Was Strache zum Ibiza-Video sagt

Alexander Wallasch sprach mit Heinz-Christian Strache über die neusten Entwicklungen rund um das heimlich gedrehte Video, das die Regierung Kurz/Strache zu Fall brachte.

imago images / photonews.at

Heinz-Christian Strache antwortete auf Fragen von Alexander Wallasch zu neusten Entwicklungen rund um das heimlich gedrehte Video, das die Regierung Kurz/Strache zu Fall brachte.

Alexander Wallasch:
Was wissen Sie heute über die Hintermänner und -Frauen des Videos?

HC Strache:
Leider viel zu wenig. Allerdings habe ich bereits von Anfang an eine umfassende Aufklärung dieser illegalen Machenschaften angestrebt und auch gefordert. Hier vertraue ich allerdings in unseren Rechtsstaat. Und auch wenn es einen langen Atem braucht, die Wahrheit wird Gottseidank ans Tageslicht kommen.

Warum wurden derart umfangreiche Passagen des Transkripts von 12einhalb Stunden vor Übergabe an den Untersuchungsausschuss geschwärzt? Welche Absicht könnte dahinter stecken, wenn Sie sich an das Gespräch zurück erinnern?

Dies muss man die entsprechenden Behörden fragen, die sich auf die in den laufenden teils absurden Verfahren möglicherweise relevanten Fakten fokussieren, aber rein private Ansichten außen vor lassen.

Geht es darin um Kurz und/oder andere Personen?

Ich habe die mir zugetragenen Informationen und Gerüchte auch über andere Menschen in einem privaten Umfeld auf Ibiza ohne Überprüfung, durchaus flapsig und im Zuge eines nicht sehr philosophischen Abends wiedergegeben. Ja, dabei sind auch Angeblichkeiten zur Sprache gekommen, wofür ich mich aber auch mehrmals entschuldigt habe.

Unzweifelhaft liegt mit 6 Minuten nur ein stark verkürzter Teil des Videos vor. Worum ging es in den noch nicht bekannten Teilen? Warum haben Sie auf diese Themen nicht früher hingewiesen?

Es waren in Wahrheit vier Minuten, die aus vielen, vielen Stunden manipuliert und tendenziös zusammengeschnitten wurden. Nochmal: Ich habe von Anfang bis zum Ende dieses Abends auf Ibiza wiederholt darauf beharrt, dass ich niemals für illegale oder korrupte Aktionen zu haben bin. Stets habe ich betont, dass mein Weg ein grundlegend gerader ist. Dies kann man auch am Beispiel der von den Fake-News-Journalisten kolportierten Wasserprivatisierung festmachen. Genau das Gegenteil inklusive verfassungsrechtlichem Schutz des österreichischen Wassers habe ich nämlich gefordert. Ich habe darüber hinaus unzählige Male klar gemacht, dass ich lediglich zum Wohle Österreichs und seiner Bevölkerung agiere. Das ist auch der Grund, warum ich mir die Angebote und Intentionen meiner Gesprächspartner an diesem Abend bis zum Schluss angehört habe.

Sie betonen, Sie wollten keine Illegale, korrupten oder krummen Geschäfte tätigen. Trotzdem fordern Sie zum Kauf der Kronenzeitung auf, die in Österreich noch mehr Einfluss hat als BILD in Deutschland, um so politischen Einfluß zu gewinnen. Ist das nicht moralisch bedenklich, unabhängige Medien zu beseitigen?

Gewisse Anteile sind ja bekanntermaßen zum Verkauf gestanden. Aber auch hier hat kein Verkauf stattgefunden, doch der Intimus von Bundeskanzler Kurz, Rene Benko, hat das umgesetzt, was man mir nun absurderweise vorzuwerfen versucht.

Die Rede ist davon, ´Orban-Medien` zu schaffen, also von der Regierung abhängige Medien. Gehört sich das in einer Demokratie?

Das vorrangig von der EU eingetaktete Orban-Bashing ist auch nicht mehr als eine Hetze gegen einen Staatschef, der Schulter an Schulter an der Seite seiner Bevölkerung steht. Auch ich habe in den letzten 15 Jahren bewiesen, dass ich ein lupenreiner und aufrechter Demokrat bin. SOZIALbewusst und HEIMATverbunden. An der Seite der Österreicherinnen und Österreicher. Die regelrecht Orwellsche Berichterstattung haben wir in Österreich erst seit Kanzler Kurz.

Sie verweisen auf die Möglichkeit, indirekte Parteispenden über Vereine und Stiftungen zu tätigen. Ist das keine Umgehung bestehender Verbote der Parteienfinanzierung?

Nein, in keiner Weise. Denn auch hier habe ich stets betont, dass alles korrekt und nach den geltenden Gesetzen ablaufen muss. Die kriminell, tendenziell und radikal verkürzte Darstellung des Ibiza-Videos zeigt einmal mehr auf, dass man mich in ein verruchtes Licht rücken wollte. Mit der Veröffentlichung dieser nun neuen Abschriften bin ich also fast unfreiwillig zum wohl transparentesten Politiker Österreichs geworden. Nun weiß jeder, dass mit mir weder Korruption, Bestechung oder andere Machenschaften möglich sind.

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Kommentare ( 67 )

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Dieter Kief
2 Monate her

Fritz Georgen, ich meine, es sei jetzt soviel Stoff vorhanden, dass ein Kenner wie Sie schon ein sehr schönes Stückchen daraus weben könnte – uns allen zum Pläsir. – Habe die Ehre!

Andreas
2 Monate her

Eines zeigt sich immer mehr: die kriminell agierenden sogenannten Journalisten von Spiegel und SZ sind ein Fall für die Justiz. In einem Rechtsstaat wären sie wohl schon im Knast.

Britsch
2 Monate her
Antworten an  Andreas

Alle berufen sich auf die „Pressefreiheit“ und meinen nicht nur sondern beanspruchen unteer diesem Deckmantel jegliche Kriminelle Handlung begehen zu dürfen.
Ich bin schon lange der Meinung dem was darunter erlaubt ist sollte man sich auf Auslegungen früherer Zeiten besinnen und diesbezüglich klare Gerenzen ziehen.
Zu dieser einschätzung kam ich das erste Mal massiv nach den Umständen die Zum Tode von Diana führten. Seither sind bereits viele Jahre vergangen in denen die Pressefreiheit quasi für und von Leute ohne jedes Gewissen und Anstand zu einem Freibrief für das begehen fas jeglichen Verbrechens ausgebaut wurde zum Eigenvorteil eine „Sensation“ zu präsentieren

Aljoschu
2 Monate her

Zum zweiten Mal haben deutsche Sozialisten im Nachbarland einen Staatsstreich bzw einen Coup angezettelt: Das erste Mal waren’s die nationalen braunen, dieses Mal die internationalen von Spiegel und der Süddeutschen. Zweimal haben die sozialistischen Meister aus Deutschland es sich herausgenommen, sich in respektloser und aggressiver Weise in die inneren Angelegenheiten des Nachbarlandes einzumischen und deren Regierungen zu stürzen! Die Bürger Österreichs sind stinksauer. Es steht zu befürchten, dass Österreich dieses mal Kampfflugzeuge losschickt, um die betreffenden Verlagshäuser in München und Hamburg in Schutt und Asche zu legen! Die sozialistische Bundeswehr ist in Alarmbereitschaft!

country boy
2 Monate her

Skandalös ist, dass deutsche Medien sich hier zum Werkzeug einer politischen Intrige haben machen lassen. Aber offensichtlich ist den Grünen und Linken jedes Mittel recht, um eine Islamisierung und Überfremdung unserer Heimat voranzutreiben – jedes Mittel außer die faire demokratische Auseinandersetzung und der offene Diskurs.

Hannibal ante portas
2 Monate her

Ich finde, es wurden die richtigen Fragen gestellt. Alles sehr neutral formuliert. Jetzt kann sich der Leser seine eigenen Gedanken zu dieser Causa machen. Ich möchte hier Herrn Strache keinen Persilschein ausstellen, aber er ( und die gesamte Öffentlichkeit) hat auf jeden Fall das Recht das GESAMTE Video zu sehen und die Identität der Auftraggeber und der „Schauspielerin“ zu erfahren.

Kaltverformer
2 Monate her


Ich habe auch nie behauptet das Herr Strache ein intellektuelles Ausnahmetalent besitzt.
Ich denke, er glaubte, mit der Veröffentlichung, die Stunde nutzen zu können.

Nichts desto trotz freuen sich SPÖ und Grüne, denn das Wählerpotential wird nun einmal bei ÖVP und FPÖ zu finden sein.

Babylon
2 Monate her

Tja, so wie die Sachlage ist, müssen Männer wie Strache in Österreich, in Deutschland fielen mir auch ein paar Namen ein, immer ein Stück intelligenter und vorausschauender sein als ihre politischen Gegner von der linken Seite. Wäre das im Fall Strache so gewesen, wäre er nie und nimmer in eine Lage geraten, wie die auf Ibbiza. Man setzt sich nicht stunenlang mit Leuten zusammen, die an nicht kennt und redet aus dem Nähkästchen. Sich moralisch über linke Machenschaften zu entrüsten, geschenkt. Wie gesagt, immer ein Stück besser sein, was heißt, den Mund halten können und nicht darauflos quasseln und sei… Mehr

November Man
2 Monate her

Herr Strache ist leider das Opfer einer von langer Hand geplanten Straftat geworden und nichts anderes.
Herr Strache hat sich nicht strafbar gemacht, der oder die, die das Video in Auftrag gegeben, gedreht, gemacht und mit Ton veröffentlicht haben dagegen schon.
Es ist bekannt wer das Video veröffentlicht hat, es ist bekannt wer den Schaden davon getragen hat und es ist bekannt wer die Nutznießer von diesem Video sind. Nämlich die LinksRotGrünen.
Also dürfte der Weg zum Straftäter der dieses Video in Auftrag gegeben hat oder zu den weiteren Straftäter nicht weit sein.

Wolfgang Richter
2 Monate her
Antworten an  November Man

Es war aber schon mindestens „blauäugig“, sich mit entsprechenden Leuten konspirativ derart zu treffen, zu äußern. Und das ganze mit reichlich Alkohol. Seriös ist was anderes.

November Man
2 Monate her

Man muss der Ehrlichkeit geschuldet mal klar festhalten, dass Herr Strache zum Zeitpunkt als das kriminelle Video, ohne Wissen und Zustimmung des Herrn Strache, heimlich und hinterhältig aufgezeichnet wurde, Herr Strache nur Obmann der FPÖ und noch nicht stellvertretender Bundeskanzler in Österreich war.

Kaltverformer
2 Monate her
Antworten an  November Man

Stimmt!
Da war mein Kommentar eindeutig falsch, als ich ihn als Vizekanzler der Republik Österreich gesehen habe.
Danke!

November Man
2 Monate her

Herr Strache hat von Anfang an gesagt, dass dieses kriminelle Video gekürzt, zusammen geschnitten, gefälscht und die für ihn entlastende Sequenzen herausgeschnitten wurden. Jetzt kommt, leider erst nachträglich, wieder mal die Wahrheit ans Licht. Straches Unschuld ist nun voll umfänglich erwiesen. Herr Strache muss jetzt vollständig rehabilitiert werden. Von allen, auch von den extrem linken Blättern wie Spiegel und der Süddeutschen Zeitung. Mal sehen ob der Spiegel und die Süddeutsche offiziell einräumen, dass sie das Video absichtlich gekürzt und somit gefälscht wiedergegeben haben. Die politische und auch juristische Aufarbeitung durch Herrn Strache und seinen Anwälten kann jetzt richtig losgehen. Hoffentlich… Mehr