US-Armee testet Hitze-Waffe gegen illegale Migranten

Starke Verbrennungsschmerzen sollen künftig illegale Migranten vom Grenzzaun abhalten – die nicht-tödliche Strahlenwaffe Active Denial System (ADS) wird nun von der US-Armee im Einsatz getestet.

ADS-System der US-Armee. U.S. Marine Corps photo by Lance Cpl. Alejandro Bedoya
ADS-System der US-Armee.

Das US-Kriegsministerium hat dem Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) nun die Erlaubnis erteilt, ein militärisches Active Denial System (ADS) zu testen und Taktiken für einen möglichen Einsatz an der südlichen Grenze zu Mexiko zu entwickeln. Ein Memo von Verteidigungsminister Pete Hegseth, das CNN vorliegt, autorisiert die vorübergehende Nutzung des Systems für sieben Monate. Pentagon-Personal (nun Department of War) darf das Gerät nicht bedienen, die volle Verantwortung für Einsatz, Nutzung und Entwicklung von Taktiken, Techniken und Verfahren liegt beim DHS.

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Ein Einsatz des ADS-Systems an der Grenze ist selbst für die aktuelle US-Regierung, die Grenzschutz und Einwanderungskontrolle zur Priorität gemacht hat, überraschend. In der Vergangenheit wurde das System auch für den Einsatz bei innenpolitischen Unruhen erwogen. Rechtliche Hürden, Fragen der Verhältnismäßigkeit der Gewalt, Wirksamkeit und Souveränitätsprobleme (etwa wenn der Strahl Personen in Mexiko trifft, die die Grenze noch nicht überschritten haben) hatten frühere Pläne gebremst. Eine Gefahr beim Einsatz dieser „Strahlenwaffe“: Selbst wenn man Leute zurück zum Fluss treibt, will man nicht, dass diese ertrinken. 2018 hatte die damalige Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen einen ähnlichen Plan abgelehnt, weil Migranten und Bürger nicht wie feindliche Kombattanten behandelt werden sollten.

Das Active Denial System ist eine fahrzeugmontierte, nicht-tödliche Energiewaffe, die seit den späten 1980er-Jahren am Air Force Research Laboratory entwickelt wurde. Von 2002 bis 2007 lief es als Advanced Concept Technology Demonstration. Es erzeugt einen unsichtbaren, gebündelten Strahl von Millimeterwellen bei 95 Gigahertz (Wellenlänge 3,2 mm) mit einer Ausgangsleistung von rund 100 Kilowatt.

Bis zu 1.000 Metern wirksam

Dieser Hitze-Strahl kann Ziele in einer Entfernung von bis zu etwa 1.000 Metern erreichen und erzeugt einen manngroßen Fleck von 1,5 Metern Durchmesser. Im Gegensatz zu Mikrowellenöfen (2,45 GHz), die tiefer eindringen, werden die 95-GHz-Wellen fast vollständig in den obersten Hautschichten absorbiert – etwa 0,3 bis 0,4 Millimeter tief, vergleichbar mit drei Blatt Papier.

Die Energie des Waffensystems heizt die Wasser- und Fettmoleküle in den Hautzellen binnen Sekunden auf Temperaturen über 44 °C auf. Das aktiviert schmerzempfindliche Nervenenden und löst ein intensives Brennen aus, das die meisten Testpersonen innerhalb von drei Sekunden als unerträglich empfinden und das niemand länger als fünf Sekunden aushielt. Militärangaben vergleichen es mit dem plötzlichen Hitzeschwall beim Öffnen einer heißen Backofentür.

Schmerzen und Fluchtreflex

Der Effekt der Hitze-Waffe erzeugt einen instinktiven Fluchtreflex, sobald die Person den Strahl verlässt oder der Operator ihn abschaltet, lässt der Schmerz sofort nach. Ein Kribbeln kann 10 bis 15 Minuten anhalten. Die Strahlung ist nicht-ionisierend und schädigt laut militärischer Forschung weder DNA noch fördert sie Krebs. Mehr als 13.000 bis 15.000 Expositionen an Freiwilligen zeigten nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Verletzungswahrscheinlichkeit von unter 0,1 Prozent.

2010 wurde ein ADS-System nach Afghanistan verlegt, jedoch ohne je im Einsatz verwendet und kurz darauf zurückgezogen. Auch Überlegungen für die Kontrolle von Gefangenen im Ausland oder bei Unruhen blieben ungenutzt.

Organisationen wie Physicians for Human Rights kritisieren den Mangel an unabhängigen Langzeitstudien und warnen vor Risiken an empfindlichen Stellen wie Gesicht und Augen sowie vor Panikreaktionen. Ein UN-Sonderberichterstatter äußerte im Jahr 2023 Bedenken gegen den Einsatz gerichteter Energiewaffen in der Strafverfolgung.

Europäische Regierungen, die aktuell kaum noch die Ausschreitungen linksextremer Gruppierungen und junger Migranten unter Kontrolle haben, hätten bisher keine derartige Systeme bestellt – auch nicht zum Grenzschutz.

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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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OJ
44 Minuten her

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Klaus Uhltzscht
1 Stunde her

Frage (kann gern diskutiert werden):
Warum sollen Massenmigranten vom Militär nicht wie feindliche Kombattanten behandelt werden?
Bürger (in England, demnächst überall in Westeuropa) werden doch auch vom Militär wie feindliche Kombattanten behandelt.
Und seit Merkel dürfen Bürger auch von Migranten wie feindliche Kombattanten behandelt werden.

Buck Fiden
1 Stunde her

Wäre etwas für Paris et al… oder für unsere Grenzübergänge, wenn illegal Einreisende…

maru
1 Stunde her

Gibt es die auch in praktischer Ausführung für die Handtasche?