An Fronleichnam fordert der christliche Glaube Sichtbarkeit ein. Selbstverständlich ist das nicht: Auch in Europa nimmt Feindseligkeit gegenüber dem Christentum zu.
IMAGO / imagebroker
Am Fronleichnamsfest bekennen Katholiken ihren Glauben öffentlich. Mit feierlichen Prozessionen ziehen sie durch die Straßen, halten Andachten ab und tragen mit dem Allerheiligsten in der Monstranz ihr kostbarstes und mit besonderer Ehrfurcht gehütetes Glaubensgut in die Öffentlichkeit.
Das ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Ländern der Welt wäre eine solche Glaubensdemonstration ein tödliches Unterfangen und schlechthin undenkbar.
Doch auch in Europa hat sich unmerklich eine neue Normalität eingestellt, die mit einer schleichenden Erosion der Glaubensfreiheit einhergeht. Sichtbare Glaubensäußerungen werden immer häufiger Ziel von Attacken.
Dieser Wandel wird ohne großen Widerspruch hingenommen, obwohl die Kirche seit Jahren vor sinkendem Respekt vor religiösen Stätten warnt: Kirchen werden beschmiert, Bibeln angezündet, Weihwasserbecken mit Urin und Kot verunreinigt. Selbst der Petersdom, Herz der katholischen Christenheit, ist vor solchen Angriffen nicht gefeit: Im Oktober 2025 urinierte ein Mann am Hauptaltar der Basilika, bevor er von Sicherheitskräften abgeführt werden konnte.
Kein Wunder, dass Gemeinden, die nicht über Ressourcen verfügen, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen, ihre Kirchräume zunehmend abschließen müssen, um ähnliche Akte zu verhindern.
Mindestens 36 christenfeindliche Akte im Mai
Die Beobachtungsstelle OIDAC Europe (Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe), die Christenfeindlichkeit in Europa dokumentiert, zählt allein im Mai 2026 bereits 36 christenfeindliche Vorfälle auf dem Kontinent, davon neun in Deutschland. Und auch den Juni läutet OIDAC mit einer entsprechenden Meldung aus Deutschland ein: Unter Verweis auf lokale Berichterstattung verzeichnet die Beobachtungsstelle Vandalismus im sächsischen Mittweida, der zu Schäden an der Orgel einer Dorfkirche führte.
„Die Mehrzahl der christenfeindlichen Akte sind Angriffe auf religiöse Gebäude, wie Brandstiftung und Vandalismus von Kirchen oder Enthauptung von religiösen Statuen. Doch auch die Störung von Gottesdiensten und gewaltsame Übergriffe sind leider keine Seltenheit“, erläutert Anja Tang, Geschäftsführerin von OIDAC. Sie geht davon aus, dass die von OIDAC erhobenen Zahlen die Situation nicht vollumfänglich abbilden, da viele Fälle zeitverzögert eingehen.
Angriffe auf Kirchen gelten nicht als religiös motiviert
In Deutschland ist zudem die Zuordnung problematisch. Zwar können in der Kriminalstatistik Angriffe gegen Glaubenseinrichtungen und Gläubige als politisch motiviert ausgewiesen und einer der Kategorien „rechts“, „links“, „ausländische Ideologie“ oder „religiöse Ideologie“ zugeordnet werden. Allerdings ist eine solche Motivation schwer nachzuweisen und selten eindeutig. Wenn etwa ein Hakenkreuz an eine Kirche geschmiert wird, ist dadurch noch nicht geklärt, ob ein Rechtsextremer, ein Linksextremer, ein Islamist oder einfach ein betrunkener Randalierer dieses eindeutig politische Symbol angebracht hat.
Eine Einordnung, die lediglich die Motive des Täters einbezieht, bedeutet also, dass zahlreiche Übergriffe nicht einmal als politisch motiviert in die Statistik eingehen. Viele Taten fielen so durch das Raster, bedauert Anja Tang: „Grundsätzlich wird bei einem Angriff auf eine Kirche davon ausgegangen, dass kein christenfeindliches Motiv vorliegt, es sei denn, es kann eine politische Motivlage nachgewiesen werden.“
Beispielhaft für die defizitäre Erfassung steht der Angriff auf die Heilig-Geist-Kirche im hessischen Hanau. Als die Kirche Mitte Mai während eines Gottesdienstes mit Stahlkugeln beschossen wurde, so dass Fenster zu Bruch gingen, konnten Ermittler selbst darin keinen christenfeindlichen Akt erblicken: „Bislang liegen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Tat einen religiösen Hintergrund hatte“, ließen die Beamten gegenüber der WELT verlauten.
Wie absurd diese Einschätzung ist, zeigt ein hypothetischer Vergleich zu anderen Glaubensrichtungen: Würde man bei einem Angriff auf eine Synagoge oder eine Moschee davon ausgehen, dass ein religiöser Hintergrund der Tat unwahrscheinlich ist?
Christentum als Täterreligion
Die Unbekümmertheit, mit der christenfeindliche Gewalt ignoriert und verharmlost wird, zeigt, dass die veränderten Realitäten in Deutschland und Europa im Bewusstsein vieler Menschen noch nicht angekommen sind. Das hat jedoch nicht nur mit der Zuwanderung von Menschen zu tun, die aufgrund ihrer muslimischen oder islamistischen Sozialisierung christenfeindliche Einstellungen mitbringen.
Ein signifikanter Teil antichristlicher Vorurteile und die Bereitschaft, Christenfeindlichkeit aus anderen Kulturkreisen zu tolerieren, sind hausgemacht: Aus linksradikaler, atheistischer, säkularistischer, aufklärerischer und sogar „humanistischer“ Haltung heraus werden immer noch gern christenfeindliche Stereotype verbreitet, die teils seit Voltaire en Vogue sind.
Hexenverfolgung, Kreuzzüge, Zwangskonversion werden dem Christentum angelastet, gewöhnlich einhergehend mit stark übertriebenen Opferzahlen, selektiver Auswahl von Fakten und teils grotesker Fehleinordnung historischer Vorgänge – etwa dadurch, dass politische Entscheidungen fälschlich „der Religion“ oder „der Kirche“ zugeschrieben werden, oder dadurch, dass man innerkirchlichen Widerspruch gegen Missstände unterschlägt und komplexe Gemengelagen einseitig darstellt. Der Tenor: Christen sind Täter.
Bereitwillige Verleumdung, unwillige Richtigstellung
Vor diesem scheinbar wissenschaftlich-historischen Grundrauschen gewinnen auch zeitgenössische Hetzkampagnen an Plausibilität. So etwa die als Fakenews entlarvten Skandale um Nonnen in Irland, die angeblich tote Säuglinge im Abwasserkanal entsorgten oder um kanadische Internate für indigene Kinder: Die angeblich 2021 dort gefundenen „Massengräber“, später „ungekennzeichneten Gräber“, in denen Hunderte indigene Kinder verschwunden sein sollten, entpuppten sich als Falschmeldung. Man hatte „Bodenanomalien“, wie sie durch Wurzeln oder vormalige Bearbeitung entstehen können, großzügig als Gräber „interpretiert“.
Mit der Folge, dass sich nicht nur Hass über die Kirche ergoss – die überdies für die Assimilierungspolitik des kanadischen Staates nicht verantwortlich war –, sondern dass in einer Anschlagsserie Dutzende Kirchen in Flammen aufgingen.
Richtigstellungen, denen zufolge Medien hier ihre Sorgfaltspflicht verletzt und bereitwillig Falschinformationen verbreitet hatten, erfolgten teilweise erst Jahre später. Die kanadische Regierung stellte die Finanzierung der Suche nach Gräbern im Frühjahr 2025 ein, das entsprechende Komitee wurde stillschweigend aufgelöst, eine Entschuldigung für Reputationsverlust, Anfeindungen und Sachschäden blieb aus.
Viele Menschen werden ohnehin an der einmal geformten Überzeugung festhalten: Tatsachen werden zur Ansichtssache.
Solche Verleumdungsaktionen werden flankiert von woken Ideologien wie critical race theory und Postkolonialismus, deren Anhänger in der Fehlannahme, das Christentum sei eine „weiße“ Religion, Christentum und Täterschaft ursächlich miteinander identifizieren.
Tatsächliche Skandale wie der Missbrauch durch Geistliche und kirchliche Mitarbeiter – allerdings auch hier selektiv meist lediglich der katholischen Kirche zugeordnet – tun ihr Übriges.
Unter propagandistischem Dauerfeuer hat sich unter vielen Christen eine Art diffuses Schuldgefühl etabliert, das verbietet, sich als Opfer zu betrachten – eine Kirche, die so viel Unheil angerichtet hat, muss sich doch über Aggression ihr gegenüber nicht wundern. So bleibt breiter Protest unter Gläubigen aus, Beleidigungen oder Angriffe werden nicht als bedeutsam genug eingeschätzt, um sie zu melden.
Ein Umdenken ist notwendig
OIDAC adressiert die Fehleinschätzungen bezüglich christenfeindlicher Umtriebe: „Im politischen Umfeld ist häufig immer noch die Meinung vorherrschend, dass sich Hassverbrechen oder Diskriminierung nur gegen Mitglieder von Minderheiten richten können“, erkärt Anja Tang. „Insbesondere im politisch linken Milieu, das häufig der künstlichen, kollektivistischen Einteilung der Gesellschaft in Täter- und Opfergruppen folgt, kann das zu einer völligen Ausblendung dieses Themas führen.“ Allerdings nimmt sie auch einen Hang zu übermäßiger Skandalisierung wahr: „Auf der anderen Seite gibt es bei der politischen Rechten manchmal eine verzerrte oder übertriebene Darstellung christenfeindlicher Straftaten oder die Idee, dass Vandalismus immer auf Islamismus zurückzuführen ist, was auch nicht haltbar ist“, gibt Tang zu bedenken.
Neben besserem Schutz und größerem Respekt für religiöse Stätten wünscht sie sich ein „gesamtgesellschaftliches Umdenken“: „Laut aktuellen Umfragen empfinden über 36 Prozent der deutschen Bevölkerung, dass feindselige Einstellungen gegenüber Christen in Deutschland weit verbreitet sind. Bei den unter-30-Jährigen sind es sogar knapp 50 Prozent, wie wir im Jahresbericht 2025 auch dokumentieren.“
OIDAC fordert Sensibilisierungsmaßnahmen und eine Intensivierung der Bemühungen, das Phänomen Christenfeindlichkeit empirisch zu erfassen. Von politischer Seite her könnte nachgerüstet werden: So, wie es auf EU-Ebene jeweils Koordinatoren für die Bekämpfung von Antisemitismus und antimuslimischem Hass gebe, müsse es einen solchen auch für Intoleranz gegenüber Christen geben, fordert das Observatory.
Nicht zuletzt stünden „Politik und Medien hier besonders in der Verantwortung, die Christenfeindlichkeit in der Gesellschaft nicht durch einseitige Darstellungen und Narrative zu befeuern“, appelliert Anja Tang an die Verantwortlichen.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
War das Christentum einst nicht Basis der westlichen Kultur? Leben in Frieden, weritgehend fridliches Zusammenleben, wo dazu gehörte, daß Jedes bemüht war zu arbeiten und für den Eigenen Unterhalt zu sorgen? Mit Blick auch auf das Allgemeinwohl Aller die danach lebten? Mit wem hat es angefangen, daß diese Westliche Kultur nach und nach immer mehr Zerstört wurde und weiter zerstört wird? Wie ist es mit dem CHristentuim, dem Christlichen Glauben? Hat sich da nicht viel geändert? Wie haben sich die Kirchen von der institutiellen Seite her verändert? Wie haben Sie die Inhalte des Glaubens Verändert? Aus ehemaligen Christen sind nun… Mehr
Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Vor einer allzu differenzierten Betrachtung schreckt der Autor offenbar zurück, weil er die heißen Eisen nicht anfassen will. Verständlich, aber wenn man die konkreten Probleme nicht ansprechen will, dann kann man auch keine Handlungsstrategien daraus ableiten. Keine Ahnung wer den Christen helfen soll, wenn weder sie selbst noch ihre Kirchen bereit sind die „Feinde“ (siehe Titel des Artikels) zu benennen. Es mag da durchaus mehrere feindliche Gruppen geben, dann muss man eben differenzieren, aber nicht, wie der Autor, alles in einem Aufwasch relativieren um so die einen Täter unter den anderen… Mehr
Ich breche ein Tabu: Auch in Israel gibt es durch nationalreligiöse Juden (sog. „Kahanisten“, Anhänger des Rabbi Meir Kahane, heute mitregierende Koalitionspartei) Anfeindungen gegen Christen. Es darf ruhig die ganze Wahrheit sein.
Die Theologie versagt aber auch auf ganzer Linie dabei aktuelle Vorgänge zu erklären. Dabei ist völlig klar dass sich die Religionen mit aufkommen der Grünen auf eine weitere Stufe begeben haben: – Vielgötterei (Naturreligionen) – Monotheismus (Juden, Christen, Moslems) – Sequentielle Gottheiten bei gleichbleibender Priesterkaste Die Grünen haben im Prinzip das Vakuum ausgefüllt dass die schwächelnde christliche Kirche hinterlassen hat, und dabei das Prinzip der Religion weiterentwickelt. Alle 10 Jahre wechselt das „absolut Gute“ dem sie, die gleichbleibende grüne Priesterkaste angeblich dienen, vom Wald bis zum Klima. Hat die Theologie aber irgendwie nicht mitbekommen, die denken immer noch Monotheismus wäre… Mehr
Wo ein Verein nach Christenfeindlichkeit sucht, wird garantiert welche gefunden.
Unerlässlich, erst sauber zu ermitteln, was das jeweils wahre Motiv war. Eine Graffiti an der Kirchenmauer, die es überall geben könnte, muss so wenig christenfeindlich wie mauerfeindlich sein, wie eine Ohrfeige für einen Juden, die andere Gründe als Judenfeindlchkeit hat.
Wo ist die definierte Schwelle, was im alltäglichen Grundrauschen der nicht wegzudenkenden, kleineren und größeren Missgünste nur zur Insitution der Feindlichkeit erklärt wird?
Wenn nun alle möglichen Fälle erfasst werden, was wird dann damit gemacht …außer besser geschimpft?
Werte Frau Diouf, verstehe zwar Ihre Beschwerde, kann ihr aber nicht zustimmen. Ihre Christen kriegen jetzt genau das zu spüren, was sie selbst in über 1k Jahren in Deutschland veranstaltet haben. Der moderne Kultur-Marxismus dessen Gewalt Sie hier beschreiben, fand seinen Lehrer in den Antik-Marxisten genannt Christen, nur, daß Marx der neuen Bedürfnisse durch die Aufklärung gerecht wurde, Gott abschaffte & mit dem Generalsekretär ersetzte. Die heutige Linke duldet eben keine Konkurrenz mehr durch die antike Linke…Ausgrenzung ist das probate Mittel aller Abrahamitischen Religion, inkl. des Marxismus. Es gibt in der neu-testamentarischen Betrachtung auch nicht wirklich Passagen gegen Homosexualität, die… Mehr
Wenn mir früher jemand erzählt hätte, dass es durchaus möglich wäre, dass sich kath. Kardinäle, Bischöfe und einfache „ Pfaffen“ sich in den Staub werfen um den Moslems die Füße zu lecken, ich hätte ihn ausgelacht. Unsere damalige „ Kirche“ war wie Apostel Petrus: ein Fels! Das „ Verwittern“ dieses Felses begann mit dem Geld. Wieviel verdienen die kirchlichen Organisatoren eigentlich an der „ Flüchtlingshilfe“? Den Todesstoß gaben der „Kirche“, die unangenehme Anbiederung an Staat ( s. Corona, Maske, Impfempfehlung ) und Schwule. Das! ist schon lange nicht mehr „ meine Kirche“! Meinen GOTT, habe ich aber noch!
Nehmen wir die Zeit ab Ende 2 WK bis heute. Erinnert sich irgend ein Forist , dass vor Merkel Kirchen beraubt, deren Kunstschätze zerstört diese Stätten mit Fäkalien veruneinigt wurden? Ich habe so etwas vor Merkel nicht erlebt. Was ist neu seit Merkel? Open Borders für vorwiegend Moslems.
Bis heute berauben die Kirchen die Follower, auch die Nicht-Follower.
Ich zahle heute noch gemäß Reichskonkordat die Bezüge aller Bischöfe mit, eine Riesen-Sauerei. Diebstahl, ja schwerer Raub per Adolf Hitler Klüngel.
Die politische Gewolltheit dieser Islamisierung ist kein nationales Phänomen. „Exchange Migration“ – auf UN-Ebene wird ganz offen benannt, um was es geht. No borders, no nations. WEF-Globalisten mit Blackrock an der Spitze träumen von einer Welt, in der alle Aspekte der Wirtschaft bis hin zum Konsumenten voll kontrolliert werden. Digital personal IDs, programmierbares Geld (CBDCs), 15-min-Städte, der Nationalstaat als Ordnungsinstanz soll künftig überflüssig werden. An Stelle der freien Wirtschaft soll eine KI-gesteuerte Planwirtschaft treten, die alle Aspekte der Versorgung der Menschen kontrolliert. „Ihr werdet nichts besitzen, und ihr werdet glücklich sein. Wir geben euch alles, was ihr braucht.“ Sagte Klaus… Mehr
Wie unterscheidet sich Blackrock von der Christlichen Mission?
Was haben denn die Verantwortlichen, erleuchteten Politiker geglaubt, was am Ende passiert, wenn sie millionenfach Moslems, in ein christliches Land holen? Beide Religionen beanspruchen, den wahren Glauben für sich, koste es, was es wolle
Ihre Politiker haben an genau das geglaubt, was jetzt ist.