Trotz Ablehnung im Parlament will der EU-Apparat die befristete Ausnahmeregelung zur Durchsuchung privater Chats schon bald verlängern. Ausgerechnet Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat das nun vorgeschlagen – angeblich auf Anregung von Fraktionen. Ein Schauspiel jener, die nur so tun, als ob sie sich stritten.
picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
Es ist mal wieder ein typisches EU-Maßnahmen-Ergreifungs-Verfahren, das man aus der Ferne bestaunen kann. Aber ganz gewöhnlich ist es dann doch nicht. Denn diesmal geht es um die Wiederbelebung einer Regelung, die eigentlich schon mausetot sein sollte. Typisch EU ist aber mal wieder: Ein Hinterzimmer-Deal wird eingefädelt.
2021 hatte die EU den Anbietern von Messengerdiensten „ausnahmsweise“ erlaubt, die Chats der Nutzer zu durchsuchen und verdächtige Inhalte an Brüssel zu melden. Vor allem Facebook macht das seither so und liefert zum Großteil Fehlmeldungen. WhatsApp und Signal haben sich dagegen entschieden, um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu wahren. Die beiden Dienste wollen Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben. Und bisher hat „die EU“ – wer immer das sei – keinen Weg gefunden, um das zu beenden. Aber man versucht es weiter.
Vorgebliches Ziel der Aus- und Maßnahme war das Aufspüren von kinderpornographischem Material in Chats. Auf Englisch heißt das heute „child sexual abuse material“ (CSAM). Dass dies wirklich das Ziel der Brüsseler Ausnahmeregel von der eigenen Grundrechtecharta und Datenschutzrichtlinie ist, wird seit langem von vielen bezweifelt. Es geht einfach gerade viel zu viel Brüsseler und Berliner Energie in die Versuche einer Überwachung des Online-Raums. Und dazu gehören die verschiedenen Chatkontrolle-Vorhaben, die eine Einschränkung des Fernmelde- und Briefgeheimnisses sind, aber auch der Digital Services Act, Altersverifikation, die Digital-ID-Wallet und vieles mehr.
Und jetzt versucht es „die EU“ noch einmal hintenherum mit ihrer CSAM-Verordnung. Am Freitag haben die EU-Botschafter – also die Abgesandten der Mitgliedsstaaten – erste Schritte dafür gemacht, um die Ausnahmeregel zu verlängern oder besser: sie wiederzubeleben. Denn formal ist die Regelung ja schon am 3. April ausgelaufen, nachdem das EU-Parlament die Verlängerung mit Mehrheit (311 Nein- gegen 228 Ja-Stimmen) abgelehnt hatte.
Schaukämpfe der Einigen – Durovs Warnung
Zum Teil wirkt die Diskussion wie der inszenierte Streit derer, die sich im Grunde einig sind. Mehrere EU-Staaten wollen ohnehin eine generelle Chatkontrolle, eine Mehrheit im Rat ist für die weichere „freiwillige“ Version, die seit 2021 angewandt wird. Dagegen behauptete die SPD-Abgeordnete Birgit Sippel gegenüber Euronews, dass das EU-Parlament sich „immer für gezielte Aufdeckung ausgesprochen“ habe, also angeblich gegen die permanente Chatkontrolle. Aber das ist nicht wahr, denn auch im Parlament wollen einige die Chatkontrolle. Nicht zuletzt einige S&D-Abgeordnete – gerüchteweise auch Katarina Barley – stimmten für die Verlängerung der „Ausnahme“.
Und für Birgit Sippel ist das Schlimmste an einer „möglichen Verlängerung der befristeten Ausnahmeregelungen“: dass diese die Verhandlungen um die Chatkontrolle der Zukunft „ausbremsen“ würde. Auch die SPD-Abgeordnete will eine Hintertür für die Messenger-Dienste einrichten – also genau das, was Pavel Durov für Telegram abgelehnt hat. Bei Bedarf sollen die Online-Identitäten der Nutzer aufgedeckt werden, um die Strafverfolgung zu erlauben.
In einer neuen Rede beim Oslo Freedom Forum sprach Durov davon, dass die Bürger insgesamt längst in einem sinkenden Schiff sitzen und gar nicht mehr merken, wie ihnen die Freiheiten Stück um Stück entzogen werden. Das Wesentliche der EU-Pläne ist für Durov eben die „Hintertür“ gegen die Verschlüsselung der Online-Plattformen, damit „alles, was wir online teilen – jede private Nachricht, jedes private Photo, das wir über Apps wie Telegram, WhatsApp oder andere versenden – automatisch überwacht wird, und wenn das System feststellt, dass wir versuchen, etwas Illegales zu tun, alarmiert es die Behörden“.
Wer den Vorschlag machte: Ausgerechnet Metsola
Den Vorschlag zur Verlängerung der grundrechtewidrigen, befristeten Ausnahme hat in diesem Fall die zypriotische Ratspräsidentschaft eingebracht. Aber die ist nur ein weiteres Instrument der EU-Mächtigen. Hinter der Idee soll in diesem Fall angeblich sogar Roberta Metsola stecken. Ausgerechnet die Parlamentspräsidentin verlangte demnach am 18. Juni von den versammelten Staats- und Regierungschefs, die Ausnahmeregel wiederaufleben zu lassen. Genau dies hatte das Parlament ja abgelehnt. Aber nun scheinen die EVP-Fraktion und einige andere dahinterzustehen. Das Büro Metsolas teilte auf Nachfrage mit, der Vorschlag sei „in der Konferenz der Präsidenten, die den Europäischen Rat vorbereitet, von Fraktionen angesprochen und eingefordert“ worden.
„Konferenz der Präsidenten“, Europäischer Rat, Fraktionen – es ist bezeichnend, dass der Bürger zu allen diesen Begriffen kaum etwas Konkretes assoziieren kann. Er hat sie nie gesehen. Die Organe dieser EU sind notorisch bürgerfern und ohne öffentliches Profil.
Auch Metsolas persönliche Position ist daneben außerordentlich fragwürdig, aber auch klebrig. Die Parlamentspräsidentin müsste eigentlich zusammen mit dem Präsidenten des EU-Rates, António Costa, nach der Hälfte der Wahlperiode abtreten. Aber die EU-Mächtigen haben sich in diesem Fall offenbar auf ein Stillhalteabkommen geeinigt: Der Sozialist Costa soll auf seinem Platz sitzen bleiben, ebenso die EVPlerin Metsola. Beide haben sich gerade so schön in den EU-Klüngel integriert. Es wäre offenbar zu schade, wenn sie schon gingen, so die Binnensicht dieser bürgerfernen EU-Eliten.

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Bei dem agieren der EU Kommission handelt es sich um Totalitarismus. Und diesem ganz schnell Einhalt zu gebieten, sonst wird man ihm nicht mehr Herr.
Mit Verlaub: Ich verstehe nicht, was das soll. Niemand ,absolut Niemand ist im I-net anonym. Jeder kann „getrackt“ werden. Sogar das TOR Netzwerk ist durchzogen von „Trackerbridges“. Zudem „hört“ Google überall mit. Alleine HIER sind folgende Tracker aktiv:
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Was den Ländern schleichend gelungen ist über Jahrzehnte über ihre Staatsmedien unter Kontrolle zu bringen soll nun über den neuen Sowjet in Brüssel geregelt werden, damit man wieder eine problemlose Einheitsmeinung bekommt und sich dann auch noch scheinheilig dahinter verstecken kann. Die wollen einfach nicht zulassen, daß nur über die Vielfalt der Geist wächst und alles dadurch in den einzelnen Bereichen gedeiht und das ist für sie in ihrer Gedankenwelt hinderlich, wo nur wenige den Takt vorgeben wollen und alle anderen zu folgen haben, was schon in der Anfangsidee grottenfalsch war, denn der Mensch strebt schon immer nach höherem und… Mehr
Hat die EU, außer Bürger zu überwachen, zu kontrollieren und ihnen ihr Leben bald noch stärker im Detail vorzuschreiben, sonst noch eine Funktion?
Mich erinnert das an Hühnerhaltung im Käfig mit Auslauf für die Fügsamen.
Ist ein subversiver Umgang damit eigentlich verboten?
Aber ja, ihr Geld zu verbrennen.
Man muss immer wieder konstatieren, dass die EU in der Tat eine geniale Konstruktion unserer Eliten ist, ihre Interessen am Souverän vorbei durchzusetzen, ohne von so lästigen Ritualen wie Wahlen und Parlamentsentscheidungen behindert zu werden und dann kann man das Ganze sogar noch als Demokratie und Friedensprojekt verkaufen. Genial. Und wenn ich dann diese „glühenden Europäer“ höre, dann weiß ich, vorsicht, das sind politische Gebrauchtwagen Händler, die wollen dir wieder was unterjubeln..
Ist es die Angst, Pfründe und Einfluss zu verlieren oder aber der totale Macht – und Kontrollwahn wie in sozialistischen Systemen, vermutlich eine Mischung von beidem. Jedenfalls können wir die Begriffe „Rechtsstaat“, „Demokratie“, „Freiheit“ und „Grundrechte“ bald, wenn nicht ein Wunder geschieht, aus unserem Wortschatz streichen. Alle diejenigen, die ständig die Demokratie schützen wollen, werden nicht locker lassen, ihre Ziele durchzusetzen. Bei der Zukunft, die Deutschland dank der Politik der letzten zehn Jahre vor sich hat, kommt es darauf allerdings dann auch nicht mehr an, müsste man zynisch anmerken.
Früher hat die StaSi heimlich Briefe mitgelesen und Telefongespräche abgehört – heute will die EUdSSR es der StaSi in ähnlicher Weise wohl gleich tun. Dieser zentralistische und ins Totalitäre reichende Überstaat gehört abgeschafft.
Und deshalb muss diese EU zerstört werden und durch eine mafiafrei ersetzt werden. Die werden langsam aber sicher lästig.
Wieso ersetzen?!? Wir brauchen lediglich eine Freihandelszone wie damals die EWG. Ansonsten ist Europa mit seiner Diversität bestens zu Rande gekommen. Und niemand meinte, Kriege führen zu müssen.
Sozialisten werden nie aufhören, sozialistische Ideen zu verfolgen.
Dass sie es immer und wieder probieren, zeigt, dass sie bösartige Fanatiker sind.
> Das Wesentliche der EU-Pläne ist für Durov eben die „Hintertür“ gegen die Verschlüsselung der Online-Plattformen, damit „alles, was wir online teilen – jede private Nachricht, jedes private Photo, das wir über Apps wie Telegram, WhatsApp oder andere versenden – automatisch überwacht wird
WhatsApp und viele andere Dienste kommen aus den USA – die Amis müssen nur derartige Zensur ablehnen und wenn die EUdSSR weiter Druck macht – die große Keule auspacken. Falls Freiheit noch zu den US-Prioritäten gehört.