Gorbatschows Moskau ahnte den Mauerfall schon 1986

Die sowjetische Führung um Michail Gorbatschow wurde von den Ereignissen des Jahres 1989 nicht kalt erwischt, hingegen die Führungen im Westen sehr wohl.

Bettmann/Getty Images
Ronald Reagan und Mikhail Gorbatschow, 11. Oktober 1986

Eigentlich ist es hier bei TE nicht mein Ding, biografische Geschichten zu verbreiten. Vielleicht aber sollte ich doch eine Ausnahme machen. Eine Ausnahme, weil dieser biografische Teil meines Lebens möglicherweise etwas Unmittelbares zum Verständnis der Vorgänge im Herbst 1989 beitragen kann.

Damals, in den 80ern des vergangenen Jahrhunderts, war ich sozusagen nebenberuflich Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Hamburg. Damals galt dieser Landesverband, so wie die Junge Union insgesamt, allen links von den Jungdemokraten als Hort des Neofaschismus, während wir uns innerhalb des JU-Bundesverbandes als Hanse-Bolschewisten bezeichnen lassen durften. Abbruch tat unserem politischen Enthusiasmus weder das eine noch das andere.

In diesem Vorstand nun lag meine Aufgabe unter anderem darin, Konzepte für den Umgang mit der DDR und dem Ostblock zu entwickeln und, wo möglich, Kontakte aufzubauen. Ich war – wie sich das damals hochtrabend nannte – Ostbeauftragter der JU-Hamburg. Abgesehen davon, dass ich mich in dieser Funktion 1988 auf dem JU-Deutschlandtag in Baden-Baden mit der Aufforderung unbeliebt gemacht hatte, die Union möge sich doch bitte vom „Wiedervereinigungsbegriff der Fünfzigerjahre“ – gemeint waren die damals in der CDU vorherrschenden Vorstellungen von Wiedervereinigung als quasi-Zwangseingemeindung – verabschieden und eine mögliche Vereinigung der beiden deutschen Staaten ausschließlich in die demokratischen Hände der Bevölkerung der Deutschen in der DDR legen – was sagen sollte: Eben kein Zwangsvereinigungsautomatismus aus dem Westen, hatte diese Aufgabe zur Folge, dass ich in der Mitte der Achtziger unerwartet regelmäßigen Kontakt mit einem Vertreter des sowjetischen Generalkonsulats in Hamburg hatte.

Der als Vizekonsul ausgewiesene Russe stellte sich uns als Wladimir Slutzkow aus Sankt Petersburg (hieß damals noch offiziell Leningrad, interessierte aber niemanden) vor. Er habe aus Moskau die Aufgabe bekommen, künftig den Kontakt auch zu jenen Jugendorganisationen der Bundesrepublik herzustellen und zu halten, welche man bislang unter der Rubrik Klassenfeind abgetan hatte. Und so trafen wir uns. Zuerst eher förmlich im Generalkonsulat. Dann in irgendwelchen Gaststätten in Winterhude. Zuletzt dann regelmäßig in meiner Dachwohnung auf der Uhlenhorst.

Selbstverständlich begannen die ersten Treffen mit vorsichtigem Abtasten. Schließlich wollten wir, die Hamburger Jungunionisten, wissen, was die Russen – immerhin galten sie uns zu diesem Zeitpunkt noch als jene, die das Wettrüsten maßgeblich vorangetrieben hatten – von uns wollten. Gleichwohl hatten wir selbstverständlich auch die Aktionen des Michail Gorbatschow interessiert zur Kenntnis genommen – und so keimte die Hoffnung, dass die Konfrontation des Kalten Krieges vielleicht in absehbarer Zeit zu überwinden wäre.

Worum ging es Moskau?

Slutzkow, mit dem es nach russischer Tradition schnell zum Du kam, war ohne Zweifel gut geschult – die Sowjets würden mit Sicherheit keine Deppen auf die Kapitalistenkinder des Westens loslassen. Ob es nun dieser Schulung zu verdanken war oder einfach seinem russischen Naturell entsprach: Nachdem sein kurz angesetzter Versuch, mich von den Vorzügen des Sozialismus zu überzeugen (einschließlich des Versprechens einer Art Car-Sharing, bei dem jeder Bürger, wenn er Lust hat, einen als Gemeineigentum auf der Straße stehenden Porsche nutzen konnte), von mir mit dem Hinweis abgeschmettert worden war, dass er sich diese Geschichten für die Kollegen aus der KP mit der Bezeichnung „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ und die jungsozialistischen „Falken“ aufheben könne, kamen wir schnell zu einer Gesprächsebene, die wir, wie ich bis heute überzeugt bin, beide als offen, freundschaftlich und produktiv empfanden.

Ich werde an dieser Stelle darauf verzichten, all jenes zu berichten, über das wir uns damals unterhielten. Wen es interessiert, der möge sich an das KGB-Archiv wenden, wo in irgendeiner Ecke sicherlich Protokolle unserer Meetings zu finden sind. Schließlich musste auch ein Vizekonsul Rechenschaft über seine Zeitaufwände ablegen – und wo solche bei Kontakten mit Vertretern potentiell gegnerischer Gesellschaftssysteme in der Sowjetunion landeten, dürfte außer Frage stehen.

Wie auch immer: Wladimir Slutzkow bekannte bereits im zweiten Treffen offen, dass die Sowjetführung in den vergangenen Jahrzehnten den Fehler gemacht habe, sich bei ihren Deutschlandkontakten ausschließlich auf die Vertreter der politischen Linken zu konzentrieren. Man sei davon ausgegangen, dass die sozialdemokratische Machtübernahme quasi nicht mehr umkehrbar sei und habe deshalb ausschließlich Kontakt zu Sozialdemokraten und Kommunisten gehalten (die Grünen spielten damals noch keine bedeutende Rolle und galten in Kreisen orthodoxer Kommunisten ohnehin als Trotzkisten, womit sie für einen echten Sowjetmenschen als Gesprächspartner grundsätzlich ausschieden, was allerdings nicht bedeutete, dass die Dienste der UdSSR und der DDR sich ihrer im Zuge der westdeutschen Nachrüstungsproteste optimal bedienten). Nach dem bundesdeutschen Regierungswechsel 1982 habe die Führung nun aber erkannt, dass diese Einseitigkeit ein Fehler gewesen sei. Nicht nur, dass es keinerlei Gesprächskontakte zu Christdemokraten gäbe – man habe auch keinerlei realistische Vorstellung darüber, wie die deutschen Konservativen sich eigentlich die Zukunft Deutschlands und Europas vorstellten. Wollte sagen: Sind das immer noch die Kommunistenfresser der 50er und 60er, die nach sowjetischem Verständnis mit den Ostverträgen jegliche Verständigung mit dem Ostblock ablehnten – oder hatte sich in dieser Hinsicht etwas getan?

Nur private Gespräche

Nun war ich sicherlich nicht repräsentativ für die CDU-Deutschland, nicht einmal für die CDU-Hamburg. Und ja – angesichts der Tatsache, dass Sowjettruppen gerade einmal gut 20 Kilometer ostwärts von uns standen und meine persönlichen Erfahrungen bei meinen Besuchen in Ost-Berlin eher durchwachsen waren, blickte ich mit einiger Skepsis über die Elbe. Andererseits war es nicht nur immer mein Prinzip gewesen, mich mit jedem auf zivilisierter Weise zu unterhalten, der das Gespräch mit mir sucht – auch bot sich hier umgekehrt die Gelegenheit, einen echten Sowjetrussen aus der Funktionärsebene und seine Denkungsart im direkten Kontakt kennenzulernen und so den eigenen Horizont deutlich zu erweitern.

Auf dieser Grundlage des gegenseitigen Nutzens kam es seit 1986 zu zahlreichen Gesprächen, in denen wir so ziemlich die gesamte Breite der immer noch hochkomplizierten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland beleuchteten, dabei aber auch manchen Schwerpunkt auf die jeweilige innenpolitische Lage warfen. Mir zumindest half es, manch damals noch verankertes Vorurteil beim Blick auf Russland und „den Russen“ zu überwinden und abzulegen. Und wie bereits bei früheren Gelegenheiten lernte ich auch hier, dass es sorgsam zu unterscheiden gilt zwischen dem, was auf offizieller Ebene verlautbart und getan wird – und dem, was der „normale“ Mensch sagt, tut, und denkt. Ich lernte – um es so zu formulieren – „den Russen“ als Menschen und nicht als politisches Objekt kennen. Bei meinen späteren Besuchen in Russland war das überaus hilfreich, weil das Menschliche jederzeit das Politische ausblenden konnte.

Die Konsequenzen von Glasnost und Perestroika

Spannend an den Gesprächen waren neben der offensichtlichen Fehleinschätzung der Sowjetführung, was die Entwicklung des militanten Islam nicht nur im Iran, sondern auch in den südlichen Sowjetrepubliken betraf, mit Blick auf den 9. November 1989 vor allem unsere Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der Staaten Mittelosteuropas – und jener beiden Nachkriegskreationen auf deutschem Boden.

An der Existenz der Bundesrepublik bestand zu keinem Zeitpunkt irgendein Zweifel.  Die BRD war für Moskau der eigentlich spannende Partner auf dem Boden des untergegangenen Deutschen Reichs und wurde, anders als die DDR, als eigentliche Nachfolgeschöpfung des Deutschen Reichs betrachtet. Wenn Slutzkow von Deutschland sprach, dann meinte er die Bundesrepublik, nicht die DDR – eine Einschätzung, in der wir uns uneingeschränkt einig waren. Hier wiederum stand für ihn die Frage im Vordergrund, ob dieses Deutschland auch unter Unionsführung grundsätzlich daran interessiert sein könne und werde, zur Sowjetunion partnerschaftliche, vielleicht freundschaftliche Beziehungen aufzubauen.

Nun standen wir immer noch erst zu Beginn von Perestroika und Glasnost – die Jahre der Njet-Politik eines Breschnew waren noch frisch in Erinnerung. Ob die Gorbatschow-Politik nicht am Ende nur etwas frische Farbe auf abgeblätterte Wände bringen würde, war für uns damals in keiner Hinsicht absehbar.

Dennoch war es meine grundsätzliche Einschätzung, dass auch die Union nicht an einer Dauerkonfrontation mit den Nachbarn im Osten interessiert sein könne, sondern dass vielmehr gesellschaftliche Änderungen, wie sie aktuell von Gorbatschow eingeleitet wurden, nicht nur unmittelbar für die Bevölkerung der Sowjetunion Nutzen bringen könnten, sondern auch dazu beitragen müssten, die in der Vergangenheit verhärteten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zu normalisieren. Es ging hier maßgeblich darum, nicht gewaltsam in die jeweils anderen Systeme einzudringen, um diese nach eigenem Verständnis zu ändern, sondern in der Unterschiedlichkeit nicht das Trennende zu suchen, sondern das gemeinsame zu finden. Die Tatsache, dass dabei zumindest auf unserer Seite die Vorstellung bestand, dass das demokratische Selbstbestimmungsrecht nicht nur den Ostblockstaaten zuzubilligen sei, sondern dieses dann auch in unserem Sinne positive Gesellschaftsveränderungen bewirken müsste, bedarf keiner Erläuterung und musste auch in unseren Gesprächen nicht unerwähnt bleiben.

Es war mein Eindruck, dass die nun von Slutzkow repräsentierte Sowjetunion davon Abstand genommen hatte oder nehmen wollte, sich als Speerspitze der Proletarischen Revolution dem Ziel zu verschreiben, die kapitalistischen Systeme nach früherem Muster gewaltsam durch moskautreue, sozialistische zu ersetzen. So, wie umgekehrt jeder halbwegs verantwortungsbewusste Politiker in Deutschland längst zu der Erkenntnis gekommen sein musste, dass eine gewaltsame Überwindung des Sowjetsystems von außen absolut unvorstellbar war.

Bundesrepublik, DDR und Russland

Da wir über die Bundesrepublik und ihr Verhältnis zur UdSSR nachgedacht hatten, blieb es nicht aus, auch den Blick auf die DDR zu werfen. Aus meiner Einschätzung, dass dieser Satellitenstaat keine dauerhafte Existenz haben werde, sobald die Russen sich als Schutzmacht zurückziehen sollten, machte ich nie einen Hehl. Das planwirtschaftliche Wirtschaftssystem war in meiner Einschätzung nicht überlebensfähig, weil es den evolutionären Basiseigenschaften des Menschen widerspricht. Die Einparteiendiktatur, die in der DDR von der SED faktisch eingerichtet worden war, konnte ebensowenig von Dauer sein, weil die Unterdrückung von Menschen durch ein politisches System zwar über einen gewissen Zeitraum funktionieren kann, irgendwann aber jedes System erst erstarrt und dann kollabiert. Je starrer ein System bereits in seiner Anlage ist, desto schneller und unvermeidlicher läuft dieser Prozess ab. Dabei gilt: Je weniger das System die materiellen und immateriellen Interessen und Bedürfnisse seiner Menschen befriedigen kann, desto autoritärer muss es auftreten, um sich selbst seine Existenz zu erhalten. Und je autoritärer es auftritt, desto weniger ist es in der Lage, eben diese Bedürfnisse zu befriedigen und umso intensiver werden die Widerstände. Am Ende verliert das System seine Basis und implodiert – falls es nicht bereits zuvor durch eine Revolution hinweggefegt und ersetzt worden ist.

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Kommentare ( 24 )

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hannelore thomas
1 Jahr her

Der Bericht gefällt mir. Ich musste beim Lesen an die ausgezeichnete amerikanische Serie The Americans denken.

andyby1960
1 Jahr her

Interessant ihr Artikel, allerdings mit viel Mutmaßungen und leider auch viel Unwissen geprägt. Vor dreißig Jahren war ich als Generalsekretär der Litauischen Sozialdemokratischen Partei im Exil regelmäßig in Litauen. Teilweise getarnt als Geschäftsmann (mit tatsächlichen Geschäften) . Die sowjetische Botschaft hatte Jahrzehnte meine Familie und insbesondere meinen Vater (er war eine Ikone in der litauischen Freiheitsbewegung seit den 50er Jahren) beobachtet und es gab viele herzliche Freundschaften mit dem Personal (meistens litauische KGB Agenten). Seit 1986 lief der Startschuss zur Sozialdemokratisierung Litauens, wir hatten freie Fahrt und konnten beliebig durch das Land reisen, was ich auch nutzte LSDP Ortsvereine zu… Mehr

Enrico Stiller
1 Jahr her

Slutzkow hat Ihnen teilweise Märchen erzählt. Selbstverständlich war es nicht so, dass die Sowjets „keinerlei Vorstellung davon hatten, wie sich die deutschen Konservativen die Zukunft Deutschlands und Europas vorstellten“. Die wussten en détail Bescheid. Über ALLE konservativen Parteien Europas. Alle anderen Vorstellungen sind schon sehr naiv.
Siehe die diversen Berichte von umgedrehten oder in den Westen geflohenen östlichen Geheimdienstmitarbeitern. Oder als Einstieg den Artikel im ‚New Statesman‘ vom 21.2.18, „The most vulnerable targets“.

ReMigration
1 Jahr her

Glaubt heutzutage wirklich noch jemand daran, dass die Mauer „zufällig“ aufgegangen ist? Es gibt keine Zufälle und schon gar nicht in der Politik! Aufwachen Leute…

Thorsten
1 Jahr her
Antworten an  ReMigration

Die SED aber auch die Sowjetunion hätte mit einer geschlossenen Mauer besser zocken können. Deshalb ist die Maueröffnung in dieser Weise ein dummer Zufall. Der Verkünder Schabrowski sagt ja wohl einiges über den Zustand aus. Der wusste nicht mal so recht, was er damals vorlesen sollte…

Jo_01
1 Jahr her

Lieber Herr Spahn, ich danke sehr für diesen tiefen Einblick in die damalige Gemengelage aus Sicht eines Hamburger JU-Funktionärs. Diese Ausnahme schreit geradezu nach ähnlichen Texten, denn: es mangelt ganz offensichtlich heute daran, die damaligen Ereignisse in den richtigen historischen Kontext zu setzen – bewusst und tlw. unbewusst. Wenn ich mir heute die Reden und Wortmeldungen zum 30. Jahrestag des Mauerfalls anschaue, dann wird es einem wie mir – damals sehr aktiv dabeigewesen – nur noch schlecht. Geschichtsvergessenheit ist jedoch kein Phänomen des linksgrünen Teil der Gesellschaft bzw. der damals herrschenden Funktionseliten der DDR. Sie ist auch im konservativen Teil… Mehr

Stephanie S.
1 Jahr her

Gerade Ihren interessanten Artikel gelesen und will meinen persönlichen Senf auch dazugeben. Ich wohnte frisch verheiratet mit meinem Amerikanischen Mann in Chicago in den Endsiebzigern. Ein junger Uni Professor meines Mann besuchte uns damals nach einer Reise in die Sowjetunion. Er erzählte uns , daß er sehr viele interessante Russische Universitätsleute kennen gelernt hatte, und auch sehr viele junge Parteileute. Man sprach immer nur offen draußen in Parkanlagen. Sie diskutierten mit ihm wie das ganze kommunistische Sowjetsystem auf sehr tönernen Säulen stehe. Er sagte dann bei uns an diesem A end voraus, es würde im nächsten Jahrzehnt zusammenbrechen. Ich dachte… Mehr

Thorsten
1 Jahr her
Antworten an  Stephanie S.

Wer im Ostblock so einigermaßen hell im Kopfe war, der wußte dass es ein böses Ende nimmt.

Das andere würde ich als „raten“ bezeichnen. Manchmal hat man Glück.

Thorsten
1 Jahr her

Wenn das so klar gewesen wäre, dann hätten beide Seiten eine andere Politik gemacht.

Es ist wie an der Börse: alle „ahnen“ etwas und trotzdem handelt keiner.

Thorsten
1 Jahr her
Antworten an  Thorsten

Die SED hätte viel höher pokern können, und genauso hätte Kohl bluffen können.

Haben beide Seiten nicht gemacht, weil Informationen fehlten. Amerikaner sagen dazu treffenderweise „Fog of war“

Tesla
1 Jahr her
Antworten an  Thorsten

@Thorsten, ganz so einfach war das nicht. Als ich 1989 auf einer Demo in Erfurt war (ich war damals gerade auf Urlaub vom NVA-Dienst), zu einem Zeitpunkt nachdem bereits die StaSi-Zentralen in der DDR durch Bürgerrechtlern besetzt wurden, sprach ein Vertreter des damaligen Neuen Forums – Matthias Büchner – vor den Demonstranten über derartige Pläne, die in den Schubläden der SED bzw. der StaSi gelegen haben sollen. Dazu gehörte die Einrichtung von Internierungslagern. Ich weiß nicht mehr genau, ob er dabei explizit auch den Standort Buchenwald erwähnte. Auch wenn ich im Nachhinein keine Quellen im Internet dafür fand und ich… Mehr

Langsax
1 Jahr her

Es war im Sommer 1987, da sprach mein Schwiegervater (Außenhändler der DDR), dass die DDR-Wirtschaft völlig pleite wäre und uns nur noch die Übernahme der DDR-Wirtschaft durch die BRD-Wirtschaft vor Hunger und Elend retten könnte. Und dass die Übernahme schon „in Arbeit“ wäre.
Jeder, der ein ganz klein wenig denken konnte, wußte doch, dass die Widersprüche innerhalb des Sozialismus nicht auflösbar waren. Nur eine völlige Abschaffung des Systems versprach Hoffnung. Nur dass SPD und CDU das heute nicht mehr wahrhaben wollen, entsetzt mich.

Deck
1 Jahr her

Ein sehr informativer und lehrreicher Beitrag. Vielen Dank!

Wilhelm Cuno
1 Jahr her

Bei den Chinesen bin ich mir nicht ziemlich sicher, sondern nach Tian an Menh extrem sicher, dass sie die Lage realistisch einschätzen.

Thorsten
1 Jahr her
Antworten an  Wilhelm Cuno

Stellen sie sich mal Aufruhr in China vor: 1,4 Mrd Menschen, die wütend sind und Hunger haben und dazu noch irgendwelche Phantasten die von „Wenden“ oder „Gottesstaaten“ träumen. Dazu noch eine hochgerüstete Atommacht mit dem „irren Kim“ in Nordkorea, der ohne chinesische Hilfe vermutlich verrecken würde.

Das würde zu zwei- bis dreistelligen Millionen an „Flüchtlingen“ führen, die ganz Asien und Europa überrennen würden.

Kleine Lektüre: https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Turbane