Evelyn Palla, die neue Bahnchefin, verbreitet vor TV-Kameras Durchhalteparolen und rechtfertigt ihr umstrittenes Krisenmanagement im Wintersturm. Glatteis sorgt jetzt weiter für verspätete Züge.
picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Die Deutsche Bahn steckt trotz Erderwärmung und Klimawandel voll im Winter-Chaos. Ihre Züge fallen vor allem im Norden, Westen und auch im Nordosten reihenweise aus, die Weichen ebenso wie auch die Türen, die nicht mehr richtig schließen können – von fast flächendeckend zu glatten Bahnsteigen und „gestörten“ Rolltreppen und Aufzügen für Behinderte mal abgesehen.
Der vierte Hauptfeind der Deutschen Bahn nach Frühling, Sommer und Herbst hat entgegen allen Voraussagen von Klimagauklern voll zugeschlagen – der Winter.
Nach Sturmtief „Elli“ soll der Fernverkehr wieder in halbwegs normalen Bahnen verlaufen, hofft zumindest die neue Bahnchefin Evelyn Palla. Eingepackt mit Mütze und Schal stapft sie auf einem weißen Winterbahnsteig in Hannover für die TV-Presse daher.
Die Hauptachsen seien jetzt „freigeräumt und befahrbar“, verkündet Palla den staatstragenden Medien. „Wir fahren im Fernverkehr in etwa zwei Drittel des Angebots ab heute wieder stabil.“ Das war am Sonntag.
Doch was gilt diese Woche? Denn die zweite Glatteiswelle rollt von Westen her über Deutschland hinweg, weil die Temperaturen von zweistelligen Minusgraden mit Sprühregen wieder in den Plusbereich springen.
Dennoch verteidigt die neue Bahnchefin Palla ihr umstrittenes Krisenmanagement und die Einstellung des Fernverkehrs wegen des Wintersturms „Elli“ in Norddeutschland. Die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitern habe für ihr Unternehmen immer „oberste Priorität“.
Pallas Ausreden über den Winter klangen für die Bahnkunden ziemlich hilflos: Die Lage sei halt „sehr dynamisch“ gewesen, „weitreichende Schneeverwehungen“ hätten seit vergangenem Freitag immer wieder bereits freigeräumte Streckenabschnitte blockiert. Ach was: So ist halt Winter und es war bei weitem nicht so ein langer und sibirischer wie im Januar 1979.
Doch all das hält Palla nicht ab, ihr Krisenunternehmen zu rechtfertigen. Die Bahn sei angeblich „immer bestmöglich vorbereitet“ – was für ein Brüller.
Es gebe jedoch stets „Unbekannte“, jede Wetterlage sei „anders“. So sei vorher etwa unklar, welche Regionen und Strecken besonders betroffen sein würden.
Dabei wissen doch unsere Meteorologen und Klimaexperten auf die Kommastelle genau, wie sich angeblich Wetter und Klima verändert und erwärmt.
Palla tröstet sich derweil mit kleinen Erfolgen: „Es ist uns tatsächlich gelungen, dass kein Zug auf freier Strecke liegengeblieben ist.“
Nur zur Erinnerung Frau Palla: Im echten Wintersturm im Januar 1979 mit meterhohem Schnee – bis zu fünf Meter Verwehungen auf Rügen – hielt die Deutsche Reichsbahn in der DDR mit alter Technik und dank des Kälteeinsatzes vieler NVA-Soldaten ihre Schienen und Weichen frei und das Netz weitgehend in Betrieb.
Zwar steckte damals ein Zug zwischen Rostock und Stralsund im einsetzenden Wintersturm fest, dokumentiert durch eine MDR-Reportage. Doch sogar der Malmö-Express aus Schweden konnte durch das heutige Mecklenburg-Vorpommern damals wieder fahren.
Von ihrem erfolgreichen Kampf gegen einen Rekordwinter berichten heute noch Beamte und Mitarbeiter von Deutscher Reichsbahn und Deutscher Bundesbahn stolz.
Heute hingegen reichen schon etwas mehr als zehn Zentimeter Schnee zum Winterchaos. Obendrein ist die Bahn auf große Schneemengen gar nicht mehr vorbereitet, weil es den Winter laut Klimatologen in Deutschland gar nicht mehr richtig geben soll.
Auch mit neuer Bahn-Chefin wird es nicht besser bei der DB
Die Hoffnung, dass es mit der neuen Vorstandsvorsitzenden Palla nun bei der Deutschen Bummelbahn besser wird, hat in diesem Winter jetzt schon einen deftigen Dämpfer bekommen.
Schließlich erreichten auch im Dezember 2025 nur etwa 60,1 Prozent der Züge im Fernverkehr ihr Ziel pünktlich – also mit weniger als sechs Minuten Verspätung. Im DB-Personenverkehr rollten vergangenen Dezember insgesamt nur 88 Prozent der Züge pünktlich.
Im historischen Verspätungsrekord des vergangenen Oktober fuhren lediglich 51,5 Prozent der Fernzüge weniger als sechs Minuten Verspätung ein – eine Marke, die im europäischen Vergleich ohnehin großzügig bemessen ist. In der Schweiz beispielsweise gilt ein Zug schon ab drei Minuten als verspätet. Schon seit Juni 2025 verharrt die DB-Pünktlichkeitsquote Monat für Monat unter oder um die Marke von 60 Prozent.
Also kommt nicht einmal mehr jeder zweite Fernzug in Deutschland noch pünktlich an.
Denn die schon regelmäßig ausfallenden Züge fallen nicht unter die Verspätungsstatistik frei nach dem DB-Motto: Wer nicht fährt, kann auch nicht zu spät kommen.
Bei der guten alten Bundesbahn wäre das trotz vieler Mängel und Bürokratie undenkbar gewesen, aber im realexistierenden Deutschland ist heute alles möglich.
„Es wird erst mal nicht besser, so ehrlich müssen wir sein,“ kündigte Palla nach ihrem Amtsantritt gleich an. Ihr Ziel für dieses Jahr schraubte sie herunter – es geht nur noch darum zu stabilisieren und nicht schnell zu sanieren. Die Bahn wolle zumindest verhindern, dass die Pünktlichkeit weiter abstürzt. Wie nett.
Die heruntergeschraubten Ansprüche von Ende November 2025 passen zu den Palla-Ausreden wegen des Wintereinbruchs zu Beginn dieses Jahres. Die Bahnkunden müssen tapfer bleiben: Sie bezahlen zwar immer mehr für ihre Tickets, dafür fahren die Züge weiter munter mit Verspätung oder fallen aus. Das ist kein netter Zug der Deutschen Bahn, Frau Palla.
Linderung ist auch nicht Sicht: „Glatteis droht – Bahn rechnet mit Einschränkungen im Nahverkehr“, lauten die Schlagzeilen heute quer durch Deutschland. Mehr noch: „Wegen Glätte-Vorhersage: Bahn drosselt Geschwindigkeit.“ Die Deutsche Bahn rechne angesichts der angekündigten Glatteis-Lage diesen Montag mit Einschränkungen im Betrieb und mit Verspätungen. Man habe „vorsorglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert“, verbreitet die Website der DB.
Betroffen seien zunächst die Abschnitte zwischen Hannover und Frankfurt, Wolfsburg und Berlin sowie Köln und Frankfurt. Dadurch könne es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen.
Doch die Glätte breitet sich bundesweit aus. Der staatseigene Schienenkonzern arbeitet auch unter DB-Chefin Palla weiter an seinem neuen Image – Deutsche Bummelbahn.



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„Bestmöglich“ ist einfach, nachdem man sich seiner Möglichkeiten beraubt hat.
Das ist Sozialismus, dass kenne ich noch aus eigenem Erleben. Mit solchen ideologisierten Gesellen wie Günther, Merz, Wegner oder Bovenschulte reiten wir noch weiter in den Abgrund hinab, genauso wie mit Honecker und Krenz 1989. Hier helfen nur Freiheit und Demokratie, nichts weiter. Alles andere ist Flickschusterei.
Ich kann mich an einen DB-Werbeslogan aus lange vergangenen Zeiten erinnern:
„Alle reden vom Wetter – wir nicht“
Das muß wohl der Fortschritt sein, was wir da sehen.
Um es klar zu sagen Winterzeiten und Verhältnisse wie derzeit gab es bereits früher und wurde ganz normal als Winter bezeichnet und angesehen.
In Solchen Zeiten hat man das eigene Auto dann stehen lassen und ist mit der Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Die Bahn ist eigentlich immer zuverlässig gefahren. Und Heutzutage??
Die Deutsche Reichsbahn schon. Die hat ihrem Namen auch in der Zone alle Ehre gemacht und das bei schon vielfach völlig veraltetem und verschlissenen Material.
Freilch in einem Büropalast hockten die Reichsbahner nicht, mit flotten Sprüchen konnte sich da auch keiner wichtig machen.
Und wehe dem, wenn die Reichsbahn nicht fuhr, der hat erst ein Parteiverfahren an den Hals gekriegt und konnte sich dann als Schaffner oder Heizer einer Dampflock bewähren bevor er wieder Oberwasser bekam.
So einem hat man nicht mal 100 Ostmark als Abfindung hinterher geworfen.
Na so lange ist das noch nicht her als die Bahn praktisch immer fuhr.
Da war der Name durchaus schon Deutsche Bahn und nicht mehr Reichsbahn
Heute macht man den Mehrfach-Check: 1. Frost? 2. Mehr als unerhebliche Niederschläge (Regen, Schnee)? 3. Windböen oder „Sturm“-Warnung? 4. Temperaturen > 30°? Wird auch nur einmal bejaht, nimmt man sein Auto. Die Frage war aber nur rhetorisch, oder?
Praktikum in der Schweiz könnte helfen (vorzugsweise bei der Rhätischen Bahn)
Schnee muss natürlich auch geräumt werden. Ein Sondereinsatz zum Schnee räumen von 100 tausenden von Beamten, die in ihren warmen Dienststuben auf den Feierabend warten, sollte das Problem lösen. In Berlin könnten zum Beispiel „sportliche Tennisspieler“, eine Schaufel in die Hand nehmen.
Zusammengefasst: Der Winter ist nicht das Problem sondern eine verpeilte Gesellschaft, die für alles eine Lösung erwartet statt selber Hand anzulegen sowie eine Bildungsferne und kompetenzbefreite Führungselite, die nichts mehr auf die Reihe bekommt.
Die Schweizerischen Bundesbahnen hatten 2024 eine Pünktlichkeit (3-Minuten-Marke) von ca. 93%. Woran mag das liegen?
„Wir fahren im Fernverkehr in etwa zwei Drittel des Angebots ab heute wieder stabil.“ Na also, selber schuld. Was suchen Sie sich auch dauernd Züge aus dem 3.Drittel aus ?!
Ein Trick der Bahn, um Verspätungen zu kaschieren, ist es, Züge, die in Städten mit mehreren Bahnhöfen ihr Endziel haben, nicht bis zum allerletzten Halt fahren zu lassen. Statt z.B. in Berlin-Südkreuz oder Berlin-Gesundbrunnen endet der verspätete Zug dann schon am Hauptbahnhof. Oder in Hamburg fährt er nur bis Deichtor und nicht bis Altona. So kann man den Zug aus „betriebstechnischen Gründen“ offiziell ausfallen“ lassen, obwohl er (mit Verspätung) quasi doch die gesamte Strecke gefahren ist. Somit erscheint er nicht in der Statistik der Züge mit Verspätung. Schon selbst mehrfach erlebt.
Deichtor? Wo ist dieser Bahnhof in Hamburg? Meinten Sie den Bahnhof „Dammtor“?
Dammtor natürlich 😉
13:24 in Deutschland. Im MEX13 gen Tübingen. Fuhr mal wieder einfach nicht weiter. Kannte ich schon von Heidelberg: Lichter aus, Türen zu, Defekt. 45 Min. Verspätung „wegen einem vorausfahrenden Zug“ . Ja, nee
Is‘ klar.
Dann die historische Durchsage: „Liebe Fahrgäste, wir müssen hier noch 1 Minute stehenbleiben. Grund: WIR WAREN ZU FRÜH.“
Spontanes Gelächter bei den Mitreisenden. Einer rief „Nein, das GLAUB ich jetzt nicht!“ Ein anderer rief „APRIL, APRIL!“
Eine ältere Dame fiel auf die Knie und dankte ihrem Herrgott, denn die Toiletten – naja, defekt.
Wie üblich im Dritte-Welt-Schland.
Was kann eine Frau Palla schon richten? Bis sie den Laden durchschaut hat , ist sie im Pensionsalter, wenn sie es so lange aushält. Es kommt aber auch nicht darauf an, etwas zu verbessern, sondern mit einem freundlichen Gesicht und tollen Wording , eine schlechte Sache gut zu erklären bzw. zu verkaufen ! Das kann sie und das ist doch was !