Auf der Suche nach der verlorenen Mitte

Wer die politische Unterscheidung zwischen „Mitte und Rand“ ernst nimmt, muss feststellen, dass die angeblichen Parteien der Mitte weit davon entfernt sind, ein haltbares Maß für Deutschland zu setzen.

picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
"Spontaner" Protest der SPD auf dem Bebelplatz anlässlich der konstituierenden Landtagssitzung in Sachsen-Anhalt, 06.10.2026

Es war ein gespenstischer Auftritt, den die SPD-Bundestagsfraktion am Abend des 6. Oktober, als in Sachsen-Anhalt ein Abgeordneter der AfD zum Landtagspräsidenten gewählt worden war, in Berlin hinlegte. Die SPD-Abgeordneten veranstalteten eine Art spontanen Protestmarsch, der sie vom Friedrich-Ebert-Platz zum Bebelplatz führte. Das war jener Platz, auf dem im Jahr 1933 im Zuge der Machtergreifung des NS-Regimes die berüchtigte Bücherverbrennung stattgefunden hatte. Es war offensichtlich, welche Parallele nun, im Jahr 2026, an diesem Ort gezogen werden sollte.

Die Wahl eines AfD-Abgeordneten sollte in die Nähe einer rechtsextremen Machtergreifung gerückt werden. Und es sollten Emotionen mobilisiert werden: Man bekundete seine „Wut“, und Bundesverteidigungsminister Pistorius ließ sich dazu hinreißen, auf eine Kiste zu steigen und krächzend die Nationalhymne anzustimmen. Soll man darüber spotten? Nein, dazu war dieser Auftritt zu peinlich. Es war erschreckend, wie an diesem Abend auf dem Berliner Bebelplatz alles staatsmännische Format verloren ging. Doch damit stand die SPD keineswegs allein.

Einige Tage später kündigte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt an, dass bei der im Dezember anstehenden Wahl des Ministerpräsidenten, bei der sich ein AfD-Politiker zur Wahl stellen wird, die CDU-Fraktion geschlossen den Saal verlassen wird und keine Stimme abgeben wird. Ein ungeheuerlicher Vorschlag: Die CDU veranstaltet einen Boykott der Arbeitsorganisation des rechtmäßig gewählten Landesparlaments von Sachsen-Anhalt. Will man auf die Straße gehen und dort vielleicht auch auf eine Kiste steigen und als Volkstribun den „Widerstand“ ausrufen? Es offenbart sich in diesen Herbsttagen des Jahres 2026 ein erschreckend geringes Vertrauen in die parlamentarische Demokratie und deren Wirksamkeit gegen Extremismus. Aber vielleicht stimmt ja auch die ganze Zuordnung nicht, nach der CDU/CSU und SPD „gesichert“ immer die Mitte ist, während die AfD auf ewig „gesichert“ zum extremistischen Rand gehört?

♦♦♦

Die Unterscheidung zwischen „Mitte“ und „Rand“ ist sinnvoll – Nein, hier soll nicht die Unterscheidung zwischen politischer Mitte und politischem Rand in Frage gestellt werden. Sie ist richtig und wichtig. Das darf aber nicht so verstanden werden, dass der Titel „Partei der Mitte“ ein für alle Mal erworben wird. Um den Titel „Partei der Mitte“ zu verdienen, genügt es nicht, mit dem Finger auf andere Parteien zu zeigen und auf deren angeblichen Extremismus zu verweisen. Das aber geschieht gegenwärtig in Deutschland: Es wird pauschal behauptet, dass hierzulande „die Ränder auf Kosten der Mitte“ wachsen – ohne dass dabei irgendetwas über die Positionen gesagt wird, die sich da gegenüberstehen.

Es könnte ja sein, dass eine frühere „Partei der Mitte“ diese Mitte verloren hat und einen Kurs vertritt, der angesichts einer veränderten Lage des Landes extrem ruinös ist. Auf der anderen Seite könnte die veränderte Lage des Landes zur Bildung neuer Parteien führen, die für eine bescheidenere, defensivere Neuaufstellung des Landes eintreten – und insofern auf die neue Lage des Landes maßvoll reagieren. So würde sich die Frage von Mitte oder Rand ganz neu stellen. Neue politische Kräfte streben zur maßvollen Mitte, während es den bisherigen Kräften der Mitte nicht gelingt, sich von ihren Heilserwartungen, die angesichts der veränderten Lage nicht mehr haltbar sind, zu verabschieden.

Bevor also die Plätze zwischen Mitte und Rand verteilt werden, muss man sachliche Kriterien haben, nach denen sinnvoll unterschieden werden kann, wo Mitte und Rand des politischen Handelns liegen.

♦♦♦

Der Unterschied zwischen „Mäßigung“ und „Übersteigerung“ – Die politische Unterscheidung zwischen den Rändern und der Mitte kann man am besten als einen unterschiedlichen Umgang mit den Gegensätzen zwischen den sozialen Klassen eines Landes und zwischen den Nationen der modernen Welt verstehen.

Gegensätze gehören zum Wesen dieser Welt. Es geht also um den Umgang mit diesen Gegebenheiten, und da stellt sich die Alternative „Übersteigerung oder Mäßigung“. Das wird deutlich bei den Antworten auf die sogenannte „soziale Frage“, also beim Verständnis und bei der Gestaltung der Beziehung zwischen den verschiedenen Klassen. „Übersteigerung“ bedeutet ein Entweder-Oder: Es gibt keine Möglichkeit der Koexistenz zwischen den Hauptklassen. Nur eine Klasse kann herrschen. Der „Klassenfeind“ muss besiegt werden, um danach nur noch ein Schattendasein zu führen oder ganz aus der Geschichte entfernt zu werden. Eine ähnliche Möglichkeit der Übersteigerung gibt es auch bei der „nationalen Frage“. Auch hier kann ein Zustand eintreten, bei dem Kriege um Sein oder Nicht-Sein geführt werden, bei dem es Erbfeindschaften gibt, oder mehr noch: geborene Sieger- und Verlierernationen.

Aber diese Übersteigerung folgt keineswegs automatisch aus der Existenz von Klassen oder Nationen. Zur Erfahrung der modernen Welt gehört, dass es Sozialpartnerschaft oder zumindest Koexistenz zwischen gegensätzlichen Klassen gibt. Und ganz ähnlich gibt es auch mehr oder weniger enge Partnerschaften zwischen Nationen – oder zumindest einen Zustand stabiler Koexistenz, der Feindschaften einhegt und auf Rivalitäten reduziert. Die moderne Welt bietet dafür Raum genug.

Allerdings gehört es auch zur Erfahrung der modernen Welt, dass Mäßigung durch Übersteigerung verdrängt werden kann. Das bedeutet, dass die Auseinandersetzung zwischen „Mitte“ und „Rand“ sich immer wieder von Neuem stellt. Und dazu gehört die Aufgabe, sorgfältig zu prüfen, woran in einer bestimmten Lage Übersteigerung und Mäßigung zu erkennen und zu unterscheiden sind.

Zunächst soll hier an jene Übersteigerungen erinnert werden, die Deutschland und andere Länder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihren Bann zogen. Und die dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgreich durch eine mäßigende „Mitte“ entkräftet wurden.

♦♦♦

Die Übersteigerung der Klassengegensätze – Exemplarisch steht dafür das marxistische Szenario. Karl Marx schreibt im Jahr 1852 (in einem Brief an Joseph Weydemeyer in New York), dass er nicht das Verdienst hat, „die Existenz von Klassen in der modernen Gesellschaft noch ihren Kampf unter sich“ entdeckt zu haben. Das hätten schon bürgerliche Geschichtsschreiber und Ökonomen getan. Aber dann folgt die Zuspitzung des Szenarios, deren „Nachweis“ Marx als sein Verdienst ansieht:

„Was ich neu tat, war 1. nachzuweisen, dass die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. dass der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats führt; 3. dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.“

Die „Diktatur des Proletariats“ wurde aus einem angeblichen weltgeschichtlichen Zwangsgesetz abgeleitet, nach dem sich zunächst alles Elend auf der Seite der großen Mehrheit konzentriere, während sich aller Reichtum in Händen einer Minderheit von Großkapitalisten anhäufe. Und daraus folge zwangsläufig eine klassenlose Gesellschaft, weil das Proletariat sich nur befreien kann, indem es – aus seinem radikalen „Unten“ heraus – alle anderen Klassen in seine Befreiung einbeziehen kann.

♦♦♦

Die Übersteigerung der nationalen Gegensätze – Bei der nationalen Frage lässt sich eine ähnliche Zuspitzung zeigen. Insbesondere mit dem Eintritt ins 20. Jahrhundert gewann die Vorstellung, dass zwischen den (großen) Nationen ein finaler Kampf um die Weltherrschaft stattfinde, mehr und mehr die Oberhand. Diese Vorstellung machte die Welt eng, indem sie davon ausging, dass die Sieger in diesem Kampf alles gewannen, während den Verlierern nichts blieb. Entsprechend gehörte es zu dieser radikal verengten Weltvorstellung, dass man eine prinzipielle Überlegenheit der eigenen Nation als zwingende „Berufung“ zur Weltherrschaft zu begründen versuchte – dabei wurden religiöse, kulturelle oder biologische Begründungen aufgeboten. Das führte dann zu ethnisch-kulturellen Säuberungen bis hin zur systematischen Vernichtung der Juden.

♦♦♦

Die Verbindung von Hysterie und Hybris – In der sozialen und in der nationalen Übersteigerung wirken jeweils zwei Extrem-Motive: ein Extremismus der Katastrophen-Angst und ein Extremismus des Macht-Glaubens. Im Marxismus sind diese zwei Extrem-Motive in ihrer Übersteigerung der sozialen Gegensätze deutlich sichtbar. Die Entwicklung bürgerliche Gesellschaft führt zur Massenverelendung und zum Zusammenbruch der Wirtschaft, also zur Verallgemeinerung allen Übels und alles Bösen. Sie führt aber auch zu einer Klasse, die alle geschichtlich entwickelten produktiven Kräfte in sich vereint: das industrielle Proletariat. So lebt der Marxismus von einer doppelten Übertreibung: der Hysterie eines totalen Untergangs und der Hybris einer neuen geschichtsmächtig-erlösenden Klasse. Erst durch diese Verbindung von Hysterie und Hybris bekommt die Übersteigerung der sozialen Gegensätze zu einem terminalen Endkampf ihre zwingende Macht.

Die beiden Extrem-Motive sind auch bei der Übersteigerung der nationalen Gegensätze wirksam. Die Errungenschaften der modernen Zivilisation, die im 19. Jahrhundert noch ein Grund für nationalen Stolz und gegenseitigen Respekt der Nationen waren, wurden nach der Jahrhundertwende zunehmend als monoton, nervtötend, kulturschädlich gesehen. Je mehr sich Industriearbeit und Großstadtleben ausbreiteten, fand eine merkwürdige Entwertung der Moderne statt:

Sie wurde zunehmend als ein bedrohlicher „Kulturverfall“ wahrgenommen, und mit der Hysterie des „Untergangs“ wuchs die Neigung, die vermeintlich banalen und oberflächlichen Errungenschaften der Moderne für „höhere Ziele“ und „tiefere Wurzeln“ aufs Spiel zu setzen. Die Hysterie des Kulturverfalls trieb eine Hybris ideeller, weltumspannender Lösungen an, und die Suche nach einer alles erlösenden Tat. So wurde nicht nur „die Natur“ idealisiert, sondern bald wurde auch die reinigende Kraft eines „großen Krieges“ beschworen – zwischen Nationen, die von Hysterie und Hybris über ihre Grenzen hinausgetrieben wurden. Sie waren gar keine modernen Nationen im herkömmlichen Sinn mehr.

♦♦♦

Die zwei Hälften des 20. Jahrhunderts – Wenn man mit einem, sehr vereinfachenden, Überblick die Geschichte von Mitte und Rand im 20. Jahrhundert erfassen wollte, könnte man zu einer Zweiteilung kommen: In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts hat – in sozialer und nationaler Hinsicht – „der Rand“ einen beträchtlichen Einfluss gewonnen. Das hat zu verheerenden Bürgerkriegen und zwei Weltkriegen geführt. Das ist nicht so zu verstehen, dass in allen Ländern und Regionen die Kräfte des politischen Randes regierten. Aber diese Kräfte waren so mächtig, dass sie über weite Strecken in der Offensive waren, und die Kräfte der Mitte sich dieser Offensive erwehren mussten und ihr eigenes Profil gar nicht entwickeln konnten.

In Deutschland war diese erste Hälfte nicht von vornherein von jener totalen Vormacht der Ränder geprägt, die schließlich nur noch von außen gebrochen werden konnte. Die Frage nach der merkwürdigen zunehmenden Hilflosigkeit der politischen Mitte im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist sicher eine wichtige und viel zu wenig berührte Frage. Doch noch wichtiger ist der Blick auf die große Wende zu Gunsten der Mitte, die mit dem Eintritt in die zweite Jahrhundert-Hälfte begann. Gemessen an der tiefen Krise der Mitte – insbesondere in Deutschland – ist die Erfolgsgeschichte, die dann begann, so bedeutsam. Und sie ist es als die Geschichte einer mäßigenden Mitte.

♦♦♦

Eine weltweite Erfolgsgeschichte – Es wäre völlig vermessen zu glauben, die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland wäre etwas ganz Besonderes gewesen, während der Rest der Welt weiterhin am Rande von großen Kriegen gestanden hätte. Die Bildung einer mäßigenden Mitte war ein weltweites Phänomen. Bemerkenswert ist ja, wie in vielen Krisen – zum Beispiel beim Mauerbau in Berlin, in der Kuba-Krise, im demokratischen Übergang südeuropäischer Länder – Zuspitzungen eingehegt werden konnten. So wurden Länder in ihrem Innern „größer“: Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen verkämpften sich nicht in permanente Bürgerkriege.

Und auch die Welt insgesamt wurde in dem Sinn größer, dass zwischen sehr verschiedenen Ländern zumindest eine relativ stabile Koexistenz hergestellt werden konnte. Das gilt auch für die Dekolonisierung und die Entstehung vieler neuer Staaten in der südlichen Hemisphäre. So wurde die Welt der Moderne in dieser zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirklich „größer“, weil sie nun tatsächlich mehr Ländern und verschiedenen sozialen Klassen Platz bot. Die Hysterie einer „zu engen“ Welt, in der alles auf Endkämpfe um Sein oder Nicht-Sein hinausläuft, wurde auf diese Weise in vieler Hinsicht entkräftet. Damit ist nicht gesagt, dass diese Hysterie damit „für immer“ erledigt ist, aber es war ein bedeutender Schritt. Es ist wichtig zu klären, aus welchem Stoff die Mitte ist, die diesen Schritt schaffte.

♦♦♦

Ein gängiges Vorurteil über den deutschen Wiederaufbau – Es ist heute in Deutschland zur gängigen Münze geworden, die 1950er und 1960er Jahre unter den Verdacht zu stellen, die Hinwendung zum wirtschaftlichen Wiederaufbau sei bloß ein Ausweichen vor der moralischen Verantwortung für das NS-Regime gewesen. Demnach wäre die damalige Mitte nur eine Halbheit gewesen: Sie sei im Grunde „bequem“ gewesen, denn man habe „dem Konsum“ gehuldigt. Das ist eine ganz falsche Vorstellung von den Realitäten der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik. Und es ist auch ein Verächtlich-Machen der tatsächlich gefundenen, realitätstüchtigen Mitte in Deutschland. Denn die vielzitierte „Bescheidenheit“ der Bundesrepublik war eine aktive Bescheidenheit voller Mühen und Anstrengungen. Diese Mitte war nicht billig zu haben, sie war eine arbeitende Mitte. Hier zählten nicht mahnende Worte, sondern Leistungen: Die arbeitende Mitte setzte sich mit den Widrigkeiten und Knappheiten der realen Welt auseinander. Nur so konnte die extremistische Verbindung von Hysterie und Hybris aufgebrochen werden, die so lange in Deutschland geherrscht hatte.

♦♦♦

Das historische Verdienst von CDU/CSU und SPD – Die CDU/CSU und die SPD waren, so wie sie sich in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik entwickelten, „neue“ Parteien. Die CDU/CSU war nicht identisch mit der früheren „Zentrumspartei“, und die SPD hatte spätestens mit dem „Godesberger Programm“ Abschied von radikalsozialistischen Klassenkampf-Ideen genommen. Die großen Parteien waren – jede für sich – auf einem Weg in die Mitte. Diese Mitte war gemäßigt und das hatte etwas mit der Entwicklung von Wirtschaft und Staat zu tun – und mit der Entwicklung der materiellen und geistigen Lebenswirklichkeit. Zu Recht wird vom Gründergeist der Bundesrepublik gesagt, dass er betont nüchtern, zurückhaltend, unprätentiös war. Darin kann man eine Reaktion auf den NS-Totalitarismus sehen, auch auf die Tatsache, dass man ihm nicht aus eigener Einsicht und Kraft ein Ende zu setzen vermochte. Diese Reaktion war aber etwas anderes als ein heimliches Ressentiment gegen die Mächte, die diese Einsicht und Kraft hatten. Zugleich war es auch keine Reaktion, die sich in einer Depression einrichtete und in einer dumpfen Passivität versank.

Insofern entstand hier eine wirkliche Mitte, die aktiv und gemäßigt zugleich war. Man hatte im Verurteilen und Belehren Anderer eine gesunde Sperre – wie gut täte das unserer heutigen Innen- und Außenpolitik! Sie war etwas spröde in der Begeisterung, aber aufmerksam für elementare Dinge – im Bewusstsein, dass sie nicht selbstverständlich da sind. Auf Basis dieser Mitte haben die sogenannten „Volksparteien“ die Bundesrepublik relativ stabil durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts führen können. Gewiss muss man aus heutiger Sicht feststellen, dass schon in dieser Zeit Entwicklungen begannen, die aus dieser Mitte wegführten. Aber zunächst ist es wichtig, das Gelungene und geschichtlich Wertvolle dieser Mitte festzuhalten. Nur auf dieser Basis hat sich auch in Ostdeutschland eine deutliche Mehrheit für die Wiedervereinigung gebildet.

♦♦♦

Was jetzt in Deutschland gebraucht wird – Es gibt ein historisches Verdienst von CDU/CSU und SPD in Deutschland. Nur wenn man das anerkennt, kann man das ganze Ausmaß des Irrweges, auf dem sich beide Parteien seit Jahren und Jahrzehnten bewegen, ermessen. Und zugleich kann man die jetzt gestellte politische Aufgabe präziser erfassen: Es geht um die Neu-Bildung einer gemäßigten politischen Mitte in Deutschland.

(Fortsetzung folgt)

Unterstützung
oder €

Kommentare ( 5 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

5 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
rainer erich
38 Minuten her

Diese , für manche offenbar wichtige Frage nach der sogen Mitte und den Rändern ist ( praktisch) sinnlos, politisch irrwlevant und geht vor allem an allen Problemen resp deren “ eigentlichen“ Ursachen vorbei. Dazu reichen bereits die Artikel auf TE. Es könnte der untaugliche Versuch sein, die fossilen Bonner Gegenheiten aus den ersten Jahrzehnten in die Welt von Huntington, dee Oligarchie, der Supras, der Woken und der Herren Xi, Putin, Trump, aber auch Macron, Merz, vdL uva zu transportieren. Natürlich unter einer vorsichtig formuliert ziemlich “ geschönten“ Darszellung dieser alten Welt mit ihren Altparteien und ihrem System. Dass hier diverse… Mehr

Heptamer
40 Minuten her

Wie scheinheilig und armselig: Da steht er auf einer Getränkekiste und hält „tapfere“ Reden gegen den „Faschismus“, den die Genossen seit Jahrzehnten überall im Land entdeckt haben wollen. Und heute verhandeln sie in Berlin mit dem Links-Faschismus und Islamismus inkl. Clan-Kriminalität oft in einem Atemzug genannten Bündnis um die Regierungsbeteiligung. Was für eine Farce!

HansKarl70
48 Minuten her

Politische Mitte ist das schwierigste überhaupt, speziell für Deutsche.

Logiker
1 Stunde her

Es werden zielgerichtet neue Begriffe mit absichtsvollerer Assoziierung erfunden, um politische Absichten oder auch politisches Unvermögen zu kaschieren.

Als da wären:

die besagte politische Mitte
die Zivilgesellschaft
UnsereDemokratie
brutaler unprovozierter Angriffskrieg
Teilhabe
Chancengleichheit
Gleichstellung (statt Gleichberechtigung)
menschgemachter (statt menscherdachter) Klimawandel

etc.pp.

Alles aus aus der linksgrünwoken Propaganda-Giftküche.

Und von den ehemals konservativen Schwarzen unkritisch adaptiert.

Last edited 1 Stunde her by Logiker
Skeptiker
1 Stunde her

„… erschreckend geringes Vertrauen in die parlamentarische Demokratie“
Klar – die LinksGrünen (incl. Unionisten) wissen ja, dass sie dieses Vertrauen in den letzten gut zehn Jahren systematisch zerstört haben. Natürlich ist ihnen nun bange, dass „die anderen“ ebenso willkürlich mit Regeln und Gesetzen umgehen könnten, wie sie selber es seit langem tun.