„Stalingraz“: Österreichs zweitgrößte Stadt wird weiterhin von einer Kommunistin regiert

Wie groß muss die Enttäuschung über Sozialdemokraten und Konservative sein, dass jemand die Nachfolgepartei jener Bewegung wählt, die für Millionen Tote, für Leid und Elend weltweit verantwortlich ist? In Graz offenbar sehr – erneut holt sich die Kommunisten-Bürgermeisterin eine klare Mehrheit.

Die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) am Wahlsonntag, 28. Juni 2026.

Die Wahlbeteiligung in der zweitgrößten Stadt Österreichs (345.000 Einwohner) lässt erahnen, wie nachhaltig die Bewohner von Graz von den meisten Politikern enttäuscht sind: Nur noch 53 Prozent der Wahlberechtigten nahmen bei der Wahl am Sonntag teil, also fast die Hälfte der Bürger blieb im Freibad oder in den Bergen. Auch das half den Kommunisten, in der von Massenmigration und Wohnungs-Knappheit belasteten Stadt erneut auf den ersten Platz zu kommen – die KPÖ kam auf 35,8 Prozent (ein Plus von 7 Prozenpunkten). Den Wahltermin in die Fußball-WM zu legen, war eine kluge Taktik.

Die schwerste Wahlniederlage setzte es für die Sozialdemokraten: Die Partei von Vizekanzler Andreas Babler stürzte noch weiter ab auf 5,6 Prozent (minus 3,9 Prozentpunkte). Eine mögliche Ursache für dieses erneute Debakel: Wenn Linke wählen, dann wählen sie gleich die Kommunisten und nicht die Weichspül-Version, die mit der konservativen ÖVP in Wien regiert. Die ÖVP kam dagegen noch relativ gut weg: 25,8 Prozent und Platz 2 (minus 0,8 Prozentpunkte).

Die bundesweit in Umfragen triumphierende FPÖ von Herbert Kickl konnte zwar in Graz etwas dazugewinnen (1,4 Prozentpunkte auf 12 Prozent), dieses Abschneiden ist aber alles andere als ein Erfolg.

Auch Grüne und Linksliberale schneiden schlecht ab

Für die Grünen und die linksliberalen NEOS setzte es ebenfalls Stimmenverluste: Die in der Dreierkoalition im Bund mitregierenden NEOS kamen auf nur noch 4,9 Prozent; ein Warnsignal für die Bundesparteichefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die nach mehreren Skandalen und politischen Fehlern ihrer Fraktion als rücktrittsreif gilt.

Die Verlierer-Parteien in Graz könnten sich von der siegreichen Kommunistin allerdings einiges abkupfern: Bürgermeisterin Elke Kahr ist authentisch, nichts ist gespielt, es gibt keine PR-Show und keine unsympathische Eigenwerbung. Außerdem bedeutend für den erneuten Wahlsieg: Die Grazer KPÖ setzt auf eine gute Wohnbau-Politik, dazu kommen Mieten-Deckel und Gebührenbremsen. Und: Kahr verzichtet auf zwei Drittel ihres Gehalts. Sie behält sich lediglich 2300 Euro und spendet den Rest für Menschen in Not.

Trotzdem kann ein wesentlicher Punkt nicht verdrängt werden: Im Jahr 2026 gewinnt die Nachfolgepartei einer grausamen und verbrecherischen Bewegung die Wahl in der zweitgrößten Stadt der – vielleicht wäre ein wesentlich intensiverer Geschichtsunterricht auch in „Stalingraz“ dringend nötig.

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Kommentare ( 9 )

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Haba Orwell
5 Minuten her

> dazu kommen Mieten-Deckel und Gebührenbremsen.

Dass solche Deckelung bei steigenden Kosten nur Mangelwirtschaft bedeuten kann, wurde hier oft durchgekaut? Wieso sollte der Össi-Bio-Michel schlauer sein als im Groß-Michelstan?

Bernd Bueter
10 Minuten her

Demokratie ist, wenn zwei Dumme einen Schlauen überstimmen können. Gut 70% Dummheit sichern den Parteibanden den Zugriff auf das Geld der Fleissigen. Zum „Dank“ gibt die Polit-OK „leistungslos“ etwas davon an ihre Wählerschaft ab, allerdings wird, wie alles im Sozialismus, auch hier schon die Beute zum Verteilen knapper.
Sozialismus ist der Krebs im Staat.

Hieronymus Bosch
20 Minuten her

Der Untergang des Abendlandes schreitet kontinuierlich fort! Man kann wirklich danebensitzen und zuschauen, wie alles zerfällt! Keine Reality-Soap ist besser!

Bedenkentante
23 Minuten her

„… ein Warnsignal für die Bundesparteichefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die nach mehreren Skandalen und politischen Fehlern ihrer Fraktion als rücktrittsreif gilt.“
Ahja … sagt wer? Und auf Basis welcher Fakten? Da wird wieder geraunt und gemutmaßt. Man könnte meinen, man sei bei den ÖRR.

Michaelis
26 Minuten her

Kommunistenpartei?? Die „Kommunisten“ von heute haben so gut wie nichts mehr mit dem Kommunismus alter Prägung zu tun. Sind eher Grün-Verstrahlte mit etwas weniger Kriegsgeilheit und etwas mehr Sozialdirigismus als die Ökopartei.

Kuno.2
36 Minuten her

Das was die Kommunisten versprechen ist seit 200 Jahren immer dasselbe:
den Vermögenden etwas wegnehmen und den „Bedürftigen“ geben. Das dahinter immer derselbe Fehlanreiz steht: nämlich Leistung ist schlecht und wenn ihr doch besser seit, dann nehmen wir es Euch wieder weg. Diesen Fehlanreiz erkennen Sozialisten weltweit nirgends, noch nie.

Kaltverformer
39 Minuten her

Graz ersäuft in Schulden und so wie es aussieht, sind sie nach dieser Periode abgesoffen.
Dann wird das große Jammern derjenigen beginnen, die genau diese Politik gewählt haben.
Mein Mitleid hält sich mit Leuten in Grenzen, die Kommunisten wählen, denn keiner kann sagen, er hätte nicht gewusst, was seit Lenin, über Stalin bis zum Zusammenbruch der UDSSR für Leid über die Bevölkerung gekommen ist.

Autour
42 Minuten her

Die Mehrheit will es genau so!
Und man wird leider in Deutschland genau das Gleiche sehen… Auch hier will die Mehrheit der Wähler genau diesen Untergang… dank Propaganda und schulische Indoktrination klammert man sich wie für Deutsche üblich bis zum letzten Atemzug an seine Überzeugung auch wenn die ins eigene Verderben führen wird… da bleibt dann nur die Flucht aus diesem Land der Fanatiker …

Wilhelm Roepke
45 Minuten her

Die früheren Gulaschkommunisten von Ungarn sind von Graz aus gesehen nicht weit. Vielleicht liegt es daran?^^