Lyon: Tausende demonstrieren für den von Antifa-Terroristen ermordeten Studenten

Ein junger Mann ist tot und die französischen Linksextremen versuchen verzweifelt, in die Opferrolle zu flüchten. Der Chef der Partei La France insoumise, Jean-Luc Mélenchon, sieht Lügner am Werk, die verleumden. Parteigenosse Manuel Bompard klagte am Mittwoch, jetzt müsse Schluss sein mit all den falschen Anschuldigungen.

People hold a large banner reading "The far-left kills" and display portraits and placards during a march in tribute to the far-right activist Quentin Deranque in Lyon, France, on February 21, 2026. Far-right activist Quentin Deranque died on February 14 allegedly from injuries sustained during a clash between far-right and far-left supporters outside Sciences Po Lyon.

In Lyon fand eine Demonstration zum Gedenken an den von Terroristen der Antifa ermordeten Studenten Quentin Deranque statt. Die Veranstaltung verlief friedlich, ohne Zwischenfälle oder Gewalt. Nach Angaben der Organisatoren nahmen 10.000 Menschen daran teil, nach Angaben der Polizei 3.000. Die Teilnehmer skandierten Parolen gegen die Antifa und beschuldigten deren Mitglieder des Mordes.

Nicht friedlich verliefen danach Ausschreitungen am gleichen Tag anderer Demonstranten im Lyoner Viertel Guillotiere. Der X-User Dolto schreibt in seinem Post: „ApollineMatin. Das Viertel Guillotiere, eine rechtsfreie Zone im Herzen von Lyon. Die Verwahrlosung nach mehr als 30 Jahren des Wegsehens und der Heuchelei der Verantwortlichen der Politik, der Justiz und der Polizei. Es sehen, davon wissen und nichts tun ist Nachlässigkeit.“

Anlass der Demonstration war der gewaltsame Tod eines 23-jährigen Studenten, der von Antifa-Mitgliedern totgeschlagen worden war. Zwei dringend Tatverdächtige sollen parlamentarische Mitarbeiter eines Abgeordneten der Partei La France insoumise sein. Dieser wiederum ist als Mitgründer einer militanten Antifa-Struktur verortet, der „Jeune Garde“, die zwar verboten wurde, deren Geist aber im politischen Vorfeld durchaus weiter lebt. Die Methoden dieser Organisation sind die aller Linksextremen. Ihre Gewalt wird immer Notwehr. Jeder Andersdenkende ist Faschist. Und daraus, so glauben sie, erwüchse ihre moralische Überlegenheit, die dann zur Rechtfertigung ihrer Gewalt, die auch vor Mord nicht mehr halt macht, herangezogen wird.

Und was macht nun die Führung der Partei La France insoumise? Sie greift zur vertrauten Reflexhandlung: Opferpose, Empörungsrhetorik, Nebelkerzen. Jean-Luc Mélenchon sieht „Banden von Lügnern“ am Werk, Manuel Bompard verweist auf eine Bombendrohung – als müsse allein dieser Verweis jede Nachfrage nach Verantwortung, Milieu und Verbindungen erledigen. Der Zweck ist klar. Man will nicht aufklären, sondern umdeuten. Nicht Täter, Netzwerke und politische Kultur sollen im Mittelpunkt stehen, sondern die angeblich falschen Anschuldigungen gegen La France insoumise.

„Wir tragen keinerlei rechtliche, moralische oder politische Verantwortung“, betont der Abgeordnete der Partei La France insoumise, Manuel Bompard.

— Le Figaro (@Le_Figaro) February 22, 2026

 

Und genau hier beginnt ein weiter Akt in diesem Trauerspiel, dass man von allen anderen ähnlichen Fällen bereits kennt. Die Berichterstattung. Die mediale Begleitmusik. Ein Teil davon wirkt so, als ginge es vor allem darum, La France insoumise vor einem Rufschaden zu schützen. Statt harter Fragen zu stellen, beispielsweise nach Personal, Organisationsnähe, nach einem Weltbild, das Gegner routinemäßig entmenschlicht, wird die Partei zum Ziel einer „Kampagne“ umgedeutet. Aussagen wie „wir lehnen jede Form von Gewalt ab“ werden abgenickt, als hätten sie Beweiskraft. Das ist der journalistische Kurzschluss: Wer am lautesten gegen „Hass und Hetze“ predigt, gilt automatisch als immun gegen den Vorwurf, genau dieses Klima zu erzeugen.

Denn die Partei La France insoumise operiert seit Jahren mit einer Eskalationssprache, die politische Gegner in moralische Feindfiguren verwandelt: „Faschisten“, „Zionisten“, „Genozid-Befürworter“ – Etiketten, die nicht argumentieren, sondern brandmarken. Das ist in Frankreich nicht anders als in Deutschland. Und während man im deutschen Feuilleton scharfe Israel-Kritik beschwört, zeigen öffentliche Äußerungen aus dem Umfeld – hier besonders die Figur Rima Hassan –, wie schnell Kritik zur Verschwörungserzählung, zur Entgrenzung und zur Nähe zu radikalisierten Milieus werden kann. Das Opfernarrativ wird so zur Schutzfolie: Wer Kritik bekommt, ist automatisch verfolgt; wer Grenzen überschreitet, sei nur missverstanden worden.

Besonders sichtbar wird diese Dynamik an den Universitäten. La France insoumise betrachten sie, genauso wie Linke in Deutschland, als Mobilisierungsraum. Wenn Universitätsleitungen wegsehen, wenn einseitige Podien zur Regel werden und Tumulte als politische Leidenschaft verklärt werden, entstehen Räume, in denen Einschüchterung und Gewalt zum Normalfall wird. Natürlich ist auch der Mord von Lyon kein Einzelfall, sondern wie ein Symptom: politische Verrohung, flankiert von moralischer Selbstüberhöhung.

Am Ende bleibt ein bitterer Befund: La France insoumise versucht, aus einem Tod Kapital zu schlagen. Und zwar nicht, indem sie Verantwortung übernimmt, sondern indem sie Verantwortung leugnet. Erst wird mit maximaler Härte gegen „die Rechten“ mobilisiert, dann ist man überrascht, wenn das eigene Vorfeld die Gewalt nicht nur rhetorisch verständlich findet. Und wenn Blut fließt, wird nicht innegehalten, sondern nur umetikettiert und umgedeutet.

Schuld sind die anderen, die Medien, die Lügner, die Kampagne. Eine politische Kultur, die so funktioniert, ist längst selbst Brandbeschleuniger.

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