Von der Leyen gratuliert ihrem und Putins Freund Lula da Silva

"Caro Amigo" nennt ihn Wladimir Putin – und jetzt gratulierte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fast schon übertrieben herzlich ihrem "Freund" Lula da Silva zum politischen Erfolg bei den Wahlen in Brasilien.

Ursula von der Leyen mit Lula da Silva. IMAGO / Anadolu Agency
Ursula von der Leyen mit Lula da Silva.

„Herzlichen Glückwunsch an meinen Freund Lula da Silva zu seinem Wahlsieg. Demokratie und Multilateralismus haben in Brasilien gesiegt. Die Partnerschaft Europas mit Brasilien floriert. Wir werden in den kommenden Jahren an Ihrer Seite bleiben. Zusammen werden wir weiterhin eng für freien und offenen Handel arbeiten. Eine auf Regeln basierende Weltordnung. Und starke Ambitionen für unser Klima“, ließ Ursula von der Leyen ihre Social-Media-Arbeiter auf X schreiben. Die Reaktionen folgten prompt: „Der Freund Putins und der Mullahs ist auch Uschis Freund, tja… mir fällt nix mehr ein dazu“, kommentiert etwa die bekannte österreichische X-Userin Gabriele Beierl.

Und von den weiteren 3.200 Kommentaren zum Posting der EU-Kommissionspräsidentin waren gut 90 Prozent negativ. Der Grundtenor: Sie gratulieren einem Wahlbetrüger und einem Freund Putins. Manche User attackierten auf der (noch) unzensierten Social_media-Plattform auch Ursula von der Leyen selbst.

Auch Soros gratulierte

Die Kommissionspräsidentin ist aber nicht allein mit ihren Glückwünschen an Lula – Alexander Soros, Sohn von George Soros und Vorsitzender der Open Society Foundations, postete etwa auf X: „Lula Lula Lula! Congrats to Brazil for standing up against authoritarianism once again!“ Und Mark Carney, der Premierminister von Kanada, betonte die gute Partnerschaft und rief dazu auf, die Beziehungen weiter zu stärken – für Handel, Umweltschutz und Wohlstand beider Länder.

Dazu kam auch noch ein Posting vom linken US-Senator Bernie Sanders: „Glückwunsch an Lula zu seinem außergewöhnlichen Wiederwahlsieg. Lula hat sich für brasilianische Arbeiter und die Demokratie eingesetzt – und er wird das in den nächsten vier Jahren weiter tun.“

Auch Miguel Díaz-Canel, der Präsident Kubas, gratulierte seinem „geschätzten Bruder Lula“ zu einem „historischen Sieg“, der den Weg von Frieden, Souveränität und sozialer Gerechtigkeit fortsetzt. Er betonte Kubas Unterstützung für die Einheit Lateinamerikas.

Auszählungs-Sieg in Brasilien
Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen, ein früherer Grünen-Politiker, schickte via X auch seine Glückwünsche an den 80-jährigen Sozialisten nach Brasilien: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem bemerkenswerten Sieg und zur vierten Amtszeit als Präsident Brasiliens! Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist Brasilien ein wichtiger Partner Österreichs. Uns verbinden das Bekenntnis zu Demokratie, Frieden und Menschenrechten sowie die Unterstützung der UNO. Auch im Klimaschutz spielt 🇧🇷 eine Schlüsselrolle. Ich freue mich darauf, unsere langjährige Zusammenarbeit für eine gerechte und nachhaltige Zukunft fortzusetzen.“

Unter den Dutzenden Reaktionen zu Van der Bellen auf X: „Das ist jetzt Satire, oder?“ Ein weiterer X-User meinte: „Uns Österreicher verbindet nichts mit Lula.“ Und der Bundespräsident wird auf der Social-Media-Plattform auch darauf hingewiesen: „Neutrale Staaten haben keine geopolitischen Partner. Lula ist übrigens im autoritären Block zuhause und ein Verbündeter Russlands und Chinas.“

Lula will digitale Plattformen regulieren

Bei einem Thema sind sich Ursula von der Leyen und ihr „Freund“ Lula da Silva sicher auch in der Zukunft einig – der Brasilianer sagte in seiner ersten Rede nach dem Auszählungssieg zu der (noch) freien Meinungsäußerung auf Social-Media-Plattformen: „Diese Wahl war eine Wahl, bei der wir die Einmischung von außen nach innen über digitale Plattformen überwinden mussten, die wir regulieren müssen.“ Und auch: „Wir können keine monströsen, großen Unternehmen haben, die Milliarden und Milliarden verdienen, keine Steuern an dieses Land zahlen und versuchen, das Wahlergebnis dieses Landes zu beeinflussen.“

Der südamerikanische Sozialist und die EU-Kommission sind damit auf einer Linie. Und Lulas „Caro Amigo“ Wladimir Putin wird gegen noch etwas mehr Zensur auch nichts dagegen haben.

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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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jansobieski
15 Minuten her

Sozialisten, die bei der Wahl schonmal Fünfe gerade sein lassen, unter sich.

Traum-Yogi
29 Minuten her

Nötig ist ein sozialkonservativer Präsident jenseits von links oder rechts.

Urmeli
32 Minuten her

War da nicht was von mit Kinder „impfen“?
Was für eine versammelte Schweinebande.

Haba Orwell
50 Minuten her

> „Der Freund Putins und der Mullahs ist auch Uschis Freund, tja… mir fällt nix mehr ein dazu“, kommentiert etwa die bekannte österreichische X-Userin Gabriele Beierl.

Soll das nahelegen, Putin sei auch ein Freund von Von Der? Manche Verschwörungstheorien-Blogs sind viel schlechter als andere.