Spaniens Bereicherungsplan gegen das dumme Deutschland

Spanien will seine Schulden künftig mit deutscher Bonität finanzieren. Deutschland soll für bis zu 850 Milliarden Euro jährlich haften, während Brüssel das Geld verteilt. Der Bundesadler wird endgültig zur europäischen Milchkuh.

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Preisfrage: Welche drei Dinge haben Spanien und Deutschland gemeinsam? In beiden Ländern wird erstens das Geld knapp, zweitens werden beide Staaten von Sozialisten regiert – in Spanien von Pedro Sánchez, in Deutschland von Lars Klingbeil –, und drittens hetzen Sánchez wie Klingbeil gegen die Opposition. Unter Klingbeil eilt Deutschland Spanien in Fragen Staatsverschuldung mit Riesenschritten hinterher. Aktuell betragen die Schulden Spaniens 1,7 Billionen Euro, das sind 100,7 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Da muss sich Deutschland noch gehörig anstrengen.

Klingbeils Coup ist allerdings, dass er den Insolvenzantrag Deutschlands in der Form des Bundeshaushaltes vorlegte und sich obendrein selbst als Insolvenzverwalter einsetzte. Zu Sánchez’ Kommunisten-Kongress in Barcelona, als Versuch die Komintern wieder zu beleben und wohl als Ehrung der Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien Europas, die 1976 in Ostberlin stattfand, fuhr Klingbeil nicht als SPD-Genosse, sondern stolz als Finanzminister mit Merzens Segen, aber der hat Klingbeil ohnehin nichts zu sagen. In Barcelona demonstrierten sie, allen voran Lars Klingbeil, dass die antiautoritäre Linke eine contradictio in adjecto ist und jedes linke Denken im Stalinismus endet.

In Spanien ermittelt die Justiz gegen Sánchez‘ Ehefrau Begoña Gómez wegen mutmaßlicher Korruption und illegaler Einflussnahme. Einige Personen aus dem engsten politischen und privaten Kreis von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wurden bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt oder stehen im Zentrum laufender Gerichtsverfahren.

Die Regierung Sánchez ist ein Skandal. Nun hat ausgerechnet der spanische Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo einen erneuten Vorstoß unternommen, die Schulden im Euro-Raum zu vergemeinschaften, also Deutschland überzuhelfen. Dass Frankreich, das kurz vor dem Staatsbankrott mit knapp 3,5 Billionen Euro, also mehr als 118 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung (BIP), steht, laut applaudiert, erstaunt nicht.

Sage und schreibe 850 Milliarden Euro sollen nach dem Willen des spanischen Schulden-Barons die EU-Staaten mit Deutschlands Bonität jährlich neue Schulden aufnehmen. Verschämt und auch ein wenig irreführend wird das gemeinsamer EU-Schuldenmechanismus genannt.

Gemeinsamer EU-Schuldenmechanismus bedeutet, dass die Europäische Kommission im Namen der gesamten Europäischen Union Finanzmittel an den internationalen Kapitalmärkten aufnimmt, anstatt dass dies jeder Mitgliedstaat einzeln unternimmt. Für die Rückzahlung und die Zinsen dieser Kredite haften alle EU-Mitgliedstaaten gemeinsam über den EU-Haushalt, was als Vergemeinschaftung von Schulden bezeichnet und gemeinsamer EU-Schuldenmechanismus genannt wird.

Das Problem ist nur, dass die Haftung prozentual besteht, nämlich entsprechend der Wirtschaftsleistung, entsprechend des EU-Beitrages. Heißt, Deutschland haftet im Minimum mit 24 Prozent an den europäischen Schulden. Allerdings erhöht sich Deutschlands Beitrag, wenn ein oder mehrere Mitgliedsländer aus Zahlungsunfähigkeit etc. ausfallen. Obwohl Deutschland im beträchtlichen Maße für die Schulden haftet, verteilt die EU-Kommission das Geld. Dass damit das Budgetrecht des Bundestages ausgehöhlt wird, interessiert von der Leyen nicht in ihrem Herrschaftsstreben, in der Errichtung der Brüsseler Diktatur. Was ist da schon der Bundestag?

Am Donnerstag will Spanien den Plan in Brüssel offiziell vorstellen. Gleißnerisch malt Cuerpo den Teufel einer zersplitterten Schuldenaufnahme an die Wand und betrügt mit der Milchmädchenrechnung, dass, wenn die EU ihre Anleihen zu deutschen Finanzierungskonditionen platzieren könnten, sich rund fünf Milliarden Euro pro Jahr sparen ließen, was bei einem Emissionsvolumen von fünf Billionen Euro auf Einsparungen von mehr als 25 Milliarden Euro hinausliefe. Nur wer spart hier und wer nicht? Spanien, Frankreich und Italien profitieren von der deutschen Bonität, die aber beim gemeinsamen EU-Schuldenmechanismus für Deutschland sinkt. Deutschland zahlt künftig mehr, verliert an Souveränität, haftet, aber bestimmt nicht nur nicht, sondern hat nicht den geringsten Einfluss auf die Verteilung der Mittel. Das macht der Hofstaat von Brüssel.

Während die deutsche Regierung die Lebensarbeitszeit verlängert, die Witwenrente streicht, können Frankreich und Spanien mit den Schulden nach „deutschen Konditionen“ ihre Pensionskassen auffüllen. Zurecht postet Daniel Stelter: „Spanien wirbt für neuen EU-Schuldenplan: mit allen Mitgliedsstaaten bis zu 850 Milliarden Euro jährlich – klar. Dann kann man noch mehr Geld aus Deutschland dazu verwenden, spanische Pensionen zu bezahlen. Sie halten uns für blöd. Leider zu recht.“

Ob Merz gegen Spaniens frechen Griff nach deutschem Geld in Brüssel gegenhalten kann und will, weiß man nicht. Genosse Klingbeil wird es dem Genossen Sánchez im Rahmen der V. Internationale bestimmt nicht verwehren. Außerdem schwächt die deutsche Schuldenorgie nach der Musik der Sozialdemokraten die deutsche Position der Austerität, genaugenommen haben wir das Gebot der Austerität aufgegeben.

Aus deutscher Sicht stellt die Zustimmung zum spanischen Plan allerdings fiskalisch Hochverrat dar. Dann müsste man den Adler als Wappentier durch die Milchkuh ersetzen, die jeder in Europa melken darf. Wann hat eigentlich zuletzt eine deutsche Regierung im deutschen Interesse gehandelt?

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Kommentare ( 104 )

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Dr. Rehmstack
1 Monat her

Und wie viel von diesen Brüsseler Schweinereien wüssten wir, wenn Tagesschau und Heute unsere einzigen Informationsquellen wären? Ja, nämlich genau, nichts. Von der Leyen erscheint in der Tagesschau als die gute Tante, die sich um den Schutz unserer Kinder vor sexuelle Missbrauch kümmert, über den Rest wird einfach nicht berichtet. Von Datenkontrolle bis Plünderung der deutscher Kassen, nichts davon im öffentlich-rechtlichen.

bfwied
1 Monat her

Man kann es ruhig aufgeben, auf eine vernünftig ausgestaltete Zukunft zu hoffen. Sozialisten sind Diktatoren, waren sie, sind sie, werden es immer sein, weil Sozialismus gegen die menschliche Natur verstößt u. daher diktatorisch sein muss. Man hilft jemandem, wenn er in Not ist, das macht man zweimal, beim dritten Mal denkt man, das war das letzte Mal. In der EU, bei den Südländern ist es notorisch, sie wollen und wollen. Wer das ewig mit sich tun lässt, ist ein Schwachkopf, weil er nicht merkt, dass es sich niemals ändert und er nur darunter leiden muss. Ein Schwachkopf ist, wenn er… Mehr

Endlich Frei
1 Monat her

Die EU gehört zurückgebaut, die Gemeinschaftswährung abgeschafft und finanzielle Verantwortung zurück in die Hände der nationalen Regierungen gelegt. Wer sich pleite wirtschaftet oder Steuerhinterziehung duldet, sollte dafür auch die Konsequenzen tragen – und nicht die Nachbarn.

Okko tom Brok
1 Monat her

Inzwischen hofft man vielleicht sogar auf den selbst herbeigeführten Euro-Crash, der alle Staatsschulden einfach pulverisiert? (Unsere Ersparnisse wie einst die unserer Großeltern leider auch!) „Sie werden nichts besitzen und trotzdem glücklich sein“, hieß es doch schon mal…

Last edited 1 Monat her by Okko tom Brok
Christa Born
1 Monat her

Wer hats gesagt: wenn Deutschland nicht mehr zahlt ist Schluss mit der EU.

murphy
1 Monat her

Aus dem Kabinett Sanchez stammt auch die EU-Vizechefin für den Green Deal – Teresa Ribera – der uns alle ruiniert. Wer haftet, wenn die Physik negiert wird?

Markus Gerle
1 Monat her

Es gibt einen Unterschied zwischen Spanien und Deutschland: In Spanien kuscheln die Konservativen nicht mit den Linken. Und dennoch will sie keiner verbieten. In Spanien ist also ein Politikwechsel durch Wahlen anders als in Deutschland noch möglich. Vielleicht noch ein Unterschied: Die sozialistische Regierung Spaniens vertritt immerhin noch die Interessen Spaniens und der Spanier und will nicht die Welt retten, indem man das eigene Volk ausbluten lässt. Daher würde ich sagen: 2:0 für Spanien. Noch eine Sache, deren Funktionsfähigkeit ich in Spanien noch nicht begriffen habe. Ich habe dort Freunde, die im ÖD Spaniens tätig sind. Die Gehälter sind dort… Mehr

Nibelung
1 Monat her

Im nehmen sind sie alle stark, ob es was mit geben wird ist eine andere Frage und zum Treueschwur wird es erst kommen, wenn sich der Russe in Deutschland abreagiert und der atomare Schutzschild der europäischen Partner zurück gehalten wird um sich dabei nicht selbst zu beschädigen. Diese hinterhältigen Brüder um uns herum war doch noch nie zu trauen und das wird die deutsche Regierung erst erfahren, wenn es soweit ist und nun wollen sie auch noch in Polen mit Aufmärschen herumzündeln und beteuern sich gegenseitiger Unterstützung und wer`s glaubt wird selig werden, denn erstens kommt es anders und zweitens… Mehr

Widerporst
1 Monat her

Alles Vaterlandsverräter.

Metric
1 Monat her

Wir finanzieren ein Haus. Werde gleich mal bei Blackrock-Merz anrufen, ob er für meine Schulden mithaften möchte, aus Solidarität oder so.