Verheerendes Erdbeben in Venezuela: Panik auf den Straßen

Die ersten Bilder von der Erdbeben-Katastrophe aus Venezuela zeigen eingestürzte 22-stöckige Wohnblocks, aufgerissene Straßen und Panik am Simón Bolívar International Airport in Maiquetía.

picture alliance / Anadolu | Diko Betancourt
Caracas, Venezuela, 24.06.2026

Gleich zwei heftige Erdbeben innerhalb weniger Sekunden haben in der Nacht auf Donnerstag (MEZ) weite Teile Venezuelas erschüttert und in der Hauptstadt sowie in Küstenregionen für schwere Zerstörungen gesorgt. Einem Beben der Magnitude 7,2 folgte nur etwa 40 Sekunden später ein noch stärkeres Hauptbeben der Stärke 7,5. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Yaracuy im Nordwesten des Landes, etwa 160 bis 170 Kilometer westlich von Caracas. Die Herdtiefe betrug nur 10 bis 20 Kilometer – ein Faktor, der die Erschütterungen besonders intensiv machte.

Die US-Geologiebehörde USGS stufte die Beben als „schweres seismisches Doublet“ ein und gab eine seltene rote Warnung heraus: Hohe Opferzahlen und weitreichende Schäden seien wahrscheinlich. Medien sprechen von zehntausenden Todesopfern, falls die Zerstörungen so gravierend ausfallen wie befürchtet. Bisher nannte die venezolanische Regierung noch keine genauen Opferzahlen. In den Bundesstaaten Falcón und anderen Regionen wurden Dutzende Verletzte gemeldet, mehrere Menschen gelten als vermisst oder sind noch unter den einegstürzten Wohnblocks verschüttet.

Präsidentin rief zum Zusammenhalt in dieser Katastrophe auf

Interimspräsidentin Delcy Rodríguez rief den landesweiten Notstand aus: Im TV sprach sie den betroffenen Familien ihr Beileid aus und appellierte an die Bevölkerung, ruhig zu bleiben und zusammenzuhalten. Sie bestätigte auch schwere Schäden am internationalen Flughafen von Caracas, der bereits geschlossen wurde. Auch der Metro- und Eisenbahnverkehr wurde eingestellt. Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello berichtete im Staatsfernsehen vom Einsturz mehrerer Wohn- und Bürogebäude in der Hauptstadt. Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und der Nationalgarde seien im Dauereinsatz, um Verschüttete zu bergen, berichtet der Guardian.

Besonders dramatisch ist aktuell die Lage in Caracas: In Stadtteilen wie Chacao, San Bernardino und Altamira stürzten mehrere Gebäude komplett ein. Augenzeugen und Korrespondenten berichteten von einem fast vollständig zerstörten 22-stöckigen Hochhaus. Auch in der Küstenstadt La Guaira und in anderen Orten rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. Viele verbrachten die Nacht im Freien, aus Angst vor weiteren Nachbeben – bereits Dutzende wurden registriert. In den Krankenhäusern fielen Deckenplatten herab, Stromausfälle und unterbrochene Kommunikationsverbindungen erschwerten die Lage zusätzlich.

Die Einsatzkräfte arbeiteten bei Einbruch der Dunkelheit unter schwierigen Bedingungen in den Trümmern. Verzweifelte Angehörige halfen dabei mit, nach Überlebenden zu suchen. Die US-Regierung kündigte umgehend die Entsendung von Such- und Rettungsteams, von medizinischem Personal und humanitärer Hilfe an. Alle US-Diplomaten in Caracas seien wohlauf, hieß es aus der Botschaft.

Venezuela liegt in einer hochseismischen Zone, in der die Karibische und die Südamerikanische Platte aufeinandertreffen. Die Beben ereigneten sich entlang des Boconó-Morón-El-Pilar-Fault-Systems, also in einer Zone, die für wiederkehrende starke Erschütterungen bekannt ist.

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Kommentare ( 10 )

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Franz Schroeder
15 Tage her

Wer hat’s gemacht?
Ich denke da an ganz ganz früher.
Es kam immer die Meldung in der damaligen Lügentageschau.
Die Sowjetunion hat einen Atomtest durchgeführt.
Am anderen Tag kam dann die Meldung von einem schweren Erdbeben in Mexiko oder umliegenden Ortschaften.
Gleich danach: Wissenschaftler gehen davon aus dass das Erdbeben keinen Zusammenhang mit dem Atomtest hat.
Umgekehrt. Wenn die Amis eine zündeten: Erdbeben in der Türkei oder anderswo auf der gegenüberliegenden USA.
Wissenschaftler gehen davon aus……. USW…

ceterum censeo
15 Tage her

Wann plärren Luisa oder ähnlich Minderbegabte wieder, daß das Erdbeben „nachweislich“ auf den Klimawandel zurückzuführen sei? Man hört so gar nichts mehr aus der Ecke…

humerd
15 Tage her

Für die vom Erdbeben Betroffenen furchtbar tragisch.
eeeendlich haben unsere „Qualitätsmedien“ das Thema schlechthin, um von den Kürzungen bei den Beitragszahlern zu den gesetzlichen Sozialkassen abzulenken. Das kollektive Helfersyndrom der Deutschen hilft dabei.
Venezuelas Ölexporte haben zuletzt stark angezogen und erreichten mit über 1,2 Millionen Barrel pro Tag das höchste Niveau seit 2018, dennoch erschallt hier in D schon wieder der laute Ruf: wir müssen helfen. NGO Mitarbeiter wollen endlich auch mal nach Südamerika.

Last edited 15 Tage her by humerd
Positivsteuerung
15 Tage her
Antworten an  humerd

Ich fände es durchaus sinnvoll, die SEEBA (https://www.thw.de/SharedDocs/Einheiten/DE/Einheiten-Ausland/024_ausland_seeba.html) hinzuschicken, ggf. auch die SEEWA, um eine Trinkwasseranlage zu betreiben. Das sind keine NGOs, wenn auch diese Arbeiten vom Außenministerium finanziert werden.
Aber egal, wie gut diese Art von Auslandsarbeit ist, gegen den Imageverlust durch das Auftreten deutscher Politiker kommen sie nicht an.

Bernd Schulze sen.
15 Tage her

Liegt zwar an so eine Zone, dennoch ist Venezuela nicht groß bekannt für Erdbeben. Was wahr der Auslöser😢🤔

ceterum censeo
15 Tage her
Antworten an  Bernd Schulze sen.

Venezuela liegt in einer hochseismischen Zone, in der die Karibische und die Südamerikanische Platte aufeinandertreffen. Die Beben ereigneten sich entlang des Boconó-Morón-El-Pilar-Fault-Systems, also in einer Zone, die für wiederkehrende starke Erschütterungen bekannt ist.“ Noch Fragen?

Positivsteuerung
15 Tage her
Antworten an  Bernd Schulze sen.
Nibelung
15 Tage her

Ein Erdbeben ist mit eines der schlimmsten Ereignisse, was einem Menschen passieren kann und ich selbst habe mal in Istanbul gewaltiges Rumoren mitten im Stadtgebiet erlebt, wor wir alle zusammen ins freie Gelände flüchten konnten und im Gebäude ein unterirdisches Grollen zu vernehmen war, als ob sich die Hölle direkt darunter öffnen wollte. Draußen auf dem großen geteerten Hof passierte dann was ganz schlimmes, was mit erneutem Grollen begann und der Boden sich wie Brei unter den Füßen bewegte, nicht sichtbar aber spürbar, als ob man wie ein Betrunkener auf einer riesigen Luftmatratze steht, die keinen sicheren Stand mehr garantierte… Mehr

Haba Orwell
15 Tage her
Antworten an  Nibelung

Ich erlebte mal ein Erdbeben im Urlaub in Rom (Epizentrum woanders in Italien), änderte aber nichts am Tagesablauf. Und noch mal leichtes Vibrieren aufgrund eines Bebens in der Eifel, wo damals ein paar Häuser minimal beschädigt wurden. Man müsste froh sein, dass Mitteleuropa geologisch ruhig ist. Es sei denn, der Supervulkan Laacher See knallt – früher Ausbrüche alle 5000 Jahre und seit 12.000 Jahren sammelt sich was.

StefanH
14 Tage her
Antworten an  Nibelung

Ein Erdbeben ist mit eines der schlimmsten Ereignisse, was einem Menschen passieren kann“
Ich habe die zigfach überlebt (in Asien und Südamerika), das stärkste Stärke 7,1 auf Taiwan. Gab 5 Tote. Macht eher wenig gute Laune. Wenn die Infrastruktur darauf ausgerichtet ist, passiert wie z. B. in Japan oder Taiwan eher wenig (wenn nicht ein Tsunami folgt), man ist darauf eingerichtet und v. a. darauf geschult (ich auch).
Wenn es jetzt in Venezuela sehr viele Tote gibt, ist das allein der Schluderei und dem Sozialismus zuzurechnen.
Sowas kommt von Sowas.