Asien ändert seine Sichtweise auf Europa

In Asien deutet sich ein Paradigmenwechsel an. Bisher war die westliche Kultur bewundert, die europäische Denkart hochgeschätzt. Da ändert sich gerade substantiell. Der Westen wird als Versager und als Zumutung für die Welt wahrgenommen.

imago Images

Nun ist es zum ersten Mal in der neueren Geschichte so, dass die asiatische Kultur mit einem Menschheitsproblem wesentlich besser zurechtkommt als die bisher gepriesene westliche.

Nachdem die asiatischen Staaten das Corona-Problem erst einmal in den Griff bekommen haben, gilt Europa als Grund für die Pandemie. Zwar ist klar, dass der Ursprung von Corona in China liegt. Nach kurzer Zeit der Irritation hat aber ganz Asien die Krise im Griff, während sie sich von Europa weiter in die Welt ausbreitet.

Die Verantwortlichen für die Ausbreitung in Deutschland

Verantwortlich für die Katastrophe ist der politisch-mediale Komplex, der trotz des Vorlaufes in China nichts unternahm und Bedenken verlächerlichte. Das staatliche Robert Koch Institut, die Medien und deren Wurmfortsatz, die Politiker, sie alle sind hauptverantwortlich für Tote und Kranke in Deutschland. Das wird jetzt, wie immer, verschwiegen.

Durch China waren alle Probleme bekannt. Aber damals hat man sich über die dummen autoritären Chinesen lustig gemacht. Heute versucht man China inkonsequent hinterherzuhinken. Wenn das nicht klappt, ist wie immer der blöde Bürger schuld. Was bringt es, Kneipen und Wirtschaften zu schließen, wenn sich nach Arbeitsende in Bahn und Bussen, die Menschen aneinanderdrängen?

Wie sich das asiatische vom westlichen Denken unterscheidet

In Asien ist Maskenpflicht und die Politiker und Schauspieler machen das vor. In Deutschland ist das maskenlose Gesicht Vorbild. Wenn ich damit als Infizierter andere anstecke, haben die eben Pech gehabt. So etwas ist in Asien undenkbar. Nicht einmal, als Merkel sich selbst in Quarantäne begeben musste, trug sie ein Maske! Was soll man da noch sagen.

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Die Asiaten argumentieren gemeinschaftsorientiert: Durch eine Maske kann verhindert werden, dass Infizierte andere anstecken. Die Gemeinschaft wird geschützt.

Der Westen argumentiert individuumsorientiert: Eine Maske kann kaum verhindern, dass ich mich anstecke. Also lasse ich es. Und wenn ich, ohne es zu wissen, Corona habe und andere anstecke, dann sind die Folgen für andere nicht mein Problem. Das Individuum hat recht.

Asien nutzt die modernen Technologien. Über Apps ist bekannt, wo sich Corona-Infizierte aufhalten. Das erleichtert, den Kontakt zu vermeiden, und es erleichtert, ungefährlichen Kontakt zu halten und vor allem erleichtert es wirtschaftliche Abläufe.

Das birgt natürlich Datenschutzrisiken, aber die Risiken, die Deutschland mit seinem Vorgehen sowohl wirtschaftlich ALS AUCH gesundheitlich eingeht, sind wesentlich höher.

Der wesentliche Unterschied der Quarantäne

In Deutschland bedeutet Quarantäne: Wer infiziert ist, bleibt eben daheim. Kontrollieren kann das meist keiner. Wenn der Infizierte sich in den Supermarkt begibt, kann er jederzeit viele andere Personen anstecken. Das Risiko ist immens.

In Asien bedeutet Quarantäne in der Regel, sich in einen vom Militär bewachten, abgeriegelten Gebäudekomplex zu begeben. Alle Versorgung geschieht dort, bis die Infizierten nach negativen Tests nach 15 Tagen entweder wieder entlassen, oder bei Verschlechterung des Zustands in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die politisch korrekte Leitkultur als unhinterfragbare Ideologie

Das deutsche System ist bei klarem Verstand nicht verstehbar. Auch die Asiaten stehen fassungslos vor dieser vollständig katastrophalen Katastrophenbewältigung. Und das wirklich Interessante ist: Der Unterschied wird in Deutschland nicht einmal diskutiert. Es scheint ein ideologisches Tabu über dieser Fragestellung zu liegen.

Wer sich in seiner politisch korrekten Leitkultur als den Höhepunkt der menschlichen Entwicklung sieht, braucht natürlich nicht von anderen zu lernen. Im Gegenteil: Der Erfolg anderer Systeme gefährdet den eigenen Anspruch auf ideologische Rechthaberei.

Das zeichnete sich schon bei der Energiepolitik ab, in der Deutschland unbeirrbar einen Sonderweg geht, der gar nicht gangbar wäre, wenn nicht die Nachbarländer ihre Resourcen zu Verfügung stellen würden.

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Das zeichnet sich seit langem auch darin ab, wie mit dem Problem der Alterung der Gesellschaft umgegangen wird. Weder in Japan und in Taiwan noch in Südkorea wird dieses Problem durch kulturfremde Einwanderung gelöst. In Deutschland wird der asiatische Lösungsansatz absichtlich ignoriert, um nicht die eigene politisch korrekte Asyleinwanderung in Frage stellen zu müssen.

Kulturelle Probleme, die hier aufbrechen, werden auf einen obskuren deutschen Rassismus geschoben, denn der Einwanderer als ideales Wesen ist nie für Probleme verantwortlich. Schuld ist per politisch korrekter Definition immer der weiße Mann.

Warum Japan und Südkorea ihren wirtschaftlichen Aufstieg OHNE Gastarbeiter geschafft haben, diese Frage wird lieber nicht gestellt, würde sie doch die p. c. Ideologie in Frage stellen.

Auch der Max Frisch zugeschriebene Satz: „Sie riefen Arbeiter und es kamen Menschen“ trieft von einem völlig naiven, falschen Menschenbild, das bis heute einen unhinterfragbaren Glaubenssatz bildet.

Es gibt aber keine Menschen ohne Kultur. Also müsste der Satz heißen: Sie riefen Arbeiter und es kamen Menschen einer mittelalterlichen orientalischen Kultur.“ Mit diesem Satz ist der Weg der Erkenntnis ein anderer.

In Asien ist es vollkommen klar, dass es DEN Menschen nicht gibt, sondern jeder Mensch auf dem Hintergrund seiner Kultur zu sehen ist.

Die asiatische Sicht auf Europa

Überall in der Welt werde ich zuerst als Deutscher wahrgenommen und das bringt mir immense Vorteile gegenüber dem Afrikaner, denn auch ihm eilt der Ruf seiner Kultur voraus. Letztlich bleiben Vorurteile dadurch bestehen, dass sie sich immer wieder in der Realität bestätigen.

Zunehmend bin ich aber nicht mehr Repräsentant einer tüchtigen Kultur sondern Symbol einer besserwisserischen Moral, die noch dazu die eigene Wirtschaft und die eigene Gesellschaft gefährdet. Das gilt in Asien als unverzeihlich, denn eine stabile Kultur ist man seinen Ahnen schuldig. Nun erweise ich mich als Deutscher unfähig, mit einem Virus umzugehen. Ostasien macht es besser vor. Die Leute hier halten plötzlich Abstand.

Dass Mitteleuropa seine Grenzen für nach Europa Reisende schließt, ist hilfloser Aktionismus. Niemand aus Asien will heute freiwillig nach Deutschland einreisen, aber viele Asiaten wollen nix wie weg aus Deutschland.

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In Wirklichkeit sollte die Welt vor ausreisenden Europäern geschützt werden, so wird das in Asien gesehen. Europäer werden hier inzwischen als Bedrohung empfunden. Ihr System wird als ein System gesehen, das jämmerlich versagt und vollkommen verantwortungslos gegenüber der Welt handelt. Der Westen kann nicht einmal eine Quarantäne, die diesen Namen verdient,

Das herrschende Establishment in Deutschland liefert lieber die Menschen und die Wirtschaft Corona aus, als dass es die Herrschaft seiner politisch korrekte Ideologie aufgibt und sich ein Beispiel am asiatischen Quarantäne-Management nimmt.

Wenn der Druck zu groß wird, schlägt das herrschende Establishment mit blindwütigem Aktionismus um sich und vernichtet seine Wirtschaft, nachdem es diese schon durch seinen Öko-Fanatismus angezählt hatte. Das Anwerfen der Gelddruckmaschine wird vielleicht ein Strohfeuer entfachen, vielleicht nicht einmal das. Am Schluss muss der kleine Mann die Zeche bezahlen, so oder so.

Asiatische Volkswirtschaften werden diese Schwäche nutzen, gemäß dem unideologischen asiatischen Leitsatz: Wo eine Lücke ist, ist auch ein Weg.

Autor Gadamer schickt eben diesen Nachtrag:

Morgens kommt die Polizei mit einem Arzt ins Haus, um Blut von mir abzunehmen für einen Corona-Test.
Der Flugverkehr ist praktisch unterbrochen. Wer trotzdem nach Vietnam kommt, muss in ein 14tägiges Quarantänelager der Armee, ohne Ausnahme.
Alle Infektionen hier sind auf Touristen zurückzuführen. Europäer gelten als Hochrisiko. Die Maßnahmen sind praktisch in allen asiatischen Staaten gleich.
Nächste Woche läuft mein Visum ab. Bin gespannt wie es weitergeht. Ohne die vietnamesische Familie, bei der ich wohne, wäre es sehr schwierig.
Bleibe (zwangsweise) am Ball.
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Kommentare ( 122 )

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122 Kommentare auf "Asien ändert seine Sichtweise auf Europa"

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Der Autor hat recht.

Es ist nicht nur die Politik. Es ist auch das gesellschaftliche Verständnis. Meine unmittelbare Umwelt geht, nach meinem Dafürhalten, mit dem Virus immer noch eher sorglos um. Alles mögliche ist wichtiger als die unmittelbar vor uns liegende Herausforderung.

Noch etwas, ich vermute, die Sichtweise von China auf Europa war schon immer, also schon vor Corona, eine etwas andere, als die, die man hier wahrgenommen hat. Das Selbstbewußtsein Chinas und sein Anspruch schon immer sehr ausgeprägt. Täuschen Sie sich da nicht.

Die Mongolei hat ebenfalls recht schnell reagiert und aus den Geschehnissen in China ganz schnell die richtigen Schlüsse gezogen. Obwohl hier die Verbindungen zu China, Japan, Korea extrem stark sind, gab es bisher nur „importierte“ 11 Fälle und keine Toten. Auch wurde die Bevölkerung nicht generell in Quarantäne geschickt und die Wirtschaft nicht runtergefahren. Statt dessen einige punktuelle Maßnahmen für Schulen, Massenveranstaltungen usw. und eine weitgehende Isolation des Landes durch Unterbindung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs. Was in anderen Teilen der Welt abgeht, verfolgt man mit Unverständnis, speziell den deutschen Weg…. Aber gleichzeitig werden die Informationen über solche negativen Verläufe sehr clever… Mehr

Danke lieber Herr Gadamer für diese erfrischenden Einsichten, die hier ja leider als ‚neurechts’ verunglimpft werden werden

Lieber Herr Gadamer, Ihre Begeisterung für den chinesischen Weg vermag ich nicht zu teilen. das Virus brach in China aus, die Quelle dieses Virus liegt nach wie vor im Dunkeln eines Wildtiermarktes. Die Zahlen, die aus China kommen, kann ich nicht überprüfen. Und Zahlen muss man überprüfen können, mit glauben kommt man da nicht weiter. Die bei uns in Europa gemachten Fehler sind offensichtlich. Keine ausreichende Vorsorge für Schutzmasken und Schutzkleidung in den Kliniken und beim Bürger. Auslagerung vieler Betriebe auch aus dem Pharmabereich nach Asien, aus vermeintlichen Kostengründen. Diese Auslagerungen aus Kostengründen, kann die Völker Europas jetzt teuer zu… Mehr

Nach „Masken für alle“ zu rufen, obwohl es keine gibt (aus vielerlei Gründen), ist wirklich sinnlos. Auch trifft es nicht zu, dass die Merkel’sche Ideologie hier unwidersprochen bleibt. Es gibt Tapfere, die sich wehren (ich z.b. habe alle Bundestagsabgeordneten angezeigt), natürlich werden die nicht ihre Immunität aufheben. Aber ich denke, es ist ein Signal nach Berlin. Und es gibt mit Sicherheit noch mehr Menschen, die sich wehren. z.B. finden Sie die hier bei Vichy oder Achse des Guten usw. Solche Jammer-Artikel bleiben sinnlos.

Papiermasken kann man ohne Probleme aus Küchenrollen herstellen. Es tut nur keiner. Es wird auch nicht von Medien oder Politik propagiert.

Naja, also so positiv sehe ich Asien jetzt aber nicht. Nach allem, was mir bekannt ist, herrscht gerade in China die totale Überwachung. Ist China keine kommunistische Diktatur? Es sollen sogar Menschen mit Corona aus ihren Häusern geholt und die Kinder alleine zurückgelassen worden sein. Mir ist ziemlich schnuppe, was Asien über Europa denkt (auch, wenn ich gerade die EU sehr kritisch sehe).

Beispiel gefällig. Seit Montag gilt scheinbar Einkaufswagenpflicht in Lebensmittelmärkten um den Abstand an den Kassen zu gewährleisten. Das die Handgriffe die schönsten Virenschleudern sind, interessiert keinen, aber 1,5m Abstand halten.

Wenn Sie einen Einkaufskorb nehmen, müssen Sie den ja auch anfassen. Die Kassiererin faßt jede Ware an, die Sie nach Hause tragen. Der Regalbestücker auch. Bleiben Sie gesund!

Tja … vermutlich ist es so … Das Land der Dichter und Denker … Nicht nur dieses Land … Von Moskau über Peking bis Washington, überDeutschland und den Chaos-Gutmenschen-Kindergarten namens EU der vom „Wir“ nur ewig faselt, dabei aber in der gegenwärtigen „Form“ rein garnichts Vernünftiges auf die Reihe bringt ausser selbst seine Fundamente auszuhöhlen lacht/lächelt längst die Welt. Sonnenklar, dass D A S seine Vorbildfunktion dabei ist einzubüßen. – • Eine grundsätzliche Diskussion wäre, ob eine gemeinschaft-orientierte Gesellschaft statt einer am Individuum orientierten Gesellschaft das Modell der Zukunft ist. Einerseits waren es immer Einzelne die all die kulturellen/technologischen Entwicklungsspünge… Mehr

Es mag sein, dass Europäer im Vergleich unachtsam nur so ihre Bazillen überall auf der Welt verstreuen. Umgekehrt jedoch kommt bei uns niemand auf die Idee Fledermäuse einzufangen um sie auf dem Markt zum Verzehr anzubieten. Die Hygiene greift bei uns also weitaus früher und deshalb können wir uns ja jede Sorglosigkeit erlauben.