Pakistan und Qatar geben sich als Vermittler, spielen aber doppelt

Qatar hat nie aufgehört, die Hamas zu unterstützen, und Pakistan hat sich am 25. Juni klar als Parteigänger des Iran deklariert.

IMAGO / ZUMA Press Wire
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und US-Vizepräsident J.D. Vance, Peschawar, Pakistan, 21. Juni 2026

Im Korb der Länder des Nahen und Mittleren Ostens hat es der Westen, den derzeit außer der Regierung Trump niemand vertritt, mit Israel, den arabischen Mitgliedern der Abraham Accords auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite zu tun. Im Korb sind zwei, die sich gleichzeitig als Vermittler gerieren, in Wahrheit aber Partei sind. Qatar hat nie aufgehört, die Hamas zu unterstützen, und Pakistan hat sich am 25. Juni klar als Parteigänger des Iran bestätigt.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif wirft Amerikas Außenpolitik Doppelmoral vor, weil einige Länder ballistische Raketen besitzen dürfen und der Iran nicht, und deklarierte aus Anlass des Besuchs von Irans Präsident Masoud Pezeshkian in Islamabad: »„Der Iran ist nicht unser Nachbar … der Iran ist unser Bruder!“ – „Der Erfolg des Iran ist Pakistans Erfolg. Der Verlust des Iran ist Pakistans Verlust.“«

Pakistan bleibt bei seinem Balance-Akt zwischen Iran-Saudi-Arabien, USA-China, Indien-Afghanistan. Die Vermittlerrolle zwischen den USA und dem Iran ist für Washington nützlich, aber Pakistan spielt nicht fair.

Qatar beherbergt den wichtigen US-Militärstützpunkt Al Udeid und zugleich seit 2012 das Politbüro der Hamas – laut Qatar auf Wunsch der Obama-US-Regierung. Israel tolerierte das lange. Ende 2024 forderte Qatar mehrere hochrangige Hamas-Führer auf, das Land zu verlassen, viele gingen in die Türkei. Nach dem Luftangriff Israels auf die Hamas-Führung in Doha im September 2025 dürften wenige Hamas-Leute in Qatar geblieben sein. Qatar beherbergt auch das Politische Büro der afghanischen Taliban.

Qatar und Iran teilen sich das größte Erdgasfeld der Welt: North Dome/South Pars, arbeiten im Energiebereich also zusammen. Qatar hielt die Beziehungen auch in der von Saudi-Arabien angeführten Blockade Qatars 2017 aufrecht. Israel hat am 18. März 2026 die iranische Seite des Feldes (South Pars) angegriffen. Iran soll dann Qatars Seite (North Dome / Ras Laffan LNG-Anlagen) mit Raketen und Drohnen angegriffen und erheblichen Schaden verursacht haben.

Doch Satellitenbilder, von der Washington Post überprüft, zeigten Anfang März keine offensichtlichen Schäden in Ras Laffan, obwohl qatarische Beamte behaupteten, die Einrichtung sei getroffen worden und müsse geschlossen werden. Der Energieminister von Qatar warnte, der Krieg werde „die Volkswirtschaften der Welt zu Fall bringen“. Die Märkte gerieten in Panik. Qatar handelte nicht unter Zwang, sondern führte Propagandaoperation durch. Qatar spielt doppelt.

Als Trump das Memorandum in Versailles unterzeichnete, feierte Roznama Pakistan die diplomatische Rolle Pakistans: „Dies ist … ein historischer Erfolg Pakistans. Es wird auf der ganzen Welt beklatscht. Betet zu Allah, um die pakistanische Politik und die Führung zu segnen …“. Pakistans Tageszeitungen feierten Feldmarschall Asim Munir, der praktisch der König von Pakistan ist und in einer kürzlichen Rede sagte: „Die Politik ist auch zu ernst, um den Politikern überlassen zu werden.“ 

In Leitartikeln lobten die Urdu-Tagesschreiber die Rolle Qatars und erwarteten die sofortige Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen durch eine Iran-Pakistan-Indien-Gaspipeline, die seit 2009 wegen der US-Sanktionen nicht voran kam.

In einem Leitartikel am 20. Juni berichtete Roznama Pakistan: „Eine iranische Delegation besuchte am Donnerstag [18. Juni] die Federation of Pakistan Chambers of Commerce and Industry (FPCCI), wo sie ein Abkommen für Flüssiggasspeicher und einen Investitionspakt in Pakistan unterzeichnete. Nach Angaben der FPCCI war dies die zweite große iranische Handelsdelegation, die die FPCCI in Karachi innerhalb von zwei Monaten besuchte.“ Die Herausgeber von Roznama Pakistan schrieben: „Dies könnte bedeuten, dass Pakistan beschlossen hat, nach dem Waffenstillstand einen groß angelegten Handel mit dem Iran zu beginnen, und der Handel zwischen den beiden Ländern $ 10 Milliarden erreichen sollte.“

Inmitten der US-iranischen Verhandlungen deuten pakistanische Medienberichte auf einen Militärpakt von Türkei und Pakistan und Qatar hin. Eines ist völlig klar, die Machthaber in Pakistan, Qatar und Iran gehen davon aus, die USA über den Tisch gezogen zu haben. Es liegt an Trump, Vance und Rubio, das Gegenteil unter Beweis zu stellen.

Der Beobachter setzt dabei auf eine Äußerung von Marco Rubio als Richtschnur. Er wird gefragt im Tenor des leichtgläubigen Westens: „Glauben Sie immer noch, dass die iranische Führung aus religiösen, theokratischen Fanatikern besteht? Glauben Sie das immer noch?“ Und Rubio antwortet: „Ich glaube das nicht nur. Es ist eine Tatsache. Das iranische System wird von Klerikern geführt. Radikalen Klerikern. So wurde es schon immer geführt und so wird es auch weiterhin geführt.“

Fußnote: Der oben schon einmal verlinkte Bericht von MEMRI enthält noch viele Einzelheiten, die der Lektüre wert sind.

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