„Theokratie im Pentagon!“ riefen Kritiker, „ Heiliger Krieg"-Rhetorik – „holy war“ – und Verfassungsverstoß. Die Gegenseite schleuderte zurück: ein notwendiges Zeichen gegen den woken Säkularismus in den Streitkräften aus Obama-Zeiten.
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Einem typischen Shitstorm der US-Kulturkriegs-Serie, in diesem Fall gegen den Secretary of War – Kriegsminister – Pete Hegseth traten hierzulande Spiegel, Welt, Handelsblatt und andere bei. Es geht um den christlichen Gottesdienst (Prayer & Worship Service), den Hegseth am 25. März im Pentagon abgehalten hat – den ersten seit Beginn der US-Militäroperationen gegen den Iran – „Golfkrieg“.
Hier erstmal für alle die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden anhand des Posts, der internetsprachig „viral ging“. Hegseth betetete zum „allmächtigen Gott“, er möge „seinen Zorn ausgießen“ und „den Gottlosen die Zähne ausschlagen“ und „überwältigende Gewalt“ gegen „jene, die keine Gnade verdienen“, billigen.
— Michael Tracey (@mtracey) March 25, 2026
„Theokratie im Pentagon!“ riefen Kritiker, „Heiliger Krieg“-Rhetorik – „holy war“ – und Verfassungsverstoß. Die Gegenseite schleuderte zurück: ein notwendiges Zeichen gegen den woken Säkularismus in den Streitkräften aus Obama-Zeiten.
Überraschen kann es niemand bei Pete Hegseth, der für seine evangelikale Haltung ebenso bekannt ist wie seine Crusader-Tattoos – Kreuzfahrer-Tätowierungen – und seine Nähe zu konservativ-reformierten Kreisen (CREC). Den Konflikt mit dem Iran hat Hegseth wiederholt als Kampf gegen Gottes Feinde bezeichnet und oft seine Bibel mit „Deus Vult“-Aufdruck (Kreuzritter-Motto) mitgebracht. Gottesdienste im Pentagon hat Hegseth eingeführt. So etwas gab es früher richtigerweise nicht. Die Teilnahme ist zwar freiwillig, aber wer das Wesen von Organisationen kennt, weiß, das ist ein idealer Versammlungsplatz für Karrierewillige und Opportunisten. Mediale Kritik hatte Hegseth von Anfang an eingefangen, vor allem bei der Einladung radikaler Prediger.
Doppelte Moral wie üblich
NYT, CNN, AP usw. warfen Hegseth die Missachtung der Trennung von Kirche und Staat vor, christlichen Nationalismus zu pushen und eine gefährliche Vermischung von Religion und Militär. Die Gegenseite lobte das mutige Bekenntnis zum christlichen Glauben und zur Stärkung der Truppenmoral. Hegseth selbst positioniert sich immer schon als frommer Christ, der den US-Militäreinsatz moralisch-religiös untermauert. Es ist Kulturkrieg.
Für früher allgemein gültige westeuropäische Gepflogenheiten sind das Sprüche und Gebräuche, die sich nicht gehören, auch wenn Bibelzitate dabei sind, vorzugsweise aus dem Alten Testament. Insofern wäre moralisch alles klar, nicht nur politmedial, stünde dem nicht eine westeuropäische Öffentlichkeit gegenüber, in der es woke Pflicht ist, die öffentlichen Massenkundgebungen von islamischen Gebeten zu tolerieren, wenn nicht zu loben. Das gilt auch für Bundespräsident Steinmeier, der Muslim-Repräsentanten aus dem Dunstkreis der Muslimbrüderschaft und anderer extremistischer Organisationen zum „Fastenbrechen“ im Ramadan in seine Residenz bittet. Und der stellvertretend für die mit Steuermitteln bezahlte und organisierte „Zivilgesellschaft“ den Krieg gegen das Theokratie-Regime im Iran bei einer Art Predigt im Auswärtigen Amt „völkerrechtswidrig“ nannte. Gegen ein Gottesstaat-Regime, das seit 47 Jahren „völkerrechtswidrig“ das iranische Volk unterjocht und bei Protesten zu Zehntausenden niedermetzeln lässt, was kein Steinmeier und keine westeuropäische Regierung je als „völkerrechtswidrig“ angeprangert hat.
Die sich nun dem Shitstorm gegen Hegseth lautstark anschlossen, sind eingeladen, Stürme gegen das „völkerrechtswidrige“ Regime in Teheran zu entfachen. Und bitte gegen alle Aufmärsche von Free Palestine und Pro-Mullah-Marschierern.

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Das wirkt eher so als wolle der „Secretary of War“ keinen „Cultural War“ sondern einen „Holy War“ führen.
Wozu religiöser Fundamentalismus und Fanatismus führen kann ,sieht man unter anderem beim Mullah-Regime im Iran. Die sehen sich ebenso in einem „Heiligen Krieg“ im Auftrag ihrer Gottheit.
Wer ihn ohne Bedrohung seiner bürgerlichen Existenz “ Secretary of War “ nennt, der macht sich schon verdächtig. Die Namensgebung ist nämlich illegal, auch wenn das Thema noch nicht das Höchstgericht erreicht hat. Im übrigen paßt das nicht sehr oft verwendete Wort “ sanewashing“ ( das mediale Bemühen radikale, verwirrte oder extreme Aussagen einer Person als vernünftig oder zumindest gemäßigter darzustellen als sie sind ). Wer will kann sich von Hegseth über ChatGPT eine ganze Liste von irren Aussagen zusammenstellen lassen. Gegen eine Bonhöffer’sche Interpretation von Dummheit würde es aber vielleicht nicht helfen.
Vielleicht ist es an der Zeit, wieder zu einem Kreuzzug aufzurufen! Zu einem Kreuzzug gegen die Mullahs und ihre Schergen, von denen die Israelis gerade wieder einen eliminiert haben! Da der Pabst dazu zu schwach ist, sollte Hegseth das tun!
Wenn sich ein Verteidigungsminister selbst als „Kriegsminister“ bezeichnet sagt das doch schon alles über die Person aus.
Religion und Nationalismus haben in der Regel nichts Gutes für die Menschen gebracht. Aber nicht der Iran hat die USA und Israel angegriffen, sonder umgekehrt. Völkerrechtswidrig! So zuletzt auch das Wall Street Journal. Doppelmoral? Die sehe ich eher bei der Beurteilung des Ukrainekriegs. Zurecht wird von einem völkerrechtswidrigen Krieg durch Russland gesprochen, dasselbe gilt natürlich auch für die USA und Israel.
-Religion und Nationalismus haben in der Regel nichts Gutes für die Menschen gebracht.-
Das sehe ich anders.