Höhepunkt der Sendung ist der Streit zwischen Ralf Stegner (irgendein Versorgungsposten, SPD) und Bernd Baumann (Erster Parlamentarischer Geschäftsführer, AfD). Ein ungleiches Duell, auch wenn Moderatorin Sandra Maischberger versucht hineinzupfuschen.
Screenprint: ARD / Maischberger
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) verspricht Reformen und Entlastungen – indem er die Steuern weiter erhöht. Auf so eine Schnapsidee kann nur ein Sozi kommen; das traut sich bei Maischberger aber nur einer zu sagen.
„Das ist krass mutig“, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) nun die Mehrwertsteuer erhöhen will, erklärt Nena Brockhaus (WELT); die Mehrwertsteuer sei in anderen EU-Ländern ja deutlich höher als in Deutschland. Da ist also noch Luft nach oben! Nena Brockhaus ist eigentlich das liberale Feigenblatt in der Runde bei Maischberger. Mit im Panel sitzen an diesem Abend der Staatskomiker Urban Priol, der besonders gerne über CDU/CSU schimpft und die Grünen liebt, sowie Veit Medick, Leiter des Politikressorts beim Stern. Für sie sind Steuererhöhungen trotz Rekordsteuereinnahmen kein Problem. Sie alle schlucken den ziemlich schimmeligen Köder, dass die Politik an einer Stelle die Steuern erhöht und dafür „die Mitte“ entlastet.
Höhepunkt der Sendung ist aber ein Streitgespräch zwischen Ralf Stegner (irgendein Versorgungsposten, SPD) und Bernd Baumann (Erster Parlamentarischer Geschäftsführer, AfD). Ein ungleiches Duell, auch wenn Moderatorin Sandra Maischberger versucht, hineinzupfuschen.
Eine Billion Euro geben die Deutschen an Steuern ab; eine weitere Billion Euro wird ihnen an Sozialabgaben abgepresst, erklärt Baumann. Warum soll man dann über Mehrwertsteuererhöhungen diskutieren? Im Gegenteil: Steuersenkungen sind möglich, „wenn man die ganzen Unsinnigkeiten des links-grünen Wahnsinns im Haushalt bereinigt“. Nach einem Modell der AfD könnten Familien mit zwei Kindern und 70.000 Euro Bruttogehalt dann einkommensteuerfrei leben. Stattdessen zahle Deutschland aber munter weiter Entwicklungshilfe an Indien und China, zwei Nationen, die im vergangenen Jahr auf dem Mond gelandet sind „und über Atomraketen verfügen“.
Das schockiert Stegner, der wie eh und je die angeblichen Verfehlungen der AfD aufzählt: Man wolle aus der EU austreten („Wir steigen nicht aus!“, so Baumann), man heiße den Satz „Deutschland den Deutschen“ gut („habe ich nicht gesagt“, so Baumann). Inhaltlich kann der miesepetrige SPD-Funktionär jedoch nichts anbieten, um Baumann zu stellen. So muss er Korruptionsvorwürfe, Reichsbürgerkomplott und Nazikeule heranziehen, um Baumann nicht auf der Ebene des besseren Arguments begegnen zu müssen. Auch Maischberger hat aufgegeben, gute Argumente bei Stegner zu suchen. Für ihn ist klar: Das Geld der Bürger ist zum ungeprüften, zügellosen Ausgeben da.
Die Diskussion zwischen Baumann und Stegner ist kaum zu ertragen. Stegner kann nicht inhaltlich auf die Kritik Baumanns antworten. Er glaubt: Wenn er mit ollen Kamellen die Glaubwürdigkeit der AfD erschüttert, dann kommen die Wähler wohl wieder zur SPD zurück – und erkennt nicht, dass es nicht die Glaubwürdigkeit der AfD ist, die Wähler in Scharen anzieht (obwohl dies für einige durchaus stimmen mag). Es ist die Abscheu vor den Sozialdemokraten, die Wähler zur AfD treibt.
Baumann hingegen lässt sich von den inhaltlich irrelevanten Vorwürfen Stegners provozieren und fällt ihm dann erbost ins Wort. Das Ergebnis ist wenig professionell, mit einem gecancelten Baumann und einem Stegner so, wie er nun mal ist. Im Ergebnis ist es eine Talkrunde, bei der die beiden Teilnehmer einander ins Wort fallen, dem anderen vorwerfen, Unsinn zu reden, und nicht diskutieren, sondern überfahren wollen.


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Ein abgehalfterter Salonkommunist mit (auf Steuerzahlerkosten) abgeschlossenem Vermögensbildungsprozess und einem Gesichtsausdruck, wo man weiß, dass der Träger desselben zum Lachen in den Keller geht, ist gern gesehener Gast in ÖRR-Talkshows, labert über Steuererhöhungen und wundert sich über Widerspruch. Es grenzt für mich an ein Wunder, dass sich diese Sendungen überhaupt noch jemand anschaut. Also mir wär die Zeit zu schade…
Ist doch schön wenn man sich nicht über Inhalte aufregt, sondern nur über Verhalten. Das beschreibt den Zustand dieses Landes und seiner Bürger am besten.
Die Umsatzsteuer = euphemistisch MwSteuer ist die unsozialste Steuer überhaupt, weil sie all diejenigen besonders hart trifft, die ihr ganzes bisschen Geld umsatzsteuerpflichtig ausgeben müssen, um nicht einzugehen wie eine Primel. Zwar werden Lebensmittel geringer besteuert – warum eigentlich überhaupt? nicht Null – Kinderschühchen, Kinderbekleidung, Windeln aber nicht. Energie in jeder Form, Katastrophe. Usw. Da ist kein „Mehrwert“, da ist nur Abzocke. Mehr für den Fiskus, mehr für die Umverteiler, mehr für den Zuzug, Halleluja. Die steuerbedingten Mehrkosten für den Zuzug berappt auch der eh schon Geschröpfte, die Kartoffel, der Eingeborene. Und der Stegner miest dazu. Weil er das eh… Mehr
Die Umsatzsteuer in Luxemburg und Malta ist niedriger als in der Bananen Republik Deutschland.
Vielleicht sollte man sich an denen orientieren?
Ich frage mich immer wieder :
“ Hat dieses Politiker – Pack eigentlich keine Angst vor der Bevölkerung ? “
Wie lange soll das denn so weitergehen ?
Wieso? Die Wahlen laufen doch so, dass der Viererblock gegen die AFD reagieren kann. Im Osten werden wir sehen, dass die CDU notfalls – trotz linker Brandmauer – mit denen koaliert. Aus Verantwortung fuer unser Land! 🤑🤮
Ich denke, dass das mit den Steuern erhöhen nur eine Ablenkung ist.
Am Ende gibt es keine.
Warum?
Ist euch aufgefallen, dass seit der Debatte mit der MwSt sich NIRGENDWO mehr jemand über Spritpreise aufregt, der weil diese nun ungeachtet mehr Einnahmen generieren als die ganze MwSt einbringen würden und alle froh sind dass nicht noch mehr kommt…..
Ich zähle zum Einschlafen keine Schafe .
Ich sehe sie überall um mich herum.
Ablenken ablenken ablenken……
Baumann ist ein sehr guter Mann, ein Klardenker und auch schlagfertig. Er redet verständlich. Daß er angewidert ist von den bösartigen, substanzlosen Unterstellungen, die Stegner absondert, kann ich gut verstehen.
Ihr schönes Bild von Baumann ist aber so gar nicht rübergekommen. Wenn Ihre Begründung die Ursache ist, dann schlägt de Auftritt ihrer Charakterisierung ins Gesicht.
Baumann ist leider unprofessionell. Das ging einigermaßen, solange die AfD noch der gärige Haufen (Gauland) war. Mittlerweile ist das aber bald 10 Jahre her und nicht mehr akzeptabel. Eine vertane Chance, zumal gegen Stegner nun eigentlich jeder eine gute Figur machen können sollte.
Ist mir auch völlig unverständlich – Chrupalla macht vor, wie man die Nerven behält.
Zitat: „Inhaltlich kann der miesepetrige SPD-Funktionär jedoch nichts anbieten“
> Höhö – „Miesepeter“ ist aber noch nett formuliert, wenn man mal bedenken tut, dass Stegner doch selbst von seinen Parteikollegen als Kotzbrocken bezeichnet wurde.
UND das sich Baumann (AfD) von SPD-Stegners Vorwürfe provozieren ließ, hier hat Baumann wohl keinen guten Tag gehabt. Denn eigentlich kenne und schätze ich Baumann als ziemlich ruhig und vernünftig diskutierenden Politiker.
Eine absolute intellektuelle Bankrotterklärung von Stegner. Man reibt sich verwundert die Augen und fragt sich, zu welchem Thema soll der denn irgendwann mal promoviert haben? Eifernd und mit 10 cm Schaum vorm Mund hat er auch inhaltlich nur Unfug verbreitet (Steuern, Vetternwirtschaft). Die Doppelmoral seiner Partei in Bezug auf Russland und die USA im Ukraine bzw. Iran Konflikt ist ihm offensichtlich nicht mal aufgefallen. Mit solchen Protagonisten ist für die SPD die Fahrt nach unten noch lange nicht beendet!