Verwählt? Kein Anschluss mit dieser Nummer

SPD-Genossen, die noch in Amt und Würden sind, bekommen langsam Panik. Denn die Doppelspitze Esken & Walter-Borjans gefährdet mit ihrer Unfähigkeit ihre Jobs nach der nächsten Wahl. Sogar die parteinahe Presse geißelt „die Doppel-Misere der SPD“.

imago Images

Vor einem halben Jahr haben Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans bei der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands das getan, was in ihren Kreisen „die Arbeit aufnehmen“ heißt. Seither twittert Genossin Saskia wie der Teufel, und auch Genosse Norbert sagt mal was. Und nun müssen wir ausgerechnet im Spiegel, einem Zentralorgan der Partei, die Überschrift lesen: „Die Doppel-Misere der SPD. Das Urteil vieler SPD-Abgeordneter ist vernichtend: Die Parteichefs können es nicht.“ Wie konnte das passieren?

Wolfgang Kubicki, die alte Unkenrübe der FDP, hatte sich ja schon recht früh aus dem Fenster gelehnt, als er sagte „Ich bin sicher, dass beide das nächste halbe Jahr als SPD-Chefs nicht überleben werden“. Rein rechnerisch haben die zwei das erste halbe Jahr erst einmal überstanden („Bätschi“, würde Nahles sagen). Aber wenn nun schon die eigenen Gefolgsleute in den Pressestuben zum Halali blasen, dürften Saskia & Norbert das ganze Amtsjahr wohl nicht mehr rumkriegen.

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Der Spiegel nennt als Kronzeugen des Unmuts vor allem Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion, wo die Kritik „offenbar heftiger als in der übrigen Partei“ ist. Kein Wunder, da stehen ja spätestens nach der Wahl im nächsten Jahr auch Jobs auf dem Spiel. Nun können wir die Argumente gegen die Doppel-Misere („Trauerspiel“, „peinliche Auftritte“) durchaus nachvollziehen, das Hauptargument jedoch nicht.

So sagte der Thüringer Abgeordnete Christoph Matschie dem Spiegel: „Wenn wir stärker werden und neue Koalitionsoptionen erschließen wollen, müssen wir in die Mitte integrieren.“ Die Parteispitze sende im Moment dagegen Signale, möglichst linke Politik zu machen, dabei müsste sie zeigen, „dass wir eine Partei der Mitte sind.“ Nur so, pflichtete eine Siemtje Möller bei, „werde die SPD ihrem Verständnis als Volkspartei gerecht.“ Die SPD eine Volkspartei der Mitte? Die findet man vielleicht später mal in Olaf Scholzens Memoiren oder im Geschichtsbuch, aber sonst nirgendwo.

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Das Führungsduo „Nowabo Fit“ ist ja gerade angetreten, den Rest von Mitte zu eliminieren („Nikolaus ist GroKo-Aus!“) und Berliner rotrotgrüne Senatsverhältnisse auf den Bundestag zu übertragen. Zum Regierungsausstieg hatten sie dann keinen Mumm, und schließlich kam auch noch Pech dazu, wie das noch SPD-nähere RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gerade schrieb, wie es kein Satiriker besser könnte:

„Was hatte die SPD um die Grundrente gekämpft. Nun war es geschafft, der Widerstand der Union gebrochen. Mit Schwung und gestärktem sozialen Profil wollten die Genossen mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an der Spitze in die Sommerpause gehen. Doch noch vor dem Beschluss im Bundestag vermasselte eine Nachricht der SPD den Tag. Sigmar Gabriel, Ex-Parteichef, war bis vor kurzem Berater bei Clemens Tönnies. Ausgerechnet.“

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Und dann noch der Auftritt von Gas-Gerd. „Wer wollte da in der SPD-Spitze nicht in die Tischkante beißen?“ fasst das RND mitfühlend zusammen.
Die nächste und wichtigste Aufgabe der linken und der linksextremen Hand des Teufels: einen Kanzlerkandidaten finden und auszurufen. Scholz zu nominieren, käme einer weiteren 180-Grad-Drehung gleich, haben sogar die schlauen schreibenden RND-Genossen erkannt, denn Saskia & Norbert waren ja „vor allem angetreten, „um Scholz zu verhindern“. Das RND berichtet uns dann, wie unsere zwei Helden mit der Suche nach dem Anti-Olaf in der Partei voran kommen.

So fragten Saskia & Norbert etwa beim DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann nach, der logischerweise auch SPD-Mitglied ist, ob er nicht Kanzlerkandidat werden wolle. Doch der „fand die Idee so abwegig, dass er noch nicht mal will, dass man erfährt, dass die SPD-Spitze bei ihm angeklopft hat“. Jessas!

Nun wollen wir uns später nicht der Mittäterschaft schuldig machen, aber etwas christliche Nächstenliebe muss auch gegen den politischen Gegner gestattet sein. Daher hier unser Geheimtipp für das glücklose Duo: Was ist mit dem eitlen Bischof Heinrich Bedford-Strohm? Der Betbruder ist auch SPD-Mitglied und die ev. Kirche hat noch 20 Millionen eingetragene Mitglieder …


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Kommentare ( 116 )

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116 Kommentare auf "Verwählt? Kein Anschluss mit dieser Nummer"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Rettung naht:
r.sh, 08.07.2020, 11:55 Uhr

„Stegner will in den Bundestag“
https://www.rsh.de/programm/nachrichten

Köstlich!
Der Betbruder Bäddy S. als Kanzlerkandidat mit 20 Mille Schäfchen.
Das erforderliche Verlogenheitslevel macht ihn zum Vorzeigekandidaten.
Christlich?, sozialistisch!, flauschige Haare, säckeweise heiße Luft.
Die BRD wird glücklich sein, auf’s Blauhemdle Merkel folgt Schwarzjöpple Heini.
Danach bricht das Alte (hoffentlich). Es ändern sich die Zeiten (endlich). Und neues Leben sprießt aus den Ruinen (hoffentlich).

Ein Aphorismus besagt, dass selten etwas besseres nachkommt. So ist selbst, wenn das momentane (Alp)Traumduo der Speziellen ausgewechselt würde, die 5% Marke in Sicht. Den schlimmen geht immer. In diesem Sinne: “Freundschaft, Genossen und innen und sonstiges!“

Es ist ein Jammer mit der SPD. Jeder gute Sozialdemokrat kann mit der Entwicklung dieser Partei nicht glücklich sein. Man muss sich ja nur das Personal anschauen, über das die SPD verfügt. Da überkommt einen das kalte Grauen: Esken, Borjans, Schulze, Lambrecht, Maas, Högl, Stegner, Kühnert, usw.. Das kann nicht gutgehen! Die SPD wird über kurz oder lang unter 10 % fallen und langfristig vielleicht ganz aus den Parlamenten ganz verschwinden. Ich habe schon vor längerem die Konsequenzen gezogen, weil ich als gefühlter Sozialdemokrat die Wandlung in eine immer mehr sozialistische Partei nicht mittragen konnte.

Lieber Herr Paetow,
was erwarten Sie den von den beiden „Fuehrungskraeften“ ? Beide sehen doch aus wie bestellt und nicht abgeholt.
Die SPD hatte einmal Lehrlinge, Gesellen und Meister in der Fuehrungsetage, auch bekannt als “ Teppichabteilung“.
Die wussten wie „unten“ gedacht und gesprochen wurde und haben ihre Arbeit und ihren Einsatz entsprechen ausgerichtet.
Esken und Walter-Borjans haben noch nicht mal im Ansatz den Ehrentitel „Rote Socke“
verdient. wie ich meine Freunde von der SPD mit Respect und Achtung anspreche.
Leider werden es immer weniger

Ich bin für Kevin als Kanzlerkandidat der SPD! Wir müssen endlich mal die Jungen ans Ruder lassen. Aus dem gesellschaftspolitischen Experimentierfeld Deutschland ist noch viel herauszuholen. Der Senat in Berlin macht das doch vor. Nur Mut, Genossen, die 5-Prozent-Hürde schafft ihr auch noch!

Liebe SPD, bitte führt das Ganze weiter. Genau so. Bis zum bitteren Ende.

Der Walter und die Saskia sind ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.

Och, lasst das Dreamteam doch noch bis zur nächsten Wahl an der Parteispitze, damit diese unsägliche Partei die 5% Hürde(nach unten) schafft.

Die Schwarzen wollen seit Jahren nach links, die Grünen und Roten zur Mitte oder nach rechts und was heißt eigentlich Mitte, die gibt es nicht, das ist eine Schimäre, denn es gibt allenfalls gemäßigte linke oder rechte Positionen und dazwischen ist wenig Freiraum vielleicht für Träumer, weil man im Leben in den meisten Fällen Position beziehen muß und die Mitte wäre demzufolge undefinierbar und ein Konstrukt zur eigenen Erhöhung und des Wohlbefindens um sich von den anderen abzusetzen. Diese Lebenslüge ist symtomatisch für eine ganze Gesellschaft, wo man mit der Mitte einen künstlichen, wertneutralen Freiraum schafft, der mit der Wirklichkeit… Mehr