Das wirkt wie ein Test-Angriff auf die Lebensmittelversorgung der Europäer: Nach Cyber-Attacken auf Supermärkte in Frankreich im Oktober heizten Hacker jetzt auch in Belgien und Schweden tausende Tiefkühlregale auf 50 Grad auf.
IMAGO / Anadolu Agency
Die Serie gezielter Cyber-Angriffe auf Supermärkte in Europa ist langsam beängstigend: Nach den schweren Vorfällen in Frankreich sind nun auch Schweden und Belgien betroffen. Hacker sollen in zahlreichen Supermärkten die Steuerung von Kühl- und Tiefkühlsystemen manipuliert haben. Die Temperaturen in den Anlagen stiegen teilweise auf bis zu 50, in Belgien sogar auf 70 Grad Celsius. Die teuren Folgen: Berge an verdorbenen Lebensmitteln und beschädigte Geräte.
In Belgien wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag ebenfalls zahlreiche Filialen verschiedener Handelsketten angegriffen: Nach Angaben von Euronews waren etwa 40 Delhaize-Märkte, mindestens 15 Carrefour-Filialen und fünf Spar-Geschäfte betroffen. Auch ein Fleischereibetrieb meldete Probleme mit seinen Kühlanlagen. Die Angreifer sollen die Temperatursteuerung manipuliert haben. Der entstandene Lebensmittelverlust wurde in ersten Medienberichten auf etwa 100.000 Euro beziffert. Delhaize bestätigte einen IT-Vorfall, der die Kühlsysteme in mehreren Dutzend Geschäften beeinträchtigt habe. Das Unternehmen habe umgehend Maßnahmen ergriffen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Frankreich bereits im Oktober angegriffen
Die neuen Vorfälle erinnern an die massive Angriffswelle in Frankreich vom 11. auf den 12. Oktober. Damals wurden bei einer Cyber-Attacke die Kühlanlagen von Hunderten Supermärkten manipuliert. Betroffen waren unter anderem Filialen von Intermarché, Netto, Coopérative U, Carrefour, E.Leclerc und Monoprix. Nach Berichten von Le Monde waren mehr als 700 Geschäfte betroffen. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI wurde eingeschaltet.
In Frankreich hatten die Hacker offenbar Zugriff auf die Steuerungssysteme der Kühlanlagen und konnten deshalb die Einstellungen gezielt verändern. In einzelnen Geschäften stiegen die Temperaturen auf 50 Grad Celsius. Teilweise wurden auch die Abtauzyklen der Gefriergeräte manipuliert und so verlängert, dass Warnmeldungen später ausgelöst wurden. In einem dokumentierten Fall erreichte ein Kühlraum sogar 80 Grad. Ein Supermarktbetreiber aus Gradignan sagte, allein in seiner Filiale seien Waren im Einkaufswert von 21.000 Euro vernichtet worden.
Dutzende Attacken in Europa
Die Deutsche Welle berichtete ebenfalls über Sicherheitsprobleme in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. In den USA waren bereits Ende August Kühlanlagen in rund einem Dutzend Militärverkaufsstellen betroffen gewesen. Auch dort kam es zu Lebensmittelverlusten.
Bei den französischen Attacken waren vor allem Steuerungssysteme des dänischen Herstellers Danfoss betroffen: Nach Angaben des Unternehmens waren die Kühlgeräte teilweise mit veralteter Firmware ausgestattet. Schlecht geschützte, über das Internet einfach erreichbare Steuerungseinheiten und schwache Passwörter hätten den Zugriff erleichtert. Danfoss verwies darauf, dass Kunden ihre Systeme regelmäßig aktualisieren und nicht mehr unterstützte Geräte ersetzen sollten.
Wer hinter den Angriffen steckt, das ist bislang ungeklärt: Es gibt keine gesicherte öffentliche Zuordnung zu einem bestimmten Staat, einer Hackergruppe oder einem kriminellen Netzwerk. Auch ein einheitliches Motiv ist nicht bekannt. Anders als bei klassischen Erpressungsattacken wurden zunächst keine Lösegeldforderungen bekannt. Dass die Täter immer wieder und auch in dieser Dimension zuschlagen, wirkt wie ein Test-Angriff auf die europäische Grundversorgung.




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Die unlogische Schlussziehung,es wäre ein Angriff auf die Versorgung,ist absurd.
Es geht um die Kühlgeräte von Danfoss,das sich bei älteren Gerätegruppen weigert,noch software-updates durch zu führen,die dadurch eben für Angriffe verwundbar werden.
DAS ist ein Firmen-basiertes Problem,das durch Regress gegen die Firma gelöst werden könnte!
Es ist logisch,das diese Geräte online kontrolliert werden können,denn ansonsten müsste in jedem Markt eine Person als Nachtschicht die Funktionsfähigkeit der Kühlgeräte,die Waren in extrem hohem Wert beinhalten,garantieren.
Da ist ein online-Alarm günstiger,allerdings MUSS die Sicherheit an erster Stelle kommen.
Diese anti-russische Panikmache überlast mal besser der Bild
Vermutlich wird bald (wie üblich) Putin beschuldigt. Vielleicht geht es darum, es Russland anzuhängen? Meist werden solche Beschuldigungen ohne den geringsten Beweis ausgesprochen.
Es gibt täglich einen ( heute schon der zweite!) Beweis, dass die komplette Digitalisierung die menschliche Gesellschaft in den Abgrund stürzen wird! Sicherer Datenschutz und Digitalisierung schließen sich aus.