Doch keine KI-generierten Fälschungen, keine anonymen Plattformen, keine Gesetzeslücken in Itzehoe? Ein Narrativ bricht Stück für Stück zusammen, auf dem ein ganzer Gesetzentwurf ruht. Was bleibt, ist die Blaupause einer Kampagne, in der NGO, Ministerium und Leitmedium so reibungslos ineinandergreifen, dass man von Zufall nicht mehr sprechen kann. Von Silvia Venturini
IMAGO - Collage: TE
Am Dienstag schrieben wir an dieser Stelle: In Berlin hat man das Verfahren optimiert, man legt den Entwurf in die Schublade und wartet auf den passenden Moment. Seitdem ist einiges passiert. Nicht im Sinne neuer Beweise gegen Christian Ulmen, wohlgemerkt, es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Aber im Sinne einer sich rapide zersetzenden Erzählung, auf deren Grundlage gerade ein Gesetz durchs Kabinett gebracht werden soll.
Das Deepfake-Phantom
Fernandes selbst hat das offenbar schriftlich klargestellt, in persönlich beantworteten Fragen gegenüber NIUS. Auf die Frage nach den Vorwürfen gegen Ulmen trennt sie ausdrücklich: „Das sind verschiedene Punkte. Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos, die der Täter unter meiner Identität verschickt hat.“ Die Deepfakes stammen von unbekannten Dritten. Ulmen wird vorgeworfen, reale pornografische Videos mit Frauen verschickt zu haben, die Fernandes „zum Verwechseln ähnlich“ sahen, und zwar über Fake-Profile, die ihren Namen trugen.
Das ist, wenn es stimmt, widerwärtig und strafrechtlich relevant. Aber es ist kein Deepfake. Und es ist kein Fall, der neue KI-Gesetze erfordert. Der Spiegel formulierte so geschickt um diese Leerstelle herum, dass Millionen Leser exakt das verstanden, was sie verstehen sollten: Ulmen hat Deepfakes seiner Frau erstellt. Die Beleglage dafür ist offenbar dünn. In der ZDF-Dokumentation von 2024, die Fernandes gemeinsam mit HateAid und der ehemaligen Correctiv-Journalistin Marie Bröckling drehte, ist nur von einem einzigen Deepfake-Clip die Rede, der auf Pornhub hochgeladen und nach Meldung gelöscht worden sein soll. Fernandes hat ihn nach eigener Aussage nie gesehen: „Es gab einen ganz konkreten Clip, da habe ich mir quasi erzählen lassen, was darin passiert.“ Der Spiegel ließ eine Anfrage zu seiner Beleglage unbeantwortet.
LinkedIn ist kein Darknet
Die Fake-Profile liefen unter anderem über LinkedIn und Xing. Plattformen also, auf denen Klarnamenpflicht herrscht. Man muss das einen Moment sacken lassen, denn seit einer Woche fordern Politiker aller Couleur, von Kanzler Merz abwärts, genau diese Klarnamenpflicht als Schutzschild gegen solche Taten. Fernandes selbst erklärte im WDR-„Kölner Treff“, mit einer solchen Pflicht „wäre das ja gar nicht passiert“. Doch die mutmaßlichen Taten fanden auf Plattformen statt, auf denen sie bereits existiert. Rechtsanwalt Carsten Brennecke fasst es nüchtern zusammen: „Es gibt im Fall Ulmen keine Strafbarkeitslücken.“
Così fan tutte
Politiker nutzen Gelegenheiten, das ist ihr Geschäft. Was hier allerdings vorliegt, geht über gewöhnlichen Opportunismus hinaus. Es zeichnet sich das Bild einer Kampagne ab, bei der echtes Leid als Treibstoff für eine politische Agenda dient, die lange vor dem Spiegel-Titel feststand. Und die Chronologie spricht für sich.
Im November 2024 erstattete Fernandes in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt. Das Verfahren wurde an die Staatsanwaltschaft Itzehoe weitergeleitet, die bat, Unterlagen nachzureichen. Nur einen Monat später, am ersten Weihnachtsfeiertag 2024, soll Ulmen laut Spiegel gestanden haben. Die naheliegende Frage: Warum wurden die Unterlagen danach nicht eingereicht? Warum verlor Fernandes offenbar jedes Interesse an dem deutschen Verfahren, obwohl sie nun einen konkreten Tatverdächtigen hatte? Stattdessen erstattete sie Ende 2025 Anzeige in Spanien. In der Zwischenzeit trat sie im ZDF auf, moderierte für Correctiv, und HateAid-Gründerin Anna-Lena von Hodenberg erfuhr, wie sie selbst im RTL-Nachtjournal erklärte, „schon vor einigen Monaten“ von dem Fall. Einige Monate also, in denen man sich vorbereiten konnte.
Alle Beteiligten betonen, es habe keine Absprachen gegeben. Das mag formaljuristisch zutreffen. Aber wenn eine NGO seit Monaten den Fall kennt, einen eigenen Gesetzentwurf in der Tasche hat, das Ministerium trifft und am Tag nach der Veröffentlichung sofort mit Hashtag-Kampagnen und Demo-Aufrufen parat steht, dann braucht man kein Verschwörungstheoretiker zu sein, um eine koordinierte Strategie zu erkennen.
Die eigentliche Schweinerei
Fassen wir zusammen, was nach einer Woche vom großen Narrativ übrig ist: keine Deepfakes im Kern der Vorwürfe. Keine Anonymität auf den genutzten Plattformen. Kein Versagen der Gesetze in Itzehoe, sondern fehlende Unterlagen. Ein Gesetzentwurf, der die Identitätsanmaßung im Zentrum des Falls nicht einmal erfasst. Und eine Allianz aus NGO, Ministerium und Leitmedium, die „seit Monaten“ Bescheid wusste und am Tag X sofort in Formation stand.
Und sein Ziel ist nicht der Schutz von Frauen. Wer Frauen wirklich schützen will, sorgt dafür, dass Staatsanwaltschaften bestehende Gesetze anwenden können, dass Betroffene nicht an Bürokratie scheitern und dass Richter digitale Gewalt nicht als Kavaliersdelikt abtun. Das kostet Geld, Personal und politischen Willen, drei Dinge, die man nicht mit einer Titelgeschichte und einer Demo herbeizaubern kann.
Nein, das Ziel ist Kontrolle. Ein Gesetz mit Begriffen wie „erhebliche Ansehensschädigung“ und „nicht sozial hinnehmbar“ richtet sich nicht gegen Sexualstraftäter. Es richtet sich gegen jeden, der unbequem wird. Gegen Blogger, gegen anonyme Kritiker, gegen die nächste Recherche, die einem Minister nicht passt. Deepfakes waren nie das Problem. Sie waren der Vorwand.




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Was ist noch keine Manipulation?
Übrigens außer politischen gibt es dabei auch wirtschaftliche Interessen die Psyops bedienen.
Faszinierend wie verdorben und korrupt die westliche Gesellschaften sind. Auch interessant dass die idealen der mündigen Bürger sich gerade komplett aufgelöst haben.
Wetten das es bald Tipps gibt, wie diese sog. KlarnamenPFLICHT umgangen werden kann ?
Wenn man Strafgesetze ändern will, ist sicherlich eines der dümmsten Dinge, die man tun kann, auf den Rat einer betrogenen Ehefrau zu hören.
Zu erwähnen im Zusammenhang mit der Klarnamenpflicht ist die mittlerweile etablierte Aufhebung des Vermummungsverbotes bei linksstaatlichen Demonstrationen durch „Coronamasken“.
Klarer Fall von government psy ops Operation um die Ziele des WEF und Deep State durchzusetzen. New Worlds Order Überwachungsstaat. Scheint auch zu funktionieren , die Medien und Politik überschlagen sich mit Forderungen zu immer mehr Überwachung, strengeren Gesetzen und Dämonisierung von Männern.
Warum? Darum: Weil die Einführung der Klarnamenpflicht über den Umweg des Social Media Verbots für Jugendliche zum Rohrkrepierer wurde. Die Klarnamenpflicht ist in dem Kontext nämlich als unverhältnismäßiges Mittel zum Zweck weder juristisch noch populistisch vertretbar. Um mit derartigem Dynamit und den unverhältnismäßigen Kollateralschäden Fischen gehen zu können, reicht es nicht zu behaupten, man wolle nur ein paar schutzbefohlene Baby-Fische in die richtige Richtung lenken. Um den Teich in die Luft zu jagen, muss man mindestens die Hälfte der Fische zu bösartigen oder kranken und infektiösen Raubfischen erklären. Wenn das Verhältnis der Maßnahme zum Sachverhalt nicht passt, aber man die… Mehr
Der Deutsche wird sich entscheiden müssen, ob er endlich auf die Straße geht und die Feinde Deutschlands, der Demokratie und der Freiheit in die Schranken weist oder weiterhin gebückt sein trostloses Dasein fristet. Im Internet wird er seine Freiheit nicht verteidigt bekommen, ob mit oder ohne Klarnamenpflicht. Das hat in den letzten 10 Jahren auch ohne Klarnamenpflicht schon nicht funktioniert. Ich sehe es sogar als Chance auf einen Aufbruch, denn bisher war das Internet für viele ein Ventil, um ihren Unmut anonym zu äußern und sich davon frei zu machen, ohne Angst vor Repressionen haben zu müssen. Wenn diese Anonymität… Mehr
Diese Story passte halt auch gut zu dem
Weltbild dieser ideologisch verblendeten
FanatikerInnen. Endlich bekamen sie mal
wieder Aufmerksamkeit. Hätte der angebliche
Täter einen einschlägigen M-Hintergrund und
das weibliche angebliche Opfer wäre eine
Kartoffel, womöglich noch rechtsdrehend, keine von diesen Radikalfeministinnen, hätte
sich in irgendeiner Form öffentlich geäußert.
Es ist doch alles so absurd. Als Frau kann ich
diese primitiven Frauen nur verachten. Sie profilieren und bereichern sich skrupellos auf Kosten von anderen Frauen. Sie lassen sich von
einem Regime kaufen, das offensichtlich totalitäre Absichten verfolgt.
Ulmen ist wohl eine unangenehme Person. Aber da Partnerwahl Symptomwahl ist, hat er auch ein inhärentes Problemchen. Wer sich an eine toxische Person bindet, stirbt am Gift.
Dass diese toxische Person aufgrund ihres Problemchens selbst Opfer einer politischen Manipulation geworden ist, wird ihr noch aufgehen.
Die Opferrolle trägt auf Dauer niemanden.
Am Ende eine reine Agitpropinszenierung auf Kosten einiger, die, um darum zu wissen, zu naiv sind.
Alles zynische Machtstrategie und Psycho chicken…
Auch die Redakteure von TE haben es tagelang falsch verstanden, haben bei der Hysterie mitgemacht und von Deepfakes gesprochen, anstatt mal den Artikel und sonstige Äußerungen von ihr mal genau zu lesen.
So auch der TE-Gastautor RA Michael R. Moser, der schrieb, dass Ulmen den Körper seiner Frau „ohne ihr Wissen im Internet zur Verfügung gestellt“ haben soll.
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/deepfakes-fall-fernandes/#comment-3391897