Kinder im Straßenverkehr: Sieben Prozent mehr Verunglückte

Über 29.000 Kinder verunglückten 2025 im Straßenverkehr, 74 von ihnen tödlich. Neu in der Statistik: tödliche Unfälle aufgrund von E-Scootern. Dass dieses äußerst unsichere Gefährt nicht nur für Kinder und Jugendliche eine neue Gefahrenquelle darstellt, ist wenig verwunderlich.

picture alliance/dpa | Wolfram Steinberg

Deutschlands Straßen werden für Kinder wieder gefährlicher – und mit dem Vormarsch von E-Scootern rollt ein neues Risiko daher. Im Jahr 2025 verunglückten rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte.

Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber 2024. Rechnerisch wurde damit alle 18 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet. Die Zahl der Todesfälle stieg von 53 auf 74, wobei besonders Mitfahrer in Pkw (31 Tote) und Radfahrer (13 Tote) betroffen waren.

Doch eine Entwicklung alarmiert Experten besonders: Während E-Scooter im Vorjahr bei tödlichen Unfällen von Kindern noch keine Rolle spielten, forderten die Elektro-Tretroller 2025 bereits vier junge Menschenleben. Insgesamt verunglückten acht Prozent aller verunglückten Kinder auf einem E-Scooter. Besonders gefährdet sind Schulkinder auf dem Weg zum Unterricht: Montags bis freitags zwischen 7 und 8 Uhr morgens verzeichnen die Behörden die höchsten Unfallzahlen. Für das Jahr 2025 registrierte die Polizei in Deutschland knapp 16.500 Unfälle mit Verletzten oder Getöteten – ein Plus von über 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Altersgruppe ist jung: Fast die Hälfte (rund 48 Prozent) aller Verunglückten sind jünger als 25 Jahre. Über ein Drittel aller schweren Zwischenfälle sind Alleinunfälle (Stürze ohne Fremdeinwirkung). Bei Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern ist der Kollisionsgegner am häufigsten ein Pkw.

Das wundert nicht weiter. E-Scooter rollen auf kleinen Minirädern mit geringem Durchmesser. Die bleiben an den kleinsten Kanten, Pflastersteinen, Schlaglöchern oder Schienen stecken. Das Vorderrädchen blockiert sofort, der aufrecht stehende Fahrer auf seinem schmalen Trittbrett fliegt kopfüber über den Lenker. Dass das nicht besonders gesund sein kann, wussten die Menschen früher noch.

Der Lenkwinkel ist sehr steil, das Gerät rollt also nicht allein mehr oder weniger geradeaus wie etwa ein Hollandrad mit einem großen Lenkwinkel. Beim E-Scooter eine Hand vom Lenker zu nehmen, bedeutet unmittelbaren Sturz, weil das Gefährt seine letzte Stabilität verliert.

Geradezu abenteuerlich wird eine Geschwindigkeitsbetrachtung. Der Elektromotor beschleunigt den Scooter rasch auf bis zu 25 km/h; was beim viel gescholtenen Automobil selbstverständliche Voraussetzung ist, nämlich eine höhere Bremsleistung als Motorleistung, gilt beim E-Scooter nicht.

Rechtzeitiges Stehenbleiben ist Glückssache, gebrochene Kiefer mit Zahnfrakturen und komplizierten Handgelenkbrüchen fast unvermeidbares Unheil. Schlecht ist, wenn der Kopf zur Knautschzone wird. Gerade haben die Autoentwickler mit sehr hohem Aufwand Autos mit Airbags, Knautschzonen und ausgefeilten Gurtsystemen sicherer gemacht, da wird eines der sichersten Verkehrsmittel verfemt und ein neues deutlich gefährlicheres propagiert.

Insbesondere für Kinder und Jugendliche zeigt sich hier also eine neue Gefahrenquelle im Straßenverkehr. Über die nächsten Jahre wird man beobachten müssen, wie sich die Zahlen entwickeln, und wie man auch hier im Sinne der Sicherheit nachschärfen kann.

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Kommentare ( 16 )

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Edwin
21 Tage her

Die interessieren nicht, da politisch nicht verwertbar.

Da sind die GESCHÄTZTEN 12.000 Hitzetoten des RKI doch wesentlich interessanter.

Anglesachse
25 Tage her

Instabille Rollhilfen „in Kindercharakter“ mit Elektroantrieb und 25Km/h….?! Früher brauchte man dafür einen Mofa-Schein und musste mind. 15 Jahre alt sein. Hier ist nebenbei auch die Polizei in der Pflicht „Fahren ohne Führerschein u.o. Fahren ohne Versicherungsschutz durch Mehr-Personennutzung“ zu ahnden! Polizei, die Dies nicht durchführt, verletzt nebenbei auch Ihre Sorgfalls-Pflicht gegenüber Minderjährigen! Die „50er-Mofas/Mopeds“ unterliegen übrigens auch einer Verkehrssicherheitspflicht (ähnl.TÜV), für Die der Nutzer jedoch eigen(!)verantwortlich ist, da ansonsten der Vers.Schutz entfällt E-Bikes und Roller mit Motor-Antrieb/-Hilfe sollten generell versicherungs- u. Mofa-Schein pflichtig werden. Mit solchen Klapperkisten wird einfach zuviel dummes Zeugs gemacht und Geschädigte können z.T. nicht einal… Mehr

Last edited 25 Tage her by Anglesachse
Peterson82
26 Tage her

Fehlende Kontrollen, fehlende Konsequenzen. All das ist typisch für diesen Staat an den Stellen wo es notwendig ist. Es sind nicht die Roller die gefährlich sind, sondern das naive und verantwortungslose Handeln der Personen die darauf stehen. Jetzt kann man sagen dass ein Kind die Folgen seines Handelns nicht so erfassen kann wie ein erwachsener. Gut.. aber wenn sich herumsprechen würde dass alle E-Scooter die frisiert werden von der Polizei die regelmäßig kontrolliert eingesammelt und verschrottet werden dann spricht sich sowas rum. Genauso wie wenn die Teile dauerhaft einkassiert und versteigert werden wenn man mit einem handy in der Hand… Mehr

Sonny
26 Tage her

Mich wundert sowieso, warum für diese Gefährte keine Helmpflicht besteht.
Die sind rasant schnell und aufgrund ihres leisen Geräuschs kaum wahrnehmbar. Wie gut die Bremsen funktionieren, weiß ich allerdings nicht.
Als Autofahrer muss man extrem aufpassen, denn die Kids und auch Erwachsene, die damit unterwegs sind, tun das nicht. Sie fühlen sich besonders auf Radwegen „allmächtig“ und achten kaum auf gefährliche Situationen.

Wolfgang Richter
26 Tage her

Es gilt für die heute übliche „Verkehrskultur“, vorgelebt von den Erwachsenen´. Es wird ohne zu gucken vom Fußkweg auf den Zebrastreifen gelatscht, im Vertrauen darauf, daß das ankommende Auto hält. Viele scheinen von Handy oder „Knopf im Ohr“ abgelenkt nichts von ihrer Umwelt mitzubekommen. hnlich gehts mit den Abbiegeunfällen von LKW und Bussen. Da hilft der Spruch auf dem Grabstein „Aber er war im Recht“ am Ende wenig. Das in unserer Kindheit übliche „Gucken“ und zur Not auch „Abwarten“ scheint heute nicht mehr üblich. Und wenn selbst Polizeibeamte mit dem Rad eine „Vorfahrt“ erzwingen und ansatzlos über den Zebrastreifen queeren,… Mehr

Edwin
21 Tage her
Antworten an  Wolfgang Richter

Genau so ist es. Hier in Barcelona sind die Schlimmsten die Fussgänger. Da werden Wege mit Rotampeln ohne nach links oder rechts zu gucken einfach überquert oder man stellt sich bei einer Rotampel auf den davorliegenden Radweg. Und ob ihr mir das nun glaubt oder nicht, meistens sind es Frauen aller Altersgruppen! Das müssen Folgen der Coronaimpfung sein!

Dieter Rose
26 Tage her

Man sollte nicht alles im Verkehr zulassen, was machbar ist! Jeden Tag erlebt man irrwitziges Verhalten im Straßenverkehr!

Franz Schroeder
26 Tage her

Es liegt wirklich nicht an den Scootern, es liegt an denen die damit fahren (dürfen) Da wird einhändig gefahren, mit der anderen telefoniert. Die Teile kann man schlichtweg nicht einhändig fahren. Dann stehen da Leute drauf, die können nicht mal gerade aus laufen….usw. Wir mussten für ein Mofa das gerade mal 25 lief, also unfrisiert, einen Führerschein machen. Heute fahren Kinder mit Pedelecs herum die locker 35 oder 40 machen, dank Tuningchip. Kleinkinder mit und ohne Windeln stehen schon auf dem Scooter wo sie noch nicht einmal den Lenker erreichen…. Es ist nicht der Scooter und das Pedelec, es sind… Mehr

Last edited 26 Tage her by Franz Schroeder
Edwin
21 Tage her
Antworten an  Franz Schroeder

Da gebe ich Ihnen recht, dass neben den Fussgängern die, Scooter und EBike Fahrer die Schlimmsten sind, die jegliche Verkehrsregeln missachten. Bei Scootern und EBikes lässt sich das leicht beheben. Einfach Versicherungspflicht einführen. Mit steigenden Versicherungsprämien erledigt sich das Problem selbst.

A rose is a rose...
26 Tage her

Neulich im Kurpark einer deutschen Stadt: Ich und schwangere Freundin gehen spazieren. Plötzlich überholen uns von hinten zwei Jugendliche auf E-Roller mit unglaublicher Geschwindigkeit . Sie verfehlen uns dabei nur knapp und wir erschrecken uns ziemlich. An einem Überweg holen wir sie wieder ein, und ich stelle sie zur Rede. Ergebnis: Pöbeleien, Beleidigungen und kompletter Mangel an Einsicht. Meine Meinung: Lasst sie verunglücken.

joly
26 Tage her
Antworten an  A rose is a rose...

Waren das Migrantensprösslinge oder Natur-Weiße?

Deutscher
26 Tage her

In 10 Jahren wird jedes Kind einen haben, so wie heute jedes ein Schmartfon hat. Und wie es für Buntschland üblich ist, lässt man sie natürlich ohne jede Fahrprüfung auf die Menschheit los. Schuld ist dann natürlich das böse Auto, weil es so groß und stark ist.
In den 80er Jahren hätte man dafür noch 15 sein und den „Mofaführerschein“ machen müssen.

Last edited 26 Tage her by Deutscher
cernunnos
26 Tage her

Kommen dir ja auch gerne mal auf deiner Fahrspur direkt entgegen. Und an den wenig intelligent wirkenden Gesichtern kurz vor Aufprall siehst du, die hatten das bis dahin nicht auf dem Schirm. Allerdings hatte ich bisher noch keine solche Erfahrung, bei denen der Fahrer so aussah als käme er aus Europa.