Er gab Interviews über Gleichberechtigung und hielt nichts von „Alphatierchen“. Jetzt steht Christian Ulmen im Verdacht, unter der Identität seiner Frau Telefonsex mit fremden Männern gehabt zu haben. Über eine Fassade, die zusammenbricht, und die Frage, was daraus folgen soll. Von Silvia Venturini
picture alliance/dpa | Carsten Koall
Es gibt Sätze, die im Nachhinein eine andere Färbung annehmen. Christian Ulmen sagte einmal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: „Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat.“ Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erzählte er, dass er zu Hause bleibe, wenn seine Frau Drehtermine habe, dass er sich um die Tochter kümmere, wenn das Kind Ohrenschmerzen habe. Und dass er nichts von Männern halte, die sich wie „vermeintliche Alphatierchen“ verhielten.
Ulmen und seine damalige Frau Collien Fernandes galten als eines der vorzeigbarsten Paare der deutschen Medienbranche. Progressive Arbeitsteilung, gemeinsame Werbespots mit derbem Humor, Interviews über das moderne Familienleben. Zwei Karrieren, ein Kind, eine Villa auf Mallorca.
Nun hat Fernandes ihren Ex-Mann in Spanien angezeigt. Die Vorwürfe, die sie erhebt, lesen sich wie das Gegenteil von allem, wofür er öffentlich stand.
Was Fernandes schildert
Laut der Schauspielerin hat Ulmen über Jahre hinweg auf Plattformen wie LinkedIn gefälschte Profile in ihrem Namen erstellt. Über diese Accounts soll er mit fremden Männern Kontakt aufgenommen, geflirtet und Telefonsex gehabt haben, wobei er sich als seine eigene Frau ausgab. Er soll pornografisches Material verschickt haben, das Frauen zeigte, die Fernandes täuschend ähnlich sahen.
An Weihnachten 2024, so schildert sie es, habe Ulmen ihr alles gestanden. Er habe gezittert und Angst gehabt, im Gefängnis zu landen.
Dem Spiegel liegt eine E-Mail vor, die Ulmen kurz nach diesem Geständnis an einen Strafverteidiger geschrieben haben soll. Darin beschreibt er einen „sexuellen Fetisch“, den er über zehn Jahre entwickelt habe. Er habe unter dem Namen seiner Frau mit etwa dreißig Männern gechattet und ihnen Videos geschickt, deren Protagonistinnen Fernandes ähnlich sahen, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um „private Sextapes“.
Dazu kommen Vorwürfe körperlicher Gewalt. Im Januar 2023 wurde Ulmen auf Mallorca vorübergehend festgenommen, nachdem Fernandes aus einem Fenster um Hilfe geschrien hatte. Eine Richterin sah „ausreichend Anhaltspunkte“, ihn für „Misshandlung“ verantwortlich zu halten. Das Verfahren wurde später eingestellt, weil Fernandes es damals nicht weiterverfolgen wollte.
Was hier eigentlich vorliegt
Bevor der Volkszorn sich in die richtige Richtung kanalisiert, lohnt ein nüchterner Blick auf die Faktenlage. Was hat Ulmen, den Vorwürfen zufolge, eigentlich getan?
Er hat in privaten Chats unter falschem Namen mit Männern kommuniziert. Er hat dabei pornografisches Material verschickt, das nicht seine Frau zeigte, sondern Frauen, die ihr ähnlich sahen. Er hat Roleplay betrieben, fiktive Szenarien inszeniert, Fantasien ausgelebt. Das ist moralisch widerwärtig, ein massiver Vertrauensbruch, menschlich erbärmlich. Aber ist es „virtuelle Vergewaltigung“, wie Fernandes es nennt?
Die Deepfakes, die im Internet kursieren, zeigen nicht ihren Körper. Es sind Pixelfantasien, kreiert von Algorithmen, die ihr Gesicht auf fremde Körper montieren. Es ist ihr Antlitz, aber nicht ihr Fleisch. Wäre der Täter nicht der eigene Ehemann und das Opfer nicht prominent, würde kein Hahn danach krähen. In manchem Rosenkrieg fliegen schlimmere Dinge durch die Luft.
Identitätsklau bleibt. Rufschädigung vielleicht, wobei dafür falsche Tatsachen verbreitet werden müssten. Anmaßung des Personenstands, ja. Aber Vergewaltigung? Das Wort trägt ein Gewicht, das hier nicht passt. Wer es inflationär verwendet, entwertet es für jene Fälle, in denen tatsächlich Körper verletzt werden.
Das soll Ulmens Verhalten nicht entschuldigen. Aber es soll einordnen, was hier geschieht: Ein Skandal wird mit der maximalen emotionalen Wucht aufgeladen, die der Zeitgeist hergibt.
Die Satire, die keine war
Im Licht dieser Vorwürfe lohnt trotzdem ein Blick zurück auf Ulmens Karriere. 2013 erfand er eine Gameshow namens „Who Wants To Fuck My Girlfriend?“. Das Konzept: Zwei Männer traten mit ihren Freundinnen gegeneinander an. Die Frauen mussten Aufgaben erfüllen, in Imbissen Blicke auf sich ziehen, in Sexshops Männer ansprechen. Ulmen moderierte als Kunstfigur mit schiefem Gebiss und ließ frauenverachtende Sprüche los.
Auf die Frage, was das solle, antwortete er der Süddeutschen Zeitung, man müsse „die Doppelbödigkeit“ verstehen. Es gehe darum, Männern, die Frauen zum Objekt machten, „den Spiegel vorzuhalten“.
Die Ironie ist bitter. Unter dem Deckmantel der Satire normalisierte Ulmen genau jene Praktiken, derer er nun beschuldigt wird: Frauen zur Schau stellen, sie verfügbar machen, ihre Körper zum Spieleinsatz erklären. War der Spiegel, den er anderen vorhalten wollte, in Wahrheit ein Fenster in sein eigenes Inneres?
Das Muster der Fassade
Der Fall Ulmen ist kein Einzelfall. In Promi-Kreisen, in der Kulturbranche, in den sogenannten progressiven Milieus häufen sich die Geschichten von Männern, die nach außen hin alle richtigen Sätze sagten und hinter verschlossenen Türen das Gegenteil lebten. Die laut ihre Sensibilität verkündeten und leise ihre Macht missbrauchten.
Es gibt in Italien ein Sprichwort: „Chi troppo si scusa, si accusa.“ Wer sich zu viel entschuldigt, klagt sich selbst an. Man könnte es erweitern: Wer zu laut seine Tugend verkündet, verbirgt vielleicht etwas.
Die echten „Alphatierchen“, jene Männer also, die Ulmen so verächtlich betrachtete, mögen ihre Fehler haben. Doch interessanterweise sind es selten sie, die in solchen Skandalen auftauchen. Die Täter in den MeToo-Fällen, in den Missbrauchsskandalen der Kulturbranche, waren auffällig oft Männer, die sich als Verbündete inszenierten. Männer, die ihre eigene Fragilität hinter progressiven Bekenntnissen versteckten. Männer, die andere für ihr Verhalten kritisierten, während sie selbst weit Schlimmeres taten.
Das Timing und die Gesetze
Es fällt weiters auf, dass dieser Fall zu einem Zeitpunkt hochkocht, an dem die Debatte über Anonymität im Internet neu entflammt ist. Die Klarnamenpflicht, jahrelang ein Randthema, wird plötzlich wieder diskutiert. Und wie praktisch: Hier ist ein Skandal, der zeigt, was passiert, wenn Menschen unter falscher Identität im Netz agieren.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein medienwirksamer Fall dazu genutzt wird, Gesetze durchzudrücken, die weit über den Anlass hinausreichen. Der Mechanismus ist bekannt: Ein empörender Einzelfall, maximale Emotionalisierung, und dann die Forderung nach „Schließung von Gesetzeslücken“. Dass solche Lücken oft aus guten Gründen existieren, dass Anonymität im Netz auch Whistleblower und Dissidenten schützt, gerät in der Empörungswelle unter die Räder.
In Spanien hat Fernandes zumindest eine Chance auf Gehör. Dort gibt es spezialisierte Gerichte für Gewalt gegen Frauen, dort können auch Deepfakes strafrechtlich verfolgt werden. In Deutschland existiert bis heute kein eigener Straftatbestand für gefälschte Pornografie. Ob das eine „Lücke“ ist, die geschlossen werden muss, oder ob bestehende Gesetze ausreichen, ist eine Frage, die nüchtern diskutiert werden sollte. Nicht im Windschatten eines Promi-Skandals, nicht unter dem Druck von Schlagzeilen.
Die Scham wechselt die Seiten
Collien Fernandes hat sich entschieden, öffentlich zu sprechen. Sie beruft sich auf Gisèle Pelicot, jene Französin, deren Fall die Welt erschütterte: Die Scham müsse die Seiten wechseln, weg von den Opfern, hin zu den Tätern. Fernandes sagt, sie wolle, dass Ulmen anerkennt, was er getan habe. Das ist verständlich.
Aber man sollte unterscheiden: zwischen dem, was moralisch verwerflich ist, und dem, was juristisch bestraft gehört. Zwischen dem persönlichen Drama eines Paares und der Frage, welche Gesetze eine Gesellschaft braucht. Zwischen der berechtigten Empörung über einen Heuchler und der Instrumentalisierung dieser Empörung für politische Zwecke.
Christian Ulmen mag der Feminist gewesen sein, der seine Frau im Internet verschenkte. Das sagt viel über ihn, über die Hohlheit öffentlicher Bekenntnisse, über die Abgründe hinter polierten Fassaden. Was daraus für das Recht folgen soll, ist eine andere Frage. Und die sollte man nicht beantworten, solange der Volkszorn noch rollt.

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Moin, Dann gucke ich mal, ob ich hier eine VT platzieren kann. Die Art und Weise, wie n-tv sich darauf gestürzt hat und die Zuschauer mit säuberlichst geskripten Beiträgen penetriert, lässt mich auf ganz andere Annahmen kommen. „So blöd kann doch keiner sein!“ Kinski Auch eine Collien nicht. Dem Genderregenbogen traue ich allerdings zu, aktiv oder als nützlicher Idiot, den Überwachungsphantasien der EU und den US zu sekundieren. Gerade eben hat n-tv darüber informiert, daß es schon KI gibt die KI- Deepfakes erkennt. Ich kann meine eigene Hackfresse hochladen und nach Deepfakes von mir selber suchen lassen. Kannste Dir nicht… Mehr
Irgendwie wirkt das Ganze widersprüchlich: Frau Fernandez hat beim Kölner Treff im WDR erklärt das sie für eine Identifikationspflicht im Netz ist und das sie lange nicht mehr auf Social Media Portalen war. Auf dem Social Media Portal Instagram ist sie mit 468.000 Follower aktiv unterwegs. In der Zeitschrift die BUNTE hat sie gleichzeitig erklärt das sie unter dem Pseudonym „Monti“ anonym auf Datingportale unterwegs ist. https://pbs.twimg.com/media/HD7vIOdbMAAornL?format=jpg&name=large (Quelle: BUNTE 13/2026) Des weiteren hat sie im WDR die Fakenews verbreitet das fast alle Juristen für eine Verschärfung der Gesetze im Internet aufgrund ihrer angeblichen Erfahrungen sind und sie keinen kennt der ihr widerspricht.… Mehr
Collien Fernandes kündigt für Sonntag Demo an | Unterhaltung | BILD.de https://share.google/yn1ikuPaBJuJwNGL1
Noch Fragen?
Die Existenz eines Schauspielers hängt ganz wesentlich von seinem Marktwert ab. Wenn der nicht besonders hoch ist oder abnimmt, ist es eine bewährte Methode, ihm mit einem Sexskandal – möglichst leicht bis mittel anrüchig – aufzuhelfen.
Wer weiß, vielleicht ist auch in diesem Fall ein gewisses Einvernehmen im Spiel.
Die Kinozeiten sind vorbei.
Der Konsument entscheidet vom Sofa aus.
Perfekte PR Aktion für die Frau. Für Morgen hat sie eine Demo in München angekündigt. Im TV Geschäft läufts halt schlecht gerade.l
Sonst was passiert auf der Welt? Echte Vergewaltigungen? Krieg? Anstehende Wirtschaftskatastrophe? Nein, dann ists ja gut.
Ich habe einfach mal „Collien Ulmen-Fernandes nude“ in der Bildersuche bei Google eingegeben.
Sofort tauchen unzählige Pornofotos von ihr auf.
Für jeden 8 jährigen Smartphonebesitzer einsehbar.
Warscheinlich ist das bei jeder prominenten Frau der Fall.
Hat schon mal eine reale Massenvergewaltigung, die nicht nur rein virtuell stattgefunden hat, so eine mediale Empörung bei den Offentlich Rechtlichen Medien ausgelöst wie diese juristisch unbestätigten Vorwürfe eines C-Promis?
Empörung sehe ich nicht in der Berichterstattung.
Laut Collien Fernandez soll sich „jemand“ 10 Jahre lang in ihrem engen beruflichen und privaten Umfeld als sie ausgegeben haben ohne das sie es gemerkt hat. Den Namen Ulmen nennt sie nicht. https://x.com/mz_storymakers/status/2034727962864398358?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet Wie geht das ??? Während die Ermittlungen in Spanien unaufgeregt anlaufen taucht bereits Abends in den deutschen Tagesthemen ein bekannter „Regierungsanwalt“ auf um schärfere Gesetze zu forden. Ein Anwalt der dadurch bekannt geworden ist das er prominente Coronamaßnahmekritiker angezeigt hat.Obwohl es bereits in Deutschland ein ausreichendes strafrechtliches Instrumentarium für die erhobenen Vorwürfe gibt: https://www.lawblog.de/archives/2026/03/20/fall-ulmen-schaut-doch-bitte-mal-ins-gesetz/ Es ist eine choreografierte berufliche und soziale Vernichtung vor einem Gerichtsverfahren nur aufgrund… Mehr
Das richtige Drama zur richtigen Zeit aufgebauscht, in der die öffentlichen Empörungswelle die eigentliche Absicht der im Hintergrund lauernden Eiferer verbirgt? Und immer wieder fallen die Menschlein zu gerne auf Inszenierungen herein, die sie vom tatsächlichen, absichtlichen und offensichtlichen Geschehen ablenken. Die Menschlein, leider immer noch oder wieder, zu dumm um zu lernen, zum selber denken, um sich endlich aus dem Wahn des ewig betreut sein Wollens zu befreien. So wird das nix mit einer Freiheit, nein es geht zurück hinter Gitter, die noch unsichtbaren Gitter der Psychopathie! Hat man erst die natürliche Scham ruiniert, lebt sich doch (nicht wirklich?)… Mehr
Kalter Kinderkaffee