Blackbox KW 24 – Die Reise nach Kiew

Zu seinem persönlichen Schutz hatte der Kanzler Macron, Draghi, das BKA und ein Geschenk mitgebracht. Derweil plant Karl, den Maskenhandel wieder in Schwung zu bringen …

Nun hat sich Kanzler Scholz doch auf den Weg nach Canossa, Quatsch, Kiew, gemacht, ohne dass man ihn und seine Begleiter vorab informiert hatte, dass der Dresscode in Kiew „Military Casual“ lautet. So wirkt er ein wenig overdressed auf den Bildern im Vergleich zu Annalena Baerbock, die, wenn in der Ukraine, stets stilsicher mit Helm und Schussweste antritt. In Kiew trat sich nun die Security auf die Füße – unser Olaf, Macron und Draghi hatten jeder ihre eigenen Sicherheitsleute mitgebracht – wohl um die Presse auf Abstand zu halten. Dabei hätte schon allein Boxer Klitschko Sorge getragen, dass unserem Kanzler kein Haar gekrümmt wird. Vorsichtshalber war wohl zudem Wlad vom Kanzleramt gebeten worden, keine Rakete zu schicken.

♦ Natürlich konnte der Kanzler im Klempner-Look nicht mit leeren Händen nach Kiew kommen, und weil er sich beim großen Waffenhandel standfester zeigt, als man einem Spezialdemokraten eigentlich zutrauen würde, versprach er der mit korrekter Buchhaltung noch nicht so ganz vertrauten Ukraine einfach den EU-Beitrittsstatus. Natürlich sind nicht alle hiesigen Beobachter auf Olaf, den Trixxer, hereingefallen, denn über den EU-Beitritt können am Ende weder Olaf, Macron oder die drängelnde Ursel bestimmen, hierzu bedarf es des Willkommens aller 27 Mitgliedsstaaten. Ein weiterer Trost für die, die die EU schon jetzt schwer einsturzgefährdet sehen: Auch die Türkei genießt ebendiesen Beitrittsstatus. Seit 23 Jahren.

♦ Die Europäische Zentralbank hat ganz andere Sorgen als die paar Piepen, die für das neue Mitglied fällig würden (Ukraine-Jahresetat gerade mal 36 Milliarden). Sie muss mal wieder alles tun („whatever it takes“), um Italien aus der Patsche zu helfen. Dessen Zinsen an den Kapitalmärkten haben sich erneut selbstständig gemacht. Wenn der alte Soros 30 Jahre jünger wäre, könnte er sich glatt wieder an den Pokertisch setzen wie 1992 gegen das britische Pfund.

♦ Eigentlich hätte sich das Verfassungsgericht seinen Urteilsspruch über Merkels Staatsstreich in Thüringen sparen können. Merkel ist in Pension, Kemmerich ist jede Lust vergangen, und Thüringen wird, wie gewünscht, wieder von einem Kommunisten regiert. Aber vielleicht gehört es ja zum Berufsethos, eine Angelegenheit, die nicht mehr zu ändern ist, mit einem längeren Schriftsatz zu bedenken. Also: Merkel hätte die Wahl Kemmerichs (mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD) nicht „rückgängig“ machen dürfen. Der Staatsstreich geschah im Gefolge des 5. Februar 2020, das Urteil erfolgte zwei Jahre zu spät, weil ein Eilantrag erst einmal ad acta gelegt wurde. Im Juli 21 wurde schließlich in Karlsruhe verhandelt – nachdem wenige Tage zuvor die Damen und Herren des höchsten Gerichts bei Angela Merkel zum Orientierungsgespräch geladen waren. Über den Inhalt der Abmachungen herrscht so viel Klarheit wie über Olaf Scholzens Cum-Ex-Gespräche mit den Warburg-Bankern. Klingt nach in dubio mit deo. Damit‘s nicht so müffelt.

♦ Waldbrände in Spanien? Klimawandel. Die Isar führt mehr Wasser? Klimawandel. Ist der Juni zu kalt: Klimawandel. Ist er zu warm? Na? Logisch, Klimawandel. Damit dieses Narrativ weltweit gleichlautend verbreitet wird, gibt es die Organisation „Covering Climate Now“, die Medien und Institutionen dazu bringt, „einheitlich“ (siehe oben) über den Klimawandel zu berichten: Mit mehr als 460 Medienpartnern in 57 Ländern.

Wahrscheinlich ist auch Ihr TV-Nachrichtenlieferant beherzt dabei. Für den ist das Engagement risikofrei. Denn anders als bei Corona lassen sich Fake News zum Klimawandel nicht so einfach nachweisen, wie auch Maßnahmen gegen einen solchen. Zudem steht die einheitliche Klima-Berichterstattung unter besonderer Protektion des Verfassungsschutzes.

♦ Es kommt immer darauf an, wer etwas sagt, damit unser oberster Schlapphut Thomas Haldenwang sein Mittagsschläfchen unterbricht. Wenn etwa die Grüne Luisa Neubauer öffentlich ankündigt: „Wir planen, eine Pipeline in die Luft zu jagen“, dann ist das für Geheimdienst und Klima-Presse natürlich ein Scherz. Außerdem hat sie es nicht auf Telegram gesagt, sondern beim „Copenhagen Democracy Summit“.

♦ Übrigens, Thomas, die ersten Folgen der „Energiewende“ werfen schon mal ihre Schatten voraus. Das sagen nicht wir, das sagt der Grüne Michael Kellner: „Das Gas reicht nicht für den Winter“, so der Staatssekretär vom Robert Habeck. Upps!

♦ Gerade mal drei Monate, nachdem unsere politische Verantwortungsgemeinschaft Gazprom Germania (viele Gaskunden kennen die Firma unter „Astora“) beschlagnahmt hat, stellt die enteignete Muttergesellschaft ihre Lieferungen wohl sehr zur Überraschung der Enteigner ein. Und Habeck, der Enteigner, muss 10 Milliarden in die Hand nehmen, um den Betrieb aufrecht halten zu können. Wenigstens das wichtigste Problem in diesem Zusammenhang wurde gelöst: Gazprom Germania soll nun „Securing Energy for Europe GmbH“ heißen. Das verstehen die Amis und auch Europa kommt vor. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

♦ Ach, die Jugend, wie oft wird schlecht über sie geredet! Dabei ist sie viel besser als ihr Ruf. Nehmen wir nur mal den Sohn vom, die Presse schreibt „mutmaßlichen Clan-Boss“, Arafat Abou-Chaker. Der 21-jährige Ahmed macht irgendwas mit Internethandel und hat soeben für 7,4 Millionen Euro drei Häuser und zwei Grundstücke in Berlin ersteigert, damit sein Papa dort wohnen bleiben kann. Es zahlt sich eben aus, dass der Junge was gelernt hat und ein bisschen was ansparen konnte.

♦ Hätten wir nicht mal wieder Spiegel online überflogen (Risiken und Nebenwirkungen sind uns wohlbekannt), hätten wir gar nicht mitbekommen, dass Dr. Anton Hofreiter bei den Grünen „mittlerweile als Störenfried gilt“. Dabei fordert der „Toni“ täglich schwere Waffen für die Ukraine, um in die Zeitung zu kommen, und längst ist Toni in der Waffenkunde, was Karl für Corona ist. Und wie Karl mehr Harvard geprüfter Health Policy Manager als Arzt ist, wurde Toni vom Bundeswehrarzt ausgemustert, bevor er zum Experten für Artillerie und Panzer avancierte.

♦ Schon blasen die Fanfaren für den Herbst. Maskenpflicht von Oktober bis Ostern. Und die Firma Lauterbach („Impfstoffe en gros“) malt eifrig den Teufel an die Plakatwände. Nur gut, dass das Oktoberfest im September ist.

♦ Bei Volkswagen flattern die Regenbogenfahnen, da werden sie wohl auch bei Audi in Ingolstadt nicht fehlen. Die hausinterne Kommunikation ist jedenfalls längst auf dem neuesten Stand. Etwa wenn ein Mitarbeiter die Beurteilung: „Der_die BSM-Expertin ist qualifizierte_r Fachexpert_in“, ist alles und jedes inkludiert. Nur nicht Alexander B., der seine Persönlichkeitsrechte als Mann durch das Kauderwelsch verletzt fühlt und klagte. Mein Gott, so der Richter salomonisch, Audi könne dem Kläger doch künftig „halt normal schreiben“. Nein, nein, nein, sagten die Audi-Anwältinnen entsetzt, „normal“ sei weder praktikabel noch handhabbar. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

♦ Dass er nicht länger Repräsentant von Truthähnen (englisch: Turkey) sein will, hat Recep Tayyip Erdogan der Weltgemeinschaft unmissverständlich klargemacht, so dass jetzt auch im Englischen statt „Turkey“ „Turkiye“ geschrieben werden muss. Nun wollte Erdolf, der Prächtige, auch den Namen Turkish Airlines überpinseln lassen. Der neue Schriftzug hätte lauten sollen: „Türk Hava Yollari“. Klingt auf jeden Fall schon mal günstiger …

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 31 )

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31 Comments
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Wolfgang Richter
6 Tage her

„Die Europäische Zentralbank hat ganz andere Sorgen als die paar Piepen, die für das neue Mitglied fällig würden (Ukraine-Jahresetat gerade mal 36 Milliarden).“ – Macht nach dem Ende von „Putins Hausbesuch“ für die verbleibende Rest-Ukraine noch ca. 18 Milliarden, die sich wiederum um den Teil reduzieren, den die Polen zurück ind angestrebte „Groß-Polen“ holen wollen. Also unterm Strich am Ende ein Schnäppchen für die Brüsseler Ursel. Immerhin ist Putin ja weder unberechenbar-irre, wie er hier medial allgemein dargestellt wird, denn er läßt den westlichen Polit-Darsteller-Tourismus gen „Kiew“ von Anfang an zu, selbst als KL von der „Krankheit“ und Vegan-Cem dort… Mehr

Dr. Rehmstack
7 Tage her

Eins war da doch noch: hatten wir nicht den 17. Juni, den Tag des Arbeiter und Bauernaufstand in der DDR, der mal unser Nationalfeiertag war? Und der fällt auf einmal medial ganz unter den Tisch! In Tagesschau und Heute Hitzewelle und Ukraine, aber kein Beitrag zum Arbeiter und Bauernaufstand unsere Brüder und Schwestern jenseits der Mauer, für die wir Kerzen sind Fenster gestellt hatten. Ja, was haben die Arbeiter und Bauern denn damals gemacht? Sie haben ganz offen den Staat und seine Repräsentanten in Frage gestellt und damit delegitimiert! Na, fällt einem da nicht was auf und ein? SED wirkt!… Mehr

P.impf
7 Tage her

Italien aus der Patsche helfen? Wir sind gerade am Lago unterwegs. Die Menschen geniessen das schoene Wetter am See, lassen sich die herrliche italienische Küche schmecken und trinken den trefflichen Roten. Die sollen hier in der Patsche sitzen? Vielleicht muss man das den Italienern erst mal sagen. Aber wir glauben das sofort.

Hannibal Murkle
6 Tage her
Antworten an  P.impf

Das Problem mit Italien: All das Dolce Vita wird seit Jahren auf Pump finanziert – irgendwann geht es nicht mehr. Selbst mit massiver Hilfe der EU und der EZB.

https://www.heise.de/tp/features/EZB-rudert-wegen-Angst-vor-neuer-Schuldenkrise-zurueck-7144997.html

Auch hier wird übrigens dem Märchen widersprochen, Inflation komme von Putin – mit über 5% bereits vor dem Krieg. Kann MSM dieses Märchen lange aufrechterhalten?

Last edited 6 Tage her by Hannibal Murkle
Gerro Medicus
7 Tage her

„Das Gas reicht nicht für den Winter“, so der Staatssekretär Michael Kellner vom Robert Habeck. Der russische Winter hat die Armee Napoleons besiegt, der russische Winter hat die Deutsche Wehrmacht besiegt. Die mussten aber für ihre Niederlagen noch nach Russland ziehen. Heute wird der russische Winter die EU besiegen. Der einzige Unterschied zu früher: die EU hat den russischen Winter durch ihre Sanktionen in ihr eigenes Territorium importiert! Putin muss nur dasitzen, abwarten und sich totlachen.   Zitat: „Gerade mal drei Monate, nachdem unsere politische Verantwortungsgemeinschaft Gazprom Germania (viele Gaskunden kennen die Firma unter „Astora“) beschlagnahmt hat, stellt die enteignete… Mehr

Bernd W.
7 Tage her

„Türk Hava Yollari“. Klingt auf jeden Fall schon mal günstiger … – das hätte mir fast meinen Kaffee auf dem PC verteilt. 1A – Schlusspointe einer erneut starken Blackbox, Chapeau!

Johann P.
7 Tage her

Regieren kann doch so schön einfach sein! Da schüttelt der smarte Wirtschaftsminister mal eben locker flockig zehn Milliarden (oder waren es fünfzehn – egal) aus dem Ärmel, die Energiekrise gelöst und Wlad schaut in die Röhre! Warum haben wir nicht mehr solcher Macher? A propos: Was ist eigentlich mit Annalena los, schon lange nichts mehr gehört und gesehen von ihr!? Sie wird doch nicht etwa noch immer „einen weniger schweren Verlauf“ ihrer Corona-Infektion auskurieren müssen?

Murmel
7 Tage her
Antworten an  Johann P.

Es gibt eben besseres als Annalena. Ricarda „Lang“ verspricht seit gestern weitere Entlastungen für die Bürger.
Ricarda „Lang“ und Entlastungen?
Na dann !

Kassandra
7 Tage her
Antworten an  Murmel

Aus der Position einer halben Parteivorsitzenden heraus? Weit sind wir schon wieder gekommen!
Aber sie will auch das 9-Euro-Ticket über den anberaumten Zeitraum hinweg bestehen lassen. Chaos hin – Chaos her – egal.

JamesBond
7 Tage her

Olaf, der Trixxer – einfach köstlich Herr Paetow – leider merken unsere DummMichel nicht, das der nicht nur bei der Ukraine so trickst, sondern auch bei Rente, Energie, Bildung …. bei allem!

November Man
7 Tage her

Der grüne Habeck, der Enteigner und Versager, muss 10 Milliarden Steuergeld in die Hand nehmen, um den Betrieb von Gazprom Germania aufrecht halten zu können.
Und Spezialdemokrat Scholz musste in Indien ebenfalls 10 Milliarden Steuergeld bringen. Für was eigentlich, sind wir nicht mehr kreditwürdig und müssen für das Öl aus Russland über Indien heimlich schon per Vorkasse bezahlen um die eigenen Sanktionen zu umgehen?
Mit den beiden wird die Dummheit perfektioniert.

Kassandra
7 Tage her
Antworten an  November Man

Das scheinen nur die Batzen, die gar nicht mehr verheimlicht werden können, die derart an die Öffentlichkeit kommen. Das Andere, was so „unter der Hand“ an „Volksvermögen“ von allen Ministerien in alle Welt verstreut wird, darüber kommt die Abrechnung später. Glasklar wird umgesetzt, was einem wie Fischer (im Nachhinein will er nicht damit in Verbindung gebracht werden) zugeschrieben wird – wobei sie inzwischen vor Deindustrialisierung, Komplettruin und dem Leben des Souverän nicht mehr halt machen: „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‚Ungleichgewichten‘… Mehr

HGV
7 Tage her

Nun soll sich die Laienspieltruppe der G7 wieder in Deutschland treffen, einem Land, dass mit seiner Ampel Regierung dem Volk eine Sparkur verordnet. Energiesparen ist die oberste Bürgerpflicht, kein Fleisch, langsamer fahren, … . Doch das grüne Bubble scheint weiterhin zu blühen.was soll man auch machen, wenn die Merz-CDU auf dem gleichen Tripp ist und in NRW und SH Steigbügelhalter ist. Aber solange die Lichter nicht ausgegangen sind, ist alles gut. Aber der nächste Winter komment bestimmt. Man weiß ja nicht, welche Höchstleistung man bewundern soll, aber mit Ferda Ataman, der Laschet Freundin, hat die Diskriminierung der Deutschen einen neuen… Mehr

Stuttgarterin
7 Tage her

Na ja, der Olaf wollte halt eine Kleidungsbrücke bauen zwischen Selenski und Macron, das ist doch ein konstruktiver Beitrag für die Weltpolitik. Aber, so isser hat, der Junge, aufgefallen ist ihm dabei nicht, dass der Selenski sein schlechtestes T-Shirt hervorgekramt hat. Deswegen trägt die nicht, die neue Brücke der Verständigung. Ganz nebenbei, beachtlich ist, wie zuverlässig die Bahn nach Kiew fährt, wo die doch keinen Pofalla dort haben. Und: Es ist sicher ganz lustig im Schlafwagon, trug in dem Fall zwar nicht zur feministischen Außenpolitik bei, stärkt aber zumindest kurzfristig die EU, wenn man so lange miteinander in eine Richtung… Mehr

Tizian
7 Tage her
Antworten an  Stuttgarterin

„Aber, so isser hat, der Junge, aufgefallen ist ihm dabei nicht, dass der Selenski sein schlechtestes T-Shirt hervorgekramt hat.“ Man sollte Schauspieler eben nicht unterschätzen. Hat man beim guten alten Ronald Reagan ja auch schon mal gemacht. Mit welchen Folgen? Ein Imperium gestürzt und den Kalten Krieg beendet. Das Szenario in Kiew mit den Luftalarmen war ja nun auf jeden Fall wirklich top. Schön auch immer die EU-Frau mit Schutzweste, aber ohne Maske, wo das doch wirklich einzig dringend notwendig ist. Ok, nur im EU-Raum. Ok, nur in Deutschland und die Ukraine ist ja noch nicht in der EU. Wo… Mehr