Wie groß muss die Enttäuschung über Sozialdemokraten und Konservative sein, dass jemand die Nachfolgepartei jener Bewegung wählt, die für Millionen Tote, für Leid und Elend weltweit verantwortlich ist? In Graz offenbar sehr – erneut holt sich die Kommunisten-Bürgermeisterin eine klare Mehrheit.
Die Wahlbeteiligung in der zweitgrößten Stadt Österreichs (345.000 Einwohner) lässt erahnen, wie nachhaltig die Bewohner von Graz von den meisten Politikern enttäuscht sind: Nur noch 53 Prozent der Wahlberechtigten nahmen bei der Wahl am Sonntag teil, also fast die Hälfte der Bürger blieb im Freibad oder in den Bergen. Auch das half den Kommunisten, in der von Massenmigration und Wohnungs-Knappheit belasteten Stadt erneut auf den ersten Platz zu kommen – die KPÖ kam auf 35,8 Prozent (ein Plus von 7 Prozenpunkten). Den Wahltermin in die Fußball-WM zu legen, war eine kluge Taktik.
Die schwerste Wahlniederlage setzte es für die Sozialdemokraten: Die Partei von Vizekanzler Andreas Babler stürzte noch weiter ab auf 5,6 Prozent (minus 3,9 Prozentpunkte). Eine mögliche Ursache für dieses erneute Debakel: Wenn Linke wählen, dann wählen sie gleich die Kommunisten und nicht die Weichspül-Version, die mit der konservativen ÖVP in Wien regiert. Die ÖVP kam dagegen noch relativ gut weg: 25,8 Prozent und Platz 2 (minus 0,8 Prozentpunkte).
Die bundesweit in Umfragen triumphierende FPÖ von Herbert Kickl konnte zwar in Graz etwas dazugewinnen (1,4 Prozentpunkte auf 12 Prozent), dieses Abschneiden ist aber alles andere als ein Erfolg.
Auch Grüne und Linksliberale schneiden schlecht ab
Für die Grünen und die linksliberalen NEOS setzte es ebenfalls Stimmenverluste: Die in der Dreierkoalition im Bund mitregierenden NEOS kamen auf nur noch 4,9 Prozent; ein Warnsignal für die Bundesparteichefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die nach mehreren Skandalen und politischen Fehlern ihrer Fraktion als rücktrittsreif gilt.
Die Verlierer-Parteien in Graz könnten sich von der siegreichen Kommunistin allerdings einiges abkupfern: Bürgermeisterin Elke Kahr ist authentisch, nichts ist gespielt, es gibt keine PR-Show und keine unsympathische Eigenwerbung. Außerdem bedeutend für den erneuten Wahlsieg: Die Grazer KPÖ setzt auf eine gute Wohnbau-Politik, dazu kommen Mieten-Deckel und Gebührenbremsen. Und: Kahr verzichtet auf zwei Drittel ihres Gehalts. Sie behält sich lediglich 2300 Euro und spendet den Rest für Menschen in Not.
Trotzdem kann ein wesentlicher Punkt nicht verdrängt werden: Im Jahr 2026 gewinnt die Nachfolgepartei einer grausamen und verbrecherischen Bewegung die Wahl in der zweitgrößten Stadt der – vielleicht wäre ein wesentlich intensiverer Geschichtsunterricht auch in „Stalingraz“ dringend nötig.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Man kann die Wahl einer Partei, die die Ermordung von über 500 Mio. Menschen im Namen ihrer Ideologie als legitimen Nebeneffekt abtut, nicht entschuldigen, auch nicht dadurch dass weniger als 19% der Wahlberechtigten diese Faschisten gewählt haben!
Wo waren gestern die anständigen Menschen (47%), die das durch ihre Stimmabgabe hätten verhindern können? Dekadent und faul am Grill!
„Bückbürger“ sind das!!!
Die KPÖ ist keine Nachfolgepartei, sondern wurde 1918 gegründet und besteht bis heute. Der Widerstand gegen die Nazis 1938 – 1945 wurde zum großen Teil durch die KPÖ bestritten, während Altnazis später von ÖPV, SPÖ und vom VdU (Vorgänger der FPÖ) bereitwillig und gerne aufgenommen wurden; man brauchte deren Stimmen. Naziverbrechen wurden in Ö nur sehr lax verfolgt, Mörder blieben unbehelligt. Restitution jüdischen Eigentums fand kaum statt. Die Mehrzahl der Arisierungen blieben bestehen. Nach 1948 wurde die KPÖ marginalisiert und erfüllte nun wichtige Aufgaben im Ost-West-Netzwerk der Warschauer-Vertragsstaaten; hier sind wohl beträchtliche Gelder geflossen. Da sich in Österreich praktisch alle… Mehr
Dummheit gibt es natürlich auch in Graz ohne Ende. Das sind diejenigen Leute, die auch glauben, dass Strom aus der Steckdose kommt und das Geld aus dem Geldautomat. Wenn ihnen das Geld der anderen ausgeht, dann ist diese linke Party vorbei.
Es wäre her mal interessant, was für eine Politik diese Bürgermeisterin wirklich macht, bzw. machen kann. Mietendeckel haben langfristig eine verheerende Wirkung auf den Wohnungsbestand – da kann auch kein sozialer Wohnungsbau irgendwas ausrichten. Wobei der meistens sowieso früher oder später immer in Spezlwirtschaft ausartet – auch und besonders in Graz und Wien. Aber eben erst langfristig. Eine Legislatur ist da nichts. Dennoch wäre es interessant, wie die Politik dieser Dame nun eigentlich aussieht. Das wäre mal wirklich interessant um das Wahlergebnis korrekt bewerten zu können. Ich glaube nicht, dass sie die Gesetze der Ökonomie außer Kraft setzt und mit… Mehr
„Nachfolgepartei jener Bewegung wählt, die für Millionen Tote, für Leid und Elend weltweit verantwortlich“: Keine Ahnung, was im Bildungssystem in Österreich so unterrichtet wird. In D jedenfalls – davon bin ich fest überzeugt – weiß so gut wie kein Kind von diesen Verbrechen des Kommunismus. D kennt nur Auschwitz. Schon die DDR Grenztoten sind unbekannt. Wieso gehört Günter Grass (vielleicht) noch zum Lesestoff (der Typ, der den großen Nazifeind abgegeben hat; zugelassen hat, dass Herr Kohl für seine „Nazi“Vergangenheit ins Kreuzfeuer geriet und bei dem sich dann herausstellte, das er die gleiche Vergangenheit hatte wie Herr Kohl) aber Alexander Solschenizyn… Mehr
Eindeutig eine Personenwahl, Kommunistin hin oder her!
Habe gestern zum ersten Mal „Idiocracy“ angeschaut.
Respekt für die Schauspieler. Die wollten damals besonders lustig rüber kommen. Ansonsten gilt im Vergleich zum Film: „Im Westen des Jahres 2026 nichts Neues…“
Ach ja, demnächst sollen die Filme „Arsch*innen“ und „aua, meine Eier*innen“ in die Kinos kommen. Tatsächlich also 479 Jahre früher als in Idiocracy angekündigt….!
Die verbreitete Überzeugung, Lesen sei was nur für Schwule(:innen), dürfte ebenfalls einige Jahrhunderte früher als im Film kommen. Was schrieb TE kürzlich – 40% scheitern am PISA-Lesetest?
Das wäre dann bei über sechzig Geschlechtern und der Tatsache, dass die gleichzeitig schwul und lesbisch sein können ein Widerspruch. Denn dann wäre das Lesen ja total „woke“. Es sei denn, dass man feststellt, dass die meisten von den divers-queeren heutzutage nichtmal mehr so richtig schwul sein können und die Hardcore-Feminist*innen demnächst auch einen Film mit dem Titel „aua, meine Eier“ rausbringen. Der Film „Arsch“ wäre dann natürlich nur eine der allseits bekannten Wiederholungen des ÖRR. Ärsche haben wir schliesslich alle…
Der Film ist 20 Jahre alt, damals gab es noch weniger Geschlechter. Auch das Rechnen kam viel früher aus der Mode: >>>Die Lügen von den Hitzerekorden<<< > „… In Deutschland (auch in Wien) meldete man wieder „Hitzerekorde“. 41 Grad in Deutschland. Aber schon vor 16 Jahren hieß es, die Höchsttemperatur wäre bei 44 Grad Celsius. …“ Sind denn 44 Grad heißer als 41? (Sarkasmus) Die arithmetische Interpretation ist womöglich bloß soziales Konstrukt? > „… Ob in Deutschland oder in Wien – die Formulierung „so heiß wie noch nie“ ist inzwischen ein Standardbaustein im Sommer und kommt zu jeder Hitzewelle ganz… Mehr
Graz ist eine Großstadt. Und da waren, wie bei uns, die Kommunisten schon immer stark. Die einen Kommunisten treten offen auf, die anderen tarnen sich als Antifaschisten, Sozialisten, Linke oder Grüne. Wer sich von Kommunisten und Linksextremisten regieren lässt, wird auf die Dauer unweigerlich mit ihnen untergehen. Man sieht es an den verlotterten und verwahrlosten Zuständen der Großstädte. In Deutschland ganz besonders.
„Kahr verzichtet auf zwei Drittel ihres Gehalts. Sie behält sich lediglich 2300 Euro und spendet den Rest für Menschen in Not.“
Sehr löblich und klug, da Kritik unangebracht wegen fehlendem Populismus.
Ein Ketzer würde vielleicht fragen:
Endlich ein alternatives kommunistisches Steuersparmodell?
Man sollte noch andere Indikatoren vergleichen, zum Beispiel – gibt es in Stalingraz besonders viel Bürokratie oder schlanke Verwaltung? Was bringt symbolischer Verzicht, wenn sonst die Kohle mit vollen Händen ausgegeben wird?
Mich persönlich stört zum Beispiel: >>>Nächtigungsabgabe – Stadtportal der Landeshauptstadt Graz<<<
Und das nicht mal nach der Hotelkategorie gestaffelt, was preiswerte Hotels überproportional belastet?
> dazu kommen Mieten-Deckel und Gebührenbremsen.
Dass solche Deckelung bei steigenden Kosten nur Mangelwirtschaft bedeuten kann, wurde hier oft durchgekaut? Wieso sollte der Össi-Bio-Michel schlauer sein als im Groß-Michelstan?