Blackbox KW 52 – Wo bleibt das Positive?

Natürlich flogen wieder die Messer, wie es ja längst Weihnachtsbrauch ist. Trixxer Wolfgang machte sich ehrlich, und die frohe Botschaft für Spezialdemokraten kam diesmal von Ralf Stegner.

Professor Karl Lauterbach, hauptamtlicher Gesundheitsapostel der SPD, wird sich übermorgen, so wie jedes Jahr (wenn wir dem „Spiegel“ als Quelle vertrauen können), kurz nach Mitternacht in seine Wohnung zurückziehen und die Fenster sorgsam verschließen, damit er die folgende Stunde geistig unbeschadet übersteht. Denn kaum schlägt die Kirchturmglocke zwölfmal Bumm – das alte Jahr ist wieder mal rum (Ringelnatz). Der Sozialist Karl, die Fliege, flüchtet jedoch nicht vor frommem Geläut, Feinstaub treibt den Mann in die sichere Stube, denn der Feinstaub von Raketen und Böllern „lagert sich leider auch im Gehirn ab“ – wie man etwa bei Antifanten deutlich sehen kann.

♦ Sorge um den Restverstand treibt wohl auch die Deutsche Umwelthilfe jedes Jahr dazu, Städten und Gemeinden das Böllern per Drohbrief verbieten zu wollen. Nun gibt es vielerorts Böllerverbotszonen – in der Schlossallee erlaubt, in der Badstraße verboten. Überraschenderweise hat sich alleine das rotrotgrüne Berlin ehrlich gemacht. Der Grund für das Verbot sei „der Schutz von Polizisten und Feuerwehrleuten. So soll verhindert werden, dass Gruppen junger Männer die Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen bewerfen und beschießen“.

♦ Vergiss den Feinstaub, wo wir doch CO2 haben! Natürlich müssen bei dem Thema auch die Kleinen ran. Der Staatsfunk übertrug die Darbietung eines Liedes durch eine Spielschar aus Dortmund, in dem einer alten Dame Beine gemacht werden sollen. Auf dass „Oma, der Umweltsau“ (so in etwa der Liedtitel) die morschen Knochen zittern mögen. Nach heftiger Kritik löschte der WRD das Video – die überbezahlten wie unterqualifizierten Redakteure hatten doch tatsächlich nicht dafür Sorge getragen, dass der Mädchenchor dem neuen Vielfaltsideal entsprach. Bisschen viel Blond für den Zeitgeistgeschmack.

♦ Armin Laschet nutzte die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. „Niemals dürfen Kinder von Erwachsenen für ihre Zwecke instrumentalisiert werden“, schimpfte der Ministerpräsident vom Homeland NRW. Ja, von wem denn sonst, Armin? Den forschen Tweet der „Bewegung FFF – mit Spaß“ dabei im Roten Khmer-Stil („Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei.“) haben doch auch keine Klimakinder abgesetzt, sondern deren Funktionäre. Und dann ganz spät, als letzter am Tage, entschuldigte sich doch tatsächlich WDR-Chef Tom Buhrow: „Das Video mit dem verunglückten Oma-Lied war ein Fehler.” Verunglückt?

♦ Die wahre frohe Weihnachtsbotschaft für alle Spezialdemokraten verlas in diesem Jahr ausnahmsweise nicht Frank-Walter, der Spalter, sondern Ralf Stegner aus Bordesholm. Ihm sei ein Gedanke entsprungen, und schon bald werde sie kommen, die große Vereinigung mit der Linkspartei, die die SPD endlich von der beschämenden Vergangenheit als Regierungspartei erlöse. In wenigen Jahren sei es soweit. Vorher muss er noch verhandeln, was drin ist „pour moi“, bei der neuen SED kann er vielleicht noch was werden als früher Trommler …

♦ Der grüne Robert will als moderner Caspar aus dem Morgenland nicht den Kindern Weihrauch und Gold bringen, sondern die Kinder gleich nach Hause mitnehmen. Also nicht in sein Zuhause natürlich, sondern in unser aller. 4.000 Kinder befänden sich in griechischen Lagern, wobei er die bärtigen mitzählt. Boris (der von Schröders Doris) Pistorius hat sofort gesagt, bei ihm wäre noch viel Platz. Außerdem kann er PR gebrauchen, wo es mit dem SPD-Parteivorsitz ja leider nichts wurde.

♦ Franziskus predigte beim Urbi et Orbi wieder mal für all die Sozialisten, die ihm eh nicht zuhören, und prangerte die „Abschottungspolitik“ etwa in Europa an, durch die „Menschen, die zur Flucht gezwungen“ seien, dort auf „Mauern der Gleichgültigkeit“ stießen. Hat er schon all die Teddybärchenschmeißer, die Habecks, die Merkels, den Polenz und die Claudias vergessen? So betrachtet scheinen die Mauern der Gleichgültigkeit doch eher im Vatikan zu stehen.

♦ Apropos: Inzwischen beziehen „Ausländer“ zweistellige Milliardensummen Hartz IV, und die Krankenkassen melden ein Milliardenminus durch viele neue Leistungsbezieher – feinsäuberlich versteckt hinter raffinierten Statistiken. Da könnte Franz mal in die Tasche greifen, anstatt nur zu kassieren, und im nächsten Jahr Merkel den Urbi et Orbi spenden lassen.

♦ Und sonst so, wo wir schon besinnlich sind? In Lüdenscheid schleifte ein „Dunkelhäutiger“ (Polizeibericht) eine Frau am Schal über einen Parkplatz, in Idstein massakrierte ein Afghane seine Frau, wobei „ein Messer eine Rolle spielte“ (Polizeideutsch). In Nürnberg „schubst“ (Merkelpressedeutsch) ein Mann einen ebensolchen vor die einfahrende U-Bahn. Im Pfarramt in Aue wurde ein Gemeindemitarbeiter abgestochen, nachdem sich Syrer und Iraker um Weihnachtsgeschenke prügelten. Pfarrer Jürgen Schubert fand die richtigen Worte in dieser heuchlerischen Zeit: „Streit um die Geschenke gibt es eigentlich fast jedes Jahr, unter Deutschen und Ausländern gleichermaßen. Aber so wie diesmal, das geht gar nicht!“ Amen.

♦ Auch wenn inzwischen das Zusammenleben (trotz Waffenungleichheit und unterschiedlicher kognitiver Dissonanz) täglich neu ausgehandelt wird – das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Wer könnte da besser reinen Wein einschenken als unser Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble? Wir werden unser Leben verändern müssen“, mahnt die ehrliche Haut, wobei er damit uns meint, nicht die Seinen. DennKlimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif“. Etwas missverständlich ist da der Trost, den Merkels Messdiener natürlich parat hält: „Wir haben in der Geschichte viel größere Herausforderungen bewältigt.“ Was meint er damit? Stalingrad? Massenmigration? 

♦ Keine Bange, liebe Baden-Württemberger, die ihr von den rot lackierten Grünschwarzen regiert werdet. Auch wenn Block 2 des AKW Philippsburg zum Jahresende abgeschaltet wird, müsst ihr nicht auf Atomstrom verzichten. Der kommt jetzt aus Frankreich. Nur weil Eure Führung Schwierigkeiten beim Denken hat, will die es auch weiterhin schön hell und warm haben.

♦ Und wo bleibt das Positive? Dafür müssen wir nun kurz in die Türkei gehen, wo Erdolf, der Prächtige, Eroberer von Idlib und mehr, Vater des Aufschwungs und der tollen Ideen, seinen ersten selbstgebauten Tüddelütüt aus dem Hause Togg (Türkiye’nin Otomobili Girişim Grubu) unter dem Jubel seiner Landsleute vorstellte. Reifen, Lenkrad, Sitze – ein Triumph mit Alles! Nur warum ein Elektromotor? Wo der Routenplaner bei der Suche nach Lademöglichkeiten in der Türkei sagt – E-Tankstellen: Null.

Allen Lesern und Freunden der Blackbox wünsche ich von Herzen ein Frohes Neues Jahr! Bleiben Sie tapfer. Wird schon werden. Irgendwie.


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Kommentare ( 79 )

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79 Kommentare auf "Blackbox KW 52 – Wo bleibt das Positive?"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Danke Herr Paetow für die ,wie immer sehr gut geschriebene, letzte Blackbox in diesem Jahr! An Futter für die Box, wird es wohl 2020 auch nicht mangeln.

Ich wünsche Ihnen, dem gesamten TE Team, sowie den Mitforisten einen schönen Silvesterabend (lasst es ordentlich „krachen“) und einen guten Rutsch. Bis nächstes Jahr 🙋‍♀️

„„Das Video mit dem verunglückten Oma-Lied war ein Fehler.” Verunglückt?“ Ja, verunglückt oder besser gesagt ein paar Jahre zu früh. Ihr Kollege hat es schon umgetextet, aber die Netzgemeinde ist NOCH besser: Meine Oma zählt ab nächstes Jahr kein Beitrag, kein Beitrag, kein Beitrag Meine Oma lacht euch Schüler aus am Freitag Meine Oma ist ne richtig coole Sau Meine Oma war mit 14 schon auf Arbeit, auf Arbeit, auf Arbeit Für so’n Scheiß wie Klimademo war da nie Zeit Meine Oma ist ne richtig coole Sau Meine Oma fälscht für Flüchtlinge Papiere, Papiere, Papiere Keine Angst das war natürlich… Mehr

Wirklich lustig der WDR Oma Schlager. Muss motivierend für die Zahler der Staatsfunkgebuehr sein.

Herr Paetow, ich danke Ihnen und dem TE-Team für die erstklassige Arbeit, die zu leisten Sie trotz des grassierenden Wahnsinns in Deutschland nicht müde werden. Weiter so!

Vielen Dank, Herr Paetow. Was den Feinstaub zu Silvester angeht, wird ja kolportiert, 15% der jährlichen Belastung kämen daher. Wenn man allerdings selber denkt und das auch kann, also Nazi ist, fragt man sich, ob das sein kann. Setzen wir die durchschnittliche tägliche Belastung außer Silvester auf 1 und relativ dazu die am Silvestertag auf 10. Dann ergibt sich eine Gesamtbelastung von 365×1 mit Verbot und von 364×1+10=374 ohne Verbot. Die Differenz ist 9, und 9/374 entspricht 2,4%. Um auf 15% zu kommen, muss die mittlere Belastung ungefähr das 60fache betragen, und das ist komplett unrealistisch. Tatsächlich wurden Umwelt-Partikel im… Mehr

Das Positive, lieber Herr Paetow , bleibt uns hoffentlich in unserem unmittelbaren engeren Umfeld weitgehend noch erhalten, das wünsche ich Ihnen jedenfalls mit einem Dank für die wöchentliche pointierte und so geistreich wie humorvolle Zusammenfassung des alltäglichen Politdramas, ohne die der Sonntag gar nicht mehr vorstellbar ist. Wir hoffen auf ein „Weiter so“!

Lieber Herr Paetow, eine solide BlackBox zum Ende hin. Dass Ihnen die sarkastische Spritzigkeit nach dem anstrengenden Jahr ausgeht, kann ich noch verstehen; auch bei mir stellt sich angesichts der immer wiederkehrenden Larven, über die zu berichten ist, auch eine gewisse Übersättigung ein; man diese einfach nicht mehr sehen und hören, geschweige denn durch den Kakao ziehen kann. Aber, dass Sie das Jahr mit einer Unwahrheit beenden, trage ich Ihnen nach: „Wird schon werden. Irgendwie.“ Also bitte Start ins neue Jahr mit guten Vorsatz: Immer schön bei der Wahrheit bleiben!!! Diese lautet: „Wir sind am Arsch.“ Selbst, wenn Ihrer Sicht… Mehr

Genau lesen: es wird irgendwie werden. Nix von gut. Grüße

Ein gutes neues Jahr Herr Paetow und danke für die signierte „Black-Box“ in Buchform.
Bleiben wir heiter und fröhlich – irgendwie -was anderes bleibt uns auch nicht übrig.

Und wieder ist ein Jahr um und es war halbwegs erträglich durch die Blackbox jeden Sonntag. Jeden Sonntag das selbe Ritual, aufstehen, Kaffee brühen, Laptop starten und die Presseschau geht los. Verschiedene Medien aber die Blackbox kommt immer ganz zum Schluß, sozusagen das Leckerli der Woche. Die Vorfreude ist immer groß, wie der Genuß ihrer satirischen Aufarbeitung des wöchentlichen Wahnsinns. Ich danke ihnen für die vielen schönen Stunden die sie mir bereitet haben und ich bedanke mich bei all den Komentatoren deren Beiträge für mich immer Inspiration und Wissenserweiterung waren. Wie das neue Jahr werden wird, weiß ich nicht aber… Mehr

„Die überbezahlten und unterqualifizierten Redakteure“
Kurz und bündig und prägnant, sehr gut Herr Paetow, besser kann man Zustand der ÖR-Medien nicht beschreiben.
Wünsche Ihnen und allen TE Machern und Lesern alles Gute im neuen Jahr und weiter so!