aufgeklärt worden zu sein, und auch ohne sich dafür zu interessieren. Wer seine Freiheit zu leben oder so viel davon, dass er es einigermaßen aushalten kann, um jeden Preis zurückhaben will, lässt sich eben impfen, womit immer, denn es geht nicht um den Schutz vor dem Virus, sondern mit dem Erwerb des Impfpasses um den teilweisen Schutz vor dem Freiheitsentzug durch die  Herrschaftsklasse.

Wer sich für die mRNA-„Impfung“ entscheidet, nimmt an einem großen Feldversuch in den Ländern des Westens teil. Jeder einzelne teilt in diesem Feldversuch die Chance, durch mRNA nicht an Covid-19 zu erkranken oder von einem leichteren Krankheitsverlauf zu profitieren, wie zugleich das Risiko, mit mRNA sofortige oder spätere negative Folgen zu erfahren, worüber die Wissenschaft so kurz Zeit nach Beginn des Feldversuchs so gut wie nichts wissen kann.

Dass die Schaffung einer Zweiklassengesellschaft von Geimpften und Ungeimpften voll im Gange ist, wird bisher nur von wenigen thematisiert. Noch viel kardinaler ist die Tatsache, dass der Gesunde als Kategorie fast völlig aus dem Blick geraten ist. Was macht denn der Gesunde bei diesem Tunnelblick der Herrschaftsklasse und ihrer Claqueure auf Geimpfte und Ungeimpfte? Die Herrschaftsklasse schlägt den Gesunden einfach mir nichts dir nichts der Kategorie Ungeimpfte zu. Der Gesunde hatte sozusagen das „Pech“, ohne Ansteckung nicht zum Genesenen avancieren zu können? Das hätte ihm auch nur vorübergehend genutzt, denn nach sechs Monaten ist er wieder ein Gesunder, also ein Ungeimpfter.

Der Gesunde muss sich also „impfen“ lassen, um nicht das Schicksal der unfreien Ungeimpften zu teilen?

Wahrscheinlich kennen Sie den alten Witz auch. Gesunde? Es gibt keine Gesunden, sondern nur noch zu wenig Untersuchte. Mir ist in diesen Tagen das Lachen über diesen Witz vergangen. Denn aus dem Witz macht die Herrschaftsklasse in unseren Tagen in ihrem Herrschaftswahn eine wahnsinnig traurige Wirklichkeit.

Wer sein altes Leben oder wenigstens erträglich genug davon um den Preis des „Impfens“ mit einem Impfstoff im experimentellen Zustand wiedergewinnen will, hat mein volles Verständnis. Das entscheidet jeder allein. Das ist Teil seiner Freiheit, die ich nicht berechtigt bin einzuschränken, und bei der ich der Herrschaftsklasse das Recht abspreche, in diese Freiheit einzugreifen, wie sie es in einer Anmaßung ohnegleichen tut.

Freiheit ist unteilbar. Daran kann auch die Herrschaftsklasse nichts ändern, was immer sie sich noch herausnehmen wird. Am Ende siegt die Freiheit, wie lange es dauern mag.

Dass und warum es dauern wird, hat eine andere Leserin kompromisslos richtig gesagt: Dieses Land will die Demokratie, die „offene Gesellschaft“ im Sinne Karl Poppers nicht. Frau Merkel hat die deutsche Demokratie demaskiert. Wir sehen nun das wahre Gesicht.

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